Die Kehrseite des Dollars von
Buchvorstellung und Rezension
Bibliographische Angaben
Originalausgabe erschienen 1965 unter dem Titel The Far Side of the Dollar, deutsche Ausgabe erstmals 1971 bei Diogenes.
- New York: Knopf, 1965 unter dem Titel The Far Side of the Dollar. 247 Seiten.
- Zürich: Diogenes, 1971. Übersetzt von Günter Eichel. 323 Seiten.
- Berlin; Weimar: Aufbau, 1973. Übersetzt von Günter Eichel. Ausgabe für die DDR und andere sozialistische Länder. 286 Seiten.
-
Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 1975.
Übersetzt von Günter Eichel.
ISBN:
3-499-42360-X. 189 Seiten. -
Zürich: Diogenes, 1981.
Übersetzt von Günter Eichel.
ISBN:
3-257-20877-4. 323 Seiten.
'Die Kehrseite des Dollars' ist erschienen als
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In Kürze:
Kurz nachdem Lew Archer den Auftrag angenommen hat, den verschwundenen Tom Hillmann wieder ins Internat zu bringen, erscheint Toms Vater verstört auf dem Schulgelände. Er sei gerade erpresst worden. Bei der Suche nach dem Jungen und den Ermittlungen gegen dessen Entführer erweisen sich die wohlhabenden Eltern eigenartigerweise nicht als besonders kooperativ.
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Krimi-Rezension von Thomas Kürten überspringen
Tom Hillmann ist futsch. Einfach über den Zaun der einer Festung gleichenden Laguna Perdida School und dann verschwunden. Dabei war der junge Mann gerade mal eine Woche in dieser merkwürdigen Lehranstalt. Aber gehörte er wirklich hierher? Die Laguna Perdida ist nämlich eine Schule für schwer erziehbare und geistig behinderte und Tom, der Junge aus gutem Hause, war bisher weder in der einen noch in der anderen Richtung aufgefallen. Aber wie dem auch sei, nun ist er einmal futsch und wird – auftrags der Schulleitung – zu einem Fall für Lew Archer.
Doch kaum ist Lew in die Ermittlungen eingestiegen, erscheint Toms Vater Ralph Hillmann auf dem Schulgelände, faselt was von Entführung und Lösegeld. Könnte es sein, dass Tom diese Erpressung selbst inszeniert hat, um seinen Eltern eins auszuwischen? Lew verlässt jedenfalls mit Ralph Hillmann das Schulgelände und rekonstruiert die vergangenen Monate. Tom schien ein ganz normaler Junge zu sein mit einer Leidenschaft für Jazzmusik und einer ersten Liebelei mit der Nachbarstochter. Doch irgendwann in den letzten Wochen muss eine Frau in sein Leben getreten sein, gut und gerne 20 Jahre älter als Tom, die ihn nachhaltig beeindruckt haben muss. Warum hat der Junge niemandem etwas über die Treffen mit der ominösen Dame erzählt? Als Archer die Frau findet, liegt sie tot auf dem Boden ihres Motelzimmers. Schlimmer noch, er wird von ihrem Ehemann niedergeschossen, der mit dem Lösegeld vom alten Hillmann verschwindet.
Ein etwas holpriger MacDonald-Klassiker
»Die Kehrseite des Dollars« hat alles, was man von einem Ross-MacDonald-Roman erwarten darf, insbesondere die immer wieder psychologisch eingefärbte Betrachtungsweise. Einige Charaktermerkmale meint man dabei schon aus früheren Werken zu kennen: Die vollkommen paralysierte Mutter, schwach und zerbrechlich zu kaum einer klaren Handlung mehr fähig; der zutiefst in seiner Ehre verletzte Vater, der keine Schwäche zeigen will und herrisch Anweisungen erteilt; eine unbesorgte Nachbarstochter, die plötzlich konfrontiert mit einem Verbrechen viel zu schnell erwachsen werden muss. Zudem muss Archer sich nach einer kurzen Actionsequenz mal wieder im Krankenhaus zusammen flicken lassen.
Aber irgendwie holpert dieser Roman mehr als andere. Da ist zunächst die seltsame Auftragslage: Archer (aus LA) wird von einer Schule im Hinterland engagiert, aber vom Vater des Verschwundenen abgelehnt. Kaum ist das Lösegeld übergeben (und Archer niedergeschossen) hebt der Schulleiter den Auftrag unter Druck des Vaters auf. Archer ermittelt weiter, nur um sich kurz darauf wieder vom Vater (diesmal direkt) einstellen zu lassen. Wie kommt eine Schule, der schon öfters die »Insassen« entlaufen sind, ausgerechnet diesmal auf die Idee, einen Detektiv aus LA zu beauftragen? Die Beauftragung durch den Vater ist wesentlich glaubwürdiger.
Dafür ist die Spurensuche und die Befragung von Zeugen in diesem Roman ungemein dicht und komplex gelungen. Archer muss einer Vielzahl von Indizien folgen und nicht immer sind seine Ansprechpartner kooperationsbereit. Auch die Nebenrollen kann der Autor sehr überzeugend ausgestalten, insbesondere die Figuren, die mehr als nur einen Auftritt haben, wirken authentisch. Wenn man über ein etwas zusammen geholpertes erstes Drittel hinweg sehen kann, findet man also auch hier wieder einen hervorragenden Krimiklassiker, der auch nach über 40 Jahren noch erstklassig Spannung bescheren kann.
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| Fabian zu »Ross MacDonald: Die Kehrseite des Dollars« | 07.04.2007 |
|---|---|
| Torsten Janssen zu »Ross MacDonald: Die Kehrseite des Dollars« | 13.04.2004 |

