Der Bastard von
Buchvorstellung und Rezension
Bibliographische Angaben
Originalausgabe erschienen 2007
bei Rowohlt.
Ort & Zeit der Handlung: Deutschland / Würzburg, 1990 - heute.
Folge 5 der Kommissar-Kilian-Serie.
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Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 2007.
ISBN:
978-3-499-24495-7. 284 Seiten.
'Der Bastard' ist erschienen als
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In Kürze:
Würzburg feiert das Afrika-Festival. Die Multi-Kulti-Harmonie gerät empfindlich aus dem Takt, als man die Leiche eines Jungen aus dem Main fischt. Hautfarbe schwarz, Herkunft unbekannt. Bei den Ermittlungen lernen die Kommissare Kilian und Heinlein ihre Heimatstadt von einer bedrohlichen Seite kennen. Derweil macht die Gerichtsmedizinerin Pia Rosenthal bei der DNA-Analyse des Opfers eine erschütternde Entdeckung und stößt damit in ein Wespennest aus Heuchelei, Intrigen und Verrat. Aber nicht im Skinhead-Milieu, sondern bei einer der angesehensten Familien am Ort ...
Das meint Krimi-Couch.de: »Multi-Kulti im Fränkischen – ganz anders«
Krimi-Rezension von Lars Schafft
Seit achtzehn Jahren wird im fränkischen Würzburg das »Africa Festival« gefeiert, teilweise mit über 100.000 Besuchern. Aus Würzburg kommt Roman Rausch, ein kleines Phänomen in der deutschen Krimi-Landschaft. 1999 veröffentlichte er noch auf eigene Faust seinen ersten Kriminalroman um Kommissar Kilian, der – naheliegend – im Fränkischen ermittelt. Auch die beiden Folgeromane erschienen noch bei bod, bis schließlich Rowohlt auf Rausch aufmerksam wurde.
Seitdem schreibt der Franke munter weiter und in seinem aktuellen Roman Der Bastard direkt zu zweit, mit seiner Freundin Blanka Stipetic, um seinem Kilian eine »Blutauffrischung« zu gönnen, wie er uns im Interview erklärte. Ein gelungenes Werk der beiden, auch wenn Titel und Inhalt zunächst doch eher auf etwas biedere, links-alternative Gutwelt-Kost deuten. Weit gefehlt.
Afrika-Festival in Würzburg, zig Tausende Besucher und da kommt das, was man aus dem Main fischt, denkbar ungelegen. Ein schwarzer Junge, unidentifizierbar, auf jeden Fall ertrunken, Gewalteinfluss jedoch nicht ausgeschlossen. Gut, dass Kommissar Kilian wieder im Dienst ist. Doch auch er kommt bei diesem Fall nicht weiter. Entscheidend ist dann schon eher das, was Gerichtsmedizinerin Pia Rosenthal – nette Konstelation: angehende Mutter von Kilians Kind – bei einer DNA-Analyse herausfindet. Sie ist mit dem schwarzen Jungen verwandt. Was die Ermittlungen nun in eine völlig neue Richtung lenkt.
Und unter diesem Gesichtspunkt bekommt die Geschichte einen Dreh, der sie von der Masse an Regionalkrimis deutlich abhebt. Auch der Titel macht dann (einen neuen) Sinn: »Bastard« nicht im Sinne eines Schimpfwortes, sondern so, wie es in Wörterbüchern definiert wird. Als »Nachkomme von ethnisch verschiedenen Eltern«, als »rechtmäßig anerkannter außerehelicher Sohn«. Allein der Titel, der manchen Leser auf eine falsche Fährte führen wird, ist also absolut treffend.
Auch sonst kann das Duo Rausch/Stipetic durch die Bank punkten: Der Plot ist raffiniert, Afrika ein heißes Thema (kein beabsichtigtes Wortspiel) und durch die Aufwertung der Gerichtsmedizinerin Pia, die deutlich stärker in den Vordergrund rückt, ist Rausch und Stipetic tatsächlich eine Auffrischung der ohnehin sehr guten Krimi-Reihe um Kommissar Kilian geglückt. Dass die beiden die Charaktere Kilian und Rosenthal recht autark voneinander geschrieben haben, fällt erfreulicherweise nicht auf, die Geschichte ist aus einem Guss, nervt nicht durch überzogene sprachliche Experimente sondern überzeugt durch solide Klarheit. Roman Rausch und Blanka Stipetic sind zwei, die ihr Handwerk beherrschen.
Regio-Krimi hin oder her – mit Der Bastard haben Rausch und Stipetic einen Polizeiroman vorgelegt, von dem man sich sowohl was Ideenreichtum als auch Charaktere angeht, sehr gerne mehr wünscht. Ob der Leser sich dabei in Würzburg zu Hause fühlt, ist dabei absolut sekundär. Sehr schön.
Lars Schafft, Juni 2007
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| Martina Gräf aus Hofheim zu »Roman Rausch und Blanka Stipetic: Der Bastard« | 18.08.2009 |
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| Ljiljana Uebber zu »Roman Rausch und Blanka Stipetic: Der Bastard« | 15.02.2009 |
