Kap der Finsternis von Roger Smith

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2009 unter dem Titel Mixed Blood, deutsche Ausgabe erstmals 2009 bei Tropen.
Ort & Zeit der Handlung: , 1990 - 2009.

  • New York: Henry Holt, 2009 unter dem Titel Mixed Blood. 356 Seiten.
  • Stuttgart: Tropen, 2009. Übersetzt von Jürgen Bürger und Peter Torberg. 356 Seiten.
  • München: Heyne, 2010. Übersetzt von Jürgen Bürger und Peter Torberg. 368 Seiten.
  • [Hörbuch] Bergisch Gladbach: Schall & Wahn, 2011. Gesprochen von Matthias Brandt. 6 CDs.

'Kap der Finsternis' ist erschienen als Hörbuch

In Kürze:

Jack Burn, gestrauchelter amerikanischer Glücksspieler, ist mit seiner hochschwangeren Frau und seinem Sohn in Kapstadt untergetaucht. Dort wird die Familie Opfer eines willkürlichen Gewaltverbrechens, verübt von Mitgliedern einer Gang. Benny Mongrel, gerade aus dem Gefängnis entlassen und als Wachmann tätig, schöpft Verdacht, als er beobachtet, wie die Gangster in Burns luxuriöses Haus einsteigen, Schüsse fallen und beide nicht wieder auftauchen. Burns Inkognito droht aufzufliegen, und es beginnt ein aufreibendes Katz-und-Maus-Spiel mit Gatsby, einem bigotten, rassistischen Polizisten, der seinerseits die staatliche Antikorruptionseinheit im Nacken hat. Ein atemloser Showdown führt mitten ins Gangland, in die Cape Flats, die riesigen, labyrinthischen Vorstadtslums …

Das meint Krimi-Couch.de: »Glück im Spiel Pech in der Liebe« 95°Treffer

Krimi-Rezension von Wolfgang Franßen

Wirft man einen Stein ins Wasser, schlägt er Wellen. Da kann das Leben noch so beschaulich geplant, die Familienplanung mit besten Vorsätzen angegangen worden sein. Burn und seine Frau trägt eine dieser Wellen bis nach Kapstadt in Südafrika, wo sie unter falschem Namen ihrem alten Leben zu entrinnen suchen, in dem sie in Amerika zu ertrinken drohten.

Roger Smith lässt uns in seinem Erstling nicht viel Zeit. Er reißt uns mitten in eine Story, bei der es einzig und allein ums Überleben geht. Kapstadt nennt er selbst die Hauptstadt der Vergewaltigung und des Verbrechens und so verwundert es nicht, dass Burn als Familienvater zwei Eindringlinge sogleich ermordet, die seine schwangere Frau in ihrem Haus bedrängen. Smith schneidet seine Story schnell. Wie im Film reißt er die Geschichte in Szenen auf, beleuchtet die Handlung in Gegenschnitten und setzt die überhitzten Pole zum Grande Finale zusammen. Atemlos springt er zwischen Figuren und Schauplätzen hin und her und entwickelt neben dem Psychogramm eines Gehetzten das Bild einer südafrikanischen Gesellschaft, die gelernt hat, am Rand des Abgrunds das Leben abzugrasen.

Egal ob Polizist, Verbrecher, Drogenabhängige, Aufrechte wie Korrupte: Sie alle erscheinen nicht wie jemand, der seine Zukunft, gar Gegenwart wirklich im Griff hat. Rachegefühle treiben sie vor sich her.

Viele Mittelständler wie Burn – in Amerika oder anderswo – müssen miterleben, wie ihre besten Absichten daran scheitern, dass die Aufträge ausbleiben, die Insolvenz droht. Geschweige denn, wenn einer wie Burn von den Karten und dem eigenen Glück überzeugt ist und lange Zeit durch die Gewinne am Spieltisch, die Verluste im Alltag auszugleichen versteht, um seiner Frau ein komfortables Leben zu ermöglichen, um als Gewinner dazustehen.

Ans fremde Ufer gespült

Wer würde nicht zum Strohhalm greifen, wenn er das Aus so nah vor Augen hat. In Burns Fall endet die Gewinnsträhne nach einem gelungenen Coup und einem toten Polizisten in einer abenteuerlichen, finanziell gut ausgestatten Flucht in Kapstadt . Seine Frau jedoch empfindet die nächtliche Rettung nicht als Heldentat und denkt selber an Flucht, will sich und die Kinder retten, indem sie zur amerikanischen Botschaft geht, um das Versteckspiel zu beenden. Smith gelingt das Portrait einer Handvoll atemloser Loser, die sich selbst mit leeren Versprechungen mitten im Überleben halten. Er findet für seine kleinen Helden sprechende Namen wie Burn oder Disaster Zondi.

In Roger Smiths mitreißendem Thriller sind allesamt ausgebrannt, geprägt von einer der Apartheid entronnenen, hasserfüllten Gesellschaft, die sich nur zu schützen weiß, indem sie vor allem ein Ziel verfolgt: den Kopf aus der Schlinge zu ziehen. Beeindruckend auch die Schilderung, wie Südafrika sich bemüht, eine Gesellschaft zu versöhnen, in der sich die Täter von einst öffentlich entschuldigen und trotz ihrer Gräueltaten im Amt bleiben.

Ein Panoptikum der Randexistenzen, der Verachtung für das eigene wie fremde Menschenleben und hinter allem steht der irre Glauben, dass sich nichts wirklich bessern wird.

Wer hetzt eigentlich wen

Es ist die Atmosphäre des späten Abends, die Roger Smith beschwört. Wenn die Straßenlichter sich einschalten, das Tageslicht schwindet, sich vom Tag erholt, Smith Figuren sich auf die Nacht vorbereiten, indem sie wie auf Knopfdruck die Augen aufreißen, weil sie in dem Licht besser zu sehen verstehen. Sie treten aus dem Dunkeln, schlagen erbarmungslos zu und treten wieder zurück. Froh darüber, noch am Leben zu sein.

So wird auch Burn wieder an den Spieltisch zurückkehren. Um was zu tun? An sein Glück zu glauben? Ist das Leben nicht ein Spiel? Kann man es nicht zwingen? Muss man nicht? Wer will sich nicht weismachen, dass er allein das Glück in Händen hält?

Wolfgang Franßen, Mai 2009

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mg11 zu »Roger Smith: Kap der Finsternis« 20.05.2014
Ein sehr hohes Tempo, bei dem man nicht zum Luftholen kommt. Der Autor hält sich nicht mit Nebensächlichkeiten oder Belanglosigkeiten auf. Hier wird nur das Nötigste auf Papier gebracht, was für die Handlung wichtig ist.
Spannend geschrieben und sehr brutal.

Durch das hohe Tempo geht natürlich die Tiefe etwas verloren, was ich persönlich etwas schade fand. Aber dennoch:

Klare Weiterempfehlung von mir!
Nadir36 zu »Roger Smith: Kap der Finsternis« 20.01.2014
Doppeltes Barbecue
Südafrikanischer Remix eines Erfolgsrezepts

Nachahmer haben es oft leichter als die Erfinder, vor allem, wenn sie sich aus einem umfangreichen Repositorium bedienen können. Wenn man die Fehlerquote als Maßstab nimmt, dann ist Roger Smith der bessere Elmore Leonard, dessen Personal und Konstellationen er auf südafrikanische Verhältnisse übertragen hat.
Beim auslösenden Konflikt überwältigt und ermordet ein weißer Irak-Kriegsveteran zwei zugedröhnte Mischlinge aus den Elendsvierteln, die während des Abendessens mal schnell in seine Wohnung eingestiegen sind und sticht beide vor den Augen seiner schwangeren Frau ab. Dergleichen Überwältigungsszenarien gibt es bei Leonard ziemlich häufig (Riding the Rap/Volles Risiko, Mr. Fantasy/Callgirls), zumeist ist es ein weißer guter Cop, der mit dem farbigen Abschaum von Detroit oder Florida fertig wird. Doch Burn, damit öffnet sich Schublade 2 des Elmore-Leonard-Arsenals, ist auf der Flucht.
Der im Zivilleben in der Sicherheitsbranche nicht allzu erfolgreiche Desert-Storm-Teilnehmer hat seine schwächelnden Einkünfte mittels Glücksspiel aufgebessert und wurde nach einer Pechsträhne von seinem Buchmacher zur Teilnahme an einem Banküberfall gepresst, der auf der Rückfahrt ziemlich schief ging. Gute Verbrecher gibt es bei Leonard auch mehr als genug (Out of sight/Zuckerschnute), auch Untergetauchte, deren Tarnung plötzlich auffliegt oder bedroht ist (The Hunted/Die Gejagten).
Burn taucht mit Frau Susan und Sohn Matt in Südafrika unter, hat aber die Risiken am Kap unterschätzt, so z.B. die Korruption. Denn Rikki steckt beim bösen Cop „Gatsby“ Barnard, der in den touristisch nicht relevanten Flats die Gesetze macht, mit 5000 Dollar in der Kreide.
Von daher ist das klingelnde Telefon im Kofferraum beim Entsorgen der Leichen noch das geringste Problem, auch wenn Burns bei dieser Polizeikontrolle noch einmal mit dem Schrecken davon kommt.
Da Burns zwar die Leichen entsorgt hat, bei seinen nächtlichen Aktivitäten aber den Wagen der Spontaneinbrecher vor seinem Haus übersehen hat, sitzt ihm „Gatsby“, der seinerseits seinen Arsch vor einer internen Ermittlung in Sicherheit bringen will, im Nacken. „Gatsby“ ist der schlimmste Kriminelle und zieht, wie seine zahlreichen amerikanischen Vettern im Leonard-Universum, eine verheerende Blutspur hinter sich her. sein Verfolger „Disaster Zondi“ war in der Zeit der Apartheid eines seiner glimpflich davon gekommenen Opfer und schöpft doppelte Motivation aus dem Umstand, dass der fette Barnard bei jenem „Barbecue“ dabei war, in dessen Verlauf die Überreste von Zondis Freund bis zur Unkenntlichkeit verbrannt wurde. Gatsbys Imperium bröckelt und der Cop geht selbst in den Untergrund, nicht ohne Burns Sohn Matt als Geisel zu nehmen. Der angeschlagene, aber nun unter Stress und unkontrolliert mordende Kriminelle ist der nächste Leonard-Topos (Rum Punch/Jackie Brown lässt grüßen).
Diese ganze Jäger- und Gejagten-Situation wird durch ein Gang-Mitglied verschärft, denn Benny Niemand, dessen Gesicht durch einen Axthieb gespalten wurde, ist ein Mongrel und will nach der Entlassung sauber werden. Von daher kümmert es ihn nicht die Bohne, dass der nette Weiße zwei Mitglieder einer konkurrierenden Gang absticht. Doch als Gatsby seinen Hund abknallt, startet Benny seinen eigenen Rachefeldzug gegen den fiesen und fetten Cop und bildet eine Allianz mit Burns. Doch bei der Rückkehr auf Gang-Terrain, werden alte Feinde wach, die ihre persönlichen Rechnungen begleichen wollen. Die etwas komischen Gegengangster mit zusätzlichem Verwirrungspotenzial kennen wir ja auch von Elmore Leonard (Schnappt Shorty), ihr vollkommen schief gelaufener Einsatz hat allerdings eine Funktion in dem Racheporno, den Smith zuletzt in Gang setzt. Denn „Gatsby“ gelingt im Durcheinander die Flucht 
in sein ehemaliges Revier und in sein persönliches Barbecue.
Auch Burns entkommt im Chaos jenes Gehtto-Grillfestes, davon kommen lässt ihn Smith so wenig wie sein Vorbild, allerdings vermeidet er den Reflex, mit dem sich Leonard nach viel fruchtbarer Anarchie viele Schlüsse versaut hat: der Gesetzesknüppel bleibt stecken, der Sheriff wie aus dem Western bleibt daheim, die Anarchie geht weiter. 
Disaster Zondi, der Burns zwar mit polizeilichen Mitteln als den flüchtigen Bankräuber und Polizistenmörder ausgemacht hat, genießt das Grillfest und die Tatsache, dass man endlich mal einem Weißen, der es auch noch verdient hat, einen Autoreifen um den Hals gelegt und angezündet hat, die wohl erste Aktion dieser Art im neuen Jahrtausend.

Die meist reflexhafte Law-and-order-Masche mit dem plötzlich guten Gesetz, die kaum zur vorhergehenden Handlung passt ist die eine Schwäche von Elmore Leonard, die Roger Smith als Epigone, der es besser weiß, vermeidet.
Leonards ungeschickte Gangster, die den kleinsten Tankstellenüberfall regelmäßig in ein bestürzendes Blutbad verwandeln, haben zwar auch ihren morbiden Reiz, passen aber nicht mehr so recht in die kriminaltechnisch dominierten letzten dreißig Jahre. Vor allem nicht, wie lange diese Dussel jedes mal damit durchkommen. Durchaus möglich, dass vieles im Leben nicht so glatt abgeht wie bei C.S.I. und anderen Serien mit rührigen Laborratten, deren Aufklärungsrate wohl mehr mit Verbrechensprävention als der Realität zu tun hat, - aber so dumm wie sich Leonards Ganoven anstellen, wären sie wohl schon zu den Zeiten von Al Capone eine leichte Beute für die Ermittler gewesen.
Da etliche Leonards von mir drei oder auch vier Sterne bekommen haben, gebe ich „Kap der Finsternis“ vier Sterne, obwohl die Übertragung des Personals und unterschiedlicher bestehender Konstellationen auf südafrikanische Verhältnisse der eigentliche kreative Akt gewesen ist. Die Vermeidung jener kriminaltechnischen Fehler, die einem alten Wildwestschreiberling nun mal unterlaufen, der notgedrungen die Branche gewechselt hat und keine neuen Tricks mehr lernen will oder muss, sichern Smith auch seinen vierten Stern, zumal er sein Ensemble wirklich großartig führt und bis zum Schluss sein Tempo beibehält.
In Sachen virtuos inszenierte Kampfszenen und Schießereien wie in Sachen Komik kann Smith mit Leonard allerdings kaum mithalten, seine dummen, ständig mit Tik (Chrystal Meth) zugedröhnten Verbrecher aus den Flats sind nicht zum Lachen, ganz im Gegenteil. Natürlich ist der aus allen Poren und sonstigen Öffnungen stinkende superfiese und ultrafette Bulle Barnard ein Weißer und ein übler Rassist dazu, dem im letzten Fünftel so ziemlich alles heimgezahlt wird. Aber gäbe es nicht den netten Hundefreund mit Knastvergangenheit, der als Baby von der Müllkippe geholt wurde und den Superermittler mit Opferstatus aus dem Kampf gegen die Apartheid, so könnte man das Buch glatt als rassistisch bezeichnen.
Aber ich war noch nie in Südafrika und kann mir schon gar kein Urteil über die Verhältnisse jenseits der Touristenviertel erlauben. Ein fader Nachgeschmack bleibt, trotzdem hat der Nachahmer sich in vielerlei Hinsicht geschickter angestellt. Von daher vier Sterne ein schnell genossenes literarisches Menü, das einem vielleicht ein wenig sauer aufstoßen kann.
Buboter zu »Roger Smith: Kap der Finsternis« 01.06.2011
Jack Burn sitzt mit seinem Sohn und seiner schwangeren Frau beim Abendessen. Durch die Terassentür kommen zwei Männern, die Burn kurzerhand umbringt. Burn ist selbst auf der Flucht vor der Polizei und muss die Leichen unauffällig verschwinden lassen. Dummerweise werden diese von zwei Jungen gefunden. Der Fund wird der Polizei gemeldet. Ein bigotter, korrupter Polizist, der selbst ins Visier interner Ermittlungen geraten ist, versucht sich die Umstände zu Nutze zu machen.

Roger Smith schildert in relativ kurzen Szenen und anfangs noch weit von einander getrennten Handlungsträngen ein zum Ende hin regelerecht nervenaufreibendes Katz-und-Maus-Spiel in den Slums von Kapstadt. Die Geschichte wird in kurzen, harten Sätzen geschildert. Ab dem Moment, in dem die Handlung erstmal richtig begonnen hat, kommt der Leser kaum dazu Luft zu holen und wird komplett von der Handlung gefangen genommen. Das Ende hat mich dann auch noch wirklich überrascht.

In wenigen Worten zusammengefasst: schnell, knapp, nüchtern, brutal und grausam! 90°
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Heidi Hofmann zu »Roger Smith: Kap der Finsternis« 20.03.2011
Der Autor ist für mich DIE Entdeckung des Jahres! Unglaublich, dass dieses Buch ein Erstlingswerk sein soll. Die Story ist der Hammer! Da stimmt einfach alles! Bei aller Brutalität, die detailreich geschildert wird, sind die handelnden Personen überaus glaubhaft dargestellt und liebevoll entwickelt. - Freu mich wahnsinnig auf die Verfilmung dieser Story. Und werde natürlich alles lesen, was R. Smith künftig noch schreibt. A STAR IS BORN !
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Moehrchen zu »Roger Smith: Kap der Finsternis« 12.02.2011
Jeder gegen jeden

Jack Burn - ein Amerikaner mit einer nicht gerade weißen Weste - sitzt mit seiner Familie in seinem Haus in Kapstadt beim Abendessen. Plötzlich wird die Familie von zwei Gangstern überfallen. Jack kann die beiden überwältigen und tötet sie. Der korrupte Inspector Rudi Barnard - bekannt unter dem Straßennamen Gatsby - vermutet sehr schnell die wahren Zusammenhänge und findet etwas über Jack heraus, was eigentlich keiner erfahren sollte. Dies löst eine Reihe von Ereignissen aus.

Roger Smith wechselt schnell zwischen den verschiedenen Handlungssträngen durch, was den Roman rasant fortschreiten lässt. Er hält sich überhaupt nicht mit Landschaftsbeschreibungen auf, trotzdem erfährt man so einiges über Kapstadt. Vor allem über die Cape Flats, eine Siedlung, in die die schwarze Bevölkerung abgeschoben wurde. Man erfährt aber auch ein wenig über die Wohngegenden am Tafelberg in der überwiegend wohlhabende Familien wohnen.

In dem Buch geht es um Korruption, Drogen, Gangs, Erpressung. Ein Alltag, vor dem man gerne die Augen verschließen würde aber leider ist so was ja überall, nicht nur in Kapstadt, an der Tagesordnung. Roger Smith baut all dies in den Handlungsort Kapstadt ein, einen Ort denn, er nicht nur vom Hörensagen kennt, sondern er lebt dort und das merkt man dem Roman deutlich an. Das Ende des Buches hat mir gut gefallen, es ist durchaus realistisch, wie ich finde und passt gut zum Rest des Buches.

Das Buch ist wirklich gut, es nimmt einen mit in die Straßen von Kapstadt und lässt einen nicht so schnell wieder los. Mein Fazit: Unbedingt lesenwert!
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Anja Schade zu »Roger Smith: Kap der Finsternis« 05.12.2010
Das hier ist ein in Kapstadt spielender moderner Noir, sehr brutal und voller Spannung. Es werden verschiedene Handlungsstränge geschickt miteinander verknüpft, es geht um den mit seiner Familie ín Kapstadt untergetauchten Amerikaner Burn, der in seiner Wohnung in einem Nobelviertel von 2 drogenabhängigen schwarzen Jugendlichen überfallen wird und diese in Notwehr tötet. Da er untergetaucht ist, kann er nicht die Polizei rufen, sondern läßt die Leichen verschwinden. Diese Jugendlichen werden von einem korrupten, brutalen Burenpolizisten gesucht, da sie ihm Geld schulden. Gegen diesen Burenpolizisten läuft ein Ermittlungsverfahren wegen Korruption, er wird von der Polizei ebenfalls gesucht.
Virtuos und unter Hochspannung verknüpft der Autor die einzelnen Stränge.
Bravo für dieses Erstlingswerk!!!
2 von 2 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
HerrHansen zu »Roger Smith: Kap der Finsternis« 06.11.2010
Wahnsinn! Dieses Buch ist nicht nur ein Thriller, dieses Buch macht deutlich was hinter der wunderschönen Kulisse in Western Cape wirklich geschieht - auch wenn es Fiktion ist!

Ich selbst habe vor einigen Jahre drei Wochen in Kapstadt verbracht. An keinem Ort der Welt sind mir so viele Drogen angeboten worden, habe ich Diskriminierungen und auch Gewalt in dieser Art erlebt. Angefangen mit einer Autobombe an der Waterfront über einen blutigen Überfall auf eine Polizeistation in Sea- oder GreenPoint bis zur "normalen" Straßenkriminalität. Für einen Mittel- bzw. Nordeuropäer schon eine gewisse Erfahrung.

Smith nimmt den Leser mit auf diese rasante Reise auf die dunkle Seite Kapstadts. Man vergisst die Zeit um sich herum und fühlt sich fast in die Stadt versetzt. Vor dem inneren Auge hatte ich stets den Blick aus den oberen Stadteilen auf die Stadt und die trostlosen Wellblechverschläge der CapeFlats.

Ich habe das Buch gestern aus dem Regal genommen, förmlich verschlungen und soeben begeistert zurück gestellt und das nächste Werk "Blutiges Erwachen" bestellt.
4 von 4 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
el_tacco zu »Roger Smith: Kap der Finsternis« 10.10.2010
Das Buch fackelt nicht lang rum. es geht gleich richtig los. Es gibt keine elend langen beschreibungen von irgendwelchen Eindrücken. Alles wird klar und deutlich auf den Punkt genau beschrieben und regt die Phantasie des Lesers bemerkenswert an.

Das Tempo und die Spannung in diesem Buch haben eine großartige Dynamik. Nach bewusster Beanspruchung der Phantasie des Lesers hat man auch mal ein paar Seiten "Ruhe"

Großartig. Muss man gelesen haben. Ich freu mich schon auf die Verfilmung :-)

es gibt 95°
2 von 2 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
trisha-mc-millan zu »Roger Smith: Kap der Finsternis« 25.09.2010
Schonungslos und nichts für schwache Nerven! Der Autor hält sich nicht mit langen Charakterstudien oder Landschaftsbeschreibungen auf, die ich doch eigentlich so mag. Schonungslos beschreibt er ein skrupelloses und korruptes Kapstadt, mit den katastrophalen Zuständen in den Cape Flats.
Und doch war ich am Ende erstaunt, dass ich diesen Thriller fast in einem Zug durchgelesen habe.
Die Geschichte selbst ist es nicht, die mich nachdenklich und schockiert zurück gelassen hat, sondern diese furchtbaren Zustände in den Vorstadtslams. Der Wechsel zwischen der "heilen" Welt und dem von Armut geprägten Leben der schwarzen Afrikaner in den Flats, macht diesen Eindruck noch nachhaltiger.
Roger Smith lebt selbst in Kapstadt, und das lässt "befürchten" das der Autor hier realistisch das Leben in den Slums der südafrikanischen Großstädten beschreibt. Ich kann es immer noch kaum glauben. In einem Interview am Ende des Buches äußert sich der Autor zu diesem Thema.
3 von 3 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
wellington zu »Roger Smith: Kap der Finsternis« 28.08.2010
Ich fand das Buch sehr gut.Keine Seitezuviel,man steht immer unter Spannung.
Ich werde mir auch das andere Buch von Smith kaufen.Es ist zwar sehr brutal,aber schließlich unter Heyne Hardcore erschienen.Wer action liebt wird das Buchmögen.Auch das Ende hat mir sehr gut gefallen.Absolut empfehlenswert.
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.

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