Roger M. Fiedler - Wenn man liebt. In: Passion criminelle

Wenn man liebt

Roger M. Fiedler

Teil 7 von 7

 

Aus: Passion criminelle, hrsg. von Lisa Kuppler. Erotische Krimis mit Schuss. ISBN: 3-203-79202-8. 96 Seiten, HC mit Überzug und Durchschuß. € 8,90 (D), € 9,20 (A), SFr 15,90

Für die freundliche Genehmigung zur Veröffentlichung auf www.Krimi-Couch.de bedanken wir uns herzlichst beim Europa-Verlag.

Bantu Ssiba hockte stumm in seiner Badewanne. Überall war Blut. Der Schmerz in seinen Genitalien ließ nach, wenn er sich darauf konzentrierte. Die Freitagsfrau lag drüben im Bett. Mit Handschellen gefesselt. Sie wartete auf etwas, das sie nicht bekommen würde. Eine Bullenpeitsche hing am Bettknauf und sandte von dort ihren ledrigen Geruch in den Raum. Die gefesselte Frau reckte sich danach. Erst ein bisschen, dann mehr. Dann ließ sie es bleiben. Wieviel Zeit mochte vergangen sein? Gedehnte Zeit in diesem Bett. Diese Lady ist in der Kreditabteilung zu Hause, ihr täglicher Beruf die Unterwerfung. Am Freitag um vier ist damit Schluss. Nicht jedem ist es gegeben, immer das zu tun, was sein Wunsch ihm auferlegt. Bantu Ssibas letzte Chance lag im Bett mit der Bitte um Bestrafung. Und begriff, worauf sie wirklich stand, als die Tür aufging und eine zweite Frau den Raum betrat. Sie blickte auf die Uhr, blickte zum Bett, sie ließ die Augen schweifen, ruhig und ängstlich zugleich. Dann stand sie nur da. Und dabei muss der Entschluss gefallen sein. Nach einer Weile ging sie einen Schritt, erkannte vielleicht sogar die Frau von der Bank, presste mit erstaunlich muskulösem Griff das Leder des Accessoires am Bettknauf. Sie streifte ihre Schuhe ab. Die Freitagsfrau atmete schwer.

Als die Polizei eintraf, war es schon zu spät. Früher Nachmittag. Er hatte es mit dem Rasiermesser gemacht. Der Schmerz muss grauenvoll gewesen sein. Er hatte es nicht geschafft, sich den Penis vollständig abzutrennen, aber die Wunde hatte ausgereicht, ihn schnell zu töten. Es gab keine Farbe mehr in seinen Zügen. Selbst seine Haut schien grau. Er hatte nur einmal laut geschrien, bevor sich die Seele vom Körper trennte. Die Freitagsfrau hatte alles mitbekommen, in jeder Einzelheit. Swerina dagegen nicht. Als sie kam, war das Gröbste schon vorbei. Die Putzfrau hatte einige Zeit am Bett zugebracht. Erst später hatte sie einen der Scheine, die sie freitags immer mit denen im Büchlein tauschte, aus ihrer Tasche gezogen und das Badezimmer geöffnet. Mit einem leichten Huch auf den Lippen. Und viel Farbe im Gesicht.

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