Die Bancroft-Strategie von Robert Ludlum

Buchvorstellung

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2006 unter dem Titel The Bancroft Strategy, deutsche Ausgabe erstmals 2007 bei Heyne.

  • New York: St. Martin's Press, 2006 unter dem Titel The Bancroft Strategy. 538 Seiten.
  • München: Heyne, 2007. Übersetzt von Wulf Bergner. ISBN: 978-3-453-26566-0. 655 Seiten.
  • München: Heyne, 2009. Übersetzt von Wulf Bergner. ISBN: 978-3-453-43364-9. 656 Seiten.

'Die Bancroft-Strategie' ist erschienen als HardcoverTaschenbuch

In Kürze:

Nach einem gescheiterten Auftrag muss Agent Todd Belknap den Dienst quittieren. Kurz darauf wird im Libanon sein Kollege und bester Freund entführt. Als sich die Regierung weigert, mit den Entführern in Verhandlung zu treten, nimmt Belknap die Sache selbst in die Hand. Eine Entscheidung, die er bald bereuen wird.

Todd Belknaps Spürsinn ist legendär. Als Geheimagent des amerikanischen Außenministeriums wird er auf Zielpersonen angesetzt, die als unauffindbar gelten. Belknaps Bilanz kann sich sehen lassen, doch plötzlich verlässt ihn sein Geschick. Um seine Tarnung nicht zu verlieren, lässt er eigenmächtig eine geheime Operation platzen. Belknap wird vom Dienst suspendiert. Gleichzeitig erfährt er, dass sein Partner Jared Rinehart entführt wurde. Er wird in der Hand von Terroristen vermutet, die für ihre Brutalität und Grausamkeit berüchtigt sind. Aus diplomatischen Gründen weigert sich die Regierung einzuschreiten. Mit jeder Minute, die verstreicht, schwinden die Chancen, dass Jared Rinehart überlebt. Für Todd Belknap gibt es nur einen Weg: Er wird seinen Freund dort rausholen, auch wenn er dafür mit dem Leben bezahlen muss.

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Herr Lazaro zu »Robert Ludlum: Die Bancroft-Strategie« 08.11.2009
Vor drei Wochen hatte ich die "Bancroft-Strategie" als "durchaus ordentliche und spannende Unterhaltung" bezeichnet. Ich möchte hiermit meine Bewertung widerrufen! Damals hatte ich gut drei Viertel des Buches gelesen, und schon zu diesem Zeitpunkt hatte ich diverse Bedenken, die ich in meinem Komentar vom 19.10.dargelegt habe.
Dass der Roman nicht von Robert Ludlum geschreiben sein kann, habe ich in meinem vorigen Kommentar bereits belegt. Diese Tatsache an sich bedeutet zunächst ja noch nichts, denn wie folgende Beispiele zeigen, kann dabei durchaus etwas im Geiste und auf dem Niveau des Namensgebers herauskommen, z.B. der "Janson Befehl" oder die "Ambler Warnung". Im vorliegenden Fall ist das aber leider überhaupt nicht so. Ich will an dieser Stelle nicht wiederholen, was ich vor drei Wochen bereits geschrieben habe sondern mich auf den einduck konzentrieren, den das letzte Viertel des Romans hinterlassen hat.
Im letzten Viertel des Romans scheint der Ghostwriter sämtliche Skrupel aufzugeben, und jedwede Frage nach Plausibilität der Handlung für völlig unwichtig zu erklären. In dem Maße, wie sich die Ereignisse überstürzen (in etwa beginnend auf Zypern), scheinen die Frage nach Motiv, Gelegenheit und Nutzen der Handlungen der wichtigen Personen immer gleichgültiger zu werden. Da ist z.B. der rätselhafte letzte Einsatz des ConOps-Mannes Garrison: Warum dieser im gesamten Roman derart verbohrt auf Belknap als dem wahren Schuldigen beharrt bleibt ebenso unklar wie die Tatsache, dass sein Mörder über Garrisons Schritte offenbar bestens informiert ist. Durch wen, warum? Keiner weiss es. Die Figur Garrison macht insgesamt den Eindruck nur für ein paar zusätzliche Page-Turner im Roman eingebaut worden zu sein. Inhaltlich sinnvoll und der Schlüssigkeit des Plots dienend ist sie jedenfalls nicht.
Der Höhehpunkt der Farce ist jedoch die Tötung der beiden Mörder Mr.Jones und Mr. Smith, die ja während des gesamten Romans mehrmals Gelegenheit hatten irgendwelche Leute umzubringen, nur auf wessen geheiss sie das taten bleibt ebenso ungeklärt wie der Autraggeber des Befehls, Smith und Jones zu töten. Und wie das dann abläuft, ja da dachte ich dann wirklich, jetzt bin ich im Kasperletheater angekommen.
Über das zentrale Motiv des Romans, nämlich die fortwährende, über Jahrzehnte andauernde Manipulation des einen durch den anderen, wo der andere zu Beginn doch überhaupt keinen Grund dazu hatte (und ebenso über die Nicht-Plausibilität der ersten Manipulation, ie immerhin den Prolog des Romans einnimmt), will ich jetzt nichts weiter sagen. Es lohnt nicht. Jedes 80-Seiten Jerry-Cotton Billig-Heftchen ist vermutlich besser konstruiert und glaubwürdiger erzählt als dieser Roman.
Und damit komme ich zum Schluß: Dieses Machwerk unter dem Namen Robert Ludlum zu veröffentlichen grenzt an posthumen Rufmord Ludlums: Einen solchen handwerklich vergeigten Mist hätte Ludlum nie veröffenlicht! Schlimmer aber finde ich, das der Verlag sich nicht zu schade ist, seine Leser und Kunden mit einem solchen Etikettenschwindel zu betrügen. Meiner Meinung nach gegibt sich der Heyne-Verlag auf das gleiche Niveau wie ein Lebensmittelhändler, der Schlachtabfälle zu Qualitätsfleisch umetikettiert: Die Bancroft-Strategie ist literarisches Gammelfleisch!
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Herr Lazaro zu »Robert Ludlum: Die Bancroft-Strategie« 19.10.2009
Ich weiss noch nicht recht, was ich von der Bancroft-Strategie halten soll, bin aber auch noch nicht mit dem Lesen fertig. Die Geschichte startet eher langsam und Spannung kommt erst nach gut 100 Seiten auf, ganz anders als z.B. in der Covert-One Reihe. Insofern erinnert die Bancroft-Stratgie eher an die frühen Ludlums. Nach dem verhaltenen Start kommt aber dennoch, wie man es von Ludlum gewohnt ist, eine anhaltende Spannung auf und nach und nach führt der Autor seine unterschiedliche Handlungsstränge zusammen, so dass diese zwar erkennbar in Beziehung zueinander stehen, der Leser aber die Hintergründe noch lange nicht erkennen kann.
Irritierend sind die vielen Toten, die gewissermaßen vor Agent Belknaps Augen ermordet werden. Oft bleibt unklar, wer dahinter steckt und wie die Täter überhaupt die notwendigen Informationen und die Gelegenheit für die Tat bekamen.
Erstaunlich auch die unglaubliche Einfalt, mit der die Superschurken ihre "Eingriffe" ins Weltgeschehen planen und rechtfertigen: Wenn wir Politiker X ermorden, gewinnt Gruppe Y die nächste Wahl und alles wird gut.
Das ist für eine Organinsation, die für sich selbst in Anspruch nimmt, alle ihre Handlungen mindesten fünf Schritte weit im Voraus zu bedenken, geradezu unglaublich einfältig, wenn nicht sogar total unglaubwürdig.Vermutlich ist diese (im Übrigen auch bei anderen amerikanischen Bestsellerautoren verbreitete) Übersimplifizierung dem angepeilten Massengeschmack geschuldet: Man will ja einen Bestseller verkaufen, da darf man das Massenpublikum nicht mit zu hohen intellektuellen Anforderungen verprellen, schließlich ist der Plot mit seinen zweieinhalb erkennbaren Handlungslinien und seinen drei potentiellen Bösewichten schon komplex genug.
Aber derlei ist ja zu erwarten, und ändert auch nichts daran, dass auch die Bancroft-Strategie durchaus ordentliche und spannende Unterhaltung ist, aber eben auch nicht mehr.
Dem Verlag muss man den Vorwurf machen, mangelhafte bibliographische Angaben zum Buch zu machen, z.B. das Erscheinungsjahr der englischen Originalausgabe (das Jahr des Copyrights des amerikanischen Verlages ist nicht gemeint). Und was leider völlig fehlt, ist eine Angabe zum Ghostwriter: Der vorliegende Text stammt mit Sicherheit nicht von Ludlum sondern wurde nach seinem Tod entweder massiv überarbeitet oder gar komplett neu geschrieben (für letztere Vermutung sprechen die diversen Erwähnungen von technischen Entwicklungen, die es im Jahr 2001, als Ludlum starb, noch gar nicht gab: IBMs BlueGene oder CRAY XT3 oder VoiceOverIP-Telefonie). Schade das der Leser über die genaueren Enstehungsumstände des Romans nichts erfährt.
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VIP zu »Robert Ludlum: Die Bancroft-Strategie« 14.08.2009
Die Bancroft Strategie ist ein richtiger Action Thriller wie man es von Ludlum gewöhnt ist.
Doch dieses Buch kann nicht nur lesen man muss auch überlegen, weil die Hauptperson sehr viel in der ganzen Welt herum fliegt und seinen besten Freund sucht.
Wer nicht mit Kopf liest hat bald ein Problem mit der Orientierung.
Was bei Ludlums Bücher immer wieder genial ist, dass man stundenlang überlegen kann wie es ausgeht und meine man wüsse jetzt wie die Geschichte endet, doch schlussendlich ists wieder komplett anders.

Darum nie die letzten Seiten im Voraus lesen!!!

Dieses Buch ist zu fantastisch!
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