Stableford von Rob Reef

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2010 bei Tally-Ho!.
Ort & Zeit der Handlung: Großbritannien / Cornwall, 1930 - 1949.

  • Berlin: Tally-Ho!, 2010. ISBN: 978-3942316002. 181 Seiten.

'Stableford' ist erschienen als Taschenbuch

In Kürze:

England im Oktober 1936: Acht Golfer folgen der Einladung des Londoner Bankhauses Milford & Barnes zu einem Golf-Wochenende in Cornwall. In dem auf einer Landzunge nahe Cape Cornwall gelegenen Club angelangt, müssen sie die Abwesenheit des Gastgebers feststellen. Trotz eines aufziehenden Unwetters findet ein Turnier statt und endet vorzeitig – mit einem Mord. Von der Außenwelt abgeschnitten, beschließen die Gäste auf eigene Faust zu ermitteln.

Das meint Krimi-Couch.de: »(Nicht nur) für Golfspieler lesenswert« 75°

Krimi-Rezension von Jörg Kijanski

Acht Golfspieler erhalten im Oktober 1936 eine Einladung des Bankhauses Milfrd & Barnes zu einem Golfturnier im Petershead Golf Club. Der Golfplatz liegt auf einer abgelegenen Landzunge und wurde vor zwei Jahren mangels Mitgliedern geschlossen. Doch extra für dieses Turnier wird der Platz noch einmal auf Vordermann gebracht. Einer der Gäste ist der Literaturprofessor John Stableford der die Einladung zunächst für einen Scherz hält, da bei dem Turnier Stableford gespielt werden soll. Vor Ort trifft er auf eine illustre Teilnehmerrunde, darunter der Kunstmaler William Slocum und dessen Modell Harriet Taylor. Seltsam erscheint den Gästen allerdings, dass weit und breit der (unbekannte) Gastgeber nicht zu sehen ist.

Trotz schlechten Wetters beginnt am nächsten Tag das Turnier, welches schon recht bald unterbrochen werden muss, da ein Golfball zu suchen ist. Statt des Golfballes finden die Spieler zu ihrem Entsetzen jedoch William Slocum, der offenbar mit seinem eigenen Sandeisen erschlagen wurde. Direkt neben ihm kniet Harriet, die die Tatwaffe in der Hand hält. Da nach einem Unwetter die einzige Verbindung zum Festland entfällt, eine marode Brücke wurde von den Fluten des Flusses mitgerissen, und selbst das Telefon ausfällt, beschließt die Golftruppe den Mörder selbst zu enttarnen. Da Stableford nachweislich als Täter ausscheidet wird er gebeten die Untersuchung des Falles zu übernehmen. Recht bald stellt er fest, dass gleich mehrere der anwesenden Personen ein Motiv hatten, da sie von Slocum erpresst wurden. Da geschieht ein zweiter Mord…

Der Tally-Ho! Verlag hat es sich zum Ziel gesetzt, eine Serie mit Golfkrimis zu veröffentlichen, dessen Auftakt Stableford von Rob Reef macht. Dabei ist der recht kurze Roman nicht nur für Golfspieler interessant, sondern ebenfalls für alle Liebhaber klassisch angelegter Plots. Wer also beispielsweise Agatha Christie mag, darf auch hier gerne zugreifen. Stableford ist übrigens eine nach ihrem Erfinder benannte Zählmethode beim Golfspiel.

Der Plot könnte klassischer kaum sein. Eine abgelegene Landzunge, die nur über eine instabile Brücke zu erreichen ist, welche beim ersten Unwetter auch umgehend von den Fluten mitgerissen wird, ist Schauplatz des Geschehens. Der einzige Ort der Gegend ist unbewohnt und selbst der Golfplatz wurde lediglich für das Turnier geöffnet. So befinden sich neben den acht Teilnehmern nur noch drei weitere Personen im früheren Grimpen Manor, die für die Verpflegung der Gäste zuständig sind. Natürlich fällt rechtzeitig mit dem ersten Mord das Telefon aus und schnell ist vor allem eins klar, der Mörder befindet sich mitten unter den Gästen.

Die Geschichte wird schnörkellos und mit der einen oder anderen Pointe erzählt. Neben dem Namensspiel Stableford weilt beispielsweise ein Dr. Holmes unter den Gästen. Am Ende versammeln sich die noch lebenden Personen in einem Raum, wo sie dann von John Stableford die überraschende Lösung eines Falles präsentiert bekommen, der gewisse Ähnlichkeiten zu Sophokles Antigone aufweist und mit dem Detektivgenre spielt.

»Das ist besser als jeder Wallace, wirklich ausgezeichnet, ganz ausgezeichnet, Stableford!«

Das der Krimi in England spielt, noch dazu im Jahr 1936, merkt man nicht wirklich, tut der Geschichte aber auch keinen Abbruch. Leider ist der Ratespaß bereits auf Seite 173 zu Ende, gefolgt von einem mehrseitigen Glossar der wichtigsten Golfbegriffe, die für das Verständnis der Handlung aber entbehrlich sind. Dennoch ist die Gestaltung des Buches sehr gefällig, ebenso wie der unterhaltsame Fall. Bleibt dem neu gegründeten Verlag zu wünschen, dass weitere Romane demnächst folgen.

Jörg Kijanski, November 2010

Ihre Meinung zu »Rob Reef: Stableford«

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tassieteufel zu »Rob Reef: Stableford« 13.10.2011
Acht Golfer folgen im Oktober 1936 der Einladung des Londoner Bankhauses Milford & Barnes zu einem Golfwochenende nach Cornwall in den pittoresken Ort Peters Peter. Doch dort angekommen fehlt vom Gastgeber jede Spur und das Golfturnier endet in einem fürchterlichen Sturm und mit einem Mord und der Mörder kann nur unter den 8 Gästen sein, denn durch das Unwetter sind sie von der Außenwelt abgeschnitten.
Das Buch folgt den Regeln eines klassischen Whodunit und es sind alle Zutaten vorhanden, die man von einem klassischen englischen Krimi erwartet, eine illustre Gesellschaft in der so gut wie
jeder etwas zu verbergen hat, eine abgelegene und scheinbar von einem alten Familienfluch behaftete Lokalität, eine grandiose Landschaft drumherum und einen sympathischen Detektiv, der zunächst nur zögerlich in diese Rolle schlüpft. Der Krimiplot ist wirklich recht ausgefeilt und wartet am Ende mit einer Lösung auf, die ich so nicht erwartet hätte. Der Handlungsablauf kommt aber doch ein wenig zu gemächlich daher um wirklich vollständig zu begeistern. Ganz
witzig fand ich die "kriminalistischen Anspielungen" auf die großen Detektive dieser Zeit. John Stabelford, dem Detektiv dieser Geschichte wird von Dr. Holmes einem Arzt angeboten, das dieser als sein Watson fungiert, Stableford, der eigentlich Professor für englische Geschichte ist, sucht sich dann aber einen anderen Adlatus, weil Dr. Holmes zu den Verdächtigen zählt.
Trotz der arg beschränkten Seitenzahl von 172 ist die Figurenzeichnung doch ganz gelungen, allerdings hätten die Personen und der Plot auch noch gut 50 Seiten mehr hergeben. Für mich hat ein wenig die düster-unheimliche Atmosphäre gefehlt, die man in dem abgelegenen von der Außenwelt abgeschnitteten und vom Sturm umtosten Landhaus quasi vor Augen hatte, die sich beim Lesen aber irgendwie nicht einstellen wollte. Dafür gibt es eine Reihe recht humorvoller
Dialoge, die das Büchlein insgesamt ganz unterhaltsam machen. Auch wenn das Buch an Christie, Doyle und andere Größen des Genres erinnert, die können es dann doch noch einen Tick besser!
Trotz kleiner Kritikpunkte ein schöner Auftakt zu einer Golfkrimireihe, die man wohl im Auge behalten sollte.

FaziT: ein klassischer englicher Krimi mit einem wirklich ausgefeilten Plot der an die großen Detektivromane der zwanziger Jahre erinnert, ich fand es ganz unterhaltsam, aber die Dialoge gingen m.M. nach zu sehr zu Lasten der Atmosphäre, die hier einfach besser hätte rüber kommen können
Premmer zu »Rob Reef: Stableford« 05.05.2011
Ich war von Stableford begeistert und kann die guten Bewertungen durchaus nachvollziehen. Natürlich ist auch das Geschmackssache, aber das Verhältnis von Seiten zu Euro kann man nicht so einfach aufrechnen. Der spannende Lesespaß war für mich jeden Cent wert. Ein klassischer Detektivroman den ich nur wärmstens empfehlen kann.
Hans Dampf zu »Rob Reef: Stableford« 23.03.2011
Ich fand die Bewertungen meiner Vorgänger
etwas zu hoch. Auch die Bewertung von Herrn Kijanski ist zu hoch ausgefallen.
Ich würde gerade mal 60° geben.
Die Schrift und der Einband sind sehr gut
innen etwas zuviel leeres Papier und der Preis hätte nicht über 10,00€uro liegen dürfen.Aber vieleicht gefällt es anderen besser als mir
Krimifan_68 zu »Rob Reef: Stableford« 17.11.2010
Der Beste Detektivroman, den ich in diesem Jahr gelesen habe! Stableford von Rob Reef ist ein klassischer Whodunit. Er spielt im Oktober 1936 in England, auf einer Halbinsel an der Küste Cornwalls. Ein Unwetter schneidet die Protagonisten von der Außenwelt ab und schon geschieht ein Mord.
Also ich empfehle für diesen Herbst: Kaminfeuer-DVD einlegen, Tee kochen (oder Portwein öffnen) und ab auf die Couch um Stableford zu lesen!
5 von 5 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
R. Sommer (Hamburg) zu »Rob Reef: Stableford« 15.11.2010
Leider findet man im Internet sehr wenig zu Rob Reef, denn ich würde ihm gerne zu seinem Debutkrimi gratulieren! Stableford ist ein wilder Ritt über das weite Feld der klassischen Motive des Detektivroman-Genres. Dabei bleibt der Plot stets im Whodunit-Rahmen, was dem Ratespaß beim Lesen entgegen kommt. Herrlich British!
Bettina Neuhaus zu »Rob Reef: Stableford« 28.10.2010
Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Es handelt sich um einen echten "Whodunit", bei dem man mitraten kann. Die Atmosphäre ist herbstlich düster, die Charaktere herrlich britisch und die ganze Geschichte wunderbar altmodisch, ohne altbacken zu wirken. Die Reihe, in der dieser Roman erscheint, nennt sich "Golfkrimi", was den Roman aus meiner Sicht aber eher kleiner macht, als er ist. Es wird zwar Golf gespielt und Golf ist für den verlauf der Handlung nicht unwichtig (Für uns Nicht-Golfer gibt es übrigens ein kleines Glossar mit den wichtigsten verwendeten Begriffen), aber "Stableford" ist mehr: ein ausgewachsener Detektivroman über alle Genre- und Nischengrenzen hinaus. Ein echt gelungenes Debüt!
4 von 4 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Paul Lehner zu »Rob Reef: Stableford« 27.10.2010
Stableford von Rob Reef ist ein kleines Meisterwerk. Es liest sich wie ein Agatha Christie Roman und spart auch nicht mit Anspielungen auf andere Genre-Klassiker. Die Aufmachung des Taschenbuches überzeugt: Ein großartiges Cover, ein Personenregister, Pläne vom Manor house und dem Golfplatz, auf dem ein Mord geschieht, entführen einen in die goldene Zeit des Detektivromans. Für mich ein Volltreffer!
2 von 2 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
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