Dampfnudelblues von Rita Falk

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2011 bei dtv.
Ort & Zeit der Handlung: Deutschland / Bayern, 1990 - 2009.
Folge 2 der Franz-Eberhofer-Serie.

  • München: dtv, 2011. ISBN: 978-3423248501. 240 Seiten.
  • [Hörbuch] Berlin: Der Audio Verlag, 2011. Gesprochen von Christian Tramitz. ISBN: 3862310450. 4 CDs.

'Dampfnudelblues' ist erschienen als TaschenbuchHörbuch

In Kürze:

»›Stirb, du Sau!‹, prangt es in roter Farbe von Höpfls Haus. Der Dienststellenleiter von der PI Landshut ruft an: Realschulrektor Höpfl ist nicht zum Unterricht erschienen. Ich soll da jetzt mal hinfahren und nachsehen. ›Stirb, du Sau!‹, schießt es mir durch den Kopf. Und ich ahne nix Gutes.«

Das meint Krimi-Couch.de: »A rechter Schmarrn«

Krimi-Rezension von Jürgen Priester

Der Dampfnudel-Blues könnte auch »Die Albernheiten des Franz Eberhofer« heißen und ein Stück aus dem Komödiantenstadl sein. Sollten der Vorgänger Winterkartoffelknödel und das im Herbst drohende Schweinskopf al dente ähnlichen Kalibers sein, dann hat Autorin Rita Falk im Krimi-Genre nichts zu suchen und sollte schnellstens ihren Platz auf der Krimi-Couch räumen. Das würde den Rezensenten auch von der undankbaren Aufgabe entbinden, über diesen Schmarrn wohlfeile Worte zu finden. Aber wenn´s denn sein muss.

Ein Titel wie Dampfnudel-Blues sollte eigentlich als Warnhinweis ausreichen, dass mit einem ernstgemeinten Krimi nicht zu rechnen ist. Aber auch Krimi-Parodien haben durchaus ihren Reiz und können recht unterhaltsam sein. Erwartet und unerwartet ist der Dampfnudel-Blues weder das eine noch das andere, sondern seichte Unterhaltung (das Wort Literatur kommt mir nicht in die Tastatur) in bayrischer Mundart ohne Dialekt, so dass es auch nördlich des Weißwurstäquators verstanden werden kann, wenn es denn etwas zu verstehen gibt.

In Dampfnudel-Blues erzählt der Eberhofer Franz, der unglücklicherweise Polizist ist, aus seinem ereignislosen Leben, das zwischen Mahlzeit und Brotzeit, zwischen Bett und Büro pendelt und einen ekstatischen Höhepunkt beim Feierabendbier in der Dorfkneipe findet. Als hätte er nicht schon genug Stress am Hals, wird doch glatt der Rektor der Realschule umgebracht. Aber der war wirklich ein Garstiger. Wie das wohl in Niederbayern so üblich ist, kümmert sich nicht eine Mordkommission um den Fall, sondern der jeweilige Dorfpolizist, also der Franz. Der hat eh von Nichts eine Ahnung, deshalb versucht er es halt mit seinen beschränkten Mitteln, in steter Hoffnung, dass dem Täter sein schlechtes Gewissen so sehr drückt, dass er sich hoffentlich selber stellt. Ob der das tut oder nicht, wird natürlich nicht verraten. Wenden wir uns lieber der einzig spannenden Frage zu. Nein, nein, nicht was am Abend auf den Tisch kommt, sondern kriegt der Franz am Ende seine Susi, denn die hat Reißaus vor ihm genommen. (Wer könnte sie nicht verstehen).

Geschmäcker sind verschieden und darüber streiten kann man auch nicht. Die viel zitierten Binsenweisheiten treffen umso mehr auf den Humor zu. Wir möchten dem Kollegen Franßen, der den Winterkartoffelknödel" besprochen hat, gerne glauben, dass er dort bissigen Witz und leicht anarchischen Humor entdeckt habe, nur im Dampfnudel-Blues ist nichts davon zu lesen. Sollte die Autorin ihr humoristisches Feuerwerk schon im ersten Teil abgebrannt haben? Nichts davon, wenn man die vielen begeisterten Leserkommentare anderswo berücksichtigt. Es muss am Rezensenten liegen, der, wie man munkeln hört, auch fast alle deutschen Comedians zum Kotzen findet. Der wendet jetzt ein, das es hier auf der Krimi-Couch doch um Krimis geht und nicht um Quatsch-Comedy à la Ätzend Schröder. Platte Witzchen erzählen – gut und schön – aber bitte woanders.

Wenn ihm schon die Geschichte selbst kein Lächeln abringen konnte, so hat der Rezensent sich wenigstens über das angehängte Glossar und über Omas Rezepte köstlich amüsiert. Das 19-Wörter-Glossar verklärt u.a. so ur-bayrische Begriffe wie Kelly Family oder Schniedl in der romaneigenen Schlichtheit, dass man eigentlich wieder ein Glossar bräuchte. …aber lassen wir das. Durch Schlichtheit zeichnen sich auch Omas Rezepte aus, die ohne weiteres aus der Hand eines Gourmetkoches, wenn nicht gar aus Dr. Oetkers Kochbuch für Anfänger stammen könnten. Das ist ein Surplus, das jeden Euro mehr für das Softcover rechtfertigt.

Dampfnudel-Blues ist als großformatiges Softcover (Klappenbroschur) zu erwerben. Schon die äußere Gestaltung des Buches lässt auf ein folkloristisch heiteres Interieur schließen. Es verwundert nur ein bisschen, dass der Deutsche Taschenbuch-Verlag (dtv) dafür seine Premium-Serie desavouiert, die bisher auch für inhaltliche Qualität stand. Aber Akzeptanz und Verkaufszahlen geben dem Verlag im Nachhinein Recht. Was macht es schon, dass das Krimigenre mit solchen Machwerken weiter in Verruf gebracht wird. Profit ist heute. Und Dampfnudeln muss man essen, solange sie heiß sind – sonst bekommt man den Blues.

Frau Falks Speisekarte lässt einiges zu wünschen übrig. Das Angebotene ist selbst bei unterkühlten 5° kaum genießbar, deshalb sollten alle Krimi-Gourmets die Finger davon lassen.

Jürgen Priester, Juni 2011

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Hans Jürgen Möller zu »Rita Falk: Dampfnudelblues« 07.06.2017
Der Kommentar ist keineswegs peinlich, es ist schlicht und einfach alles richtig. Nur, den Komödienstadl muss man in Schutz nehmen. Diesen Vergleich hat er (seine Autoren) nicht verdient. Humor ja, das aber ist keine witzige Hausmannskost, sondern es sind dumpfe Altmännerwitze, halt eben von einer Hausfrau. Es gibt so viele gute Krimis.
Wolfgang Seckler zu »Rita Falk: Dampfnudelblues« 11.01.2017
Diese Rezension ist megapeinlich. Wenn man schon zum lachen in den Keller geht, sollte man besser Rosamund Pilcher rezensieren. Dann noch Seitenhiebe auf den Rezensenten des ersten Buches vom Stapel zu lassen, ist dann der Gipfel der rezensorischen Inkompetenz.
Am besten, Herr Priester, Sie schreiben ab jetzt Kritiken über päpstliche Enzykliken, das dürfte Ihrer Art Humor(den es offensichtlich nur rudimentär gibt) angemessen sein.
trafik zu »Rita Falk: Dampfnudelblues« 22.11.2016
Auch ich fand die Bewertung von Jürgen Priester nicht ganz gerecht.
Der Schreibstil ist ja bewust witzig angelegt. Ein typischer bayrischer Krimi der unterhält und wo man oft schmunzeln muß. Auch dies braucht man öfters.
Fünf Punkte sind wirklich Zuwenig lieber Jürgen Priester!
Die Abwechslung ist das tolle beim Krimilesen!
Maren78 zu »Rita Falk: Dampfnudelblues« 13.04.2016
Da ich den Vorgänger von "Dampfnudelblues" nicht gelesen habe, tat ich mich anfangs mit dem Buch etwas schwer. Doch als ich erstmal angefangen hatte, konnte ich das Buch auch nicht mehr aus der Hand legen. Witzig und humorvoll wird das Leben des Polizeikommisar Franz Eberhofer geschildert.

Nachdem jemand an die Hauswand des Realschuldirektors "Stirb du Sau" gepinselt hat, fängt der eifrige Franz bereits an zu ermitteln. Als der Realschuldirektor dann kurze Zeit später auch noch spurlos verschwindet, steckt Franz ganz in seinem Element. Endlich mal wieder ein Kriminalfall im sonst so ruhigen Niederkaltenkirchen.

Franz ist sonst eher ein Eigenbrötler. Er lebt bei seinem Vater und seiner Oma. In seinem Heimatdorf kennt jeder jeden. Da ist es kaum verwunderlich das jeder mal in die Ermittlungen von Franz einbezogen wird.

Alles in allem eine nette Lektüre, bei der ich das eine oder andere Mal herzhaft schmunzeln konnte.
Mati_liest_Krimis zu »Rita Falk: Dampfnudelblues« 30.12.2015
Schade, dass hier vom "Fachmann" so ein Schmarrn an Rezession verzapft wurde!
Sowas passiert leider immer dann, wenn Menschen innerlich steif und rostig werden.
Nur eine Richtung geht für sie...sich auf etwas Neues einzulassen, auch mal Schräges genießen zu können.das ist Kunst. Und ich erwarte schon von einem Kritiker, dass er fähig ist Neues, Unbekanntes zuzulassen.
Tja, mancher geht zum Lachen in den Keller, oder kann es gar nicht!
Ich liebe die Krimis von Rita Falk. Sie hat ihren eigenen köstlichen Stil zu schreiben und Menschen eben auch nur Menschen sein zu lassen-überzogen, überspitzt, aber herrlich komisch und wunderbar zu lesen!
Lassen wir den "Meister der Rezession" zum Lachen in den Keller gehen, sauere Gesichter ziehen.unser Mitleid ist ihm gewiss, er kann halt nicht anders! Und wir, wir lesen und genießen jeden dieser lecker-köstlichen Krimis von Rita Falk!!! Mahlzeit!
Leseratte zu »Rita Falk: Dampfnudelblues« 09.12.2015
Die Rezension von Jürgen Priester ist keine Rezensiom. Es ist eine Beleidigung.

Seine "Bewertung" gehört in die Tupperdose von der Oma, damit sie sie einfrieren kann. Der Papa sollte ihm vorher noch einmal ins Gesicht "kiffen", damit er drinnen auch wirklich still ist und nicht mehr redet.

Die Bücher vom Eberhofer Franz & Konsorten sind allesamt supergeil und absolut lesenswert. Hammermäßig würde der Franz sagen und recht hat er.
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
j. weiler zu »Rita Falk: Dampfnudelblues« 11.10.2015
Dieser Rezensent kommt sich wichtig vor. (Es fehlten noch 200+ Zeichen, um den Kommentar zu füllen. Also dann. Dieser Rezensent kommt sich wichtig vor. Dieser Rezensent kommt sich wichtig vor. Dieser Rezensent kommt sich wichtig vor. Dieser Rezensent kommt sich wichtig vor. Dieser Rezensent kommt sich wichtig vor. Dieser Rezensent kommt sich wichtig vor. Ein selbstgefälliger Depp isser.)
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Pascal zu »Rita Falk: Dampfnudelblues« 31.08.2015
SUPER BUCH! Unbedingt geniessen!!! Ganz schlechte Rezension von Krimi Couch der Kritiker scheint ein Mordentusiast zu sein...man kann doch evtl lange Cusslers und Rita Falk lesen und geniessen. Diese yreihe ist genial unterhaltsam mit spontanen Lachattaken!! Blut fliesst zum Glück wenig, höchstens am Svhlachtfest inm Wirtshaus...
Tina zu »Rita Falk: Dampfnudelblues« 20.04.2015
Als ich vor kurzem gefrustet in der Bücherei stand, fielen mir zufällig die Bücher von Rita Falk auf. Eigentlich stehe ich ja mehr auf richtig harte PsychoThriller a la Futter oder Franz. Aber da ich von denen schon alle Bücher kenne, dachte ich mir. ich leih sie mir mal aus. ..einfach weil die Titel lustig klangen. Seit dem ersten Band bin ich Fan der Bücher, weil sie so herrlich schräg sind und mich total zum lachen bringen. Ich komme aus Niedersachsen, freue mich aber total über die schrägen derben Ausdrücke und die genialen Rezepte am Ende der BücherWeiter so. ..ich bin schon süchtig.
vandusen zu »Rita Falk: Dampfnudelblues« 19.01.2015
Zufälligerweise habe ich das Hörbuch - gelesen von Christian Tamitz - in die Hände bzw. Ohren bekommen.
Ich muss sagen, das ist das Beste, was ich in letzter Zeit gehört oder gelesen habe.
Lustig, leicht verdauende Kost. Hervorragend vorgetragen von Chr. Tramitz.

Daumen hoch..!

Die restlichen Bücher werden auch gleich bestellt.

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