Mefisto von Richard Montanari

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2006 unter dem Titel The Skin Gods, deutsche Ausgabe erstmals 2007 bei Bastei Lübbe.
Ort & Zeit der Handlung: USA / Pennsylvania / Philadelphia, 1990 - 2009.
Folge 2 der Byrne-und-Balzano-Serie.

  • London: Heinemann, 2006 unter dem Titel The Skin Gods. 602 Seiten.
  • New York: Ballantine Books, 2006. 602 Seiten.
  • Bergisch Gladbach: Bastei Lübbe, 2007. Übersetzt von Karin Meddekis. 602 Seiten.
  • [Hörbuch] Bergisch Gladbach: Lübbe Audio, 2007. Gesprochen von Matthias Koeberlin. Regie: Kerstin Kaiser. 6 CDs.

'Mefisto' ist erschienen als Hörbuch

In Kürze:

Sommer in Philadelphia. Doch die Ruhe trügt. Kevin Byrne, Detective der Mordkommission, und seine Partnerin Jessica Balzano werden zu einem bizarren Fall hinzugerufen. Eine Frau ist ermordet worden, und ihr Todeskampf wurde von dem Mörder auf Video aufgenommen, hineingeschnitten in die berühmte Dusch-Szene aus Alfred Hitchcocks Psycho. Doch diesmal ist das Blut rot und das Messer real. Bald tauchen weitere Filmklassiker auf, in denen Mordszenen nachgestellt und nachträglich eingefügt wurden. Ist ein Verrückter am Werk, der die Filmgeschichte zum Hintergrund seiner perversen Phantasien macht?

Das meint Krimi-Couch.de: »Ein Psychopath dreht die Mordszenen berühmter Filmklassiker nach« 70°

Krimi-Rezension von Jörg Kijanski

Detective Kevin Byrne erholt sich noch von einer schweren Verletzung und ist daher nur sehr eingeschränkt dienstfähig. An zwei Tagen pro Woche darf er seinen Arbeitsplatz aufsuchen und ist dabei auf einen Stock als Gehhilfe angewiesen. Ausgerechnet in dieser Phase erfährt Byrne von Staatsanwalt Paul DiCarlo, dass der Mörder und Vergewaltiger Julian Matisse überraschend aus der Haft entlassen wurde. Doch es kommt noch schlimmer für Byrne, denn angeblich wurde bei dessen damaliger Verhaftung das Beweismaterial manipuliert und dies ausgerechnet von seinem alten Partner Jimmy Purify. Byrne nimmt die Suche nach Matisse auf, nicht zuletzt, um das Andenken seines verstorbenen Partners rein zu waschen.

Viel Zeit bleibt Byrne allerdings nicht, denn die Mordkommission Philadelphias bekommt es mit einem mysteriösen Fall zu tun. Ein Mann bringt der Polizei eine Kassette des Hitchcock-Klassikers Psycho vorbei, welche er zuvor in seiner Stammvideothek ausgeliehen hatte. Die weltberühmte Duschszene wurde allerdings »überarbeitet«, denn statt der Originalszene wurde eine andere Szene hineinkopiert. Ein als Frau verkleideter Mann bringt dabei eine junge Frau mit einem Messer um, genau wie seinerzeit Norman Bates. Doch liegt wirklich ein Verbrechen vor oder handelt es sich nur um ein blutrünstiges Fake?

Byrne und seine Partnerin Jessica Balzano nehmen die Ermittlungen auf und finden nach längerem Suchen eine erste Spur, die sie zum Rivercrest Motel, einem herunter gekommenen Stundenhotel führt. In einem der Zimmer entdecken sie tatsächlich Spuren, die auf das gefilmte Verbrechen hinweisen. Der Tatort ist gefunden, aber wo ist die Leiche und wer war das Opfer? Die Zeit drängt, denn nur wenig später erhalten die Ermittler eine weitere Videokassette …

Ein etwas zu lang geratener Plot

Nun, was soll man über den zweiten Teil aus der Byrne-und Balzano-Reihe groß schreiben, was nicht auch schon in der Rezension zu Cruzifix enthalten ist? Großartig geändert hat sich jedenfalls nichts. Der Schreibstil ist, um es einmal etwas anders zu umschreiben, »bodenständig« und daher uneingeschränkt massentauglich. Mefisto bietet allen genreüblichen Schnickschnack und damit der etwas dünn geratene Plot nicht schon nach 300 Seiten zu Ende ist, wird das Ganze mit einigen Side-Stories garniert, die mitunter im weiteren Verlauf in den Hauptplot einbezogen werden.

Ein Beispiel für das »in die Länge ziehen« des Romans sei erlaubt. Jessica Balzano schaut sich Psycho an und sieht wie sich Norman Bates im Film der Leiche entledigt. Er versenkt ein Auto, in dessen Kofferraum sich die Leiche befindet, in einem Fluss nahe dem Motel. Wie der Name Rivercrest Motel bereits erahnen lässt, liegt dieses in der Nähe eines Flusses, genauer gesagt dem Schuylkill River. Und siehe da, in dem Fluss wird ein Auto gefunden und darin die Leiche eines Serienmörders, der seine Morde an Szenen bekannter Filmklassiker nachstellt. Der Fund der ersten Leiche erfolgt übrigens auf Seite 206!

Kurzweiliger, unterhaltsamer Mainstream. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Doch bleiben wir fair, schließlich will man ja wissen, wie es in den eher verkorksten Privatleben der beiden Ermittler weitergeht. Jessica lebt weiterhin von ihrem Ehemann getrennt und kümmert sich alleine um ihre dreijährige Tochter. Ansonsten findet, wie bei Byrne, kein Privatleben statt, sieht man bei Byrne mal von dessen Jagd auf Matisse ab.

Er war ein Mann im Schatten, der Mefisto mit tausend Gesichtern, begabt in der Kunst, Dialekte nachzuahmen und sich auf der Bühne zu bewegen. Er konnte jede Rolle spielen, die der Tag von ihm verlangte.

Mefisto ist lupenreiner Mainstream und lässt sich trotz seiner rund 600 Seiten problemlos an zwei Tagen bewältigen. Zahlreiche Verdächtige werden aufgebaut, um beim grandiosen Finale der letzten 150 Seiten nacheinander aus dem Verkehr gezogen zu werden bis nur noch einer übrig bleibt. Auch hier möchte man ausrufen, bitte nicht schon wieder einen solchen Täter. Dennoch: Thriller-Fans, die sich für Hollywood-Filme interessieren, sollten zugreifen.

Jörg Kijanski, März 2008

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Hoffmann zu »Richard Montanari: Mefisto« 06.07.2012
alles in allem gelungen, spanndn vom beginn bis zum schluss

leider muss ich Nomadenseele recht geben - es war schwierig für mich, die vielen akteure im sinn zu behalten und so hatte auch ich probleme mit der auflösung der geschichte - ok, also empfehle ich alles lesern, sehr aufmerksam zu lesen

und ich freue mich auf Lunatic
HeJe zu »Richard Montanari: Mefisto« 01.04.2012
Der Nachfolger von Crucifix hat mir persönlich nicht so gut gefallen wie der Vorgänger selbst. Die Hauptcharaktere sind nach wie vor gut charakterisiert und man bekommt von Buch zu Buch ein immer klareres Bild von ihnen. Die Story ist interessant, wenn auch etwas langatmig erzählt. Spannend wurde es gegen Mitte des Buches dann doch noch. Das Ende und die Auflösung sind wie bei Crucifix sehr einfallsreich und gut durchdacht.

70 Grad
Toyota zu »Richard Montanari: Mefisto« 07.08.2011
Leider war auch dieses Buch nicht so ganz nach meinem Geschmack. Nicht, wegen der Thematik (die war wieder gut und auch spannend geschrieben), sondern eher wegen dem sich zwischen spannenden Sequenzen ziehenden langatmigen Drumherum. Wie auch bei dem ersten Buch, was ich von Montanari gelesen habe (Cruzifix), bin ich der Meinung die Hälfte der Seiten hätten es auch getan.
Nomadenseele zu »Richard Montanari: Mefisto« 25.06.2010
Eines vorweg: Sowohl Titel als auch Cover suggerieren ein Geschichte, die es nicht gibt. Sie haben nicht einmal im Ansatz etwas mit dem Krimi zu tun.

Dieser war zwar flüssig zu lesen, hatte mir aber viel zu viele Figuren. Ich habe es noch nie erlebt, dass ich die Auflösung eines Krimis nicht verstanden habe, weil der Name zwar irgendwie bekannt war, aber ich nicht mehr wusste wer das war. Auch was der Regisseur am Ende am Tatort machte und ein *Zeuge*, der keine andere Funktion in dem Buch hatte als eine Videokassette vorbei zu bringen ermordet wird, erschloss sich mir nicht. Auch die Handlung war gegen Ende stark überstürzt, warum Bryne alleine ermittelt war mir auch nicht klar.
Vielleicht bin ich auch auf den einfachen Erzählstil reingefallen und habe zu oberflächlich gelesen.

Fazit:
Mit war es entschieden zu viel Personal in dem Buch, was das Lesevergnügen gegen Ende immer weiter trübte.
Elke 41 zu »Richard Montanari: Mefisto« 22.05.2008
Ich habe beide Bücher Crucifix /Mefisto hintereinander gelesen und muß sagen ,daß sie mir beide sehr gut gefielen obwohl sie sich im Stil und Aufbau sehr ähneln( was bei einem Autor nicht ungwöhnlich ist)Mir persönlich hat Mefisto noch etwas besser gefallen, obwohl die anderen Leser es meistens anders sehen.Ich kann sie beide nur empfehlen und freue mich auf das nächste Buch von Montanari
Seryy zu »Richard Montanari: Mefisto« 19.02.2008
Ein wirklich gelungenes Buch. Habe es in einem Zug durchgelesen. Es hat mich von Anfang an gepackt. Ein empfehlenswertes Buch, für das es sich lohnt Geld auszugeben!
Bio-Fan zu »Richard Montanari: Mefisto« 10.02.2008
"Mefisto" bietet abwechselungsreiche, spannende Krimiunterhaltung- die richtige Melange aus Aktionszenen und akribischer Ermittlungsarbeit. Das Ermittlerduo Bolzano/Byrne steht wie schon in "Crucifix" wieder im Mittelpunkt. Während die Figur der Jessica Bolzano sehr gut gezeichnet ist, wirkt Kollege Byrne mit seinen ganzen Traumata fast lächerlich. Was mich zu einem generellen Kritikpunkt führt. Die Geschichte ist phasenweise derartig mit Klischees überladen- manche Szenen gar schwülstig-, so dass hier viel Volumen, aber wenig Qualität entsteht.
Wie bei vielen anderen AutorInnen gilt auch hier: "Weniger" ist oftmals "Mehr"
Thomas71 zu »Richard Montanari: Mefisto« 26.01.2008
Nach "Crucifix" nun also "Mefisto". Wieder schreibt Montanari einen spannenden, aber letztendlich klischeehaften Thriller. Neben den bekannten Hauptpersonen Byrne und Bolzano tritt diesmal der FBI-Agent Terry Cahill auf den Plan, der natürlich mit seiner forschen Art erst einmal Probleme mit den Detectives der Philadelphia-Police bekommt. So weit, so einfallslos. Nett ist allerdings die Idee, dass der Killer mit seinen Morden Filmklassiker wie "Psycho" und "Scarface" nachahmt und diese neu gedrehten Szenen in die Filme einkopiert (zu Zeiten, in denen man in den Videotheken auch noch Videokassetten ausleihen konnte, hat das auch noch funktioniert ;-)). Außerdem bietet der neue Fall Detective Byrne die Möglichkeit, alte Rechnungen zu begleichen und die Schatten der Vergangenheit zu bekämpfen, zumal sein im ersten Band verstorbener Partner Jimmy Purify plötzlich in den Verdacht gerät, Beweise in einem Mordfall manipuliert und so einen Unschuldigen ins Gefängnis gebracht zu haben. Und so kämpft Byrne, der außerdem noch an den Folgen einer Verletzung aus dem Debutroman zu leiden hat, plötzlich an mehreren verschiedenen Fronten...
Wie auch "Crucifix" bietet "Mefisto" alten Wein in neuen Schläuchen, das ganze aber spannend und unterhaltsam verpackt. Dadurch ist der Roman durchaus lesenswert, auch wenn er keinen besonders großen Eindruck auf den Leser hinterlässt...
Katharina zu »Richard Montanari: Mefisto« 02.11.2007
Tolles Buch!
Ich fand das Buch sehr spannend.
Tolle Idee, super Umsetzung und klasse geschrieben.
Das Buch ist absolut zu empfehlen, lest auch Cruzifix, es ist sogar noch etwas besser als Mefisto!
Von mir gibts 84°
mase zu »Richard Montanari: Mefisto« 10.10.2007
Ein bodenständiger Thriller. Einer unter vielen. Die Protagonisten sind zwar interessant und haben die nötige Vorgeschichte um auch zu wirken, aber es reicht für mich nicht, den Auftakt dieser Reihe auch zu lesen. Für einen Thriller ist dieses Buch eher beschaulich. Das Tempo ist nicht rasend und es kommt auch ohne Blutexzesse aus. Dem Autor gelang es nur zeitweise wirklich starke Kapitel zu schreiben, aber diese sind dann top. Erzähltechnisch gut geschrieben und darum flüssig zu lesen, aber das war´s dann auch schon. Obere Mittelklasse.
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