Tödliche Idylle von Rhys Bowen

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 1997 unter dem Titel Evans Above, deutsche Ausgabe erstmals 2005 bei btb.
Ort & Zeit der Handlung: , 1990 - 2009.
Folge 1 der Constable-Evan-Evans-Serie.

  • London: Allison & Busby, 1997 unter dem Titel Evans Above. 212 Seiten.
  • München: btb, 2005. Übersetzt von Barbara Häusler. ISBN: 3-442-73111-9. 240 Seiten.

'Tödliche Idylle' ist erschienen als Taschenbuch

In Kürze:

Aufruhr hinter der reizenden Fassade des walisischen Städtchens Llanfair: Constable Evan Evans war gerade dabei, sich an die Marotten und Ticks der Bewohner seines neuen Heimatortes zu gewöhnen, da werden zwei Touristen tot aufgefunden. Steht die schreckliche Tat in Zusammenhang mit der Verwüstung von Mrs. Powell- Jones’ preisverdächtigen Tomaten? Wer im Ort hatte ein Motiv für diesen grausamen Mord? Liebenswert und mörderisch – Agatha Christie auf Walisisch!

Das meint Krimi-Couch.de: »Ein gemütlicher und beschaulicher Häkelkrimi« 70°

Krimi-Rezension von Thomas Kürten

In Wales ist die Welt noch in Ordnung. Denkste! Auch in den idyllischsten und abgelegenen Ort Llanfair reichen die Finger des Gewaltverbrechens. Constable Evan Evans hat sich extra aus den großen Hafenstädten im Süden von Wales in den beschaulich-dörflichen Norden des Landes versetzen lassen, um nicht ein ähnliches Schicksal zu erfahren wie sein Vater, der bei einem Polizeieinsatz ums Leben kam. Aber das kleine Örtchen unweit des höchsten Berges der britischen Insel erwacht aus seinem Dornröschenschlaf, als an einem Tag zwei Bergwanderer unter mysteriösen Umständen ums Leben kommen. Da die Polizei im nahen Caernarfon durch die Suche nach einem Kindermörder gebunden ist, untersucht der Dorfpolizist zunächst mal alleine, ob es sich um zwei tragische Unfälle gehandelt haben kann oder ob da vielleicht jemand nachgeholfen hat.

Mörder im Tomatenbeet?

Natürlich findet Evans Indizien, die für Mord sprechen. Beide Opfer waren auf den Berg gelockt worden, weil sich der Tod eines Freundes aus der Armeezeit hier oben zum sechsten mal jährte. Hatten die beiden Touristen etwas mit dem damaligen Unglück etwas zu tun und wollte nun jemand Rache an ihnen üben? Oder gab es andere Motive, wie etwa die von Daft Dai, einem etwas verwirrten Mann, der nur wenige Tage später ein Bergsteigerpärchen verscheucht, weil er Gottes Stimme hört und den Berg beschützen will? Kurz nach der Verhaftung von Dai wird jedoch eine dritte Leiche auf dem Berg gefunden. Der Geistesgestörte kann es nicht gewesen sein, der Täter läuft also noch frei rum.

Aufgelockert wird die Erzählung von den verschrobenen, skurrilen Charakteren, die das Dorf Llanfair zu bieten hat. Abgesehen davon, dass die meisten Einwohner Evans heißen und sie deshalb nur durch die Zufügung ihres Berufes unterschieden werden können, gibt es die Ereignisse im Pub und rund um beiden benachbarten Kirchen, die das Dorfgeflüster immer wieder nähren. Die Pfarrersfrauen sind sich spinnefeind und die eine verdächtigt die andere, sich die Schuhe des anderen Pfarrers anzuziehen, um ihre Tomatenbeete zu zertrampeln oder den frischen Apfelkuchen zu stehlen, um dann unerkannt zu entkommen. Das sind die Fälle, um die sich Evans im normalen Dorfalltag kümmern müsste.

Betsy oder Bronwen?

Es ist herrlich, mit wie viel Liebe die Autorin diese Charaktere gezeichnet hat. Da Evan Evans Junggeselle im besten Alter und offenbar nicht unattraktiv ist, versucht fast jeder ihn an die Frau zu bringen. Da sind vor allem die kesse Betsy, die als Bedienung im Pub arbeitet, und die eher stille, tiefgründige Bronwen, die Lehrerin an der Grundschule ist. Aber auch Evans’ Hauswirtin, die ihn ganz herzlich bekocht und bemuttert, will ihm ihre Enkelin mal um mal anpreisen. Dabei versucht Evans immer nur höflich zu sein und es sich mit niemandem zu verscherzen. Eigentlich will er einfach nur seine Ruhe haben, aber er kann einfach nicht nein sagen.

Rhys Bowen schreibt herrliche, unterhaltsame Romane. »Tödliche Idylle« ist Auftakt einer ganzen Serie von Evan Evans-Krimis, wobei der in Deutschland zuerst veröffentlichte »Tod eines Tenors« eigentlich erst der dritte Teil ist. Ein hoher Anteil des Romans behandelt die immer wieder zum schmunzeln einladenden Geschehnisse im Dorf. Der hier aufzuklärende Kriminalfall ist nicht sonderlich spektakulär und die Autorin versucht es durch immer wieder eingestreute Finten, den Leser in eine falsche Richtung denken zu lassen. Das hätte aber noch etwas intensiver betrieben werden können, da diese Versuche doch mit relativ wenig Nachhall verpuffen. Es leben halt eigentlich doch nur außerordentlich nette Menschen in den idyllischen Tälern von Wales.

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Roland zu »Rhys Bowen: Tödliche Idylle« 17.05.2008
Als eingefleischter John Rebus-Fan, welcher ein paar Miles nördlicher arbeitet, ist man nun eher etwas andere Typen gewohnt als Constable Evan Evans. Die Story ist schon sehr brav und bieder - hat etwas von Heimatroman.
Andererseits wird eben genau dies hervorragend verpackt. Das Buch ist unterhaltsam und macht vor allem Lust auf Wales.
Ulli zu »Rhys Bowen: Tödliche Idylle« 22.06.2005
Nettes Buch, aber selbst im Vergleich zu Agatha Christie etwas zu gemütlich, die Beschreibung Häkelkrimi trifft es also ziemlich exakt. Die Figuren sind einem britischen Krimi angemessen durchaus amüsant, die Krimihandlung nicht sehr originell. Letztlich etwas zu harmlose, aber dennoch unterhaltsame Lektüre.
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