Schlangensaat von Renate Klöppel

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2011 bei Piper.
Ort & Zeit der Handlung: Deutschland / Freiburg, 2010 - heute.
Folge 5 der Alexander-Kilian-Serie.

  • München; Zürich: Piper, 2011. ISBN: 978-3-492-26451-8. 2247 Seiten.

'Schlangensaat' ist erschienen als Taschenbuch

In Kürze:

Spätabends kommt Professor Alexander Kilian in sein Institut an der Freiburger Universität, um sich mit der Studentin Xenia Elytis zu treffen, doch zu seinem Entsetzen findet er sie in einem Labor tot am Boden liegend. Im Gegensatz zur Polizei ist er fest davon überzeugt, dass sie umgebracht wurde. Zu seinem eigenen Schutz verschweigt er, was ihn wirklich mit der attraktiven jungen Frau verband, und beginnt die Suche nach ihrem Mörder. Dabei zieht sich das Netz aus Lügen und Intrigen, in das sich Kilian verstrickt hat, immer weiter zu, bis auch sein eigenes Leben auf dem Spiel steht.

Das meint Krimi-Couch.de: »Verhinderte Liebschaft als Krimi verpackt« 30°

Krimi-Rezension von Andreas Kurth

Professor Alexander Kilian wird per SMS von der Studentin Xenia Elytis aufgefordert, sich mit ihr in seinem Institut an der Freiburger Universität zu treffen. Als er zu später Stunde dort eintrifft, ist die junge Frau, mit der ihn eine besondere Beziehung verband, bereits tot. Angesichts des Medikamenten- und Drogencocktails geht die Polizei von Selbstmord aus, doch Kilian vermutet, dass die junge Frau ermordet wurde. Um sich und seine Karriere zu schützen verschweigt der Wissenschaftler, was ihn wirklich mit der attraktiven Doktorandin verband. Stattdessen sucht er selbst nach ihrem Mörder und den Gründen für ihren gewaltsamen Tod. Es wird auf ihn geschossen, und bei Xenias Beerdigung taucht schließlich deren nicht minder geheimnisvolle Schwester auf. Das Dickicht aus Lügen und Intrigen scheint immer undurchdringlicher, und Kilian steht vor immer neuen Rätseln.

Der amerikanische Multi Monsanto ist für seine rigorosen Geschäftspraktiken bekannt. Selbstmordwellen unter Kleinbauern, abgeholzte Regenwälder, Bestechungsvorwürfe in der europäischen Politik, so genannte »revolving doors« in der amerikanischen Administration – es gibt zahlreiche Ansatzpunkte, um den umstrittenen Chemie-Konzern in einen Kriminalroman einzubauen. Ein richtig guter Ansatz also. Schade nur, dass den Lesern stattdessen in Schlangensaat die aufgeblähte Beinahe-Affäre eines alternden Wissenschaftlers mit einer verhinderten Doktorandin als Krimi präsentiert wird. Der Plot um die rigiden Praktiken von Monsanto im argentinischen Regenwald wird immer mal wieder angerissen, aber letztlich nicht konsequent genutzt, um wirklich Spannung aufzubauen.

Stattdessen erinnert sich der Protagonist nach dem Fund der Leiche seitenlang daran, wie er die junge Frau kennengelernt hat, wie er sie mehrfach wiedergetroffen hat, und warum es irgendwie doch nicht mit den beiden geklappt hat, obwohl er nicht abgeneigt war. Der in die Jahre gekommene Professor hat viel mehr in die Kontaktaufnahmen der Studentin hineingedeutet, als drinsteckte. Und sein Bedauern darüber wird nun ellenlang ausgebreitet. Ach ja, und dann gibt es da noch geheimnisvolle Männer, die Xenia nachgestellt haben, und vor denen Alexander sie beschützen müsste – wenn er denn nur dürfte. Die schwierige Beziehung des Professors zu seiner Frau und seiner Tochter, von denen er getrennt lebt, wird ebenso ausgiebig geschildert, wie seine Probleme beim Kauf von Weihnachtsgeschenken und deren Aufbewahrung.

Die Dialoge sind zuweilen bemerkenswert Sinn-frei oder mit schlechten Anspielungen und Witzen garniert. Ein Beispiel:

Aber vielleicht verrätst du mir noch, wo und wann auf dich geschossen wurde. – In Neuf Brisach, zwischen den Wällen. Vielleicht bin ich auch nur in eine Kaninchenjagd geraten. – Verstehe. Der Schütze hat dich für ein Kaninchen gehalten.

Das ist als Ironie viel zu flach, und sachlich totaler Unsinn – man gerät nicht mal eben in eine Kaninchenjagd. Und weil es eben viel zu weit hergeholt ist, kann man das auch kaum witzig finden. Leider versteigt sich die Autorin häufiger zu schiefen Bildern oder schlechten Witzen. Es wirkt zu bemüht, zu gewollt, kommt kaum authentisch rüber, was ihre Protagonisten da so in den Mund nehmen. Sie hätte einen richtig saftigen Beziehungsroman daraus machen sollen – als Krimi ist das Ganze wirklich total misslungen.

Andreas Kurth, Oktober 2011

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Jochen zu »Renate Klöppel: Schlangensaat« 27.10.2011
Liebe Christiane, zwei brennedne Fragen: Was hat die mögliche Altersgleichheit von Andreas Kurth und dem Protagonisten mit den literarischen Meriten des Buches zu tun?

Die zweite Frage geht in ähnliche Richtung: Wäre der Roman, wenn er denn in Argentiinien spielen würde, bessser oder schlechter? Ob ein Roman in Winsen an der Luhe oder in Buenos Aires angesiedelt ist, hat doch keinerlei Einsfluss auf seine literarische Qualität.

Manche als Argumentation getarnte Behauptung lässt ziemlich ratlos zurück...
Christiane Ketterer zu »Renate Klöppel: Schlangensaat« 27.10.2011
Die Rezension ist wohl nur zu verstehen, wenn man eine bestimmte Meinung hat, wie ein Krimi zu sein hat. Piper vermarktet das Buch als Freibrg-Krimi. Ein Argentinien-Krimi würde sicher anders aussehen. Ich habe das Buch gelesen und teile die Meinung von Herrn Kurth, der etwa das Alter des Protagonisten haebn dürfte überhaupt nicht
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