Die Macht der Bilder von Renate Kampmann

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2001 bei Haffmans.
Ort & Zeit der Handlung: Deutschland / Hamburg, 1990 - 2009.
Folge 1 der Leonie-Simons-Serie.

  • Zürich: Haffmans, 2001. ISBN: 3-251-00513-8. 506 Seiten.
  • Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 2003. ISBN: 3-499-23413-0. 505 Seiten.
  • Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 2004. ISBN: 3-499-23721-0. 505 Seiten.
  • Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 2005. ISBN: 3-499-24057-2. 505 Seiten.

'Die Macht der Bilder' ist erschienen als HardcoverTaschenbuch

In Kürze:

Eine Serie bizarrer Frauenmorde erschüttert Hamburg. Die junge Gerichtsmedizinerin Leonie Simons fühlt sich gedrängt, sich in die Ermittlungen der Polizei einzumischen, sehr zum Ärger von Hauptkommissar Kaminski. Immer neue Opfer tauchen auf, und die beiläufig begonnene Recherche wird für Leonie zum Albtraum, der ihr Leben verändert.

Das meint Krimi-Couch.de: »Eine deutsche Kay Scarpetta sucht man vergebens« 47°

Krimi-Rezension von Sabine Reiss

Was Quincy für das Fernsehen ist, das sind Kay Scarpetta und Tempe Brennan für die Literatur, denn in dieser Sparte sind sie die beiden bekanntesten Vertreterinnen der Gerichtsmedizin bzw. Forensik. Dass Gerichtsmediziner in Amerika in großem Maße an Ermittlungen teilnehmen ist zwar wohl nicht an der Tagesordnung, aber immerhin rechtlich möglich. Nicht so in Deutschland – und dennoch mischt sich die Protagonistin von Renate Kampmanns Erstling als Oberärztin am Rechtsmedizinischen Institut der Universitätsklinik Hamburg-Eppendorf kräftig ein. Eine Oberärztin gibt es tatsächlich an diesem Institut und diese war Vorbild für die Figur der Dr. Leonie Simon, in ihrer Funktion, nicht mit ihrem Lebenslauf.

Die Frauenleichen, die nach und nach gefunden werden, sind seltsam hergerichtet, fast schon wie Kunstwerke drapiert. Leonie möchte und muss sich beweisen, denn sie hat ihren Job gerade erst angetreten. Als die Schwester des bekannten Thrillerautors Georg Bachmann an sie herantritt und sie bittet, sich mit ihrem Bruder zu treffen, kann sie nicht nein sagen. Es ist beklemmend, denn Georg Bachmann hat Visionen, in denen er die Morde voraussieht, was ihn natürlich zur Nummer Eins unter den Tatverdächtigen kürt. Leonie gerät in eine Zwickmühle, denn sie beginnt eine Affäre mit Georg und als eine DNA-Probe von ihm aus dem Institut verschwindet, leidet ihr Ruf beträchtlich. Dazu kommen noch die Querelen mit den ermittelnden Beamten, allen voran einem Schönling namens Kaminsky, und ihre privaten Probleme, denn auch in ihrer Vergangenheit spielt ein Mord eine nicht unbedeutende Rolle …

Das Thema Rechtsmedizin ist faszinierend, denn nicht umsonst stürmen die Bücher von Patricia Cornwell die Bestseller-Listen. Die Versprechung, die beim Lesen des Klappentextes hier allerdings gemacht wird und animiert, zu diesem Buch zu greifen, wird nicht gehalten, eine deutsche Kay Scarpetta sucht man hier vergeblich. Die Story ist einfach zu früh durchschaubar, auch wenn die erste Idee der Autorin gar nicht so schlecht ist.

Wenn ein versierter Krimileser den oder die Täter leicht ausmachen kann, ist allerdings noch nicht alles verloren, aber wenn weitere Mankos hinzukommen, dann leidet der Lesespaß: Man kann sich nur fragen, warum gerade der hölzerne Stil bei einem deutschen Roman bemängelt werden muss. Vielleicht merkt man gerade hier, dass es sich um den Erstling von Renate Kampmann handelt, eine Tatsache, die bei übersetzten Romanen nicht so schwer ins Gewicht fällt, wenn der Übersetzer seinen Job versteht. Dieser schreibt zwar das Buch nicht, ist aber meines Erachtens auch für einen flüssigen Stil verantwortlich.

Renate Kampmann hat sicherlich gut recherchiert, aber mit der Verwendung von Fremdwörtern übertreibt sie zudem ein wenig. So ist z.B. Leonies Vater »moribund« (S. 310), die tote Frau war schon »präfinal« (S. 324) und ähnliches. Auch die Beschreibungen von Personen missfallen mir:

»Dittberner, der jüngste der Truppe, war ein alerter, beflissener Softie-Typ, hinter dessen schwiegermutterkompatiblen Plüschlächeln Leonie beinharten Ehrgeiz und Intrigantenqualitäten vermutete.« (S. 11)

Alles in allem ist »Die Macht der Bilder« kaum empfehlenswert und das Ende, bei dem auch noch mystische Elemente herhalten müssen, trägt neben den schon genannten Argumenten noch dazu bei. Die Zeit kann man besser nutzen.

Ihre Meinung zu »Renate Kampmann: Die Macht der Bilder«

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iceblue-eyes zu »Renate Kampmann: Die Macht der Bilder« 24.02.2009
Die Kritik von Frau Reiss kann auch ich nicht nachvollziehen. Ich fand den Krimi klasse, sehr spannend und irgendwie authentisch.Besonders gut gefällt mir, dass ich als Hamburgerin die Orte des Geschehens kenne und somit Dr. Leonie Simon bei ihren Unternehmungen bildlich "begleiten" kann.Gleich danach habe ich das 2. Buch "Schattenreich" gelesen, dass an manchen Stellen vielleicht langatmig scheint, aber ich bin genauso begeistert. Das Buch, bzw. die Bücher kann ich nur empfehlen!
antoenchen123 zu »Renate Kampmann: Die Macht der Bilder« 14.05.2008
Ich finde diesen Thriller sehr angenehm und Spannend ! Auch wenn es hier mit einem übersinnlichen Thema zu tun hatte, bei dem sich heute noch die Gelehrten streiten ob es nun stimmig ist oder nicht, finde ich dieses Buch nicht so überzogen wie z.B. die amerikanischen und engl. Bücher, die sich mit der Thematik Pathologie auseinandersetzen ! Gerade die letzten Cornwell kann man ja nur noch bedingt verkraften ! Ein sehr empfehlenswertes Buch - für meinen Geschmack !
bluegrey28 zu »Renate Kampmann: Die Macht der Bilder« 23.10.2007
Ich habe das Buch gestern beendet und war bis kurz vor Schluss eigentlich ganz angetan. Irgendwann hat es auch bei mir *klick* gemacht, wer dahinter steckt. Die Sache mit dem Synonym fand ich dann eher lächerlich, man hat auf den ersten Blick gesehen, wie der richtige Name lautet.

Insgesamt eigentlich prima zu lesen, aber die Auflösung *grusel*, arg an den Haaren herbeigezogen. Aber Frau Kampmann bekommt noch eine zweite Chance bei mir ;-).
Jessica zu »Renate Kampmann: Die Macht der Bilder« 09.10.2007
Ich habe selten so ein schlechtes Buch gelesen! Sie immitiert Stephen King so offensichtlich, dass es kaum auszuhalten war. Und dann gibt sie ihren Darstellern auch noch ähnliche Namen. Unglaublich schlecht gemacht...
Sonja Z. zu »Renate Kampmann: Die Macht der Bilder« 23.07.2007
Ich finde dieses Buch genial. Das "zweite Gesicht" des Autors Bachmann gibt allem die Würze. Ich werde mit Sicherheit ein Fan von Renate Kampmann, weil ich ihren Schreibstil sehr gut finde.
Dass Leonie Simon einen geheimnisvollen Hintergrund hat, ihre Härte dem Vater gegenüber, erschreckt mich manchmal, aber tragen wir nicht alle auch solche Züge in uns?
Ein interressantes Buch. Bitte weitersagen.
musicfreak1401 zu »Renate Kampmann: Die Macht der Bilder« 20.11.2006
Die Kritik von S. Reiss ist für mich in keiner Weise nachvollziehbar. Ich bin alles andere als ein Bücherwurm und habe 'Die Macht der Bilder' im Urlaub am Strand gelesen, nachdem mir die Zeitschriften ausgegangen sind. An zwei Strabdtagen habe ich den Krimi verschlungen, sehr kurzweilig und spannend, der Schreibstil war keinesfalls hölzern, und die Personenbeschreibungen interessant und vielsagend. Mit solchen Werken können auch Kaumleser wie ich wieder Spass an der Sache bekommen! Meine Freundin ist auch von den anderen beiden Kampmann-Krimis hellauf begeistert, für mich bedeutet das Lesespass im nächsten Urlaub. Hoffentlich erscheinen weitere Krimis mit Leonie Simon!!
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
dyke zu »Renate Kampmann: Die Macht der Bilder« 19.09.2006
Endlich wird die überzogene Gerichtsmedizin ala Reichs, Hayer, Cornwell auf den Boden der Tatschacne zurückgeholt.
Für diesen Mut allein ist die Autorin zu loben.
Insgesamt ein ansprechendes, eher ruhiges Buch, mit einer vollziehbaren "Heldin".
Auch wen der Täter bald erkennbar ist und der Esoterik-Anteil etwas fragwürdig, eine Autorin die Lust auf mehr macht.
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Dr. Svenja Schmidt zu »Renate Kampmann: Die Macht der Bilder« 30.10.2005
Das Buch ist ein typischer deutscher Krimi: etwas schwerfällig in der Ausdrucksweise, eine Protagonistin, die sich trotz Ihrer privaten Umstände gerade noch so durch den Job schleppt, schlappe Bullen, die nicht beißen und eine Handlung, die man locker auf die Hälfte der Seite komprmieren könnte.
Aber Reante Kampmann hat den Mut, der vielen deutschen AutorInnen fehlt. Sie kämpft gegn den schlechten Ruf des deutschen Krimis und weiß trotz der oben genannten Bemerkungen zu überzeugen: eine nette Handlung, ein gelungenes Setting und abwechslungsreiche Strategien machen das Buch lesenswert. Weiter so.
Christi zu »Renate Kampmann: Die Macht der Bilder« 07.08.2005
Ich habe mich erst auch etwas schwer getan mich in das Buch einzulesen konnte es dann aber nicht mehr aus der Hand legen. Die Sache mit dem Täter ist schon richtig ich hatte ihn auch länger in Verdacht aber man konnte auch andere Personen nie ganz ausschließen. Das Buch ist spannen auch wenn ich meine Probleme damit habe das sich zwei Gehirne zu einem verschmelzen aber schließlich ist es ein Roman und kein Sachbuch ich werde doch noch das Schattenreich lesen man will ja wissen wer die Mutter von Leonie getötet hat.
Katharina zu »Renate Kampmann: Die Macht der Bilder« 03.08.2005
Ein einmaliges Buch wie ich finde. Ebenso wie der Nachfolger. Beide Bücher habe ich in kürzester Zeit gelesen, ja regelrecht verschlungen. Ich bin noch Schülerin, 17 Jahre alt und habe mein Praktikum in der Gerichtsmedizin gemacht. Durch eine gute Beziehung zu dem Chef des Hamburger UKE (Abteilung der Gerichtsmedizin) habe ich von dem zweiten Werk erfahren, da er Mitbeteiligter an dem Werk war. Das erste fiel mir mehr oder weniger durch Zufall in die Hände. Das Zweite lies nicht lange auf sich warten und das dritte ist bestellt....einmalige Bücher, spannend und packend. Freue mich jetzt schon auf weitere Bände!

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