Das Dorf der weißen Witwe von
Buchvorstellung und Rezension
Bibliographische Angaben
Originalausgabe erschienen 2004 unter dem Titel The Village of Widows, deutsche Ausgabe erstmals 2005 bei Droemer.
- New Delhi: Penguin Books, 2004 unter dem Titel The Village of Widows. 352 Seiten.
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München: Droemer, 2005.
Übersetzt von Anke und Eberhard Kreutzer.
ISBN:
3-426-19701-4. 352 Seiten. -
München: Knaur, 2008 Fluch der weißen Witwe.
Übersetzt von Anke und Eberhard Kreutzer.
ISBN:
978-3-426-63737-1. 384 Seiten.
'Das Dorf der weißen Witwe' ist erschienen als
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In Kürze:
Der Mörder begann zu lachen. Er war sich vollkommen sicher, dass die Polizei niemals etwas finden würde. Niemals …In Neu-Delhi wird auf unerklärliche, fast kunstvolle Weise ein Diplomat ermordet – mit einem Dolch aus Eis. Zur diskreten Aufklärung ruft man Amateurdetektiv Jay Samorin auf den Plan: Cartoonist, Profiler und Besitzer einer Fossa , der skrupellosesten Raubkatze der Welt. Seine Methode ist genial, das muss selbst Kommissarin Anna Khan anerkennen, die Samorins sanftes Kämpfertum verachtet und ihr Haus niemals ohne Schulterhalfter unterm Sari verlassen würde. Gezwungenermaßen macht sich das ungleiche Paar auf Spurensuche in einem Land, wo uralter Aberglaube und modernste Erpressermethoden aufeinander prallen. Wo eine verborgene Spur aus der Kindheit das Heute erklären kann. Und wo ein Dorf voller unglücklicher Witwen zum Nährboden des Bösen wird …
Das meint Krimi-Couch.de: »Eine Faszination, der sich der Leser nicht entziehen kann«
Krimi-Rezension von Wolfgang Weninger überspringen
Tatort Delhi. In der Botschaft Madagaskars wird ein homosexueller Botschaftssekretär mit einem Dolch aus Eis ermordet. Natürlich sollte davon möglichst wenig an die Öffentlichkeit sickern und der Botschaft betraut seinen Freund und Schachpartner Jay Samorin mit den Ermittlungen.
Jay Samorin, berühmter Cartoonist mit langen, schwarzen Haaren und einer Silbersträhne darin, ist nicht nur Zeichner, sondern auch vertraut mit den asiatischen Kampfsportarten. Er wurde von seiner Tante groß gezogen, denn sein Vater soll seine Mutter bei einem Eifersuchtsdrama getötet haben und dafür gehängt worden sein.
Ihm gegenüber steht die Ermittlerin der örtlichen Polizei, Anna Khan. Die beinharte Frau hat im Kampf gegen die Mujaheddin ihren Geliebten verloren und das Töten von Terroristen befriedigt ihr offenbar angeknackstes Gemüt. Eine simple Recherche im Politikermilieu ist ganz und gar nicht nach ihrem Geschmack.
Beide stoßen bei ihren Ermittlungen immer wieder über den Künstler Dhiren Dan, den Jay Samorin schon seit der Schule in schlechten Erinnerungen hat und die Mutter einer Freundin von Anna Khan scheint vom Arzt Dr. Dubey systematisch mit Krebsviren verseucht zu werden. Und bei Dr. Dubey handelt es sich um einen Protege von Dhiren Dan, der ihm hilft, eine Klinik für Witwen zu unterstützen.
Notgedrungen müssen sich Jay Samorin und Anna Khan verbünden, was ihnen mit der Zeit gar nicht so ungelegen kommt. Doch die Suche in der Vergangenheit kann tödliche Überraschungen für beide bringen.
Ravi Shankar Etteth, Karikaturist bei der in Delhi erscheinenden Zeitung »India Today« hat mit Das Dorf der weißen Witwe seinen zweiten Roman geschrieben, der nunmehr in der Übersetzung aus dem Englischen von Anke und Eberhard Kreutzer, im Droemer-Verlag als Hardcover erschienen ist.
Die 352 Seiten starke Geschichte ist zwar von seinem Handlungsablauf als Krimi zu werten, aber Etteth betätigt sich in seinen Beschreibungen mehr als Ästhet und Poet. Seine Beschreibung von Land und Leuten, Sitten und Gebräuchen ist verantwortlich dafür, dass der Fortgang der Geschichte sehr oft abschweift und mehr einem kulturellen Reisebericht gleicht, was stets für eine Unterbrechung der ohnehin nur mäßigen Spannung sorgt.
Die drei Hauptfiguren Jay Samorin, Anna Khan und Dhiren Dan erinnern in ihrer Charakterisierung stärker an ein japanisches Animé als an einen kriminalistischen Roman, da sie stellenweise sehr stark überzeichnet sind. Supermenschen dieser Art sind in der hierorts ansässigen Krimiklientel nicht vertreten und geben dem Buch ein exotisches, aber doch abstraktes Flair.
Der eigentliche Mordfall ist schnell gelöst. Die Geheimnisse um die Herkunft des Jay Samorin bedingen zwangsläufig zahlreiche Rückblenden in dessen Jugend und auch der ungeübte Krimileser wird bald die Geschichte und die darin verwobenen Schicksale erahnen, so dass die angepeilten Überraschungsmomente und die Spannung relativ schnell einem »Aha-Effekt« weichen.
Dennoch strahlt dieser Roman eine Faszination aus, der sich der Leser nicht entziehen kann, wenn er erst in die Atmosphäre Indiens mit ihren unterschiedlichen Gesellschaftsstrukturen eindringt. Die blumige Sprache des Autors und sein Vermögen Bilder einer fremden Kultur zu zeichnen, fesseln deutlich mehr, als es der Handlungsablauf vermag. Die Stärke von Ravi Shankar Etteth liegt wahrscheinlich in seinem durch das Zeichnen geschulten Auge und seinem journalistischen Können, diese Sichtweisen seiner Heimat auch prägnant in Worte umzusetzen. Wer bereit ist, Spannung gegen Exotik einzutauschen, dem kann man diesen Roman wärmstens empfehlen.
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| tassieteufel zu »Ravi Shankar Etteth: Das Dorf der weißen Witwe« | 14.02.2008 |
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