Das Spiegelhaus von Ramona Diefenbach

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2001 bei Steidl.

  • Göttingen: Steidl, 2001. ISBN: 3882437707. 139 Seiten.
  • München: Goldmann, 2002. ISBN: 3-442-73033-3. 158 Seiten.
  • München: Saur, 2003. Großdruck. ISBN: 3598800487. 161 Seiten.

'Das Spiegelhaus' ist erschienen als HardcoverTaschenbuch

In Kürze:

Drei vierzehnjährige Mädchen und ein gut aussehender 32-jähriger Mann. Cora, Angelika und Beatrice lassen sich auf immer intimere Begegnungen mit Patrick ein. Auf sanfte und raffinierte Weise verführt er sie, lockt sie aus ihrer Kinderwelt. Aber aus dem erotischen Abenteuer wird fast unmerklich ein gefährliches Spiel, dessen Regeln nur Patrick kennt. Beide Seiten belauern sich. Die Spannung steigt, und je weiter Patrick die Inszenierung treibt, umso deutlicher werden Parallelen zu einer unheilvollen Vergangenheit. Und dann das tödliche Finale. Eine mitreißend spannende Geschichte, die als erotische Lockung beginnt und als handfester Psychothriller endet.

Das meint Krimi-Couch.de: »Vieles erwähnt, zumeist jedoch nur skizziert« 65°

Krimi-Rezension von Jörg Kijanski

Die unzertrennlichen Freundinnen Angelika, Cora und Beatrice sind gerade einmal 14 Jahre alt und beginnen die Veränderungen an ihrem Körper langsam wahrzunehmen. Zudem bemerken sie, wie der 32-jährige Patrick ihnen nachstellt und sie in seinen Bann zu ziehen versucht. Nach einiger Zeit hat er Erfolg und die neugierigen Mädchen geben sich ihm hin, werden abwechselnd an bestimmten Wochentagen zu seinen Geliebten. Nach und nach stellen die Mädchen allerdings fest, dass ihnen Patrick weiterhin hinterher schnüffelt, ihnen nachstellt, sie heimlich beobachtet. Dieses merkwürdige Verhalten lässt den Verdacht aufkommen, dass hier etwas ganz und gar nicht stimmen kann, dass es Patrick womöglich nicht nur um sexuelle Erlebnisse geht:

»Du willst damit andeuten, dass wir wahrscheinlich nicht die ersten sind.«
»Wenn es so wäre, was ist mit unseren Vorgängerinnen passiert?«

Um dieses Geheimnis aufzuklären beschließen die Mädchen wild entschlossen, den Spieß einfach umzudrehen und Patrick seinerseits auszuspionieren. Während Angelika Wache hält, verschaffen sich Cora und Beatrice Zugang zu Patricks Haus, der nach seinem Terminkalender zu urteilen, einige Stunden beruflich eingespannt sein dürfte. Zu spät erkennen sie, dass der Terminkalender der erste Baustein eines perfiden Planes ist und dass sie Patrick damit geradewegs in die Hände spielen...

Ramona Diefenbachs Debütroman ist eine kurze, durchweg unterhaltsame Geschichte, in der sich das zunehmende Unbehagen der drei Mädchen schleichend auf den Leser überträgt. Langsam, Schritt für Schritt, wird die Spannung aufgebaut bis hin zu einem gelungenen Finale in dem Patrick kurz vor seinem Ziel dann doch noch auf einen »überraschenden« Gegner trifft. Die Story wird aus drei Perspektiven erzählt: Patrick schildert sein Handeln bei dem er die Ursache lange Zeit nicht preisgibt. Lediglich sein zutiefst gestörtes Verhältnis zu seiner Mutter und die ungebrochene Liebe zu seiner früheren Freundin Eveline scheinen eine wichtige Rolle für seine Taten zu spielen. Für die Mädchen erzählt Beatrice den Ablauf der Geschichte, wobei die Ausgangssituation (drei 14-jährige Freundinnen haben Sex mit ein und demselben, zudem wesentlich älteren Mann) dem Leser schon ein bisschen arg viel Fantasie abverlangt. Die dritte Erzählstimme erscheint kurz vor Ende des Buches und löst das Rätsel um Patricks Verhalten auf.

Der Plot ist gut aufgebaut und erzählt in ebenso einfacher wie schnörkelloser Sprache. Bei den Charakteren und auch bei den Ursachen hätte ein bisschen mehr Tiefenwirkung der Sache aber gut getan. So muss die Autorin dem geringen Buchumfang leider Tribut zollen, was schade ist, denn man hätte hier schon noch deutlich mehr Nervenkitzel (Suspense) herausholen können. Doch ebenso wie bei der angesprochenen Sexualität, die nur sehr oberflächlich angedeutet wird, verhält es sich auch bei Patricks Handeln. Es wird vieles erwähnt, zumeist jedoch nur skizziert. Ein Schocker ist das Buch also keineswegs (was schade ist), eher ein klassisches Katz-und-Maus-Spiel bei dem Patrick bis zum Schluss die Oberhand behält. Nett zu lesen an einem Nachmittag, wenngleich man nicht wirklich etwas verpassen würde, sollte man zu einem anderen Buch greifen. Für ein Debüt in Ordnung und somit sieht man gespannt dem nächsten Werk von Ramona Diefenbach entgegen.

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HoneYps zu »Ramona Diefenbach: Das Spiegelhaus« 28.07.2006
Ich habe von diesem Buch weitaus mehr erwartet ! Anfangs ist es verwirrend: man versteht zwar sofort, daß abwechselnd Patrick sowie Beatrice erzählen, aber der Einstieg in Beatrice´s Erzählung ist verschwommen und irgendwie unklar. Ich meine auch, daß Ramona Diefenbach aus dieser Story mehr machen könnte ! Das anfängliche 3er bzw. 4er-Verhältnis finde ich sehr weit hergeholt und irgendwie unglaubwürdig... Wer dieses Buch nicht liest, hat meiner Meinung nach wirklich nichts verpaßt.
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