Russische Orchidee von Polina Daschkowa

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 1999 unter dem Titel Efirnoje wremja, deutsche Ausgabe erstmals 2003 bei Aufbau.
Ort & Zeit der Handlung: Moskau, 1990 - 2009.

  • -: ?, 1999 unter dem Titel Efirnoje wremja. 435 Seiten.
  • Berlin: Aufbau, 2003. Übersetzt von Margret Fieseler. 435 Seiten.
  • Berlin: Aufbau, 2005. Übersetzt von Margret Fieseler. 435 Seiten.
  • Berlin: Aufbau, 2007. Übersetzt von Margret Fieseler. 435 Seiten.

'Russische Orchidee' ist erschienen als

In Kürze:

War es wirklich der kleine Geschäftsmann Sanja, der den Fernsehmoderator Artjom Butejko erschossen hat? Untersuchungsführer Borodin von der Moskauer Miliz ahnt, dass dieser Fall weitaus komplizierter ist, als es scheint. Was aber haben die Erpressung der Nachrichtenmoderatorin Lisa und der sagenhafte Diamant »Pawel« mit dem Mord zu tun? Borodin macht sich auf die Suche nach dem legendären Stein, der schon so manchen um den Verstand brachte, weil er hofft, so auch auf den Täter zu stoßen.

Das meint Krimi-Couch.de: »Intelligent angelegte komplexe und überraschende Story« 83°

Krimi-Rezension von Peter Kümmel

Daß die Story um die »Russische Orchidee« wesentlich komplexer ist als es zunächst scheint, bemerkt man erst wirklich, als sich so langsam die drei Handlungsstränge des Romans deutlich herauskristallisieren.

Bei dem Mord an dem Fernsehmoderator Artjom Butejko scheint alles klar zu sein. Als mutmaßlicher Täter wird ein Mann verhaftet, den man mit der Tatwaffe in der Hand neben dem Opfer aufgefunden hat. Auch wenn dieser sich an nichts erinnern kann und behauptet, dass man ihm den Mord in die Schuhe schieben will, scheint für ihn wenig Hoffnung zu bestehen. Doch glücklicherweise übernimmt Borodin als Untersuchungsführer den Fall. Mit seiner Gründlichkeit entdeckt er einige Ungereimtheiten und schon bald ist ihm klar, dass ein Unschuldiger verhaftet wurde. Verdächtige gibt es viele, denn Buteijko hatte das Talent, sich viele Feinde zu machen.

Ebenso rätselhaft ist, was der mysteriöse Krassawtschenko eigentlich von der beliebten TV-Moderatorin Lisa Beljajewa will. Scheint er sich zunächst im Auftrage mächtigerer Männer an sie heranzumachen, verfolgt er doch scheinbar auch eigene Ziele. Nachdem er sie unter Drogen gesetzt hat, glaubt er, sie mit getürktem Beweismaterial erpressen zu können.

Zwischen diesen beiden Handlungssträngen erfahren wir die Geschichte eines Diamanten, die im 18. Jahrhundert beginnt. Egal ob einfache Bauern oder Grafen, keinem seiner Besitzer scheint der Diamant »Pawel« so richtig Glück zu bringen und zu guter letzt gilt er als verschollen. Ganz nebenbei erfährt man auch noch einiges Wissenswertes über Diamanten im Allgemeinen und die Geschichte Russlands. Und schnell wird klar, dass »Pawel« der Schlüssel für den Mord an Butejko und die Ereignisse drum herum ist.

Ein wirklich geschickt konstruierter Plot, der einiges an Lesevergnügen bietet. Bei dem schnellen Wechsel von Schauplätzen, Personen und Zeiten und insbesondere auch der gesellschaftlichen Schichten benötigt man schon ein gehöriges Maß an Aufmerksamkeit, um allen Einzelheiten folgen zu können. Ein Handicap für deutsche Leser bilden dazu noch die russischen Namen. Wenngleich diese für deutsche Ohren sowieso schon ungewohnt sind, sorgen Ähnlichkeiten wie Borodin, Baturin, Boljakin, Butejko und Beljajew noch zusätzlich für Verwirrung.

Doch mit weitschweifigen Ausflügen in die Vergangenheit der einzelnen Darsteller sorgt die Autorin dafür, die meisten ihrer Figuren eingängig und transparent zu machen. Obwohl sie ohne eindeutigen Protagonisten auskommt, bietet sie dem Leser sehr vielschichtige Charaktere an, so daß man sich zwar gut in das Geschehen hineinversetzen kann, aber dennoch mehr die Position eines Betrachters von außen innehat, der versucht, die einzelnen Fäden miteinander zu verweben.

Inwieweit das gezeigte Bild von der Gesellschaft des modernen Moskaus den Tatsachen entspricht, kann man als Außenstehender nicht beurteilen. Doch bekommt man den Eindruck, dass man als Einwohner Moskaus im Prinzip keine Chance hat, Mafia, Kleinkriminellen, Geheimdiensten und Korruption zu entgehen.

Genau so überraschend, wie sich die einzelnen Szenen zu einem Ganzen zusammenfügen, ist auch die Auflösung, mit der man kaum rechnen konnte. Leider hat sich die Autorin am Ende nicht die gleiche Zeit genommen, die sie zum Aufbau ihres Plots investierte, um wirklich alles aufzuklären. Und so bleiben für den Leser doch noch einige Fragen offen, wobei wohl die Frage danach, wie man auf dem Querbalken eines Basketballtores sitzen kann, noch die Irrelevanteste ist.

Dennoch bleibt unter dem Strich ein hervorragender Roman, der die Gesellschaft Russlands zu verschiedenen Zeiten kritisch unter die Lupe nimmt und dazu für erstklassige und intelligente Unterhaltung sorgt.

Ihre Meinung zu »Polina Daschkowa: Russische Orchidee«

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Hans Siemens zu »Polina Daschkowa: Russische Orchidee« 08.03.2010
Die Handlung springt sehr oft und der Bezug ist auch nicht immer ersichtlich. Wer etwas über die russische Denkweise erfahren möchte, ist hier gut bediehnt. Aber Spannung kommt in der Handlung kaum auf. Teilweise werden Fragen aufgeworfen die nie beantwortet werden. Auch ist kaum zu erkennen wer eigendlich der oder die Protagonisten sind. Ich meine, mehr als ein durchschnittlicher Erzählung mit Krimiakzenten ist das Buch nicht, eben nur eine leichte Lektüre für den Abend.
denise zu »Polina Daschkowa: Russische Orchidee« 03.07.2008
ein sehr guter krimi, spannend und komplex. ich feiere polina daschkowa sie ist eine der besten autorinnen in ihrem gengre. ein top buch aber der titel ist wirklich ziemlich doof übersetzt
Marcel Schunck zu »Polina Daschkowa: Russische Orchidee« 16.01.2006
der roman ist gut! nicht mehr und nicht weniger! frau daschkowa schreibt nicht übel, doch ab und an wird es langweilig! ich kann nur hoffen das frau daschkowa noch bereit ist in sachen literatur zu lehrnen! sie hat potenzial keine frage. sind wir auf ein neues ich hoffe besseres buch gespannt! ihr Marcel.
Anja S. zu »Polina Daschkowa: Russische Orchidee« 04.08.2004
gut gemachter, leicht zu lesender Krimi, vielleicht kein Meisterwerk, aber geschickt konstruierte Rueckblenden, raffinierte Szenenwechsel. Psychologie ist nicht gerade Frau Daschkowas groesste Staerke, aber davon abgesehen verspricht dieses Buch einige Stunden gute Unterhaltung
boris k. zu »Polina Daschkowa: Russische Orchidee« 18.02.2004
ein wirklich spannender roman, der auch viele interessante einblicke in die russische gesellschaft der späten 90er gibt. bei mir bleibt eine frage offen: wie kommt man zu einer so bekloppten übersetzung des buchtitels?
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