Die leichten Schritte des Wahnsinns von
Buchvorstellung und Rezension
Bibliographische Angaben
Originalausgabe erschienen 1999
unter dem Titel Legkie šagi bezumija ,
deutsche Ausgabe erstmals 2001
bei Aufbau.
Ort & Zeit der Handlung: Moskau, 1990 - 2009.
- -: ?, 1999 unter dem Titel Legkie šagi bezumija . 454 Seiten.
-
Berlin: Aufbau, 2001.
Übersetzt von Margret Fieseler.
ISBN:
3-351-02914-4. 454 Seiten. -
Berlin: Aufbau, 2002.
Übersetzt von Margret Fieseler.
ISBN:
3-7466-1884-3. 454 Seiten. -
Berlin: Aufbau, 2005.
Übersetzt von Margret Fieseler.
ISBN:
3-7466-2168-2. 454 Seiten. -
Berlin: Aufbau, 2007.
Übersetzt von Margret Fieseler.
ISBN:
978-3-7466-2372-6. 454 Seiten.
'Die leichten Schritte des Wahnsinns' ist erschienen als
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In Kürze:
Lena Poljanskaja hat sich mit der neuen russischen Wirklichkeit arrangiert. Tagsüber beschäftigt sie sich mit ihrer kleinen Tochter, und nachts arbeitet sie für eine Literaturzeitschrift. Doch ihr Leben gerät aus den Fugen, als ihre Freundin Olga ihr vom Tod ihres Bruders berichtet. Der Liedermacher Mitja soll sich in seiner Wohnung im Drogenrausch erhängt haben. Anders als die Polizei, die an Selbstmord glaubt, hat Lena ihre Zweifel. Im Gegensatz zu seiner Frau nahm Mitja niemals Drogen, und außerdem bereitete er gerade sein Comeback vor. Als Lena von einer seltsamen Ärztin Besuch erhält, die aber beim Gesundheitsamt niemand kennt, ahnt sie, dass sie selbst ins Fadenkreuz geraten ist. Jemand stellt ihr nach und scheint zu fürchten, dass sie zuviel über Mitjas Tod herausfinden könnte. Zwei Tage später hat Lena Gewissheit. Ein zweiter Mord geschieht.
Das meint Krimi-Couch.de: »Zu viele Zufälle und Klischees verderben das Debüt«
Krimi-Rezension von Peter Kümmel überspringen
»Lena Poljanskaja hat sich mit der neuen russischen Wirklichkeit arrangiert. Tagsüber beschäftigt sie sich mit ihrer kleinen Tochter, und nachts arbeitet sie für eine Literaturzeitschrift. Doch ihr Leben gerät aus den Fugen, als ihre Freundin Olga ihr vom Tod ihres Bruders berichtet.«
So beginnt die Inhaltsangabe auf der Eingangsseite des Buches. Unbewusst suggeriert wird hier durch den Satzbau, dass es um den Tod von Lenas Bruders geht. Geht es aber nicht: es ist Mitja, der Bruder von Lenas Freundin Olga, der angeblich Selbstmord begangen hat. Für die Behörden ist der Fall abgeschlossen, doch für Lena und Olga deuten die Indizien darauf hin, dass Mitja umgebracht wurde. Er soll sich im Drogenrausch erhängt haben, doch Mitja hat niemals Drogen genommen, im Gegensatz zu seiner süchtigen Frau Katja. Und die Einstiche in der rechten Hand passen überhaupt nicht zu der Tatsache, dass Mitja Rechtshänder war. Und daß er sich gerade jetzt, wo er sein Comeback als Sänger erwartete, umgebracht haben soll, das können die beiden Freundinnen nicht glauben.
Polina Daschkowa führt den Leser dann aus dem Moskau des Jahres 1996 zurück ins Jahr 1981 nach Sibirien. Dorthin waren Lena, Olga und Mitja, damals alle Mitarbeiter einer großen Zeitschrift, für eine Werbekampagne unterwegs. Betreut wurden sie dort von Wenjamin Wolkow, damals Leiter der Kulturabteilung im Komsomolkomitee von Tobolsk, heute einer der bekanntesten und erfolgreichsten Musikproduzenten Russlands. Just zu dem Zeitpunkt der Anwesenheit der drei Freunde hielt eine Mordserie die dortige Bevölkerung in Atem. Mehrere junge Mädchen wurden vergewaltigt und getötet. Daß ausgerechnet ihr Betreuer Wenjamin der gesuchte Mörder war, konnten die drei Freunde damals nicht wissen. Und auch als eben jener Wolkow im Jahr 1996 Lena wieder über den Weg läuft, ahnt sie nicht, dass dieser das Bindeglied der Verbrechen aus Vergangenheit und Gegenwart darstellt.
Daß der Leser als übergeordneter Betrachter ständig über alles umfassend informiert ist, mag sich als Spannungshemmer negativ auswirken. Doch natürlich ist noch genügend Potential für ein kurzweiliges Lesevergnügen vorhanden. Die Dramaturgie wirft noch reichlich offene Fragen auf. Kann Lena dem auf sie geplanten Mordanschlag entgehen?
Wann wird sie endlich dahinter kommen und die Zusammenhänge begreifen? Dies ist ein Punkt, der unglaubhaft wirkt. Lena wird als intelligente und selbstbewusste Frau dargestellt. Doch warum ignoriert sie die zahlreichen Hinweise, aus denen sich oft eindeutige Verbindungen schließen lassen, und tut sie als merkwürdige Zufälle ab?
Vom Aufbau her ist der Roman der russischen Autorin gut angelegt. Man erlebt das »alte« und das »neue« Russland praktisch in verschiedenen Handlungssträngen. Polina Daschkowa lässt sich dabei genügend Zeit, so daß es nicht zu einem wilden Hin-und-her-Springen zwischen Zeiten und Orten kommt. Das »neue« Russland wird dabei ähnlich dargestellt, wie man es aus den Büchern von Daschkowas Konkurrentin Marinina kennt: ein Land im wirtschaftlichen Umbruch, die Mafia ist überall, Auftragsmorde sind an der Tagesordnung und ohne Korruption läuft überhaupt nichts. Die Fäden zwischen Sibirien 1981 und Moskau 1996 verknüpfen sich allmählich, als Lena als Assistentin eines Professors »zufälligerweise« wieder nach Tobolsk reisen muß. Dort trifft sie alte Bekannte wieder und begreift so langsam die Zusammenhänge.
Ein wenig zuviel Zufälle hat die Autorin in ihren Roman eingebaut. Ebenso viele Klischees sorgen dafür, dass man ihr Debüt nicht als vollauf gelungen bezeichnen kann. Auch an ihren Charakteren lässt sich erkennen, dass alles noch zu schematisch abläuft. In ihrem späteren Roman »Russische Orchidee« lässt sie erkennen, wie deutlich sie sich schriftstellerisch gesteigert hat.
Das meinen andere:
»Gut, dass Russland inzwischen seine eigene Massenliteratur hat. Gut, dass man sie hier inzwischen genauso wie die amerikanische lesen kann. Gut aber auch, dass man sie nicht lesen muss.« (Neue Zürcher Zeitung)
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| Arifa2000 zu »Polina Daschkowa: Die leichten Schritte des Wahnsinns« | 25.01.2010 |
|---|---|
| Magdalena zu »Polina Daschkowa: Die leichten Schritte des Wahnsinns« | 02.02.2007 |
| Adam zu »Polina Daschkowa: Die leichten Schritte des Wahnsinns« | 04.08.2006 |
| Stephanie Reiß zu »Polina Daschkowa: Die leichten Schritte des Wahnsinns« | 15.01.2006 |
| frunki zu »Polina Daschkowa: Die leichten Schritte des Wahnsinns« | 25.09.2005 |
| Stefanie Meier zu »Polina Daschkowa: Die leichten Schritte des Wahnsinns« | 17.08.2005 |
| aristophanes zu »Polina Daschkowa: Die leichten Schritte des Wahnsinns« | 17.02.2005 |
| Uwe M. zu »Polina Daschkowa: Die leichten Schritte des Wahnsinns« | 21.10.2004 |
| sumai zu »Polina Daschkowa: Die leichten Schritte des Wahnsinns« | 06.07.2004 |
| Bernd Weimann zu »Polina Daschkowa: Die leichten Schritte des Wahnsinns« | 14.03.2004 |
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