Memento von
Buchvorstellung und Rezension
Bibliographische Angaben
Originalausgabe erschienen 2006
unter dem Titel Snow Blind,
deutsche Ausgabe erstmals 2007
bei Wunderlich.
Ort & Zeit der Handlung: USA / Minnesota / Minneapolis, 1990 - 2009.
Folge 4 der Leo-Magozzi-und-Gino-Rolseth-Serie.
- London: Michael Joseph, 2006 unter dem Titel Snow Blind. 315 Seiten.
- New York: Putnam, 2006. 315 Seiten.
-
Reinbek bei Hamburg: Wunderlich, 2007.
Übersetzt von Tanja Handels.
ISBN:
978-3805208413. 315 Seiten. -
Reinbek bei Hamburg: rororo, 2008.
Übersetzt von Tanja Handels.
ISBN:
978-3-499-24545-9. 315 Seiten. -
Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 2010.
Übersetzt von Tanja Handels.
ISBN:
978-3-499-25548-9. 315 Seiten.
-
[Hörbuch] Hamburg: Hörbuch Hamburg, 2007.
Gesprochen von Burghart Klaußner.
gekürzte Lesung.
ISBN:
3899034252. 6 CDs.
'Memento' ist erschienen als
![]()
![]()
In Kürze:
Nichts ist trostloser als der lange Winter in Minneapolis. Was liegt daher näher, als die Bewohner der Stadt zu einem großen Volksfest in den Stadtpark zu laden und einen Schneemann-Wettbewerb abzuhalten? Der Park ist erfüllt vom Gelächter der Kinder, die sich in der klirrenden Kälte einen Wettkampf um den kreativsten Schneemann liefern. Doch die heitere Stimmung schlägt abrupt um, als ein Junge entdeckt, was es mit dem so gut aussehenden Elvis-Schneemann auf sich hat: Er birgt die Leiche eines Polizisten in sich. Als einen Tag später ein weiterer Toter in einem Schneemann in Dundas County entdeckt wird, machen sich die Detectives Leo Magozzi und Gino Rolseth inmitten eines Blizzards auf den Weg nach Norden. Dort – am gefühlten Ende der Welt – entdecken sie mehr als ihnen lieb ist. Denn hinter den eiskalten Verbrechen steckt eine Geschichte, die so unheimlich ist, dass sie sie zuerst nicht glauben können. Bis die Monkeewrench Crew im Internet auf einen Chatroom stößt, der ihre schlimmsten Befürchtungen bestätigt …
Das meint Krimi-Couch.de: »Mauern des Schweigens«
Krimi-Rezension von Eva Bergschneider überspringen
Da sind sie wieder – die Detectives Leo Magozzi und Gino Rolseth, sowie die coole IT-Crew von Monkeywrench. Viele Krimi-Fans schätzen bereits die Qualitätsmerkmale dieser Reihe: skurrile Typen, witzige Dialoge und unfassbare Verbrechen mit gesellschaftskritischem Hintergrund. Was hat sich das kreative Mutter-und-Tochter-Duo nun wieder ausgedacht, um ihre Leser zu begeistern und in Atem zu halten?
Was der Schnee verbergen kann …
Der Schneemann-Wettbewerb für Kinder, den die Polizei von Minneapolis jährlich veranstaltet, nimmt ein jähes, schreckliches Ende, als die Leichen zweier Männer in den lustigen Gestalten gefunden werden. Es sind Cops, der Polizeibeamte Tommy Deaton wurde aus nächster Nähe erschossen, sein Partner Toby Myerson erhielt eine Kugel ins Rückenmark und starb bei vollem Bewusstsein langsam erfrierend einen grausamen Tod.
Im tief verschneiten, nördlichem Dundas County wird der nächste Tote im Schneemann entdeckt. Dort hat die ehemalige Englischlehrerin Iris Rikker gerade ihr Amt als Sheriff angetreten, fühlt sich hoffnungslos überfordert und hofft, dass Rolseth und Magozzi denselben Mörder suchen.
…gelangt doch an die Oberfläche
Dieser mutmaßliche Mörder hatte sich ausgerechnet die Scheune auf dem Grundstück von Iris Farmhaus als Unterschlupf gewählt. Dort fand er Schneeschuhe und warme Kleidung von Iris Ex-Ehemann, was ihm die Fortsetzung der Flucht durch die Eiswüste ermöglichte. Sheriff Rikker, Magozzi und Rolseth folgen dem Flüchtigen zu einer hermetisch abgesicherten Siedlung mit Geschäfts- und Wohngebäuden, wie sie die beiden erfahrenen Detectives aus der Stadt noch nie zu sehen bekommen haben.
Inzwischen stoßen die cleveren Monkeywrench-Netzhacker auf eine alarmierende Botschaft aus einem Chat-Room, dessen Firewall sogar für sie außergewöhnlich schwer zu knacken ist. Welche Schicksale und Geheimnisse verbergen sich hinter diesem virtuellen und dem realen Bollwerk?
Stereotypen vom Feinsten
Die Autorinnen haben einfach ein Händchen für Charaktere. Ihnen gelingt es, sowohl die bereits etablierten, als auch neue Figuren immer wieder exzellent in Szene zu setzten.
Wie viele Ermittler in der amerikanischen Krimi-Szene, frotzeln Gino und Magozzi sich ständig mit flapsigen Sprüchen an, halten aber dennoch zusammen wie Pech und Schwefel und bilden ein sich perfekt ergänzendes Team. P.J. Tracy verstehen sich auf die richtige Mischung zwischen Klischee und Charisma. Die beiden Ermittler können ihren Job, machen aber auch Fehler. Sie wollen nicht die Welt verbessern, sondern einfach nur ihren Täter schnappen. Das alles macht die Beiden nicht nur sympathisch, sondern unwiderstehlich.
In Memento kommt Rolseth besonders gut zur Geltung, ein Brummbär, der seine Vorurteile pflegt aber das Herz am richtigen Fleck hat. Gino ist der »Rauhe-Schale-weicher Kern-Typ«, hier ein wenig sentimentaler und verwundbarer. Ebenso ist die Figur des Sheriffs Iris Rikker etwas klischeehaft und dennoch glaubwürdig gezeichnet. Sie mausert sich von der unselbständigen Anfängerin zur sensiblen und klugen Polizistin, die zur richtigen Zeit am richtige Ort ist.
Etwas ruhiger, eine Nuance düsterer
Wieder einmal haben P.J. Tracy sich nicht gescheut, ein heikles Thema an zufassen. Über Generationen ereignet sich ein entsetzliches Drama, welches die Opfer nachhaltig prägt. Die verhängnisvollen Reaktionen darauf lassen sich nicht in Kategorien wie gut oder böse, richtig oder falsch einordnen. Daher verschanzen sich die Betroffenen hinter undurchdringlichen Mauern, sie schützen sich vor einem Unrecht, dass überall geschieht und viel zu oft ungestraft bleibt.
Entsprechend ist dieses mal der Grundton des Romans etwas dunkler, die Stimmung eine Spur leiser. Die etwas ernstere Atmosphäre tut dem Unterhaltungswert allerdings keinen Abbruch. Der Leser darf weiterhin über Situationskomik und genialen Wortwitz schmunzeln, wird aber häufiger nachdenklich werden. Es ist dem Autoren-Team überzeugend gelungen, dieser humorvollen Krimi-Reihe mit schrillen Charakteren, etwas mehr Tiefe zu verleihen.
Ein großes Ja und ein ganz kleines Aber
Memento ist zweifellos Pflichtlektüre für P.J. Tracy Fans und eine dicke Empfehlung für alle Krimi-Liebhaber, die diese geniale Reihe der beiden Schriftstellerinnen bisher nicht kennen gelernt haben.
Kenner dieser Serie werden sich vielleicht fragen, ob den Charakteren, vor allem ihren Beziehungen zueinander, etwas mehr Weiterentwicklung gut getan hätte. Auch ein bewährtes, funktionierendes Konzept bedarf manchmal kleiner Erneuerungen.
Trotz des kleinen Aber, ist auch Memento ein spannender und außergewöhnlicher Krimi, der bis zum ungewöhnlichen Ende schwungvoll geschrieben ist, brillant unterhält und gleichzeitig betroffen macht.
Eva Bergschneider, April 2007
Ihre Meinung zu »P.J. Tracy: Memento«
Helfen Sie anderen Lesern, indem Sie einen Kommentar zu diesem Buch schreiben und den Krimi mit einem Klick auf die Säule des Thermometers bewerten. Und bitte nehmen Sie anderen Lesern nicht die Spannung, indem Sie den Täter bzw. die Auflösung verraten. Danke!
| Sonnenschein zu »P.J. Tracy: Memento« | 08.01.2011 |
|---|---|
| realsatiriker zu »P.J. Tracy: Memento« | 14.10.2010 |
| Jansen zu »P.J. Tracy: Memento« | 02.08.2010 |
| JaneM. zu »P.J. Tracy: Memento« | 12.04.2010 |
| Kasia zu »P.J. Tracy: Memento« | 06.03.2010 |
| Julia-Papa zu »P.J. Tracy: Memento« | 06.02.2010 |
| KP zu »P.J. Tracy: Memento« | 30.11.2009 |
| Annina zu »P.J. Tracy: Memento« | 29.11.2009 |
| mimikrimi zu »P.J. Tracy: Memento« | 24.02.2009 |
| sahlmann zu »P.J. Tracy: Memento« | 23.02.2009 |
Dies sind nur die ersten 10 Kommentare von insgesamt 27.
» alle Kommentare anzeigen




