Zu den Akten von Phoebe Atwood Taylor

Buchvorstellung

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 1943 unter dem Titel File for Record, deutsche Ausgabe erstmals 2001 bei DuMont.

  • New York: W. W. Norton, 1943 unter dem Titel File for Record. 288 Seiten.
  • Köln: DuMont, 2001. Übersetzt von Manfred Allié. ISBN: 3-7701-5614-5. 251 Seiten.

'Zu den Akten' ist erschienen als Taschenbuch

In Kürze:

Im Jahr 1942 ist jeder einigermaßen wehrfähige Mann Neuenglands eingezogen. Leonidas Witherall springt ein, wo er kann und kommt bald zu Amt und Würden. Nach einer Vorstandssitzung von Haymakers Warenhaus will er sich aus dem dortigen Fundbüro einen Regenschirm besorgen, als er niedergeschlagen wird. Beim Erwachen findet er sich auf einem Pferdewagen wieder. Geht man so mit neuen Vorstandsmitgliedern um? Doch Haymaker, bei dem sich Witherall beschweren will, findet er tot mit einem Samuraischwert in der Brust. Wieder einmal muss Witherall in der Doppelrolle als Detektiv und Hauptverdächtigter die kuriosesten Komplizen um sich scharen.

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Crispinfan zu »Phoebe Atwood Taylor: Zu den Akten« 01.08.2013
Kennst einen, kennste alle? „Mit dem linken Bein“ war mein erster Leonidas-Whitherall-Roman. Nun habe ich „Zu den Akten gelesen“, und alles, was ich zum Ersteren schrieb, gilt auch für den Letzteren.

Leonidas findet bei sich zu Hause eine Leiche, ermordet mit dem Samurai-Schwert einer rechtschaffenen Nachbarin. In einer langen Nacht brechen die beiden auf, um den wahren Mörder zu finden. Auf einer Irrfahrt durch verdunkelte Gemeinden, bedrängt von Polizei, Luftschutz und Navy, der man einen Wagen mopst, und auf zwei Spendenbasaren finden sie weitere Mithelfer, verlieren sie zwischendrin, gewinnen neue und vereinen sich alle am Schluss alle zur Überführung der Tatperson – der einzigen Figur, die übrigbleibt, nachdem sich alle anderen als Sympathen entpuppen.

Phoebe Atwood Taylor füllt dieses Strickmuster zwar mit vielen neuen Ideen und schrägen Gestalten auf, aber trotzdem erheitert es mich wenig, ob Leonidas einen Strumpfspanner wie im „Linken Bein“ oder eine Torte, wie hier, mit herumschleppt.

Negativ erscheint im Vergleich, dass die Autorin einen mit Turbulenzen und trockenem Humor irgendwann übersättigt. Dabei schreibt sie sehr knapp und filmisch: Szenenwechsel und Dialoge, in denen das Geschehen resümiert wird, ersetzen Erzählpassagen. („Bitte!“, bettelte Suzanne, „darf ich den Fahrstuhl bedienen? Das wünsche ich mir schon ewig!“ Sechs Minuten später ließ sie ihre etwas zittrigen Passagiere aussteigen.)

Positiv erscheint, dass die finale Überführung hier überzeugender ist als im „Linken Bein“ und alle Details, angefangen bei Leonidas’ vergessenem Regenschirm, sind eng mit der Handlung verwoben. Trotzdem wirkt das Mordrätsel selbst fast nur wie ein Aufhänger. Seinen ganz eigenen Reiz bezieht das Buch aus der direkten Einbettung in die amerikanische Zeitgeschichte: Benzin- und Lebensmittelrationierung, Altmetall-Sammlungen und Verdunkelung; alle jungen Männer sind im Krieg, so dass der Nachfolger des Hotelpagen dessen Großvater wird! Dabei nimmt die Autorin das patriotische Engagement der wackeren Bürgersleut’ durchaus auf die Schippe!

Fazit: EINE Leonidas-Krimikomödie ist klasse. Aber muss ich dasselbe in Grün, Gelb und Blau lesen?
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