Mit dem linken Bein von Phoebe Atwood Taylor

Buchvorstellung

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 1940 unter dem Titel The left leg, deutsche Ausgabe erstmals 1995 bei DuMont.

  • New York: W. W. Norton, 1940 unter dem Titel The left leg. 275 Seiten.
  • Köln: DuMont, 1995. Übersetzt von Manfred Allié. ISBN: 3-7701-2999-7. 213 Seiten.

'Mit dem linken Bein' ist erschienen als Taschenbuch

In Kürze:

Leonidas Witherall, Lehrer für englische Literatur und bekannter Shakespeare-Experte, soll eine alte Ausgbe des Dichters prüfen, die sich jedoch schnell als billige Fälschung erweist. Damit nicht genug, wird Leonidas auf der Heimfahrt im Bus auch noch in einen Streit mit einer jungen Frau verwickelt, so daß der verärgerte Busfahrer ihn kurzerhand – ohne Gepäck – auf die Straße setzt. Als ihm die junge Frau aus dem Bus nachsetzt, macht Leonidas sich völlig entnervt auf die Flucht und stolpert – in einen Mordfall. Neben dem Opfer liegen Leonidas´Gummischlappen aus dem Bus, und dem Leichnam fehlt das linke Bein.

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Crispinfan zu »Phoebe Atwood Taylor: Mit dem linken Bein« 31.05.2013
12 bewegte Stunden für Professor Leonidas Whitherall: Gehetzt von einem „Rotkäppchen“, das ihn als Mädchenschänder angezeigt hat, flieht er in eine Metallwarenhandlung, beobachtet dort einen Kassendieb im Kostüm eines irischen Kobolds und muss weiter flüchten, nur um den Kollegen, den er aufsucht, frisch erschlagen zu finden, ohne Beinprothese, aber dafür mit Leonidas’ Galoschen neben sich.

Nach diesem fulminant aberwitzigen Auftakt fragt man sich, wie sich die Autorin plausibel aus solchen Schlingen herauswinden will. Es verschlägt ein paar weitere Personen zum Tatort, die sich als rechtschaffene BürgerInnen erweisen und sich jeweils mit Shakespeare-Doppelgänger Leonidas verbünden, um polizeilichen Unannehmlichkeiten zu entgehen. Merke: Nicht der Mörder ist die Gefahr, sondern das Gesetz!

Man flüchtet unter anderem auf einen Kirchenbasar, wo Leonidas verwechselt wird (wüsste er nur mit wem!) und auf die Bühne muss. Das Whodunnit-Rätsel tritt bei alldem fast in den Hintergrund, auch wenn sich nach und nach Zusammenhänge lichten. In einem gemeinschaftlichen Coup gelingt es, auch den letzten Polizisten außer Gefecht zu setzen und den wahren Täter zu entlarven.

Nicht „die üblichen Verdächtigen“! Statt dessen ein ehrenwertes, aber eigenwilliges Grüppchen als Spielball widriger Umstände. Spannung entsteht durch die komischen Verwicklungen, begleitet von Dialogwitz. Viel weniger überzeugend – zuletzt auch etwas unüberschaubar – sind jene Stellen, wo die „Opfer der Umstände“ mit Maskerade und Komödienspiel zur Tat greifen, wenngleich von der Autorin ironisch gerechtfertigt: Leonidas ist nämlich heimlicher Verfasser von Kriminalhörspielen, und man handelt nach dem Vorbild seines Ganovenjägers.

Erwähnt sei der Übersetzer Manfred Allié. Oft arbeitete er für DuMont’s Kriminal-Bibliothek gut, aber unspektakulär. In diesem Fall ist ihm eine besonders treffsichere „flotte Schreibe“ gelungen, die die 40er-Jahre-Sphäre nie verletzt.

Fazit: Nichts für Thriller- und Rätselfreunde; statt dessen 200 Seiten „very britisher“ Krimi-Humor.
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