Auf ewig unvergessen von Phillip M. Margolin

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 1993 unter dem Titel Gone, but not forgotten, deutsche Ausgabe erstmals 1993 bei Zsolnay.
Ort & Zeit der Handlung: USA / Oregon / Portland, 1990 - 2009.

  • New York: Doubleday, 1993 unter dem Titel Gone, but not forgotten. 376 Seiten.
  • Wien: Zsolnay, 1993. Übersetzt von Werner Wolf. ISBN: 3-552-04526-0. 430 Seiten.
  • München: Droemer Knaur, 1996. Übersetzt von Werner Wolf. ISBN: 3-426-60448-5. 430 Seiten.
  • München: Droemer Knaur, 1997. Übersetzt von Werner Wolf. ISBN: 3-426-60692-5. 430 Seiten.
  • München: Droemer Knaur, 1998. Übersetzt von Werner Wolf. ISBN: 3-426-71157-5. 430 Seiten.
  • München: Droemer Knaur, 1999. Übersetzt von Werner Wolf. ISBN: 3-426-61386-7. 430 Seiten.
  • München: Droemer Knaur, 2002. Übersetzt von Werner Wolf. ISBN: 3-426-62178-9. 430 Seiten.
  • Augsburg: Weltbild, 2002. Übersetzt von Werner Wolf. ISBN: 3828906206. 430 Seiten.
  • München: Droemer Knaur, 2003. Übersetzt von Werner Wolf. ISBN: 3-426-62509-1. 494 Seiten.

'Auf ewig unvergessen' ist erschienen als HardcoverTaschenbuch

In Kürze:

Die Polizei tappt völlig im Dunkeln. Vier Frauen sind bis jetzt in einem Vorort von New York auf mysteriöse Weise verschwunden. Am Ort des Verschwindens sind jeweils eine schwarze Rose und ein Zettel mit der Aufschrift »Auf Ewig Unvergessen« hinterlegt. Dann werden die Frau und die Tochter eines angesehenen Anwalts brutal ermordet aufgefunden. Neben ihnen wieder die schwarze Rose und der geheimnisvolle Text. Endlich wird bei der Polizei eine Spezialeinheit gebildet, der Nancy Gordon vorsteht, die all ihre Kraft einsetzt, um den perversen Triebtäter unschädlich zu machen.

Das meint Krimi-Couch.de: »Plötzlich in eine andere Richtung« 69°

Krimi-Rezension von Peter Kümmel

Als ich begann, das Buch »Auf ewig unvergessen« zu lesen, schien mir relativ schnell klar: dies ist wieder einer dieser typischen amerikanischen Standard-Thriller mit Schockeffekten, die in Serie für das Fernsehen verfilmt werden. So hat man ständig beim Lesen diesen Déjà-vu-Effekt, denn irgendwie war das alles schon mal da.

Auf den ersten hundert Seiten hat man zunächst einmal Mühe, Ordnung in das Geschehen zu bringen und Personen und Zeiten etwas zu sortieren. Denn der Autor bringt bei jedem Szenenwechsel wieder neue Charaktere in die Handlung ein, die leider nicht so detailliert dargestellt werden, dass sie sich schnell einprägen. Und erst spät bemerkt man, dass in die Erzählung auch Zeitsprünge von mehreren Jahren eingebaut wurden.

Deshalb jetzt eine kurze Zusammenfassung des Inhalts in schon etwas vorsortierter Folge:

Vier Frauen verschwanden in einem New Yorker Vorort im Abstand von wenigen Monaten spurlos. Allen Fällen gemeinsam waren die Gegenstände, die man in den Wohnungen der Frauen fand: eine schwarze Rose sowie ein Blatt Papier mit den Worten: »Auf Ewig Unvergessen«. Der fünfte Fall der Art jedoch verläuft anders als bisher: Der Anwalt Peter Lake findet, als er nach Hause kommt, seine Frau sowie seine 6-jährige Tochter ermordet vor. Daneben liegen eine schwarze Rose und der Zettel mit dem gewohnten Spruch. Die Polizei rätselt, warum dieses Mal Leichen gefunden wurden. Ist der Mörder gestört worden, als er die Opfer verschwinden lassen wollte?

Eine Sonderkommission, der die Polizistin Nancy Gordon vorsteht, wird gebildet, die die Verbrechen untersuchen soll. Gegen den Willen der Beamten drängt sich Peter Lake auf, um selber in der Kommission mitzuarbeiten, da er beruflich viel mit der Denkweise solcher Täter zu tun hatte. Durch seine Beziehungen zu Bürgermeister und Polizeichef gelingt ihm dies auch. Lake setzt auf Waters als Verdächtigen, einen Blumenlieferanten, der in der Nähe mehrerer Tatorte gesehen wurde. Und so nimmt er auf eigene Faust dessen Beschattung in die Hand. Ein anonymer Anruf sorgt dafür, dass die Polizei Waters Haus durchsucht. Und dort macht sie eine grauenvolle Entdeckung: eine der verschwundenen Frauen liegt verstümmelt und mit aufgeschlitztem Bauch im Keller. Waters wird bei der Festnahme von einem übereifrigen Polizisten erschossen und der Fall zu den Akten gelegt.

Neun Jahre später ereignen sich dann plötzlich neue Fälle der gleichen Art in Portland, Oregon. Wieder verschwinden Frauen und es finden sich nur die schwarze Rose sowie der Zettel. Ein Nachahmungstäter scheint unwahrscheinlich, denn die Details der Verbrechen von New York drangen nie an die Öffentlichkeit. Hat man also damals doch den Falschen erwischt? Nancy Gorden hat persönlich niemals mit dem Fall abgeschlossen. Nun reist sie nach Oregon, um den dortigen Staatsanwalt über die Geschehnisse von früher zu informieren und präsentiert ihm überraschenderweise auch gleich den Mörder, der umgehend verhaftet wird, als man die Leichen der Frauen auf einem seiner Grundstücke findet. Doch bevor Nancy Gordon eine Aussage vor Gericht machen kann, verschwindet sie spurlos.

Und an dieser Stelle erst – so etwa in der Mitte des Buches – beginnt sich der Roman aus der Einheitsmasse der Standard-Thriller zu lösen. Nun betrachtet man die Sache aus einem völlig anderen Blickwinkel. Erst jetzt bildet sich auch eine Protagonistin heraus, die zwar bereits ein paar Kurzauftritte, aber keine rechte Funktion hatte: nicht wie erwartet Nancy Gordon übernimmt die Hauptrolle, sondern die Anwältin Betsy Tanenbaum, die versucht, ihr Leben als Mutter einer Tochter mit ihrem Beruf in Einklang zu bringen.

Nun nimmt die Handlung eine 180-Grad-Wendung. An Spannung mangelt es auf keinen Fall, nur bedient sich der Autor dazu eines nicht ganz fairen Schachzugs: dem Leser wird einiges an Informationen unterschlagen, um die Spannung aufrecht erhalten zu können. Erst ein Rückblick muß wieder herhalten, um weitere Aufklärung zu bringen. Denn nach Abschluß des Falles vor neun Jahren ist noch viel mehr passiert als der Autor seinen Lesern bis dahin eröffnet hatte, was wieder alles in ein neues Licht rückt.

Überraschenderweise weiß der Leser schon recht früh, wer der Täter ist. Und fragt sich natürlich jetzt, was da noch ist, was er noch nicht weiß. Und tatsächlich hat der Autor noch so einiges an Überraschungen zu bieten. Blieb die Handlung bisher sehr an der Oberfläche, so wird sie nun viel tiefgehender und befasst sich mit moralischen Standpunkten von Juristen.

Dennoch bleiben die Charaktere – auch wenn einige nicht das sind, was sie zu sein scheinen – weitgehend oberflächlich, so wie man das von vielen ähnlichen amerikanischen Thrillern gwohnt ist.

Zart besaitete Gemüter möchte ich an dieser Stelle vor ziemlich brutalen Beschreibungen warnen. Sehr detailliert wird beschrieben, wie der Täter seine Opfer erniedrigt und foltert.

Negativ zu Buche schlagen einige schwere Logikfehler. So wird ein bekannter Staatsanwalt wohl kaum eine Mordanklage erheben, ohne vorher das Alibi des Verdächtigen überprüft zu haben. Auch einige allzu deutliche Hinweise auf die Lösung zeugen nicht gerade von hoher literarischer Kunst.

Als Fazit bleibt zu sagen, dass »Auf ewig unvergessen« trotz einiger Kritikpunkte ein Roman ist, den es sich für Liebhaber von Justiz-Thriller zu lesen lohnt. Er bietet absolut spannende Unterhaltung, ist dazu recht abwechslungsreich und zeigt Ansatzpunkte von tiefgehenderen Betrachtungsweisen von Moralvorstellungen in der amerikanischen Justiz.

Ihre Meinung zu »Phillip M. Margolin: Auf ewig unvergessen«

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Frank zu »Phillip M. Margolin: Auf ewig unvergessen« 24.03.2011
Spannender, durchaus vielschichtiger Thriller um Korruption, Gier.und eben einen Serienmörder.
Und zwar einen wirklich "fiesen" seiner Art. Ob er nun -wie auf dem Klappentext versprochen- Hannibal Lecter wie einen Chorknaben dastehen lässt, sein mal zur Diskussion gestellt..."Potential" hat er aber sicherlich.
Für alle Freunde und Freundinnen der Thematik aber definitiv lesenswert - 90 %.
Juergen zu »Phillip M. Margolin: Auf ewig unvergessen« 01.02.2009
Der Titel ist langweilig - AUF EWIG UNVERGESSEN - auch der Covertext verspricht eigentlich nur, dass "Das Schweigen der Lämmer" wie ein Kindermärchen dagegen sei. Ich muss allerdings sagen : DAS STIMMT. Schon die ersten Zeilen haben mir ausgesprochen gut gefallen, die nächsten Seiten wurden noch besser. Das Buch ist ganz hervorragend geschrieben, klar, schlüssig und extrem spannend. Sogar die Rückblicke sind so gut eingebaut, dass es ist nicht verwirrend ist. Im Gegenteil, die Spannung bleibt und wird noch erhöht. Die Hauptperson, Betsy, kristallisiert sich erst langsam heraus. Zunächst glaubt man, dass Nancy, die Polizistin, den Fall klären würde. Aber Betsy entwickelt sich von der zunächst recht einfach gestrickten Anwältin zur spitzenmäßigen Ermittlerin. Ich hätte ihr gerne das HappyEnd mit ihrem Ex-Mann gegönnt, aber es hat nicht sollen sein. Ich will nicht zuviel verraten - nur soviel: 2 kaufen, 1 lesen und 1 an gute Freunde verschenken. Zeit nehmen und das Buch lesen - absolut empfehlenswert.
BeGo zu »Phillip M. Margolin: Auf ewig unvergessen« 01.02.2009
Diese Geschichte gab es vor ein paar Jahren mal als miesen TV-Film mit Brooke Shields. Das Buch hat mir nicht sehr viel besser gefallen. Alles ein bisschen sehr plakativ und nicht sehr überzeugend. (besonders die an Soaps erinnernden Szenen und die tausend Mal gesehenen und gelesen Charaktere und Metzeleien). Vielleicht liegts auch daran, dass ich immer den ältlichen, fiesen Darsteller des Lake aus der TV-Produktion vor Augen hatte. Aber auch die schlimme Übersetzung in Hauptschul-Deutsch und die Mogeleien des Autors sind wohl Schuld daran, dass ich keinen Margolin mehr anfasse.
Bio-Fan zu »Phillip M. Margolin: Auf ewig unvergessen« 07.04.2008
"Auf ewig unvergessen" spielt im Anwalts- und Gerichtsmilieu. Ein Krimi, der ganz ohne große Action auskommt, da seine Attraktivität in facettenreichen Aufbau der Handlung liegt.Die Geschehnisse an den zwei Schauplätzen über den Zeitraum von 10 Jahren werden durch die Schicksale der Protagonisten miteinander verknüpft. Vieles scheint von Anfang an klar zusein, doch Margolin versteht es, geschickt Zweifel an eigentlich untrüglichen Tatsachen auszustreuen- es ist ein Spiel mit der Ungewissheit des Lesers. Dies und Margolins eingängige, aber recht deutliche Sprache (manche Szenen sind schon sehr heftig) machen den Reiz dieses Romans aus.
Ein kleiner Wermutstropfen- gegen Ende beginnt Margolin zu "menscheln". Harmonie um jeden Preis ist eben sehr amerikanisch, aber auch ein bißchen fade.
Trotzdem auch von mir 80 Grad.
Biene20 zu »Phillip M. Margolin: Auf ewig unvergessen« 03.10.2007
Wie schon bei mausimotte war dieses Buch mein erstes von Margolin und ihr war positiv überrascht!Ich fand es ein sehr gutes Buch,obwohl man sich ein wenig in die verschiedenen Zeiten je Kapitel einfinden muss!Sehr empfelenswert
mausimotte zu »Phillip M. Margolin: Auf ewig unvergessen« 02.08.2007
super, es war mein erster roman von phillip margolin und ich war überrascht so gut hatte ich es nicht erwartet.
temporeich und spannend bis zum schluss.
gern auch ein zweites mal zu lesen
Christian zu »Phillip M. Margolin: Auf ewig unvergessen« 20.03.2006
Insgesamt empfehlenswert und spannend. Für etwas zarte Gemüter sollte man erwähnen, dass Folterungen und Misshandlungen sehr detailliert beschrieben werden. Sehr positiv habe ich empfunden, dass sich (wie sonst oft in amerikanischen Thrillern üblich) die handelnden Personen nicht ständig erzählen, wie toll sie doch sind. Positiv auch die teilweise wechselnden Erzählungen in verschiedenen Zeiten, die man nicht sofort durchschaut. Warum sich jemand an der Namensgebung der Personen (Betsy, Martin, Nancy) stört, ist mir rätselhaft. Wenn man in einem deutschen Buch die Protagonisten Hermann, Walter und Erika nennt, ist das doch auch ok, oder ???
andrea zu »Phillip M. Margolin: Auf ewig unvergessen« 18.01.2006
auf ewig unvergessen war der anfang. nach diesen buch bin ich margolin fan. er hat die gabe bis zum schluß alles offen zu laßen. bis auf zwei bücher habe ich alle gelesen. sehr spannend ist auch : auf glühenden kohlen.
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
HelgaR zu »Phillip M. Margolin: Auf ewig unvergessen« 30.12.2004
Ein sehr interessantes Buch, das mich wirklich angenehm überraschte, da ich bis jetzt diesen Autor nicht kannte.

Es gibt keinen wirklichen Protagonisten, da mehrere Personen daran beteiligt sind. Die Geschichte ist aber sehr raffiniert geschrieben und weist viele Wendungen auf und die Spannung ist dadurch vorprogrammiert.

Habe diesen Krimi in einem Zug gelesen und er hat mir ausnehmend gut gefallen.
Hannelore zu »Phillip M. Margolin: Auf ewig unvergessen« 21.10.2004
Ich fand das Buch ehrlich gesagt nicht so sonderlich spannend. Die Figuren zu oberflächlich, um wirklich mit ihnen fühlen zu können, zu viele unlogische Punkte, die Handlung teilweise etwas unglaubwürdig. Dabei hat der Roman durchaus spannend gestartet, jedoch kam nach spätestens 100 Seiten das grosse Gähnen....vorhersehbar und dann noch nicht einmal besonders geschrieben. Allenfalls 50 Grad.

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