Die fünfte Kirche von Phil Rickman

Buchvorstellung

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2001 unter dem Titel A crown of lights, deutsche Ausgabe erstmals 2010 bei rororo.
Ort & Zeit der Handlung: England, 1990 - heute.
Folge 3 der Merrily-Watkins-Serie.

  • London: Madmillan, 2001 unter dem Titel A crown of lights. ISBN: 0333751744. 486 Seiten.
  • Reinbek bei Hamburg: rororo, 2010. Übersetzt von Nicole Seifert. ISBN: 978-3-499-24907-5. 558 Seiten.

'Die fünfte Kirche' ist erschienen als HardcoverTaschenbuch

In Kürze:

In ihrem dritten Abenteuer bekommt es die anglikanische Pfarrerin Merrily Watkins, Beraterin der Kirche für spirituelle Grenzfragen und frisch ernannte Exorzistin, mit einem ganzen Dorf zu tun. In Old Hindwell hat ein junges Pärchen, Betty und Robin Thorogood, ein Grundstück erworben, auf dem die verfallene Kirche St. Michael steht – und unter deren Fundament wird ein altes heidnisches Heiligtum vermutet. Als sich nun herausstellt, dass die Thorogoods alles andere als gute Christen sind, sondern einem heidnischen Glauben anhängen und als Hexe und Hexer das alte Gemäuer zum Zentrum eines heidnischen Kultes machen wollen, rebelliert die Dorfgemeinschaft: Denn es handelt sich ausgerechnet um eine der fünf Sankt-Michaels-Kirchen, die das Land nach alter Überlieferung vor dem Bösen bewahren. Unter der Führung des fanatischen Pfarrers Nicholas Ellis wendet sich das ganze Dorf gegen Betty und Robin, um »das Böse« unter ihnen auszumerzen. Selbst die Kirche ist beunruhigt über Ellis’ radikale Aktionen, der es ein bisschen zu weit treibt mit seinem Kampf gegen die Andersgläubigen, daher wird Merrily Watkins nach Old Hindwell gesandt, um den Pfarrer in seine Grenzen zu weisen. Schnell stellt sie fest, dass auch Ellis etwas zu verbergen hat. Und dann verschwindet auch noch die junge Barbara Buckingham, deren Schwester Menna kurz zuvor mit nur 39 Jahren gestorben war und deren Schwager ein sehr eigentümliches Verhalten an den Tag gelegt hatte, da er seine verstorbene Frau nicht hatte gehen lassen wollen …

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Moehrchen zu »Phil Rickman: Die fünfte Kirche« 16.07.2010
Hexenkult und ein fanatischer Prediger


Phil Rickman, in Lancashire geboren, ist ein englischer Autor und Radiomoderator. Er schreibt auch unter dem Pseudonym Will Kingdom Spannungsromane. Mit seiner Merrily-Watkins-Reihe hat er Ende der Neunziger begonnen. "Die fünfte Kirche" ist nach "Frucht der Sünde" und "Mittwinternacht" der dritte Roman der Reihe.

Merrily Watkins, von neunen Bischoff in ihrem Amt als Beraterin für spirituelle Grenzfragen - oder politisch inkorrekt als Exorzistin - bestätigt, bekommt wieder einiges zu tun. Ein junges Paar, das einen heidnischen Hexenkult praktiziert, kauft eine alte Kirche, welche laut einer Überlieferung das Land vor Bösem schützen soll. Merrily muss an einer Talkshow teilnehmen, dort erfahren die Zuschauer von diesem Paar. Eine Hexenjagd beginnt, unter anderem angefacht durch einen fanatischen Prediger und dann geschieht ein Mord...

Der dritte Teil der Serie um Merrily Watkins beginnt etwas zäh und will zunächst nicht in Fahrt kommen. Es passiert einfach zu viel und es scheint keinen Zusammenhang zu geben. Dann aber wendet sich das Blatt und die Story nimmt an Fahrt auf, so dass man das Buch fast nicht mehr aus der Hand legen kann, weil man wissen möchte, wie es ausgeht.

Dieses Mal befasst sich Phil Rickmans Protagonistin mit dem Hexenkult und muss noch einen fanatischen Kollegen im Zaum halten, was gar nicht so einfach ist. Rickman schafft es immer wieder das Thema mystische Grenzfragen zu variieren, so dass die Serie nicht langweilig wird. Die immer wiederkehrenden Protagonisten wachsen einem auch so langsam ans Herz und man möchte unbedingt wissen, wie sich diese weiter entwickeln.

Die Entscheidung des Verlags, den Roman mit "Ein Merrily-Watkins-Mystery" zu untertiteln ist auf jeden Fall besser und trifft auch mehr zu als die Bezeichnung der Vorgängerromane mit "Kriminalroman".

Ich hoffe auf ein baldiges Wiedersehen mit Merrily und ihrer Tochter Jane oder sollte ich sagen Wiederlesen?
Marius zu »Phil Rickman: Die fünfte Kirche« 02.06.2010
Von Christen und Antichristen ...

Beim Betrachten des dritten Merrily-Watkins-Krimi fiel mir zunächst auf, dass dieser nun nicht mehr als Krimi sondern vielmehr als „Mystery“ bezeichnet wurde. Was genau unter diesem Anglizismus zu verstehen ist und warum man ausgerechnet bei diesem Buch zu der Bezeichnung übergegangen ist, war mir nicht klar. Vielleicht wurde dem Verlag klar, dass die Romane aus der Feder von Phil Rickman keine spannenden Krimis sondern vielmehr stimmige Beschreibungen von Land und Leuten und manchmal auch von Spuk sind. Doch wie gesagt, über die Gründe für die Umbenennung kann man nur spekulieren!
Auch im neuen Roman aus der Folge steht wieder die Beraterin in spirituelle Grenzfragen (vulgo Exorzistin) Merrily Watkins aus Herefordshire mit ihrer Tochter Jane im Mittelpunkt der Handlung. Im Nachbarort hat das Paar Robert und Betty, das der heidnischen Religion anhängt, eine verfallene ehemalige Kirche erworben, die ihnen nun mit Freunden für heidnische Rituale dienen soll.
Schon bald kommt auch der örtliche neu zugezogene Pfarrer Nick Ellis hinter den Plan der Heiden und es entspannt sich ein spannungsgeladener Konflikt zwischen den beiden Parteien der Christen und Heiden, die beide auf ihre Religion bestehen. In dem Zwiespalt zwischen altem vorchristlichen Glauben und ihrer Aufgabe als christliche Pfarrerin wird Merrily nun in eine Talkshow eingeladen, wo sie den christlichen Standpunkt klarmachen soll. Doch nicht nur dieser Auftritt geht gründlich schief und bleibt ohne Folgen.
Da ich bereits Mittwinternacht, also den Vorgängerband zu „Die fünfte Kirche“ gelesen habe, erwartete ich mir nicht allzu viel von dem Buch, was auch so gut war, denn es konnte mich nicht überzeugen. Der ganze Plot ist mir zu langatmig angelegt und die Spannung konnte ich auch nur in mikroskopischer Dosierung ausmachen, weswegen das Buch es nicht geschafft hat, mich zu fesseln und nach mehr zu gieren!
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