Der Sommer des Kometen von Petra Oelker

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 1998 bei Rowohlt.
Ort & Zeit der Handlung: Deutschland / Hamburg, 1701 - 1800.
Folge 2 der Claes-und-Rosina-Serie.

  • Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 1998. ISBN: 3-499-22256-6. 333 Seiten.
  • Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 1999. Großdruck. ISBN: 3-499-33153-5. 551 Seiten.
  • Reinbek bei Hamburg: Wunderlich, 2002. ISBN: 3-499-26367-X. 333 Seiten.
  • Reinbek bei Hamburg: Wunderlich, 2005. ISBN: 3-499-26542-7. 333 Seiten.
  • [Hörbuch] Berlin: Universal Music Group, 2003. Gesprochen von Doris Wolters. ISBN: 3829113625. 7 CDs.

'Der Sommer des Kometen' ist erschienen als TaschenbuchHörbuch

In Kürze:

Hamburg, Juni 1766. Schwüle lastet auf der Stadt, in den Gassen steht die modrige Luft, und die kurzen Gewitterstürme schaffen keine Linderung. Auf dem Gänsemarkt steht ein mysteriöser Kometenbeschwörer und warnt vor drohendem Unheil. Tatsächlich kommen kurz darauf ein wohlhabender Kaufmann und ein stadtbekannter Dichter zu Tode. Doch dabei bleibt es nicht.

Das meint krimi-couch.de: »Verwickelt konstruiert und ohne Spannung« 57°

Krimi-Rezension von Peter Kümmel

Ort und Zeit der Handlung: Hamburg, 1766.

Die Beckersche Komödiantengesellschaft hat ein lukratives Engagement in Braunschweig beendet, weil ihr vom Hamburger Dichter Billkamp ein neues Theaterstück offeriert wurde, das ihrem Theater wochenlang ausverkaufte Vorstellungen garantieren würde. Doch die Schauspielerin Rosina traut den Versprechungen von Anfang an nicht so recht. Und wie befürchtet, wurde das Unternehmen zum Fehlschlag. Billkamp ist offenbar durchgedreht. Nachdem er versuchte, vom Turm von St. Petri hinunter zu fliegen, wurde er von einem Verwandten in den Hamburger Pesthof, die städtische Irrenanstalt, ein Gruselkabinett von Kranken und Wahnsinnigen, eingeliefert. Als die Komödianten den Dichter dort aufsuchen wollen, finden sie ihn tot vor, nachdem er eine medizinische Behandlung über sich ergehen lassen musste. Bei der Suche nach dem verschwundenen Theaterstück entwedet Rosina einen Topf mit einer Salbe aus Billkamps Raum, die darauf schließen lässt, daß seine Erkrankung von deren Gebrauch herrührte und sein Tod letztendlich auf eine Vergiftung zurückzuführen ist.

Ein zweiter Handlungsstrang dreht sich um die wohlhabende Hamburger Kaufmannsfamilie Hermanns. Sowohl Vater Claes als auch Sohn Christian befassen sich mit dem Handel von Waren aller Art. Zur Zeit jedoch ist Christian eher mit Liebesangelegenheiten beschäftigt. Der Verbindung mit der jungen Lucia steht jedoch deren Mutter im Wege. Die Tochter einer Mennonitenfamilie darf keine Verbindung außerhalb ihrer Religionsgemeinschaft eingehen und so bekommt Christian Hausverbot, nachdem die Mutter das junge Paar bei einer Umarmung ertappt hat. Vater Claes versucht zu vermitteln und muß überrascht feststellen, daß es sich bei Lucias Mutter um seine ehemalige Jugendliebe Gunda handelt (So ein Zufall aber auch). Die beiden stellen fest, daß ihre damalige Trennung – bei der jeder glaubte, sie ginge vom Anderen aus – von Gundas Eltern geschickt eingefädelt wurde. Trotzdem begegnet Gunda Claes gegenüber ungewöhnlich ablehnend und bleibt weiterhin hart bezüglich der Freundschaft ihrer Tochter mit Christian. Die wahren Hintergründe, die erst kurz vor dem Ende offenbart werden, erahnt der Leser natürlich schon jetzt. Die Zusammenhänge erinnern dabei eher an eine seichte Komödie als an einen Kriminalroman.

Mischung von fiktiven und historisch verbürgten Personen

Was der seltsame Kometenbeschwörer mit alledem zu tun hat, der täglich auf dem Hamburger Gänsemarkt steht, das bleibt dem Leser noch lange Zeit verborgen.

Erst gegen Mitte des Buches nimmt die Geschichte so langsam Fahrt auf, als zwei Morde geschehen, die scheinbar weder miteinander noch mit dem Tod Billkamps in Verbindung stehen. Doch bei beiden Mordfällen war Christian Hermanns in Tatortnähe. Wenngleich Hermanns bereits gebeten wurde, im einem der Mordfälle zu ermitteln, ist der Nachweis der Unschuld seines Sohnes natürlich ein Grund, sich richtig in die Sache reinzuhängen. Unterstützt wird er dabei von Rosina, die mit Hermanns zusammen bereits im Vorgängerroman »Tod im Zollhaus« ein ungewöhnliches Ermittlerduo bildete.

Petra Oelker hat in »Der Sommer des Kometen« ein bunte Zusammenstellung von fiktiven und historisch verbürgten Personen wie z. B. dem Stadtphysikus Johann Friedrich Struensee oder dem Astronom Johann Elert Bode geschaffen. Dennoch bleiben die Personen der Handlung zumeist blass. Vor allem dürften die sehr freidenkenden Caharaktere alles andere als typisch für die Zeit der Handlung sein.

Unglücklicher Versuch, verpasste Spannung nachzuholen

Überzeugen kann die Autorin da schon eher in der Beschreibung der Örtlichkeiten. So kann man sich eher in die schmalen Gassen der Hamburger Altstadt hineinversetzen als mit den Charakteren so richtig warm zu werden. Zusätzlich unterstützt wird der Leser dabei durch schöne alte Stadtpläne von Hamburg und Altona, die erst so richtig interessant werden, wenn man sie mit einem heutigen Hamburger Stadtplan vergleicht. Altona war nicht nur bis ins 20. Jahrhundert hinein eine eigenständige Stadt, sondern gehörte zur Zeit des Romans im 18. Jahrhundert noch zu Dänemark. Hilfreich ist auch ein mehrseitiges Glossar am Buchende, in dem nicht nur die historischen Persönlichkeiten dargestellt, sondern auch örtlich und zeitlich relevante Begriffe erklärt werden.

Die Story selber wirkt etwas verwickelt konstruiert, wobei Zusammenhänge erst spät zutage treten, so daß auch keine rechte Spannung aufkommen will. Zum Mitraten bleibt dem Leser keine Gelegenheit, da die entscheidenden Information erst sehr spät aufgedeckt werden. Schluß und Auflösung können ebenfalls nicht überzeugen, da die Einbeziehung von Claes Hermanns zum »Showdown« doch ziemlich uninspririert ist und wohl einzig dem Zweck dient, die bis dato verpasste Spannung noch nachzuliefern.

»Der Sommer des Kometen« ist eine Mischung aus verschiedenen Genres: ein bißchen Kriminalroman, ein wenig Historienroman, etwas Komödie und Liebe, doch vor allem ist er leichte Unterhaltung, die zwischendurch interessante Informationen über Geschichte, Kultur und Handel vermitteln kann.

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Maria-Luise zu »Petra Oelker: Der Sommer des Kometen« 13.08.2009
Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Frau Oelker beschreibt das Hamburg im 18. Jahrhundert mit viel Liebe zum Detail und bedient das Kopfkino auf´s Feinste. Man meint das Hamburg in diesem Hitzesommer förmlich zu riechen. Der Leser lernt weitere Familienmitglieder kennen und noch immer rätselt man, warum Rosina sich der Theatergruppe angeschlossen hat. Die Geschichte ist spannend erzählt und nie langweilig.
Swen Piper zu »Petra Oelker: Der Sommer des Kometen« 15.01.2005
Hier gelingt der Autorin die Mischung aus historischem Roman und Krimi wesentlich besser als in ihren Erstlingsroman „Tod am Zollhaus“. Das Buch spielt wiederum im 18 Jahrhundert in Hamburg. Es bietet nicht eben anspruchsvolle, aber durchaus kurzweilige und unterhaltsame Krimikost.
1 von 3 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
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