Im Todestrakt von Peter-Paul Zahl

Buchvorstellung

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2004 bei Fischer.
Ort & Zeit der Handlung: Jamaika, 1990 - 2009.

  • Frankfurt am Main: Fischer, 2004. ISBN: 3-596-16462-1. 256 Seiten.

'Im Todestrakt' ist erschienen als Taschenbuch

In Kürze:

Jamaika ist nicht nur ein Reggae-Paradies, sondern auch das Land mit den meisten Kirchen pro Quadratmeile. Die afrikanische Spiritualität wird missbraucht, Religion ist schlicht ein Milliardengeschäft. »Der Herr will kein Silber, sondern Scheine sehen.« Und so plündern die Schäfer ihre Schäfchen aus, bis plötzlich ein besonders braves Schäfchen besonders brutal zu Tode kommt …

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Tom Wittekind-Wolf zu »Peter-Paul Zahl: Im Todestrakt« 19.07.2008
Ich hatte Entzugserscheinungen, nachdem der Verlag Das Neue Berlin nach dem 4. Band der RUffneck REggae ROmane die Serie, aus welchen Gründen auch immer, nicht fortsetzen ließ. Jah sei Dank, daß der 5. Band 2005 als Taschenbuch rauskam, kurz darauf der 6., KAMPFHÄHNE. Beide schildern wie der Private Eye Ruffneck, sein Freund Prento, immer noch bei der Polizei, die Lebensgefährtin von Ruffneck, Valerie, ihre Familien sich ändern, aber immer noch versuchen, das "easy livin' fortzusetzen. Schon im dritten Band wird klar, daß Ruffneck noch mehr Kinder von Frauen, in die er sich verliebt, zeugt. Mit Valeries Genehmigung! "Outside pickney" heißt das auf der Insel. Und einer der wenigen Kritiker, die Zahls Bücher besprechen, manchmal gar wie eine Warze, irren sich, wenn sie behaupten. Ruffneck würde das kritisieren. Aber vor allem wird auch geschildert wird, wie Staat und Gesellschaft in Jamaika sich ändern. Nicht zum Guten hin.
Zahls Romane sind alles andere als "politisch korrekt", er löckt auch im Krimi-Genre gegen den Stachel, und das ist gut so. Er hat ja auch in der " Zeitschrift der Informationsstelle Lateiname-
rika, ila" die große Gefahr für eine lebenslustige, zähe Nation geschildert, wie sie in 18 Jahren komplett korrupter PNP-Regie-
rungen durch diese und das Crack-Kokain zugrundgerichtet wird.
Abrer ist immer noch optimistisch, hat er doch am eignen Leibe den stärksten aller Hurrikane, GILBERT, erlebt, wie Jamaikaner mit Katastrophen umgehen: es kamen 45er Singles auf den Markt, eins witziger als das andre. So schildern Zahls Jamaikaromane (und sein Sachbuch im Beck Verlag) genau. Das mögen viele nicht, von wegen " Rum, Rasta, Reggae, Island in the sun... Auch dieses Buch ist hervorragend und genau geschrieben, mit viel Sympathie für das Völkchen, das solche Autoren auch verdient.
Marlon Dietrich zu »Peter-Paul Zahl: Im Todestrakt« 18.05.2008
Es ist eine gottsverdammte Schweinerei, daß der Fischer Taschenbuch Verlag den fünften und sechsten Band von Zahls J
Jamaika(Kriminal-)romanen vom Markt nimmt und verramscht. Diese Amerikanisierung der Verlage und Buchketten
ist einfach zum Kotzen. es hat sich wohl noch nicht rumgesprochen, daß diese Serie eine der farbigsten kritischsten, interessantesten,sympathischsten und besten
auf dem Krimimarkt ist.
Jamaikafahrer und Kiffer sollten nicht die einzigen sein, die sich diese tollen Bücher zum Gemüte und vors geistige Auge ziehen.Im Todestrakt sitzt ein Unschuldiger: Er, der schwul ist, soll eine junge Frau, die der gleichen Kirche angehört, verge-
waltigt und ermordet haben. Der Roman beschäftigt sich mit der Rolle der Kirchen auf Jamaika und der entsetzlichen Homophobie. Schlitzohr und Grassexporteiur Ruffneck greift
mal wieder in seine Trickkisten, fälscht Papiere und stellt eine
"Sonderkommission" zusammen. verknallt sich in die schöne Frau eines zwielichtigen Pastors, kifft mehr als in andren Bü-
chern und spielt seinen Erfolg beim Lösen des Falles einem anderen zu. Ruffneck und sein Freund Prento sowie Valerie, seine Lebensabschnittsgefährtin und "babymother"sind aus andrem Schrot und Korn als Derrick, Der Alte und andre, arm aber ehrliche Cops oder Tecks. Sie sind schlitzohrig, hedonistisch,
lieben das Leben, lassen 5 auch mal grade sein, Mary Huana ist ihr Sakrament, Staat und Kirche, Finanzamt und Grenzen sind ihnen ein Greuel, ihr Gott ist Ananzi, Der Trickstergott der
Aschantis in Ghana und Schutzpatron Jamaikas. Einen Joint basteln. Lesen!
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