Modesty Blaise - Operation Säbelzahn von Peter O´Donnell

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 1966 unter dem Titel Sabre-Tooth, deutsche Ausgabe erstmals 1967 bei Zsolnay.

  • London: Souvenir, 1966 unter dem Titel Sabre-Tooth. 286 Seiten.
  • Wien; Hamburg: Zsolnay, 1967 Modesty Blaise, die Lady bittet ins Jenseits. Übersetzt von Anton & Adele Stuzka. 358 Seiten.
  • Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 1969 Modesty Blaise - die Lady bittet ins Jenseits. Übersetzt von Anton & Adele Stuzka. ISBN: 3-499-11184-5. 247 Seiten.
  • Wien; Hamburg: Zsolnay, 1974 Modesty Blaise - die Lady bittet ins Jenseits. Übersetzt von Anton & Adele Stuzka. ISBN: 3-552-02611-8. 358 Seiten.
  • München: Goldmann, 1990 Modesty Blaise - die Lady bittet ins Jenseits. Übersetzt von Anton & Adele Stuzka. ISBN: 3-442-09794-0. 316 Seiten.
  • Zürich: Unionsverlag, 2006. Übersetzt von Anton & Adele Stuzka. ISBN: 978-3293203631. 319 Seiten.

'Modesty Blaise - Operation Säbelzahn' ist erschienen als Taschenbuch

In Kürze:

Man nennt sie die gefährlichste Frau der Welt – Meisteragentin Modesty Blaise. Schön, klug, tollkühn und geschmeidig wie eine Wildkatze, ist diese schießende, männermordende tödliche Lady immer dann zur Stelle, wenn Sir Tarrant vom englischen Geheimdienst einen Super-Auftrag zu vergeben hat. Gestern noch auf der Jagd nach Diamantenschmugglern, stürzt sich Modesty mit ihrem treuen Ritter Willie Garvin schon wieder in neue Abenteuer. Kuwait ist das Stichwort; es geht um Öl und um die Sicherheit im Nahen Osten. Doch wie, wann und wo tritt der Feind in Aktion? Gibt es eine Söldnerarmee, die Kuwait überfallen soll, wo ist sie und wer befehligt sie? In Paris, London und Tanger landen Modesty und Garvin ihre ersten Coups. Raffiniert placieren sie die Lockspeise – und plötzlich schnappt die Falle zu. Als Befehlshaber und zugleich Gefangene des »Unternehmens Säbelzahn« riskiert das Agentenpaar Kopf und Kragen …

Das meint Krimi-Couch.de: »Schön wie eine Märchenprinzessin, gefährlich wie eine Sandviper - 007 muss sich warm anziehen!« 68°

Krimi-Rezension von Wolfgang Weninger

Modesty Blaise, ehemals Chefin der Untergrundorganisation »Das Netz« und Gelegenheitsagentin für den Britischen Geheimdienst, langweilt sich ein wenig, denn nur die ständigen Übungseinheiten mit ihrem langjährigen Weggefährten und Freund Willie Garvin sind nach den gefährlichen Zeiten von damals nicht das Gelbe vom Ei. Sie, schön wie eine Märchenprinzessin und gefährlich wie eine Sandviper, stellt auch den smartesten Geheimagenten locker in den Schatten und so ist es nicht verwunderlich, wenn der Leiter der Secret Services, Sir Gerald Tarrant, mit seiner Bitte um ein wenig Unterstützung nicht auf taube Ohren stößt.

In London hat sich eine Organisation mit dem klingenden Namen »Gesellschaft der Freunde für ein freies Kuwait« einen Vortragssaal gemietet, um dort für ihr Anliegen zu werben, damit die angebliche Exil-Regierung des arabischen Staates zu ihrem politischen Recht kommt. Aber da steckt deutlich mehr dahinter, denn irgendwo versteckt in den Bergen eines unbekannten Landes probt eine Söldnerarmee den gewaltsamen Umschwung. Und diese Armee braucht Führungskräfte, die mit allen Wassern gewaschen sind. Modesty Blaise und Willie Garvin wären dabei erste Wahl, aber wie bekommt man die beiden dazu, diese illegalen Geschäfte zu unterstützten?

Doch unsere beiden Helden zäumen das Pferd vom Schwanz auf, um den geheimen Aufrührern näher zu kommen. Ein fingierter Casinocoup, der in einem blamablen Desaster für Modesty endet und ein Desaster bei einem Museumsdiebstahl zeigen, dass Modesty pleite ist und dringend eines gut bezahlten Jobs bedarf. Zusätzlich wird noch das Pflegekind von Willie Garvin entführt, um dem schlagkräftigen Duo den Einstieg in das Söldnergeschäft leichter zu machen und schon kann es losgehen …Modesty und Willie gegen das Böse lautet die Devise.

Schon 1963 hat Peter O´Donnell seine Superfrau Modesty Blaise als Comic Strip auf die Leser der englischen Zeitungen losgelassen und seither haben sich viele Filmschaffende, darunter auch Quentin Tarrantino als Fans des ersten wirklichen Powerweibes geoutet. Leider sind diverse Verfilmungen, darunter auch eine mit der blonden Monika Vitti, ordentlich baden gegangen, denn mit dem dunkelhaarigen Prachtweib aus dem Comic kann nicht einmal Lara Croft mithalten.

»Operation Säbelzahn«, das schon 1967 als »Die Lady bittet ins Jenseits« auf dem Buchmarkt zu finden war, wurde jetzt als Unionsverlag Taschenbuch 363 neu auf die Kassentische des Buchhandels gelegt und wirkt trotz seiner 39 Jahre noch lange nicht antiquiert, was besonders an den gekonnt konstruierten Figuren liegt, deren Background immer wieder erläuternd einfließt. Dazu kommt, dass Modesty und Willie sich weniger hochmoderner Waffen bedienen, dafür aber umso mehr Körper und Geist trainieren und schon mit ein paar simplen Messern tödlicher sind, als andere mit einem Maschinengewehr.

Modesty Blaise war neben »Rip Korby« und »Phantom« eine der erfolgreichsten Comics in den Sechzigern und Peter O´Donnell hat nicht weniger als elf Bücher geschrieben, die sich mit den Abenteuern der schlagkräftigen Sexbombe befassen. »Operation Säbelzahn« ist davon wahrscheinlich eine der besten Geschichten und hat neben der etwas langatmigen, aber notwendigen Vorgeschichte genügend Spannung zu bieten, damit sich ein amüsantes und leichtes Lesevergnügen ergibt. Tierisch ernst darf man diese Art Lektüre ohnehin nicht nehmen, aber das konnte man auch bei Ian Flemings Büchern mit James Bond nicht und gegen die Titelheldin aus dem Comic muss sich 007 ordentlich warm anziehen.

 

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