Kopflos von
Buchvorstellung und Rezension
Bibliographische Angaben
Originalausgabe erschienen 1998 unter dem Titel A perfect Crime, deutsche Ausgabe erstmals 2015 bei Knaur.
- New York: Ballantine Books, 1998 unter dem Titel A perfect Crime. 416 Seiten.
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München: Knaur, 2015.
Übersetzt von Frauke Czwikla.
ISBN:
978-3-426-51475-7. 416 Seiten.
'Kopflos' ist erschienen als
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In Kürze:
Nur in Neds Armen fühlt sich Francie lebendig. Die wenigen gestohlenen Stunden der Leidenschaft in einer abgelegenen Hütte lassen sie die lieblos gewordene Ehe mit Roger, einem hochintelligenten, herrschsüchtigen Wissenschaftler, ertragen. Als Roger zufällig von der Liaison erfährt, sinnt er auf blutige Rache: mit dem perfekten Verbrechen. Doch sein perfider Plan gerät immer mehr aus den Fugen, bis Roger schließlich komplett den Kopf verliert – buchstäblich …
Das meint Krimi-Couch.de: »Wenn der Killer eigenwillig wird«
Krimi-Rezension von Andreas Kurth überspringen
Francie ist eine junge Kunst-Expertin, die in ihrer Ehe mit dem mittlerweile arbeitslosen Roger schon länger nicht mehr glücklich ist. Deshalb hat sie sich auf eine an sich hoffnungslose Affäre mit dem Psychologen Ned eingelassen, der auch eine Radiosendung moderiert. Immer donnerstags kommen sie zu einem Schäferstündchen im Ferienhaus einer Freundin von Francie zusammen, die seit Jahren in Rom lebt. Francie kümmert sich um das Häuschen – ein scheinbar perfektes Arrangement, denn beide können ihre längere Abwesenheit an diesen Abenden immer wieder mit ihrer Arbeit erklären.
Ned denkt allerdings nicht einmal über eine Scheidung nach, obwohl Francie ihm durchaus etwas bedeutet – aber seine kleine Tochter ist deutlich wichtiger für ihn. Roger kommt den beiden durch einen Zufall auf die Spur – und plant voller Wut die Ermordung seiner Ehefrau. Er will sie allerdings nicht selbst umbringen, sondern einen Killer dafür anheuern. Der ganze Plan wird im Zuge der Ausführung immer komplizierter – und läuft schließlich völlig aus dem Ruder.
Ein unterhaltsames und spannendes Buch
Kopflos ist bereits 1998 unter dem Titel »A perfect crime« erschienen, und erst 2015 vom Knaur-Verlag in Deutschland auf den Markt gebracht worden. Also kein Frühwerk des Autors, aber doch fast 20 Jahre alt. Das Buch ist unterhaltsam und durchaus spannend, ob man es unbedingt als »Thriller« deklarieren sollte, lasse ich mal dahin gestellt – das mag jeder Leser für sich selbst beantworten.
Überhaupt nicht nachvollziehbar ist, dass der Verlag auf der Buchrückseite eines der Ergebnisse aus dem Finale des Buches vorwegnimmt. Dort heißt es, dass »Roger schließlich komplett den Kopf verliert – buchstäblich...« Natürlich gibt es noch genug Fragen, die sich im Laufe der Handlung ergeben, und die erst im Finale beantwortet werden, aber spoilern auf der Buchrückseite – darauf muss man erstmal kommen.
Der Autor hat einige überraschende Wendungen eingebaut
Für diese Unart des Verlages kann der Autor natürlich nichts, und deshalb lasse ich das auch nicht in die Bewertung einfließen. Peter Abrahams gelingt es nämlich durchaus, trotz der ungewöhnlichen Erzählweise – die Verbrechen geschehen erst am Ende des Buches – durch seine Protagonisten und ihre merkwürdigen Verhaltensweisen einiges an Spannung aufzubauen.
Der Autor hat zahlreiche überraschende Wendungen in seine Geschichte eingebaut, wo sich die Handlung auch anders entwickeln könnte.
Zuweilen glaubt man daher als Leser, die weitere Entwicklung der Geschichte bereits zu durchschauen, um dann doch wieder von unerwarteten Ereignissen überrascht zu werden. Abrahams steuert so auf das große Finale zu, und nimmt den Leser dabei sehr gut mit.
Kurzweilige und unterhaltsame Lektüre
Die Geschichte ist gut und angenehm zu lesen, an der einen oder andren Stelle hätte man sich vielleicht etwas mehr Aufmerksamkeit seitens des Lektorats gewünscht, aber der gute Plot macht hier vieles wieder wett. Daneben punktet Peter Abrahams mit seinen Protagonisten. Francie ist nett, in künstlerischen Dingen sehr bewandert – und ziemlich naiv.
Ihr Lover Ned kommt als egoistischer und tatsächlich rücksichtsloser Macho daher, dem die Geheimhaltung seiner Affäre mit Francie wichtiger ist als alles andere. Ehemann Roger schließlich ist ein völlig verkopfter Spinner, dem seine eigene Intelligenz am Ende ziemlich im Weg steht.
Die Verknüpfung dieser drei so unterschiedlichen Hauptpersonen miteinander – es gibt noch ein paar Nebenfiguren, die ebenfalls gut gezeichnet sind – macht am Ende den großen Reiz dieses Romans aus. Wenn man sich an die ungewöhnliche Reihenfolge der Ereignisse gewöhnt hat, wird man von der kurzweiligen Lektüre sehr gut unterhalten.
Andreas Kurth, September 2015
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| Janosch79 zu »Peter Abrahams: Kopflos« | 25.04.2015 |
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