Der Kapuzenmörder von Paul Harding

Buchvorstellung

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 1992 unter dem Titel Murder Wears a Cowl, deutsche Ausgabe erstmals 1994 bei Eichborn.
Ort & Zeit der Handlung: , 700 - 1500 (Mittelalter).

  • London: Headline, 1992 unter dem Titel Murder Wears a Cowl. als P. C. Doherty. 249 Seiten.
  • Frankfurt am Main: Eichborn, 1994. Übersetzt von Rainer Schmidt. ISBN: 3-8218-0216-2. 304 Seiten.
  • München: Droemer Knaur, 1997. Übersetzt von Rainer Schmidt. ISBN: 3-426-63045-1. 269 Seiten.
  • Augsburg: Weltbild, 2001. Übersetzt von Rainer Schmidt. ISBN: 3828904289. 304 Seiten.

'Der Kapuzenmörder' ist erschienen als HardcoverTaschenbuch

In Kürze:

Ein Serienmörder ist unterwegs. Er lauert Mätressen auf und schneidet ihnen die Kehle durch. Das ist in London im Jahre 1302 noch nichts Beunruhigendes. Doch als es eine Lady aus besten Kreisen trifft, wird die Sache brisant für König Edwards Meisterspion Hugh Corbett!

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Stefan83 zu »Paul Harding: Der Kapuzenmörder« 15.12.2009
Das "Ripper"-Thema gehört wohl zu den meist Benutztesten im Genre des Kriminalromans und findet sich in den Werken vieler Autoren in den verschiedensten Formen wieder. Auch Paul Harding alias Paul Charles Doherty greift die Umstände der Morde in Whitechapel auf, um sie für die Handlung des sechsten Bandes aus der Hugh-Corbett-Reihe etwas verändert zu verwenden. Und obwohl der Leser ob dieser Vielzahl von Rippern langsam zu ermüden droht, schafft es Harding dem Ganzen ein paar neue Facetten abzugewinnen und einen äußerst spannenden historischen Krimi auf Papier zu bringen. Dabei führt uns der Autor, der selbst in jungen Jahren ein Priesteramt anstrebte, um dann letztendlich doch an der Universität von Liverpool Geschichte zu studieren, erneut in das Umfeld einer Abtei:

London im Jahre des Herrn 1302. In den dreckigen und düsteren Gassen Londons treibt ein grausamer Serienmörder sein Unwesen, der Huren, Prostituierten und Kurtisanen von einem Ende der Stadt bis zum anderen die Kehle durchschneidet. Ein Fall, der von der Justiz eher träge verfolgt wird, bis Lady Catherine Somerville, Mitglied der Schwestern der Heiligen Martha und Witwe eines treuen Gefährten Eduards I., ebenfalls tot in Smithfield aufgefunden wird. Als der König durch einen Brief vom Bürgermeister und dem Stadtrat davon hört, befiehlt er Hugh Corbett, seinem Obersekretär, Sonderbeauftragten und Geheimsiegelbewahrer, nach London zu reisen, um die Morde aufzuklären und ihnen ein Ende zu bereiten. Corbett, dem eigentlich eine Auszeit versprochen wurde, versucht sich zu weigern, muss dabei aber einmal mehr feststellen, dass der cholerische und gewiefte König zuletzt doch stets seinen Willen bekommt. Zum Ritter geschlagen macht sich Sir Hugh samt seiner Gehilfen Ranulf und Maltote auf den Weg. In London muss er schnell feststellen, dass sich aufgrund der Abwesenheit des Königs viel zum Schlechteren gewandt hat und es zunehmend schwieriger wird zwischen Freund und Feind zu unterscheiden. Zudem weilt auch sein Erzfeind, Sir Amaury de Craon, der persönliche Abgesandte und Spion König Philipps von Frankreich, derzeit in der Stadt.

Hat er vielleicht mit den Morden zu tun? Oder ist der Täter gar unter den Mönchen der Abtei von Westminster zu finden? Und was verbirgt eigentlich der schweigsame Sheriff? Corbett muss als sein Können einsetzen, um Antworten auf diese Fragen zu finden...

Nach "Der Prinz der Finsternis" ist dies nun der zweite Paul Harding, den ich gelesen habe und dieser hat mir noch mal um einiges besser gefallen. Der Autor hat wahrlich ein Händchen dafür das düstere Mittelalter zum Leben zu erwecken, die finsteren Gassen und Hinterhöfe Londons aufs trefflichste zu beschreiben. Schon nach wenigen Seiten ist man selbst rettungslos in der Epoche versunken, schaut man dem Mörder bei seinem blutigen Werk über die Schulter, ohne anfangs irgendeinen Anhaltspunkt zu haben, um wen es sich dabei handelt. Unwillkürlich hält man den Atem an, wenn dieser erneut einem Opfer im Dunkeln auflauert und die Klinge im Mondlicht aufblitzt. Wenn es um stimmungsvolle Bilder geht, versteht Harding sein Fach. Wie beim Vorgänger hat er jedoch ein wenig Probleme bei der Zeichnung seiner Figuren, die alle sehr steril und kalt bleiben, weder Sympathien noch Antipathien wecken. Während mir die Protagonisten anderer Autoren sofort bildlich vor Augen sind, kann ich Corbett schlecht einordnen, dessen Launen und Angewohnheiten sich stets ändern. Dass er zudem Meisterspion, Ermittler, Sekretär und Schwertkämpfer in einem ist, macht ihn nicht unbedingt glaubhafter.

Dies ist allerdings ein kleiner Kritikpunkt, der die Unterhaltung nur wenig trübt. "Der Kapuzenmörder" ist bis zum Ende äußerst spannend, wenngleich der aufmerksame Beobachter vielleicht schon etwas früher den Täter erraten hat. Äußerst interessant auch, wie Harding das Thema um die Templer anreißt, die in den folgenden Romanen aufgrund von Philipps Handlungen ja noch eine große Rolle zu spielen haben.

Insgesamt ist "Der Kapuzenmörder" ein atmosphärisch dichter, aber auch gleichzeitig historisch fundierter (siehe Nachwort) Kriminalroman, der für einige Stunden bestens unterhält und das Mittelalter in England mit all seinen Facetten zu Leben erwecken weiß. Die Hoffnung bleibt, dass diese derzeit vergriffenen Bände irgendwann nochmals neu aufgelegt werden.
18 von 24 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
buchmädchen zu »Paul Harding: Der Kapuzenmörder« 07.12.2004
also ich find ja das das buch wirklich gut ist und obwohl ich es hasse ein buch 2x zu lesen fand ich es so spannend, dass ich es nach einem jahr gleich nochmal gelesen habe und es war fast noch spannender als beim ersten mal
0 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Dr. SANATI zu »Paul Harding: Der Kapuzenmörder« 02.01.2004
Ein sehr gut recherchierter, spannender und empfehlenswerter Krimi, den ich in 3 Tagen trotz Zeitknappheit durchgelesen und genossen habe.
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