Tod in Bordeaux von Paul Grote

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2003 bei Rowohlt.
Ort & Zeit der Handlung: Frankreich / Bordelais, 1990 - 2009.

  • Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 2003. ISBN: 3-499-23744-X. 350 Seiten.

'Tod in Bordeaux' ist erschienen als Taschenbuch

In Kürze:

Martin kann es kaum fassen: Gestern erst hat er sich von seinem besten Freund, einem Winzer im Bordelais, verabschiedet, nun ist Gaston tot. Erschlagen von Paletten in einem Lager. Angeblich ein Unglück, doch Martin traut der Sache nicht. Wer ist ihm auf der Rückfahrt nach Frankfurt gefolgt? Warum wurde ihm der Wein, den Gaston ihm mitgegeben hatte, gestohlen? Zurück in Frankreich, scheint Martin auf einmal gar nicht mehr willkommen. Nur Charlotte, die Tochter des benachbarten Winzers, nimmt seine Fragen ernst …

Das meint Krimi-Couch.de: »Krimi mit aktuellem Bezug« 79°

Krimi-Rezension von Sabine Reiss

Obwohl der erste Krimi von Paul Grote im Jahr 2003 erschienen ist, kann er mit seinem Thema in den letzten Tagen des Jahres 2005 mit aktuellem Bezug glänzen. Die Zeitungen sind voll davon, der Agrarministerrat der EU hat dem Weinhandelsabkommen mit den USA zugestimmt. Kritiker befürchten, dass so mehr und mehr preiswerte Kunstweine in deutsche Gläser fließen, denn in den USA ist es im Gegensatz zu Deutschland erlaubt, Weine physikalisch zu trennen und neu zu mischen, auch der Zusatz von künstlichen Aromen oder Wasser ist dort kein Tabu. So kann ein bestimmter Wein immer gleich schmecken, wohingegen der Winzer hierzulande mit seinem Naturprodukt auf die Geschmacksvielfalt setzt oder setzen muss. Der Ruf nach einem Reinheitsgebot für Wein wird laut. Aber woher wissen wir, dass in Europa alles Gold ist, was glänzt?

Der Mann mit der guten Nase

Gaston Latroye, Winzer im Bordelais, nimmt den Weinbau sehr ernst. Erst vor einigen Jahren hat er das Land von einem älteren Ehepaar gekauft und alle alten Rebstöcke herausgerissen. Zusammen mit seinem Freund Martin Bongers, Weinhändler aus Frankfurt, hat er sein Lebenswerk aufgebaut und sich langsam einen Ruf erarbeitet. Bongers macht sich mal wieder auf die Rückreise nach Deutschland, den Kofferraum voll beladen. Zusätzlich gibt ihm Gaston noch einen Wein mit, einen 89er Haut-Bourton, den der Weinhändler nicht bestellt hatte. Gastons Worte sind rätselhaft. Martin soll den Wein probieren, zusammen mit dem, den er in seiner Weinhandlung noch im Keller hat. Das sind die letzten Worte, die er noch in den Ohren hat.

Auf der Fahrt nach Deutschland fühlt er sich verfolgt. Trotz entsprechender Vorkehrungen wird in der Nacht sein Auto aufgebrochen, der Haut-Bourton wird gestohlen, doch zwei Flaschen verbleiben ihm, da sie in seinem Lunchpaket versteckt waren. Wie es Gaston ihm geraten hat, verkostet er eine neue Flasche und eine aus seinem Keller gegeneinander und stellt Abweichungen fest – Fehltöne -, obwohl es sich um den gleichen Jahrgang handelt. Er hatte schon immer eine gute Nase. Fast scheint es, als sei der Wein aus dem Lunchpaket von minderer Qualität: eine Fälschung?. Ein Anruf in Saint-Émilion bei seinem Freund bringt ihm eine schockierende Nachricht: Gaston ist tot, erschlagen von Paletten in einem Lager. Der Überbringer der Botschaft gibt sich als Gastons Schwager aus, doch dessen Frau hat gar keinen Bruder. Martin scheint der Einzige zu sein, der Gastons Tod nicht für einen Unfall hält und bringt damit auch sein Leben in Gefahr.

Im Wein liegt die Wahrheit

Dass Paul Grote etwas von der Weinherstellung versteht, das merkt man in jedem Kapitel seines Buches. Das Wissen wird sehr natürlich mit der Story verschmolzen und an den Leser weitergegeben, ohne dessen Geduld zu sehr zu strapazieren. Der Autor hat zudem hier eine sympathische Figur geschaffen, die zuweilen recht viel erdulden muss, aber dennoch nicht zuviel Mitleid hervorruft. Im Vergleich zur Hauptperson aus seinem zweiten Krimi »Bitter Chianti« wirkt der Weinhändler weniger abgeklärt, weniger überlegen.

Hier wird dem Leser reiner Wein eingeschenkt

Die beiden Geschichten ähneln sich insofern, als dass Amateure in die Verbrechensaufklärung verwickelt werden und dabei selbst in die Schusslinie geraten. Hier endet jedoch die Gemeinsamkeit. Nicht nur die Umgebung hat von Frankreich nach Italien gewechselt, auch die Motive sind gänzlich andere. Für genügend Abwechslung ist also gesorgt. Spannung und Niveau stimmen bei »Tod in Bordeaux« in etwa mit dem Nachfolger überein, das Ende ist etwas weniger dramatisch angelegt. Aber auch hier gilt: Wenn man das Buch erst mal angefangen hat, kann man es kaum mehr aus der Hand legen.

Das Buch ist nicht nur für die Weinkenner unter den Krimifans zu empfehlen. Hier lernt man auf unterhaltsame Weise die Kunst der Weinherstellung besser kennen, ohne mit allzu vielen Fachbegriffen bombardiert zu werden. Sehr kurzweilig und spannend. Darauf einen Roten – vielleicht einen Bordeaux? Zum Wohl!

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Thomas R. zu »Paul Grote: Tod in Bordeaux« 25.04.2011
Teilweise war das Buch unterhaltsam zu lesen, aber schon recht früh ahnt man, worauf es hinausläuft. Daneben störten mich eher sprachliche Fehler (z.B. "Mon Dieux"), Namensverwechslungen (Grivot/Garenne). Wenn schon im Vorwort jemanden für sprachliche Beratung gedankt wird, hätte ich ein fehlerfreies Französisch erwartet.
Für Weinliebhaber ein unterhaltsames Buch, das jedoch keinen bleibenden Eindruck hinterlassen wird.
lilo zu »Paul Grote: Tod in Bordeaux« 29.11.2010
Schlecht, schlecht, schlecht! Abgesehen von der bereits erwähnten Schwarz-Weiß Malerei störte mich besonders, dass in der immerhin schon 10. Auflage so viele Fehler zu finden sind, sowohl Druckfehler, als auch inhaltliche. So werden 2x Personen verwechselt - wenn es dem Autor schon nicht gelingt seine handelnden Personen auseinanderzuhalten sollte er sich vielleicht Namen ausdenken, die leichter zu unterscheiden sind! Dieses Buch war sein Geld echt nicht wert!
Torsten Molter zu »Paul Grote: Tod in Bordeaux« 09.05.2007
Als leidenschaftlicher Weintrinker und Krimileser stellt das Thema die ideale Kombination dar. Leider hält das Buch nicht, was es verspricht. Je länger die Geschichte sich hinspinnt, desto ermüdender die Lektüre, was zum Teil am behäbigen Stil des Autors liegt, zum Teil aber auch an der Naivität und Unbeholfenheit des Helden. Die Bösen sind die Bösen, die Guten die Guten. Schattierungen oder detailierten Einblick in die Motive der handelnden Personen werden nicht geboten. Das Buch wirkt oft zusammengeschustert und das Wissen zum Wein und Weinbau angelesen. Auf die anderen Bücher von Herrn Grote bin ich nun nicht mehr neugierig.
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