Zerschnitten von Paul Cleave

Buchvorstellung

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2015 unter dem Titel Trust No One, deutsche Ausgabe erstmals 2016 bei Heyne.

  • New York: Atria, 2015 unter dem Titel Trust No One. 352 Seiten.
  • München: Heyne, 2016. Übersetzt von Frank Dabrock . ISBN: 978-3-453-43855-2. 464 Seiten.

'Zerschnitten' ist erschienen als Taschenbuch E-Book

In Kürze:

Henry Cutter hat viele Menschen ermordet – sehr viele Menschen. Doch die Morde fiden nur in seiner Imagination statt, denn er ist ein berühmter Thrillerautor. Eines Tages behauptet Cutter allerdings, die geschilderten Taten tatsächlich begangen zu haben. Niemand glaubt dem Autor, denn unlängst wurde bei ihm eine voranschreitende Demenz diagnostiziert. Cutter kann keiner Erinnerung mehr trauen. Das Problem ist nur, dass in seiner Umgebung plötzlich schreckliche Morde geschehen. Bestialisch – wie in den Büchern von Henry Cutter …

Ihre Meinung zu »Paul Cleave: Zerschnitten«

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Oskar zu »Paul Cleave: Zerschnitten« 26.01.2017
Also was soll man dazu sagen? Tja, wieder ein Buch wo mein Geld zu schade war. 475 Seiten sinnloser Wiederholungen, die Art Bücher sollten nicht unter Thriller signiert werden. Für mich bleibt und wird kein Bestseller. Sorry, aber man könnte das Buch in 120 Seiten zusammen fassen und dann unter Kategorie Kurzgeschichte abstempeln.
Carolina zu »Paul Cleave: Zerschnitten« 27.10.2016
Ich habe nach dem ersten Buch alle weiteren gekauft, weil die Romane etwas Besonderes zu sein versprachen, nachdem ich den 7. Tod gelesen hatte. Ich war immer angetan vom Autor - sonst hätte ich keine Bücher von ihm mehr gekauft. Zerschnitten fand ich sehr spannend, es zieht einen richtig rein in die Geschichte nur nach fast 400 Seiten dehnt sich die Sache wie Strudelteig und man hofft, dass die Lösung bald kommt. Mit der gönnerhaften, überheblichen Kritik von Crimehands.com stimme ich absolut nicht überein. Außerdem hat der oder die Schreiberin die Handlung offensichtlich nicht so ganz kapiert. Am Ende kann sich jeder Leser aussuchen, wie die Geschichte wirklich war. Typisch Clkeave überläßt er dem Leser die Beurteilung selbst, er bietet dafür 2 Möglichkeiten.
Wolf L. Aronnax zu »Paul Cleave: Zerschnitten« 20.09.2016
Da ist aber jemand mitteilungsbedürftig, wenn die identische Kritik bei einem großen Online-Versandhandel aufgeführt wird. Das Ergebnis: zwei von fünf Sternen.Das Ergebnis dieser Kritik: vier von fünf.Paul Cleave hat bislang neun Romane veröffentlicht. "Zerschnitten" darf sich als ein typischer Cleave-Roman bezeichnen lassen.Paul Cleave schafft es in seinen Romanen, ein perfides Spiel mit Hilfe von Perspektiven ("Der siebte Tod") oder moralischen Grenzgängen ("Der 5-Minuten-Killer") zu bieten - dekoriert mit jeweils einer kräftigen Portion schwarzen Humors.Zum Buch.
Der Titel ist Programm - allerdings weniger der deutsche als der englische Titel. "Zerschnitten" ist alles andere als unpassend, aber dennoch etwas nichtssagend. "Trust no one" trifft es eher, passt zum Demenz-Thema und schmiegt sich sehr gut in ein typisches Thriller-Spektakel ein.
Dabei werden zwei Handlungsstränge verfolgt, wie das auch bei vorherigen Cleave-Büchern der Fall war. Hier wird dem Leser einerseits das zur Gedächtnisstütze gedachte "Protokoll des Wahnsinns" und andererseits die Handlung in der Echtzeit des Romans. Die Darstellung der typischen Begleiterscheinungen der Demenzerkrankungen sind - aus Sicht eines Laien - gut getroffen und tragen zur Spannung bei. Schon früh wird beispielsweise mit Hilfe der zweiteiligen Erzählung auf ein Ereignis hingewiesen, auf das der Leser in der Folge hinarbeiten muss.
Etwas merkwürdig mutet an, wie schnell die Krankheit foranschreitet. Das wird im Buch selbst nicht wirklich thematisiert, bestenfalls zur Kenntnis genommen. Das zu bewerten sollte aber fachlich einschlägigeren Rezensenten vorbehalten sein.
Davon abgesehen trägt es eben zum Fortschritt der Handlung bei.Insgesamt hat Paul Cleave ein gesundes Charakterkonstrukt geschaffen, ohne auf bereits bekannte Figuren zurückzugreifen. Für die einen bietet sich somit die Möglichkeit, ohne die anderen Romane gelesen zu haben, einen guten Roman zu lesen. Für die anderen mag es schade sein, die mehr oder weniger lose zusammenhängende Charakterwelt, die Paul Cleave geschaffen hat, für den Moment nicht wieder zu betreten. Dennoch sei auch angemerkt, dass ein Autor auch etwas semi-neues ausprobieren kann und gerne darf. Vorliegend gelingt das gut.Ergebnis:
Ein guter Thriller mit emotionalen Momenten, Spannungsmomenten, nicht übertriebenem Verschwörungsszenarien und einem Ende, das zwar nicht unvorhersehbar ist, aber auch hier: typisch Cleave. Dazu gibt es wieder schwarzen Humor. Wer das mag, wird zufrieden sein.
Crimehands.com zu »Paul Cleave: Zerschnitten« 16.09.2016
Kann man das Thema Demenz richtig breit in einem Kriminalroman bearbeiten? Wenn ja, wie geht man es an? Klar, Alzheimer kann jeden von uns treffen, aber muss es sein, dass man das Thema in einem Medium behandelt, das eigentlich unterhalten soll? Das spannend, vielleicht etwas blutrünstig und möglicherweise auch ein bisschen lustig sein soll? Diese Fragen sollen keinen bewertenden Charakter haben – ich stelle sie erstmal nur in den Raum. Paul Cleave hat es versucht, und die Idee an sich ist innovativ.

Und innovativ kann Cleave normalerweise auch, das sah man bereits an seinem Debüt, in dem er den Thriller aus der Sicht des Mörders schrieb und damit einen Welthit landete. In gewisser Weise kehrt er mit „Zerschnitten“ zurück zu den Wurzeln, aber irgendwie will das gute Stück nicht so recht zünden – zumindest in der ersten Hälfte nicht, durch die man sich regelrecht durchquälen muss, weil es zeitweise wirklich zäh ist. Insgesamt gibt es zwei Handlungsstränge, die sich beide um die Figur des Jerry Grey drehen. Einer davon – der lebhaftere – spielt in der Gegenwart, der andere in der Vergangenheit von Grey, in der er ein „Protokoll des Wahnsinns“, wie er es nennt, angefertigt hat. Und damit kommen wir zur ersten der oben angeführten Fragen, ob man das Thema Demenz in einem Kriminalroman breit bearbeiten kann: Ja, man kann – wenn man in Kauf nimmt, dass der ein oder andere das Buch gähnend ins Regal zurückstellt und sich darüber ärgert, Geld aus dem Fenster geworfen zu haben. Selbst bei mir gab es für einen Augenblick so einen Gedanken. Aber ich kenne Cleave schon lange und wusste, dass es so nicht weitergehen wird, so nicht weitergehen kann.

Und die zweite Hälfte entschädigt dann auch etwas – wie in einem Fußballspiel, in dem die Lieblingsmannschaft nach der ersten Hälfte 0:5 zurückliegt, weil sie nicht und nicht ins Spiel kam. Man weiß, dass sie verlieren wird, aber dann bitte mit Anstand. Und dann schießt sie in der zweiten Spielhälfte noch drei Tore und bekommt keines mehr. Da ist man am Ende nicht ganz so enttäuscht. Und etwas von dem gibt Cleave auch in seiner zweiten Hälfte des Buches zurück, zumindest was das Thema Spannung betrifft, denn davon ist in der ersten Hälfte gar nichts zu sehen. Auch der Showdown ist ziemlich okay, er hält zwar keine Überraschung bereit, aber immerhin doch noch einen kleinen Twist.

Im Abspann des Buches, also der Danksagung, erfährt man dann, wie persönlich dieser Roman für Cleave ist. Schon während des Lesens fragt man sich, wie viel Cleave in der Geschichte steckt – nun, einiges davon. Aber dennoch ist man dann irgendwie froh, dass es vorbei ist. Der Spagat zwischen ernstem Thema und Unterhaltungsliteratur ist etwas zu groß, so dass die Unterhaltung leider etwas auf der Strecke bleibt.

Fazit: Ich habe nicht alle Bücher von Paul Cleave gelesen, aber es gibt bessere, wie etwa „Der siebte Tod“ oder „Der 5-Minuten-Killer“. Dennoch ist es etwas Neues und die Idee an sich ist wirklich grandios, nur die Umsetzung hat ein paar Schönheitsfehler. Aber Cleave ist einer der wenigen Autoren, die immer wieder etwas wagen und sich nicht immer des öden Räuber-und-Gendarm-Spiels bedienen – allein dafür gebührt ihm Respekt; und den bekommt er von mir.
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