Die Toten schweigen nicht von Paul Cleave

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2008 unter dem Titel Cemetery Lake, deutsche Ausgabe erstmals 2009 bei Heyne.
Ort & Zeit der Handlung: Neuseeland / Christchurch, 1990 - 2009.
Folge 1 der Theodore-Tate-Serie.

  • Auckland, N.Z.: Random House New Zealand, 2008 unter dem Titel Cemetery Lake. 464 Seiten.
  • München: Heyne, 2009. Übersetzt von Frank Dabrock. ISBN: 978-3-453-43308-3. 464 Seiten.
  • [Hörbuch] Freiburg im Breisgau: Audiobuch, 2009. Gesprochen von Stefan Kaminski. gekürzt. ISBN: 3899643593. 6 CDs.

'Die Toten schweigen nicht' ist erschienen als TaschenbuchHörbuchE-Book

In Kürze:

Christchurch, Neuseeland. Am örtlichen Friedhof lässt Privatdetektiv Theo Tate eine Leiche exhumieren. Doch als der Sarg geöffnet wird, liegen darin nicht wie erwartet die Überreste eines alten Mannes, sondern der Körper einer jungen Frau. Kurz darauf treiben mehrere Leichen an der Wasseroberfläche des Friedhofssees. Ein Serienmörder treibt sein Unwesen und Tate setzt alles daran, ihn zu stellen. Doch bald gerät er selbst ins Visier der Polizei. Und auch der Killer hat es auf ihn abgesehen.

Das meint Krimi-Couch.de: »Ein Fall am anderen Ende der Welt« 85°Treffer

Krimi-Rezension von Thomas Kürten

Kriminalfälle vom 5. Kontinent sind immer noch eine Seltenheit. Nur wenige Autoren aus Australien und noch weniger aus Ozeanien schaffen es über die englischsprachigen Bestsellerlisten auch in eine deutsche Übersetzung. Der Neuseeländer Paul Cleave ist einer der ganz wenigen, die dies offenbar nachhaltig schaffen, denn mit Die Toten schweigen nicht ist inzwischen sein dritter Titel in Deutschland erschienen.

Theo Tate ist ein an sich selbst gescheiterter Polizist, den ein furchtbarer Unfall aus der rechten Fahrbahn gebracht hat. Seine Frau ist seitdem im Wachkoma, seine Tochter damals gestorben. Tate sah sich mit einer zu laschen Gesetzgebung konfrontiert und den Sinn seines Tuns in Frage gestellt. Den Dienst quittierte er, um als Privatermittler im gleichen Metier tätig sein zu können, ohne sich an die allzu strikten Dienstanweisungen halten zu müssen. Nun ermittelt er hauptsächlich für Versicherungen und kommt damit offenbar halbwegs über die Runden.

Wer tauscht die Leichen aus?

Bei der Exhumierung einer Leiche aus einem Grab nahe des Friedhofsees wird Erdreich so sehr gelockert, dass nicht nur ein Sarg aus dem Grab gehoben wird, sondern auch der See eine weitere Leiche, die zuvor auf Grund befestigt war, freigibt. In der Pathologie wird entdeckt, dass in dem Sarg gar nicht ein Mann, sondern eine Frau beerdigt war. Wie der Zufall es will, handelt es sich um eine vermisste Leiche, dessen Exhumierung Tate vor zwei Jahren, kurz bevor sich der Unfall seiner Frau und Tochter ereignete, abgelehnt hatte. Wie durch einen heftigen Faustschlag fühlt sich der Ex-Polizist in die Zeit vor zwei Jahren versetzt und alte Wunden brechen auf.

Weitere Leichen werden im See gefunden. Tate kann auch die Identität der anderen Leichen entschlüsseln. Vermisste junge Frauen aus den letzten zwei Jahren liegen in ihren Gräbern. Der junge Friedhofswärter, der sich so verdächtig benommen hatte, weiß eventuell mehr. Doch der hat eine Waffe und bringt sich vor Tates Augen damit um. Bevor der Detektiv weiter ermitteln kann, wird er selbst zum Gejagten: Der Vater des Friedhofswärters erinnert sich an das, was über Tate damals in der Presse stand und verdächtigt ihn, nun seinen Sohn erschossen zu haben.

Packender Thriller

Paul Cleave schildert eine düstere, stellenweise makabere Jagd nach der Wahrheit. Sein Theo Tate ist ein moderner Desperado, dem seine eigenen Vorstellungen von Moral und Gerechtigkeit über das Gesetz gehen. Da er mit Selbstjustiz bereits einmal erfolgreich war, kennt er keine Skrupel immer wieder mit nicht ganz legalen Waffen zu kämpfen. Und diese Waffen sind schärfer als die schärfsten Klingen und tödlicher als die präzisesten Pistolen. Andererseits ist Tate ein gebrochener Mann, der mit dem schweren Schicksal seiner Familie nicht klarkommen kann und seine Frau und das Grab seiner Tochter unablässig und fast täglich besucht. Tate ist alkoholsüchtig und unberechenbar.

Keine Frage, wer lieber etwas über aalglatte, integere Supercops lesen will ist bei Paul Cleave falsch. Er schickt lieber einen ungebundenen und in seinen Methoden freien Ermittler ins Rennen, auf dessen Seele schwere Narben lasten. Zwar ist erstaunlich, was solch ein Mann ertragen muss und wie er sich dann doch wieder selber aus diesem Sumpf zieht, aber für einen rundum packenden Thriller kann man manchmal nicht dick genug auftragen. Voller Action und Gefahr ist Die Toten schweigen nicht ein Garant für hoch stehende Nackenhaare und Gänsehaut. So gesehen nicht erstaunlich, dass Paul Cleaves Romane ins Deutsche übersetzt werden.

Thomas Kürten, März 2010

Ihre Meinung zu »Paul Cleave: Die Toten schweigen nicht«

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John67 zu »Paul Cleave: Die Toten schweigen nicht« 22.06.2011
Nachdem ich mich durch die letzten von mir gelesenen Krimis eher durchgequält hatte, war dieser mal wieder ein echtes Leseerlebnis. Spannend, actionreich und mit zahlreichen Wendungen kann man dieses Buch kaum aus der Hand legen. Der Handlungsstrang und die Zusammenhaenge sind eher einfach, aber deshalb auch leicht nachvollziehbar. Der Autor wollte mit seinem Detektiv ein wenig den Marlowe der heutigen Zeit darstellen, was allerdings nicht gelungen ist, da es doch etwas an Persönlichkeit fehlt.
Die Auflösung kommt dann etwas überraschend und leider, wirklich leider nach all den vielen spannenden Seiten, auch etwas dünn, da zahlreiche Fragen offenbleiben und das Motiv nicht ganz schlüssig ist.
Egal: auf alle Fälle sehr gute und spannende Unterhaltung, weitermpfehlenswert. Ich werde sicherlich einen weiteren Krimi von Paul Cleave lesen!!
Lesemaus zu »Paul Cleave: Die Toten schweigen nicht« 23.01.2011
Ich bin sehr kritisch was gute Bücher angeht, aber hier kann ich nur sagen, es ist ein gutes Buch! Guter Einstieg der mich fesselte, langer oder Spannungsbogen der immer packender und rasanter wurde und ein nicht zu plötzliches Ende! Das Ende selbst.. Okay, ein bisschen anders hatte ich es mir schon gewünscht, aber das gewählte ist trotzdem gut.

Lesen ließ es sich auch von der Schreibweise her sehr gut. Ich-Perspektive find ich immer wieder genial!

Fazit: Sehr empfehlenswert!
E. Fiechtner zu »Paul Cleave: Die Toten schweigen nicht« 25.03.2010
Privatdetektiv und Ex-Cop als Ich-Erzähler, ein packender und lebhafter Erzählstil. Es treten dann viele Zufälle auf und viel "Irrsinn", der wohl zu einem Serienmord-Krimi gehört. Dadurch wird es aber auch unglaubwürdig, und die menschliche Seite des Helden geht darin unter. Man liest den Krimi schnell fertig, behält aber ein ungutes Gefühl, weil der Held ja auch seine negativen Seiten hat.
BW! zu »Paul Cleave: Die Toten schweigen nicht« 20.02.2010
Also zu Beginn des Buches war ich sehr skeptisch. Die ersten 60 Seiten verliefen eher schleppend, aber dann!! Aller erste Sahne! Ich konnte das Buch kaum mehr weglegen! Die GEschichte ist zwar etwas weithergeholt und vielleicht sehr zufällig, aber ein extrem spannendes Werk mit Autorenbotschaft. das Buch ist leicht zu lesen und weckt andauernde Spannung! Außerdem gerät man immer wieder in eine Zwiespalt mit sich selbst: Kann man das Dulden, was der Ermittler Tate im Laufe des Buches macht und bereits gemacht hat. Der Gewissenskionflikt, den er bereitet, ist oft an erster Stelle. Somit muss sich der LEser zu Ende selbst entscheiden, ob er das Verhalten des Kommissars toleriert (immerhin deckt er den Fall auf), oder ob er diesem entsagt!
fazit: Super spannend, geschichte etwas sehr spektakulär, der Täter: total unerwartet!!
Alles in allem SEHR GELUNGEN deshalb 85 %!!
Ringelroth zu »Paul Cleave: Die Toten schweigen nicht« 21.01.2010
Ich kannte Paul Cleave bis dato nicht, aber nach diesem Buch bleibt er mir im Gedächtnis. Der Privatschnüffler ist zwar, wie schon bei anderen Autoren ein etwas heruntergekommener Vogel, aber die Sympahthie für ihn steigert sich von Seite zu Seite. Auch dann, als er selbst zum Verbrecher wird wendet sich der Leser nicht von ihm ab, sondern man will wissen, ob er nicht doch noch aus seiner, teils selbst geschaffenen Misere wieder rauskommt.
Insgesamt empfehlenswert.
Addicted-to-read zu »Paul Cleave: Die Toten schweigen nicht« 13.12.2009
Nachdem ich von dem ersten Cleave-Roman "Der siebte Tod" recht angetan war und vom zweiten "Die Stunde des Todes" mehr als enttäuscht, hatte ich bei "Die Toten schweigen nicht" so meine Zweifel und bin auch sehr vorsichtig an das Buch herangetreten.
Es stand schon eine Weile in meinem Bücherregal, doch vor 3 Tagen habe ich mich dann doch "überwunden" und machte mich an die Lektüre.
Und siehe da: das Buch hat mich von Anfang an gefesselt und entpuppte sich als absoluter Pageturner! Ständig treibt es einen an und man möchte wissen, wie schlimm kann das Schicksal diesem heruntergekommenen Privatdetektiv noch mitspielen, bzw. wie weit reitet er sich selbst noch in die Misere rein.
Der aufregende und doch überraschende Schluß rundet das Lesevergnügen ab.
Daher kann ich dieses Buch guten Gewissens nur weiterempfehlen und freue mich auf weitere Bücher dieses Autors!
Doris Herrmann zu »Paul Cleave: Die Toten schweigen nicht« 08.12.2009
Einfach nur super!!! Der beste von den dreien von Paul Cleave. Spannend spannend und wer einen Sinn für einen tiefschwarzen Humor hat, der wird das Buch lieben.
Toll auch die überraschende Wendung bei der Hälfte des Buches.
Mein Tipp: am Freitag anfangen, dann hat man das Buch bis Sonntag geschafft.
Hoffentlich schreibt er noch ganz viele Bücher!
Ariane zu »Paul Cleave: Die Toten schweigen nicht« 27.10.2009
Das Buch ist am Anfang etwas gewöhnungsbedürftig durch die Ich Form und dem Hang zum Vulgären ("Leck mich" kam mir einfach zu oft vor), aber der Handlungsverlauf mit seinen unerwarteten Wendungen fesselt einfach bis zur letzten Seite, so daß ich gerade googeln mußte, ob es sich um einen Serienroman handelt, da ich einfach weitere Fälle dieses verkorksten Privatschnüfflers lesen muß!
Hoffe, es werden noch weitere folgen und man erfährt noch mehr über diesen neuseeländischen Schimanski!
Alexi1000 zu »Paul Cleave: Die Toten schweigen nicht« 10.10.2009
Das war jetzt mein zweiter Roman von Paul Cleave.
DER SIEBTE TOD hatte mich noch nicht wirklich überzeugt, da waren mir einige Details und Wendungen zu sehr an den Haaren herbeigezogen...
Nachdem DIE STUNDE DES TODES hier auf der Couch doch ziemlich verrissen wurde ist es auf dem SUB immer weiter nach unten gewandert...zum Glück habe ich DIE TOTEN SCHWEIGEN NICHT erst gar nicht lange liegen lassen!Dieser Roman hatt mich gefesselt! Cleave entwickelt hier interessante Charaktere und man fragt sich ständig, wie es wohl weitergeht...es gibt einige überraschende Wendungen, hervorheben möchte ich aber Cleave's Gespür für richtig schön "schwarzen" Humor. Das hat mir sehr gut gefallen...auch wenn man im Grunde kaum eine Identifikationsfigur in diesem Buch findet, spiegelt das nur die Sicht von Cleave wieder:es ist halt nie alles wirklich nur schwarz oder weiß, wir befinden uns in einer riesigen Grauzone...und dort sind seine Protagonisten tief verankert.Summa summarum ein Klasse - Buch, welches nur minimalen Punktabzug von mir erhält...ab jetzt werde ich auch Cleave weiter im Auge behalten!PS: es ist sogar eher ein Krimi als ein reiner Thriller, der Blutgehalt schön gering dosiert! Nicht so auf die Spitze getrieben wie in DER SIEBTE TOD.
Ronny Grüter zu »Paul Cleave: Die Toten schweigen nicht« 05.09.2009
Nachdem ich bereits die englische Originalausgabe (Cemetery Lake) gelesen habe, freue ich mich endlich die deutsche Ausgabe in den Händen zu halten.

Wer schon die ersten beiden Bücher von Paul Cleave (Der siebte Tod & Die Stunde des Todes) kennt, weiß, dass bei den Büchern Cleaves nichts unmöglich ist und er einen unvergleichbaren Stil in seinen Büchern verfolgt. Neben einem unglaublichen und unvorhersehbaren Spannungsverlauf und unvergleichbaren Humor, bei dem sich Sarkasmus und Ironie die Hände reichen, ist jedes Buch von Paul Cleave kein Fehlgriff und absolute Unterhaltung und Spannung vom Feinsten.

Das neue Buch von Paul Cleave "Die Toten schweigen nicht" stellt für mich einen weiteren Beweis dafür dar, dass sich Cleave in der Reihe der Spitzenautoren einreihen kann, denn dieses Buch konnte ich wirklich nicht mehr aus der Hand legen. Es beginnt sehr ausgeglichen und mit jeder weiteren Seite wird es immer spannender bis zu einem aufregendem Ende, nachdem man am liebsten das nächstes Buch von Cleave zur Hand nehmen würde. Und Tess Gerritsen sagt nicht zu Unrecht: "Paul Cleave ist ein Autor, den man genau im Auge behalten sollte." Ich werde dies auf jeden Fall tun!!!

Von mir eine absolute Kaufempfehlung: Spannung und Unterhaltung garantiert!

Viel Spaß beim Lesen!
4 von 4 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
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