Die Stunde des Todes von Paul Cleave

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2007 unter dem Titel The Killing Hour, deutsche Ausgabe erstmals 2008 bei Heyne.
Ort & Zeit der Handlung: Neuseeland / Christchurch, 1990 - 2009.

  • Auckland: Black Swan, 2007 unter dem Titel The Killing Hour. 352 Seiten.
  • München: Heyne, 2008. Übersetzt von Frank Dabrock. ISBN: 978-3-453-43307-6. 352 Seiten.

'Die Stunde des Todes' ist erschienen als Taschenbuch

In Kürze:

In Christchurch wurden zwei junge Frauen ermordet. Charly war letzte Nacht mit ihnen zusammen, er selbst ist mit Blut befleckt. Aber Charlie ist sich sicher, dass Cyris der Mörder ist – wenn er denn überhaupt existiert. Charlie bleibt keine Wahl: Er muss Cyris finden,um seine Unschuld zu beweisen, doch die Stunde des Todes rückt immer näher. 

Das meint Krimi-Couch.de: »Blutgeil« 50°

Krimi-Rezension von Wolfgang Weninger

Der Neuseeländer Paul Cleave baut in seinem im Wilhelm Heyne Verlag erschienen zweiten Thriller Die Stunde des Todes eine völlig wirre Geschichte auf, bei der er sich im Schreibstil so sehr an seine psychopathischen Figuren anpasst, dass man des Öfteren versucht ist, das Buch vorzeitig aus der Hand zu legen. Frank Dabrock hat die blutgeile Story The Killing Hour aus dem Englischen übersetzt, was bei dieser Anhäufung an brutalen und hysterischen Szenen sicherlich nicht leicht war.

Vier Personen und zwei Tote prägen diesen Roman, wobei man in dieser Rezension auch den Mörder vorstellen kann, denn im Verlauf der Geschichte geht es weniger um irgendwelche Ermittlungen, als vielmehr um die Konfrontation mit Menschen, die wegen ihrer Einmischung in Todesgefahr geraten.

Bereits verstorben sind Kathy und Luciana. Die beiden Frauen liefen ihrem Mörder in die Hände und werden massakriert. Charly kommt an den Tatort des Verbrechens und will dieses verhindern. Er fügt dem Mörder eine Bauchwunde zu, wird selbst verletzt und erwacht in der Wohnung einer der Frauen blutbesudelt. Hat er oder hat er nicht? Fortan plagen ihn jedenfalls die Albträume und die Geister der Ermordeten verfolgen ihn sogar am helllichten Tag. Im Wissen, dass ihm keiner glauben wird, haut er ab und will den Killer auf eigene Faust finden. Aber er braucht Hilfe und die sucht er ausgerechnet bei seiner Ex-Freundin Jo. Diese spielt aber nicht mit, darum bleibt ihm nichts Anderes übrig, als sie zu entführen und sie gefesselt und geknebelt zu zwingen, mit ihm auf Mörderjagd zu gehen.

Auf Mörderjagd ist inzwischen auch der Bulle von Christchurch, Detective Landry. Dem geht es auch ziemlich dreckig, denn er hat nur mehr sechs Monate zu leben, bis ihn der Krebs aufgefressen haben wird. Somit will er seinen letzten Fall auf besondere Art im Alleingang lösen und den Verantwortlichen des Massakers aufspüren und über die Klinge springen lassen. Auf Grund von ihm unterschlagenen Beweismaterials glaubt er, dass Charly für alles verantwortlich ist und setzt sich diesem auf die Fersen.

Aber Charly war es ja gar nicht. Der Killer heißt Cyris und er kann keine Zeugen brauchen. Ergo setzt er sich ebenfalls auf die Spur von Charly und natürlich dauert es nicht lange, bis er diesen aufgespürt hat. Damit hätten wir das Quartett der noch Lebenden beisammen und es kommt zum Zusammentreffen der Vier mitten in der Nacht in einer Bretterbude am Fluss …

Wer es bis zu dieser Stelle geschafft hat, den Ausführungen des Autors zu folgen, für den geht die ungeheure Wirrnis für die nächsten zwei Drittel erst richtig los. Dass hier offenbar auf Grund der Ausnahmesituationen keiner mehr Herr seiner Sinne ist, mag noch das am Wenigsten überraschende Element in dieser Anhäufung von übermenschlichen Qualen sein. Bauchstiche werden mit Klebeband verarztet, trotz gebrochener Kiefer und Nasen, eingebeulten Köpfen und sonstigen lädierten Körperteilen retten sich auch Nichtschwimmer aus den reißenden kalten Fluten des Flusses und so weiter …und schon jagen sich die Leutchen wieder gegenseitig, dass die Sehnen reißen und die Zähne ausbrechen.

Falls man sich diese auch sprachlich total wirre Story, bei der man auch selbst jede Logik über Bord werfen sollte, tatsächlich bis zum Schluss antut, kann man sobald man sich an die Schreibart von Mr. Cleave gewöhnt hat, auf jeden Fall auch Spannung empfinden, weil man wissen will, wer denn nun diese unsäglichen Strapazen überleben wird, wobei man hofft, dass alle krepieren, damit Cleave dazu nicht auch noch eine Fortsetzung schreibt …

An diesem Buch werden sich die Geister scheiden. Einige Wenige, denen es wichtig ist, dass Kunst andere Wege geht, werden das Buch in den Himmel loben. Otto Normalkrimileser wird die Geschichte schnellstens entsorgen, was ich ihm auch nicht verübeln kann.

Wolfgang Weninger, September 2008

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Marv zu »Paul Cleave: Die Stunde des Todes« 16.02.2011
Bei Paul Cleaves Roman ‚Die Stunde des Todes‘ hatte ich kurz ein paar Überlegungen zum Pro und Contra der Filterfunktion eines Lektorats, insbesondere hinsichtlich der Frage, wie ‚Die Stunde des Todes‘ diese umgehen konnte. Eventuell war das Erstlingswerk von Paul Cleave signifikant besser und der Verkaufsdruck hat es durchgebracht. Nach meiner subjektiven Meinung ist ‚Die Stunde des Todes ein schlechtes Buch. Der stilistische Ansatz, die Gegenwart bzw. die aktuelle Situation des Romanhelden Charlie durch Rückblenden nach und nach zu erklären, wirken plump, verwirren auf den ersten Seiten und sind auch nicht spannungsfördernd. Die Hauptpersonen erscheinen in ihren Darstellungen ebenfalls verwirrt und unglaubwürdig, insbesondere die Charakterisierung von Cyrus ist konfus und nicht nachvollziehbar. Auch die Einführung der ‚Geisterwesen‘ wirkt deplatziert. Ansonsten kommt es zu einem permanenten physischen Schlagabtausch, in dem die Kontrahenten sich jeweils fast umbringen um dann zwar lädiert und geschlagen, als Stehaufmännchen zum nächsten Kampf, zur nächsten Stunde des Todes, anzutreten. Das Ganze ist ermüdend, spannungsarm und langatmig. Auch sprachlich liefert der Roman keinen positiven Kontrapunkt zur ansonsten müden Geschichte. Einfach strukturierte Sätze, teilweise holprig und ohne Kraft den Leser an das Buch oder die Geschichte zu fesseln. Wie bereits geschrieben, ein tendenziell schlechter Kriminalroman und daher nicht zu empfehlen.
Sleeping_Refuge zu »Paul Cleave: Die Stunde des Todes« 24.09.2010
Trotz der meist schlechten Kritik habe ich mich dazu entschloßen, dieses Buch zu lesen, weil "Der 7. Tod" und "Die Toten schweigen nicht" für mich persönlich durchaus gute und spannende Bücher waren- und was soll ich nun sagen: Die Meisten hatten alle Recht^^ Dieses Buch ist nicht zu vergleichen mit Cleave's anderen Werken: Langweilig, unlogisch und eher humorlos. Spannung findet man nur auf den letzten paar Seiten.
Liberte. zu »Paul Cleave: Die Stunde des Todes« 15.09.2010
Absoluter Schund. Die Frage, ob Cyris tatsächlich existiert oder nicht, ist das einzig spannende an diesem Buch. Ansonsten.. Ich lese wirklich gerne und üblicherweise verschlinge ich Bücher auch mehr oder weniger.. Aber an diesem Buch hatte ich lange, lange zu beissen. Jedes mal wenn man der Meinung ist, man hätte dieses Martyrium dann endlich hinter sich, findet der Autor einen neuen, völlig absurden Weg, die Geschichte weiter zu spinnen.

Ich war sehr enttäuscht, hatte mehr erwartet.
Andy zu »Paul Cleave: Die Stunde des Todes« 20.07.2010
Habe das Buch für 3 Euro auf irgend einem Grabbeltisch gefunden. ... und das war noch zu teuer!! Die tolle Kritik auf dem Umschlag konnte ich in keinster Weise nachvollziehen. Habe mich sehr gequält weiterzulesen, es dann trotzdem mit Kopfschütteln in die Tonne gehauen. Absurde Storry, verwirrend, totaler Blödsinn!! Null Punkte!!
Kom_Ombo zu »Paul Cleave: Die Stunde des Todes« 30.06.2010
Dieses Buch ist doch mal außergewöhnlich. Der Autor spielt mit unserem Verstand und lässt uns von Glauben und Unglauben hin und her pendeln. Witzige Dialoge und auch ein wenig Spannung machen dieses Buch lesenswert.

Selbstverständlich hätte einiges noch besser dargestellt werden können bzw. einer Aufklärung bedurft - aber es ist okay, dass dies hier mal eben nicht geschehen ist.

Mein Fazit:
Es gibt bei weiterem schlechtere Bücher als dieses!
Leseratte84 zu »Paul Cleave: Die Stunde des Todes« 20.04.2009
Ich fand die Stunde des Todes sehr verwirrend, da man zwischen den Charakteren immer hin und her wechselt. Eigentlich wollte ich das Buch schon zur Seite legen, wollte aber wissen ob es Cyris wirklich gibt.
Zum Schluss war es dann doch noch ganz OK aber ich fand manche Handlungen es etwas zu übertrieben.

Der siebte Tod war eindeutig besser.
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Isolde Baden zu »Paul Cleave: Die Stunde des Todes« 21.01.2009
Paul Cleaves erstes Buch "Der siebte Tod" war eindeutig um längen besser.

Obwohl es gut war mit der Auflösung, ob Cyris tatsächlich existiert, bis zur Hälfte des Buches zu warten, war die restliche Handlung nicht mehr ganz so spannend, wie ich es mir für gewöhnlich von (Psycho-)Thrillern und insbesondere von Paul Cleave erwartet hätte.

Teilweise fehlt mir ein bisschen die Spannung und der "Cleave-Humor" der mich in "Der siebte Tod" ständig begleitet hat und in meinen Augen auch das Hauptcharakteristikum von Cleaves Schreibstil ist.

Wie schon gesagt, leider kommt "Die Stunde des Todes" nicht an Paul Cleaves erstes Buch heran, dennoch ist es ein lesenswertes Buch.
Ich hoffe trotzdem, dass sein 3tes Buch deutlich besser wird und zumindest mit "Der siebte Tod" verglichen werden kann.

Ps. georgia, deine aussagen widersprechen sich...
reinhard starchel zu »Paul Cleave: Die Stunde des Todes« 09.01.2009
ganz ehrlich - mir hat das buch s--gut gefallen. das erste drittel schleppt sich zwar ein bisschen, aber dann - absolut geil, schwarzer humor und mal kein typischer krimi. absolut empfehlenswert.

und an herrn weninger - eine rezension ist eine textbesprechung, wo meiner ansicht nach persönliche empfindungen nur bedingt was zu suchen haben.
ausserdem schreiben sie "...weil man wissen will, wer . überleben wird."

wer wird wohl überleben, wenn cleave in der ICH-form schreibt? grüsse, reinhard.
Georgia zu »Paul Cleave: Die Stunde des Todes« 19.09.2008
Das ist nun das zweite Buch dieses Autors, das ich gelesen habe und ich muss sagen, es hat mich, wie schon der Vorgänger, nicht so richtig vom Hocker gehauen. Die Geschichte ist einfach zu sehr an den Haaren herbeigezogen, die Handlungsweise des "Helden" ist schlicht nicht nachzuvollziehen. Die ganze Handlung kommt auch überhaupt erst durch ein absolut, sorry, bescheuertes Verhalten des Protagonisten zustande. Schade, schade. Ich mag den Schreibstil von Paul Cleave nämlich wirklich gern und im Gegensatz zu einigen meiner Vorschreiber habe ich auch bei der Stunde des Todes die Ironie nicht vermisst.
Was ich auch noch anmerken möchte, ist, dass für mein Empfinden das Buch teilweise ziemlich schlecht übersetzt ist. Was ich ärgerlich finde, da dies das Lesevergnügen, das ohnehin schon nicht exorbitant groß war, nochmals geschmälert hat.
CharlyDD zu »Paul Cleave: Die Stunde des Todes« 10.08.2008
Das Buch besteht aus 310 Seiten purer Langweile und lediglich die letzten 54 Seiten haben einen leichten Unterhaltungswert.

Die komplette Story ist platt, unlogisch, unglaubwürdig und hat mich mit jedem Kapitel mehr demotiviert weiterzulesen.

Schade um das Geld was ich dafür ausgegeben habe und die vergeudete Lesezeit.
1 von 3 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.

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