Das Skalpell von Paul Carson

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 1998 unter dem Titel Skalpel, deutsche Ausgabe erstmals 1999 bei Ehrenwirth.
Ort & Zeit der Handlung: Irland / Dublin, 1990 - 2009.

  • London: Heinemann, 1998 unter dem Titel Skalpel. 423 Seiten.
  • München: Ehrenwirth, 1999. Übersetzt von Lore & Hubert Straßl. ISBN: 3-431-03570-1. 431 Seiten.
  • Bergisch Gladbach: Bastei Lübbe, 2001. Übersetzt von Lore & Hubert Straßl. ISBN: 3-404-14595-X. 431 Seiten.

'Das Skalpell' ist erschienen als HardcoverTaschenbuch

In Kürze:

Sandra O´Brien entkommt bei der Geburt ihres Babys nur knapp dem Tod. Die Geburt des jüngsten Familienmitglieds der prominenten O´Briens ist das Thema Nummer eins in der Regenbogenpresse. Während Sandra sich noch in der Klinik befindet, geschieht dort ein rätselhafter Mord. Die Tatwaffe – ein Skalpell. Die Polizei bemüht sich verzweifelt, den Skalpell-Mörder zu finden. Es beginnt ein Alptraum, der die gesamte irische Öffentlichkeit in Atem hält.Paul Carson, 1950 in Belfast geboren, weiß, wovon er erzählt, wenn er kleine Bären in weiße Arztkittel steckt und sie mit Stethoskop und Pflaster ausgerüstet nach Patienten Ausschau halten lässt. Denn Paul Carson ist selber Arzt. Seit fast 15 Jahren hat er eine Praxis in Dublin, in der er weniger Bären, dafür umso mehr Kinder behandelt, die an Asthma und Allergien leiden.

Das meint Krimi-Couch.de: »Zwei mittelmäßige Krimis ergeben keinen guten« 52°

Krimi-Rezension von Peter Kümmel

Gleich zwei Kriminalfälle in eine Handlung verpackte Paul Carson in die Geschehnisse von 11 Tagen, die in diesem Roman geschildert werden. Beide Handlungsstränge nehmen ihren Ausgangspunkt bei der dramatischen Geburt von Gordon O’Brien in der Dubliner Zentralentbindungsklinik. Der reiche Industrielle Henry O’Brien hat nach schweren Schicksalsschlägen für die Geburt seines Sohnes versucht, jedes Risiko auszuschließen, nur das Beste verlangt und der Klinik 2 Millionen Pfund versprochen, wenn sein Sohn gesund zur Welt kommt. Nur durch einen Kaiserschnitt, bei dem der Gynäkologe Dr. Dean Lynch für seinen Kollegen, der unauffindbar ist, einspringen muß, kann das Kind gerettet werden.

Und nun trennen sich die Wege von Dr. Dean Lynch und von Gordon O’Brien, die von nun an im Mittelpunkt zweier getrennter Kriminalfälle stehen werden, wobei sich der Leser fragt: Gibt es eine Verbindung zwischen den beiden unabhängig erscheinenden Geschichten?

Dean Lynch ist heroinsüchtig und fühlt sich seit Tagen unwohl. Eine vermeintliche Erkrankung versucht er mit Antibiotika zu bekämpfen, was jedoch ohne Erfolg bleibt. Groß ist sein Schreck, als er bei sich Anzeichen feststellt, die ganz klar auf Aids hindeuten. Um sich Gewissheit zu verschaffen, reicht er im klinikeigenen Labor seine eigene Blutprobe unter falschem Namen ein. Die Laborantin stellt nicht nur ein positives Ergebnis fest, sondern durchschaut den Arzt, was sie mit ihrem Leben bezahlen muß. Durch den Stich eines Skalpells in den Hals wird sie von dem Arzt umgebracht. Mit der Gewissheit seines nahenden Todes beginnt Dean Lynch nun einen rücksichtslosen, aber sorgfältig ausgeklügelten Rachefeldzug mit dem Bestreben, so viele Leute wie möglich in den Tod mitzunehmen.

Unterdessen ersinnt der Ganove Tommy Malone ein Verbrechen, das ihm und seinen Mitstreitern 3 Millionen Pfund einbringen soll. Das nur wenige Tage alte Baby der O’Briens soll aus dem elterlichen Wohnsitz entführt werden. Über seine Freundin, die bei den O’Briens putzt, erfährt er die benötigten Einzelheiten. So verläuft der Raub des Kindes planmäßig. Doch durch die Strapazen wird der kleine Gordon schwer krank und die Entführer werden zunehmend nervöser.

Eine ganze Menge hat Paul Carson also in seinen Krimi hineingepackt. Außer den Morden und der Entführung gibt es für den Leser noch Einblicke in die Geschehnisse einer Entbindungsklinik mit den klischeehaften Eifersüchteleien unter den Ärzten. Dann wird einem die Arbeitsweise der Garda Siochan, der irischen Polizei vermittelt, wobei insbesondere Kompetenzstreitigkeiten eine große Rolle spielen, bei denen sogar die Justizministerin eingreift. Eine tragende Rolle spielt schließlich auch noch die Polizistin Kate Hamilton, die so nach und nach zur Protagonistin herausgebildet wird. Nicht ganz einfach, wie sie ihr Leben als alleinerziehende Mutter eines schwierigen Kindes mit ihrem Beruf in Einklang zu bringen versucht.

Sehr variabel springt der Autor von Thema zu Thema, mal in außerordentlich kurzen, dann auch wieder in sehr langen Abschnitten, in denen er gelegentlich auch Rückblicke in die Vergangenheit seiner handelnden Personen unterbringt. Auch die Charaktere seiner Figuren bringt Carson dem Leser nach und nach näher, teilweise sehr gut, manche leider nur sehr oberflächlich oder klischeehaft. Gut dargestellt wird das Leben in der irischen Hauptstadt, das nicht nur allgemein sehr hektisch wirkt, sondern auch für viele ihrer Bewohner aus unterschiedlichen Gründen doch recht schwierig ist.

Die Schilderung der Ereignisse erfolgt chronologisch, wobei die Kapitel und Unterabschnitte oftmals mit Ort der Handlung, Tag und Uhrzeit überschrieben sind. Auffallend hierbei sind Übersetzungsfehler, bei denen die Uhrzeit teilweise im deutschen und teilweise im englischen Format angegeben sind. So folgt z.B. auf ein 15.30-Uhr-Kapitel ein 6.15-Uhr-Abschnitt in 12-Stunden-Schreibweise. Dieser Fehler fällt mir bei diesem Buch jedoch nicht zum ersten Mal auf. Doch auch der Roman selber weist einige Ungereimtheiten auf. So einigen Schlüssen der Polizisten sowie auch des Mörders kann man nicht so richtig folgen. Außerdem bewegt sich der Täter oftmals verblüffend schnell von einem Ort zum anderen.

Der Roman weist einige gute Ansätze auf und vermag abschnittsweise zu fesseln. Durch das ständige Hin und Her wird man jedoch immer wieder herausgerissen, so daß sich immer wieder nur kurze Spannungsbögen bilden können. Erst zwischen den Seiten 300 und 400 wird das Buch so richtig packend, bevor es dann auf den letzten 30 Seiten nach doch recht einfacher – meiner Meinung nach viel zu einfacher – Klärung wieder abflacht.

Die Rechenmethode führt leider bei diesem Thriller nicht zum gewünschten Ergebnis: zwei mittelmäßige Krimis nebeneinander addieren sich leider nicht zu einem guten, sondern bleiben eben auch in ihrer Gesamtheit nur mittelmäßig. Der Debütroman von Paul Carson ist dennoch mal zum Abschalten lesenswert, wenn auch anspruchslos und schnell wieder vergessen.

Ihre Meinung zu »Paul Carson: Das Skalpell«

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Jossele zu »Paul Carson: Das Skalpell« 05.08.2015
Die Handlung des Romans beschränkt sich auf elf Tage. Es geht um zwei Fälle, die Irland in diesen Tagen aufwühlen. Da ist zum einen der Mord an einer Laborantin in der Zentralen Entbindungsklinik von Dublin und zum anderen die Entführung des Sohnes des reichen Geschäftsmannes Harry O’Brien, Gordon O’Brien, der in dieser Klinik geboren wurde und wegen Komplikationen nur knapp überlebte. Kaum zu Hause wird er entführt. Die Täter gibt Carson in beiden Fällen sofort preis. Der erste ist der psychisch wie körperlich (AIDS) kranke Arzt Dr. Dean Lynch, der die Laborantin tötete, um seine AIDS-Erkrankung zu verbergen und einen perfiden Racheplan verfolgt an all den Personen, von denen er sich ungerecht behandelt oder verfolgt fühlt. Hier ist auch die erste Schwäche des Romans: die von Lynch geplanten Opfer seines Feldzuges wirken unlogisch, eher zufällig. Diejenigen, die ihm das Leben in seiner Kindheit wirklich zur Hölle machten, kommen als anvisierte Opfer nicht vor. Die Täter bei der Entführung sind ein paar Ganoven unter Führung von Tommy Malone, die den großen Wurf machen wollen und sich 3 Millionen Pfund Lösegeld erhoffen. Die Spannung entsteht durch die –wie ich finde – gelungene Erzählweise, chronologisch und ständig von einem Strang zum anderen springend. Ich habe eigentlich darauf gewartet, dass sich die Stränge irgendwann noch treffen – passiert aber nicht. Auch das fand ich gelungen, die Verbindung wird nur über die Arbeit der Polizei hergestellt. Am Ende aber leistet sich Carson bei der Beendigung des Lynch-Falles einen komischen Fauxpas, den ich hier leider nicht beschreiben kann, ohne zu viel zu verraten. Aber so viel doch: ein extrem schwerer, logischer Fehler. Muss zur Abwertung führen: 40°
Sero.36 zu »Paul Carson: Das Skalpell« 09.02.2010
Haab das Buuch nooch nicht zu Ende geLesen aber der iinhaLt kLingt gaanz schöön spannend.. MaL sehn wies wird :D ! Abaa scheiint sehhr guut zu werdeen man muss aba dennoch sehr gründLich Lesen um es verstehen zu können abaa ich liebe sowiesoo Bücher in denen es um Ärzte geeht ist unheimLich spannend !
0 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Doro zu »Paul Carson: Das Skalpell« 11.09.2009
Mir persönlich gefällt das Buch. ich schließe mich den Meinungen zu den recht kurzen und nicht so starken Spannungsmomenten an und es gibt sicherlich auch bessere Bücher (z.B. fand ich Amok Spiel von Sebastian Fritzek hammer) - doch trotz dessen lohnt es sich, das Buch zu lesen. Man erfährt viel über das Innenleben einer Klinik und ebenso der Garda und der Polizei Irlands. Außerdem ist der Wechsel der beiden Haupthandlungen (Entführung eines Babys und Mord an Mitarbeiterinnen der Klinik) mal was anderes.
Heaven23 zu »Paul Carson: Das Skalpell« 03.03.2008
Ein ganz gut geschriebenes Buch, allerdings ist es unheimlich zu durchschauen und richtige Spannung kommt stellenweise nicht wirklich auf. Man kann es gelesen haben, sollte es sich aber vielleicht besser ausleihen, so spart man sich das Geld. 30 Grad von mir
Melisandra zu »Paul Carson: Das Skalpell« 28.10.2006
Das Buch war zwar lesenswert, jedoch gibt es weitaus bessere Werke.

Es hat mich nicht vom Stuhl gerissen, aber ich habe es dennoch zu Ende gelesen.

Werke von Charlotte Link oder Dan Braun fesseln mich persönlich mehr.
KayScarpetta zu »Paul Carson: Das Skalpell« 27.03.2006
Das ist Buch ist spannend genug, um dran zu bleiben - auf jeden Fall möchte man immer weiter lesen, um zu erfahren, wann der Mörder endlich geschnappt wird - ich habe sicher schon viel bessere Krimis gelesen und es gibt auch einige logische Schwächen - aber unterhaltsam ist dieser Krimi allemal!!!!
meecas zu »Paul Carson: Das Skalpell« 14.03.2006
ich habe schon viele thriller gelesen, doch keines von diesen kann einen so in den bann ziehen.man ließ und ließt und kann nicht mehr aufhören weil es einfach packt.mir wurde das buch empfolen und ich würde es jedem gere weiter empfehlen, es ist wirklich ein gelungendas buch, alle achtung.
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Thorsten zu »Paul Carson: Das Skalpell« 23.10.2005
Nach den Kommentaren die ich hier über das Buch lesen durfte, habe ich vielleicht ein wenig zuviel erwartet. Es steht für mich völlig ausser Frage das der Autor sein Handwerk ansich versteht. Doch wäre es meiner Meinung nach schöner gewesen er hätte sich auf einen Handlungsstrang beschränkt und diesen spannender ausgearbeitet ohne das er den Täter, im Fall des Mordes, schon recht früh preis gibt. Ansonsten aber ein sehr schönes Buch ohne besondere Spannungsspitzen aber sehr gutes Handwerk. Ich für meinen Teil werde auf jeden Fall mehr von Paul Carson lesen.
Babsi zu »Paul Carson: Das Skalpell« 19.05.2005
Dieses Buch ist hervorragend.
Manchmal ist es vielelicht etwas verwirrend weil es zwei Geschichten sind jedoch die kleine Verknüpfung die besteht ist auch fesselnd. Man kann das Buch auch gut als Referat vortragen, weiß ich durch eigene Erfahrungen da ich es schon öfters vorgestellt habe als Buchvorstellung. Selbst wenn man nur erzählt reisst es viele gleich mit. Dadurch konnte ich auch viele Büchermuffel zum lesen ermuntern. Und das schafft nun wirklich nicht jedes Buch. Ein Klasse Buch und ein hervorragender Schrifsteller.
Benni W. zu »Paul Carson: Das Skalpell« 21.01.2005
Ich bin gerade dabei das Buch zu lesen,und bin erst bei Kapitel 9.Doch es war bis jetzt schon ganz schön spannend.Ich lese eigendlich nicht so viel doch dieses buch ist wirklich spannend und sehr interesant zu lesen.

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