Die Dämonen ruhen nicht von Patricia Cornwell

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2003 unter dem Titel Blow Fly, deutsche Ausgabe erstmals 2004 bei Putnam.
Ort & Zeit der Handlung: USA / Florida, 1990 - 2009.
Folge 12 der Kay-Scarpetta-Serie.

  • New York: Putnam, 2003 unter dem Titel Blow Fly. 463 Seiten.
  • : Putnam, . Übersetzt von Karin Dufner. 463 Seiten.
  • Hamburg: Hoffmann & Campe, 2004. Übersetzt von Karin Dufner. ISBN: 3-455-01021-0. 463 Seiten.
  • München: Goldmann, 2006. Übersetzt von Karin Dufner. ISBN: 978-3-442-45436-5. 464 Seiten.

'Die Dämonen ruhen nicht' ist erschienen als HardcoverTaschenbuchHörbuch

In Kürze:

Ein Serienkiller verbreitet Angst und Schrecken. Das Seltsame: Seine Opfer sehen wie Abziehbilder von Kay Scarpetta aus. Als die ehemalige Gerichtsmedizinerin dann einen Brief aus dem Todestrakt eines Gefängnisses bekommt, ahnt sie, dass die Schreckensgestalten aus der Vergangenheit keine Ruhe geben. Ihre Nichte Lucy und der heruntergekommene Cop Pete Marino versuchen Scarpetta beizustehen. Die drei ahnen nicht, dass hinter den Kulissen ein Mann die Fäden zieht, mit dem niemand gerechnet hat.

Das meint Krimi-Couch.de: »Sinnlose Aneinanderreihung von Details« 38°

Krimi-Rezension von Sabine Reiss

Und wieder reitet Patricia Cornwell auf der Serienwelle, und zwar auf einer ganz Speziellen. Eine einfache Fortsetzungsgeschichte, bei der eine Heldin, nehmen wir an sie wäre eine Gerichtsmedizinerin namens Kay Scarpetta, immer wieder neue Fälle löst, sich mit Serienmördern herumschlägt, sich in Gefahr begibt und ein wenig von ihrem Privatleben preisgibt, das scheint ihr nicht genug zu sein. Nein, irgendwann im 10. Band (Blinder Passagier) taucht eine Gestalt auf, die uns nun schon zum dritten heimsucht: Der Werwolf Jean-Baptiste Chandonne, Spross einer reichen französischen Familie und mehrmaliger Mörder. Seinen Namen trägt er aufgrund seiner kompletten Körperbehaarung und wegen seines entstellten Gesichts, was ihn eher als Tier denn als Mensch aussehen lässt. Jean-Baptiste ist auch hinter unserer Heldin her, versucht sie zu töten und tötet dann auch noch die Polizeichefin Diane Bray, worauf Kay verdächtigt wird, diesen Mord begangen zu haben. Das Leben ist einfach ungerecht. Kay Scarpetta kann sich von der Anklage befreien, doch eine berufliche Rehabilitation gelingt ihr nicht oder ist nicht von ihr gewollt. Seitdem hält sie sich mit Beratertätigkeiten und Vorlesungen über Wasser.

Turnaround nicht genutzt

Das ist alles Vorgeschichte. Und was passiert im vorliegenden Buch? Jean-Baptiste ist im Gefängnis, isst dort Papier und wird von seinen Mitgefangenen verspottet. Sein Zwillingsbruder Jay Talley, ein Beau, der sich unter diesem Namen beim FBI einschlich und in Paris einen kleine Affäre mit Kay hatte, mordet nun munter. Seine blonden Opfer lässt er sich von seiner Weggefährtin Bev bringen. Und Kay soll nach Baton Rouge, in die Heimat der Chandonnes, um dem dort ansässigen Gerichtsmediziner bei der Aufklärung eines altes Mordes zu helfen. Eine Falle?

Das klingt sinnlos? Ist es auch. Was Patricia Cornwell hier fabriziert hat, ist eine Aneinanderreihung von nichtssagenden Details um ihre Figuren aus früheren Büchern. Hier kann man sich nur fragen, warum die Autorin den Turnaround, der sich meines Erachtens im vorherigen Band angedeutet hatte, nicht genutzt hat, um Abstand von dieser unsäglichen Gestalt Jean-Baptiste zu gewinnen. Ihn noch durch ein weiteres Buch zu schleppen, das war überflüssig und die Geschichte gab auch nicht mehr her. Kay Scarpetta hätte befreit von den Altlasten einen ganz neuen Lebensabschnitt beginnen können. Stattdessen schlägt Frau Cornwell einen noch weiteren Bogen in die Vergangenheit und lässt ihren Plot aus »Brandherd« in einem ganz anderen Licht erscheinen. Allerdings drängt sich mir der Verdacht auf, dass dies vorher nicht geplant war, denn ansonsten würde der Handlungsbogen einen abgerundeteren Eindruck hinterlassen.

Dallas lässt grüßen

Dieses besagte Detail ist wahrscheinlich schon durch zahlreiche Rezensionen und Foreneinträge bekannt: notneB raw rag thcin tot (bitte nur bei Interesse rückwärts lesen). Wer in den 80er Jahren Dallas gesehen hat, wird sich an Szene erinnern, in der Bobby Ewing wieder unter der Dusche stand, nachdem er vor 80 Folgen das Zeitliche segnete. Und genau so wie der Zuschauer damals fühlt sich der geneigte Leser dieses Buches. Die Begründung ist mehr als schwach. Man liest eigentlich nur weiter, weil man nach dem Sinn in der Handlung sucht und bekommt stattdessen nur mühsame Erklärungsversuche geliefert, die einen absolut faden Beigeschmack haben.

Wenn sich nun der Leser der Rezension fragt, warum ich mit dieser schonungslosen Kritik dennoch so vage geblieben bin: mehr Substanz ist nicht vorhanden und man darf nicht zuviel verraten. Vielleicht gibt es doch noch jemanden, der dieses Buch lesen möchte …

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Tony de Vil zu »Patricia Cornwell: Die Dämonen ruhen nicht« 01.08.2016
Viele Für und Wider in den Kommentaren. Stelle dabei fest, dass ich vermutlich eine ganz andere Lesart besitze als manch anderer Konsument von Patricia Cornwell.
Erst einmal verfügt das Buch über eine brauchbare Idee, die im Prinzip auch bis zum Ende durchgezogen wird. Deshalb lässt es sich also zumindest lesen, was ich von vielen anderen Titeln auf dieser Seite gern verneinen möchte.
Die vielen Gründlichkeiten in der Frage von Details (Analyse von Blutspuren, Waffenbeschreibungen et. pp.) sind durchaus eine interessante Variante - literarisch aber leider unwirksam. Darum vermutlich doch verzichtbar. Die Charaktere - glaubwürdig oder unglaubwürdig - sind eben Charaktere. Wie oft ertappen wir uns selbst dabei, dass wir bei einem Ereignis oder einer Person sagen, wir würden das nicht glauben oder für möglich halten. Und doch ist es Realität. Ich finde solche Debatten müßig. Sie haben etwas von "sich nicht mehr überraschen lassen können". Wer alles schon weiß und nur erwartet, dass sein Welt- und Menschenbild bestätigt wird - vorrangig noch pausenlos - der sollte keine Bücher lesen, Krimis erst recht nicht.
Denke, meine Zeit war trotz keiner Weltliteratur nicht vergebens geopfert.
TomTom zu »Patricia Cornwell: Die Dämonen ruhen nicht« 30.10.2014
Mir wurde dieses Buch empfohlen und doch großer Bedenken habe ich es gekauft.
Jetzt muss ich sagen: leider.
Es ist ein vollkommen durcheinander geschrieben und hat einen schlechten Schreibstil.
Manche Gespräche/ Dialoge sind einfach merkwürdig.
Ich bin nicht der Meinung,dass dieses Buch lesenswert ist.
Und bin wieder einmal von einer weiblichen Autorin im Thrillerbereich enttäuscht.
Leserin zu »Patricia Cornwell: Die Dämonen ruhen nicht« 26.04.2013
Man könnte meinen, die Autorin habe zu der Zeit, als sie dieses Buch fabriziert hat, ihre Mid-life-crisis gehabt.
Im vorherigen Buch habe ich hunderte Seiten lang das Elend der Hauptfigur ertragen, nur um jetzt die Wiederauferstehung ihres ach-so-geliebten Weggefährten mitzuerleben. Als wäre die "Asche-über-dem-Meer-verteilen-"Aktion nicht schon melodramatisch gewesen... Keine Leseempfehlung. Wer nicht unbedingt Lust hat diese Reihe weiter zu verfolgen, denn ein Buch baut ja auf dem nächsten auf, der möge die Zeit, die er in dieses Buch investieren wollte, doch lieber anders verbringen.
Jaro zu »Patricia Cornwell: Die Dämonen ruhen nicht« 14.02.2013
Vielleicht gibt es doch noch jemanden, der dieses Buch lesen möchte …
Das würde ich abraten.
Das Buch gehört zum den, der unsere Welt absolut nicht braucht.
Das ständige beobachtungen der Würmer, der sich in der menschlichen Leiche enwickeln, ist eckelhaft. Die Peronen und die Handlungen die Authorin bechschreibt, sind absolut unglaubwürdig.
Charles Waldorf zu »Patricia Cornwell: Die Dämonen ruhen nicht« 18.10.2012
Kling nicht gerade nach Empfehlung. Aber wer bis hierher sämtliche Romane der Reihe gelesen hat, und zudem auch noch weiß, daß die Letzten wieder an Qualität gewonnen haben sollen, der wird nicht umhin kommen, auch diesen zu lesen, der Vollständigkeit halber...Etwas verwirrt war ich über den Wesley's Tod in "Brandherd" weil ich nämlich "Scarpetta" zuerst gelesen und dann erst mit "Band 1" begonnen habe. In "Scarpetta" waren Kay und Benton verheiratet, in "Brandherd" ist er "gestorben". Dadurch war eigentlich zu erwarten, das Cornwell irgendwann die Kurve kriegen mußte.
Dr.Dieter Rohnfelder zu »Patricia Cornwell: Die Dämonen ruhen nicht« 18.08.2009
So schlecht wie die Kritikerin von Krimi-Couch.de finde ich das Buch nicht. Der neuer Erzählstil (Präsens, nicht mehr Kay als Ich-Erzählerin, sondern Erzählung aus der Perspektive vieler Personen) ist ungewohnt, die sehr kurzen "Kaptel" sorgen aber auch für Abwechslung. Dass der Plot (der "Werwolf" und sein schöner Bruder) märchenhaft und völlig unglaubwürdig ist, war schon in den beiden früheren Bänden der Trilogie angelegt. Die "Wiederauferstehung" Bentons ist mit dem Zeugenschutzprogramm durchaus schlüssig erklärt, und auch die Umstände seines vermeintlichen Todes in "Brandherd" verbauen diese Version nicht. Trotzdem werde auch ich den Verdacht nicht los, dass Patricia Cornwell ihn zunächst tatsächlich sterben lassen wollte und später merkte, dass er für weitere Scarpetta-Romane einfach unverzichtbar ist (nur insoweit ist der ansonsten "hinkende" Vergleich mit "Dallas" zutreffend). Mich ärgert aber besonders, dass die Leser im "Letzten Revier" endlos mit Kays Trauerarbeit gelangweilt wurden. Mehr als ärgerlich ist die kaltblütige Ermordung von Marinos Sohn; das ist ekelhaft, für den Plot unnötig und ohne Beispiel in den Scarpetta-Romanen (im "Blinden Passagier" wird die Tötung des entwaffneten "Werwolfs" noch verhindert). Eine sehr gute Figur ist die Louisiana-Polizistin Nic Robillard - immerhin. Ganz schwach ist - wie einige Leser zu Recht anmerken - der Schluss, der auch erzählerisch missglückt ist. Wer sich durch das "Letzte Revier" gequält hat, sollte auch dieses Buch noch lesen. Ich kann nur hoffen, dass Patricia Cornwell nicht auf die Idee verfällt, Jean-Baptiste Chandonne irgendwann aus der Versenkung zu holen...
Leonora zu »Patricia Cornwell: Die Dämonen ruhen nicht« 10.09.2008
Mein erstes Buch der Autorin mal abgesehen von einem Hörbuch war "Die Dämonen ruhen nicht".
Ich fand die Geschichte recht lesenswert und gar nicht so schlecht aufgebaut. Ein wenig melodramatich muten die Umstände der Hauptfigur Kay Scarpetta an, die plötzlich einen längst tot geglaubten Geliebten gegenübersteht.

Ich beurteile das Buch als durchaus lesenswert auch wenn ich vom Ende sehr enttäuscht war. Die Spannung löst sich viel zu leicht und in einer recht einfach erdachten Situation.
dominik zu »Patricia Cornwell: Die Dämonen ruhen nicht« 27.08.2008
Anscheinend müssen hier die intelligentesten Leser und Kritiker anwesend sein, bin der Meinung, dass der Schreibstil gut geändert wurde, da dies die Möglichkeit gab, Benton, Pete und auch Lucy aus einer anderen Perspektive zu sehen.

Vor allem gefällt das "düsterne" an diesem Buch, es wirkt bedrückender und melancholischer, vlt liegt das daran dass ich sowas auch mag (bin henning mankell fan).
Würde dem Buch 4 von 5 Daumen geben :)
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Susanne Heinze zu »Patricia Cornwell: Die Dämonen ruhen nicht« 18.06.2008
Ich war früher ein großer Fan von den Kay-Scarpetta-Romanen, habe jeder neuen Ausgabe entgegegefiebert. Seit "Die Dämonen ruhen nicht" wars das. Dieser furchtbar schwer zu lesende Schreibstil im Präsens und nun auch noch statt Ich-Form in der der 3. Person!!! Als hätte man ein völlig anderes Buch in der Hand. Da nützt auch die spannendste Story nichts. Und leider ist die auch nicht das, was sie mal war. Konstruiert und durchschaubar. Ich habe mir jetzt den aktuellsten Band "Defekt" nach 3 Jahren Abstinenz aus der Bibliothek geholt, leider immer noch der gleiche Stil. Das nervt so, dass mich die Story schon gar nicht mehr interessiert. Schade drum. Zum Glück gibt`s Kathy Reichs.
tedesca zu »Patricia Cornwell: Die Dämonen ruhen nicht« 12.06.2008
Ich fand es auch langweilig, obwohl mich die Figur Jean-Baptiste immer irgendwie fasziniert hat. Aber die Handlung ist dermaßen an den Haaren (!) herbeigezogen, dass man sich immer wieder fragt, warum man das Buch nicht aus der Hand legt. Ich hab's fertiggelesen, und gelohnt hat es sich nicht.

Schade, ich war immer ein Fan von Kay Scarpetta und ihrem Team, aber leider entwickelt sich die ganze Geschichte in eine Richtung, die mir immer weniger gefällt.

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