Der Schatz vom Barrier Reef von Patric Sanders

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2004 bei Blanvalet.
Ort & Zeit der Handlung: Australien, 1990 - 2009.

  • München: Blanvalet, 2004. ISBN: 3-442-35948-1. 413 Seiten.

'Der Schatz vom Barrier Reef' ist erschienen als Taschenbuch

In Kürze:

Das weltberühmte Great Barrier Reef vor der Küste Australiens – ein beeindruckender Schauplatz für eine atemberaubend spannende Tiefsee-Expedition. Sowohl der amerikanische Milliardär Bob Fences als auch der smarte deutsche Abenteurer Michael Reiker haben es sich in den Kopf gesetzt, dem Meer einen Schatz zu entreißen: die legendären Kanonen des großen Entdeckers James Cook. Als sich aber herausstellt, dass in zwei dieser Geschütze unvorstellbare Mengen Goldes lagern, verwandelt sich der sportliche Wettbewerb schnell in ein Chaos aus Gewalt und Habgier. Und bald schon geschieht der erste Mord …

Das meint Krimi-Couch.de: »Bonds kleiner Bruder« 32°

Krimi-Rezension von Thomas Kürten

Australien, der Kontinent am anderen Ende der Welt, übt auf so manchen Deutschen eine magische Anziehung aus. Einmal ausbrechen, alle Sorgen des Alltags hinter sich lassen und so weit weg wie möglich das Paradies suchen, ein Ziel für Abenteurer. Vielleicht hat sich der Deutsche Patric Sanders, der inzwischen an der amerikanischen Westküste lebt, ähnliches gedacht, als er als Schauplatz für seinen ersten Roman die australische Ostküste mit dem gewaltigen, vorgelagerten Great Barrier Reef und dem dschungelhaft bewachsenen Outback im Kakadu-Nationalpark gewählt hat.

Michael Reiker ist ein deutscher Abenteurer, der zufällig gerade in Australien weilt. Er hat mit dem Verkauf seiner Firma genug Geld gemacht, um sich ein sorgenfreies Leben gönnen zu können. In der Hafenstadt Cooktown begegnet er der Meeresbiologin Vanessa, die er in einer Hafenspelunke vor einigen finsteren Gesellen heldenhaft verteidigt. Ihre Peiniger sind Taucher von der Mega-Yacht »Digi Wave« und deren Besitzer, der Milliardär Bob Fences möchte sich angemessen entschuldigen und lädt sie auf ihr Schiff ein.

Vanessa aber fährt lieber mit ihrem Retter Michael und dessen Freund Jack in Richtung Lizard Island, wo sie befreundete Forscher treffen will. Auf der Insel finden die beiden eine Flaschenpost, die vor über 200 Jahren Captain Cook höchstpersönlich bei seiner Entdeckungsfahrt verbuddelt hat. Die Nachricht in der Flasche deutet auf einen Schatz hin. Zusammen mit Michaels schleunigst eingeflogenem Freund Jörg machen sich die beiden auf Schatzsuche. Aber die Digi Wave von Bob Fences sucht selbst im Riff mit modernstem Gerät nach antiken Reliquien und die Taucher haben nach der Kneipenprügelei mit Reiker noch eine Rechnung offen und trachten ihm nach dem Leben. Als der Anführer der Gang von dem Schatz erfährt, schmiedet er einen mörderischen Plan.

Charaktere zu eindimensional, ausführliche Beschreibung von Natur und Städten

Der Spannungsroman kann nicht so recht vom Hocker reißen. Während der Prolog, die Sturmfahrt von Captain Cooks Endeavour im Jahr 1770, noch recht interessant zu lesen ist, verliert sich der Auftakt der Handlung in sehr detail- und adjektivreichen Beschreibungen von Personen und Kulissen. Leider gewinnt man sehr schnell den Eindruck, es mit ausgesprochen eindimensionalen Charakteren zu tun zu bekommen. Auf der einen Seite Michael Reiker Superheld, auf der anderen Rufus Terhoeven Megafiesling und seine internationale Söldnertruppe, alles kampferfahrene Mordmaschinen. Dazwischen eine vollbusige Bikininixe, ein reicher, gieriger, aber auch naiver Milliardär, ein getreues Helferlein für Reiker, eine Art Moneypenny im Cook-Museum von Cooktown und allerorts hilfsbereite Leute, die Reikers umwerfendem Charme augenblicklich verfallen und ihm ihr Vertrauen schenken. Viel zu glatt, ohne irgendwelche Macken, kommt gerade der Protagonist herüber.

Und immer wieder Passagen, die eigentlich nur Kopfschütteln ernten können. Das eine kleine Prügelei in einer Hafenkneipe bei vier Gaunern Mordslüste wecken kann, sei mal dahingestellt. Man kann solchen Schurken ja nur vor den Kopf schauen. Aber dass ein Anschlag im Zentrum der Stadt und die anschließende Verfolgungsjagd offenbar von niemandem bemerkt wird und auch keine Polizei auf den Plan ruft, ist doch schon ein wenig merkwürdig. Dann ist eine als erfahren beschriebene Meeresbiologin bei einem Tauchgang gleich mehrfach unachtsam und begibt sich in Gefahr, so dass sie vom Superhelden gerettet werden muss. Wieso wird dem Leser über mehrere Seiten die Geschichte einer Schafsfarm erzählt, wenn der Farmer dann in einer einzigen trockenen Zeile aus dem Leben scheiden muss und fortan die Farm keine Rolle mehr spielt? Erstaunlich auch, wie Reikers deutscher Freund Jörg nach einem Überfall an Bord eines Schiffes, bei dem Menschen ermordet bzw. entführt wurden (wobei irgendwie klar war, wer entführt, wer ermordet und wer überleben würde), aus den Zutaten in der Kombüse ein schmackhaftes, original australisches Sandwich zaubern kann. Solche Seelenruhe bei einer Verbrecherjagd auf Leben und Tod ist wirklich zu bewundern. Es gibt noch mehr solcher erstaunlicher Passagen, die sich gegen Ende häufen.

Bei der Beschreibung von Landschaften über und unter Wasser kann der Autor durchaus punkten. Er kann mit sehr aufmerksamen Beobachtungen aufwarten und vermag dem Leser ein genaues Bild einer Stadt, des Outbacks oder aber eines Tauchgangs im Korallenriff zu vermitteln. Mitunter jedoch wirken die Beschreibungen sehr ausschweifend und die Kapitel aufgebläht. Ein paar Adjektive und Attribute weniger hätten bestimmt nicht geschadet.

Für Bond-Fans amüsant

Viel gewollt, aber durch eine Vielzahl von Klischees, eintönige Charaktere, vorhersehbare Handlung und aufgrund fehlender Überraschungsmomente nicht viel erreicht. Es gibt durchaus Kapitel, Passagen, in denen der Roman zu Gefallen weiß. Allerdings sind das eher die Abschnitte in denen wenig Action herrscht, wo doch ein Hauch der Taucherromantik am Great Barrier Reef rüber kommt. Dem Anspruch, durch Action und Spannung als Leser gefesselt zu werden, wird Der Schatz vom Barrier Reef leider nicht gerecht. Wenn man jedoch den Roman mit einem ähnlichen Humor lesen kann wie Ian Flemings James-Bond-Romane, dann mag man sich durchaus halbwegs gut unterhalten fühlen. Aber der echte Bond kommt irgendwie mehr in der Welt herum und hat noch bösere Gegner.

Ihre Meinung zu »Patric Sanders: Der Schatz vom Barrier Reef«

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Pela zu »Patric Sanders: Der Schatz vom Barrier Reef« 07.05.2009
Was für ein unerträglicher Schrott! Dabei verheißt der Prolog einen wirklich guten Roman, hervorragend recherchieren kann Herr Sanders zumindest.

Doch dann wird geschossen und gestorben, als gäbe es in Australien weder Küstenwache noch Polizei. Da dürfen anscheinend ohne Zusammenarbeit mit den Behörden oder Archäologen Funde aus dem Meer geborgen und anschließend eine Yacht mit Maschinenpistolen zerlegt werden.

Der Handlungsstrang mit der Digiwave endet im Nichts wie das Leben des Multimillionärs, des Schaffarmers, des Cessna-Piloten und vieles andere auch. Aber das Ärgerlichste: Da "neutralisiert" der "Held" Michael Reiker die Existenz eines Gegners mit gezieltem Kopfschuss und setzt sich nur kurze Zeit später mit seinen Kumpanen an eine Bar, um ausführlich über die weiblichen Reize der Bedienung zu debatieren - die uns Sanders dann auch prompt nicht ersparen möchte! Währenddessen bleiben Gegner und ehemaliger Matrose tot in Kabinenbahn und Motoryacht liegen, ohne dass auch nur ein einziger Polizist ermittelnd tätig wird! Wie blöd muss man als Leser eigentlich sein.?!?!

Der einzige Lichtblick des Buches ist der Monolog des Aborigine Bullfrog, der von der Geschichte seines Volkes spricht...doch der gute Eindruck wird vollkommen getilt von weiteren dumpfen Ballereien, Machosprüchen und Szenenbeschreibungen, die aufmerksame Krimifans aus "Dirty Harry III" kennen dürften ("Ich bin mit Mr. Smith und Mr. Wesson unterwegs!") Im Barrierreef getaucht wird übrigens eher spährlich!

Fazit: Für dieses Buch ist sogar das Altpapier zu schade!
Krimimaus zu »Patric Sanders: Der Schatz vom Barrier Reef« 24.07.2007
Das ist der schrecklichste Krimi den ich je gelesen habe! Wie schon einmal angemerkt bin ich Australienfan und verschlinge eigentlich jedes Buch was nur mit australien zu tun hat. Ich freute mich auf dieses dicke Buch. Schon nach einigen Seiten wurde mir klar, das ist Schrott. Nur ich glaube halt an das Gute im Menschen und dachte, dass wird schon noch. Von wegen! Das Buch zieht sich. Und das Ende ist so dämlich! Ne, wirklich nicht empfehlenswert!
Ich las mal in einem Buch aus meiner Kindheit einen Satz, der ungefähr folgend lautete : "Mein Leher sagte mir einmal, wenn ein Buch dich nicht von der ersten Seite an beeeindruckt, dann stell es wieder mit in den Schrank zurück". Ich frage mich, warum ich dieses beim Schatz vom Barrier Reef nicht getan habe.

Aber bitte lest es selbst, und bildet euch eure eigene Meinung!
Kruki zu »Patric Sanders: Der Schatz vom Barrier Reef« 28.10.2004
Grottenschlecht! Ausnahmsweise stimme ich nicht mit der Bewertung der Krimi-Couch überein, 45 Punkte sind sehr geschmeichelt.
Meine Frau hatte es gut mit mir gemeint, als sie mir das Buch geschenkt hat, weil wir uns bald einen Traum erfüllen und nach Australien reisen werden. Aber ich wurde schon von einem belesenen Arbeitskollegen gewarnt.
Was sich in diesem Buch tut ist Zehennagelkräuselnd. Ein Gutmensch, der es mit einer ganzen Bande internationaler Killer aufnimmt und außerdem der zärtlichste Liebhaber der südlichen Hemisphäre ist. Und dann dieses Ende... ich konnte gar nicht so viel essen, wie ich kotzen wollte!!!
Ich frage mich, welches Buch mein Vorredner Wolfgang Femer gelesen hat. Man muss wirklich viel Humor haben und leidensfähig sein, um dem Buch noch was gutes abzugewinnen. Für Leute die wenig lesen wie ich einer bin, ist es eine Qual aber ich wollte meine Frau schließlich nicht enttäuschen und war tapfer. Das Buch bekommt von mir 1 Punkt für das schöne Cover.
Wolfgang Femers zu »Patric Sanders: Der Schatz vom Barrier Reef« 05.07.2004
Phantasievolle, in sich schlüssige, packende Abenteurergeschichte, untermauert mit präzisen nautischen und historischen Kenntnissen und detailgenauen Angaben über die Handlungsorte. Der deutsche Abenteurer Michael Reiker jagt zusammen mit seinem Freund Jörg Mossmann und einer hübschen (was sonst!) australischen Meeresbiologin nach Captain Cooks legendärem Schatz, aber eine mörderische internationale Söldnergruppe sorgt für "twists and turns" und kaltblütige Konfrontationen. Humorvoll geschrieben, ein Vergnügen zu lesen. Hervorragend geeignet für Mußestunden am Strand oder verregnete Urlaubstage und das alles zum Preis von wenig mehr als nur einer Kinokarte. Am Ende nur Bedauern, dass die Reiker Geschichte nicht weitergeht. Ich hoffe, das wird nur eine Frage der Zeit sein.
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