Die linke Hand des Teufels von Paolo Roversi

Buchvorstellung

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2006 unter dem Titel La mano sinistra del diavolo, deutsche Ausgabe erstmals 2011 bei List.
Ort & Zeit der Handlung: Italien, 1990 - 2009.

  • Mailand: Mursia, 2006 unter dem Titel La mano sinistra del diavolo. 303 Seiten.
  • Berlin: List, 2011. Übersetzt von Marie Rahn. ISBN: 978-3-548-60990-4. 314 Seiten.

'Die linke Hand des Teufels' ist erschienen als Taschenbuch

In Kürze:

Im idyllischen norditalienischen Dorf Capo di Ponte Emilia geschieht ein Mord. Dem Opfer wurde vorab als Warnung eine menschliche Hand geschickt. Die Carabinieri des Dorfes stehen vor einem Rätsel – denn die Hand wurde zuvor jahrzehntelang heimlich in einem Kühlhaus aufbewahrt. Der junge Mailänder Journalist Enrico Radeschi wird zu den Ermittlungen in seinem Heimatort hinzugezogen und stößt bald auf Hinweise, die ihn weit in die faschistische Vergangenheit des Dorfes zurückführen. Die Jagd nach einem teuflischen Mörder hat begonnen.

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bookorpc zu »Paolo Roversi: Die linke Hand des Teufels« 11.09.2011
“Die linke Hand des Teufels” ist der Start einer Kriminalromanreihe vom Autor Paolo Roversi um den Journalisten und Hacker Enrico Radeschi.

Inhalt: In seinem Heimatdorf Capo di Ponte Emilia sollte Enrico eigentlich nur “Catsitter” spielen, da seine Eltern im Urlaub sind. Also er dort aber ankommt, wird er gleich auf die Story um den aktuellen Mord, dem eine Warnung in Form einer Hand vorherging, angesetzt. Enrico nimmt Kontakt zu den Carabinieri vor Ort auf, von denen er einen von früher kennt. Mit dessen Hilfe versucht er bei den Ermittlungen mitzuwirken, um als Erster alle wichtigen Fakten zu dem Fall zu erhalten. Des weiteren benötigt an seinem Wohnort der stellvertretende Polizeipräsident Loris Sebastiani seine Hilfe hinsichtlich Computerrecherchen.

Meine Meinung: Der Auftakt dieser Reihe ist vollgepackt mit zwei Ermittlungssträngen und Beziehungsproblemen. Diese fand ich übertrieben, da sie zu oberflächlich behandelt würden. Man erhält ansonsten eine gute Charakterdarstellung der einzelnen Personen und ihrer Vorlieben z.B. Zigarettenmarken, Alkoholvorlieben usw. Die Handlungsverläufe in der Geschichte sind unterhaltsam zu lesen, wenn sie auch teilweise nicht neu sind, da sie so ähnlich in anderen Serien bereits vorkommen. Trotzdem fand ich es lesenswert und die kurzen Kapitel sehr angenehm. Die italienischen Begriffe bezüglich der Polizei und der Carabinieri, wie auch die Namen von Personen und Orten, geben wie auch das Cover dem Roman die italienische Note, beim Lesen waren es für mich aber stellenweise Stolpersteine.

Fazit: Ein gelungener Start einer neuen Kriminalreihe, die meiner Meinung nach aber noch verfeinert werden könnte.
rwe25 zu »Paolo Roversi: Die linke Hand des Teufels« 16.08.2011
In Capo di Ponte Emilia, einem kleinen beschaulichen Dorf in Norditalien, taucht eine abgetrennte Hand im Briefkasten auf. Die herbeigeeilten Dorfbewohner beginnen aufgeregt zu mutmaßen, was hier wohl passiert sein mag. Der Journalist Enrico Radeschi ist zufällig auf Heimaturlaub im Dorf und beginnt gemeinsam mit der Polizei zu ermitteln, was hinter dem mysteriösen Fund steckt.

Das Bizarre an diesem Fall ist: Die gefundene Hand ist schon ziemlich alt ist und wurde über Jahrzehnte irgendwo tiefgekühlt zwischengelagert, um jetzt auf so grausame Weise exponiert zu werden. Doch bei der einen abgetrennten Hand bleibt es nicht. Nach und nach tauchen neue Leichen auf, und auch im benachbarten Mailand muss sich ein Commissario mit Leichen herumschlagen. Beide Fälle scheinen überdies miteinander in Verbindung zu stehen.

Paolo Roversi schreibt wunderbar leicht und mit einem Augenzwinkern, das die doch eher makabere Geschichte in einem ganz anderen Licht erscheinen lässt. Leider fehlte mir an machen Stellen der Überblick und somit das Lesevergnügen. Das lag wohl hauptsächlich daran, dass die vielen verwendeten italienischen Namen der handelnden Personen und ihre teilweise auch italienisch belassenen Berufsbezeichnungen Vicequestore, Maresciallo, Sottotenente (abwechselnd zu ihren deutschen Übersetzungen) mich verwirrten. Am Ende waren wohl weit weniger Personen in die Handlung involviert als von mir verstanden, weil sich jeweils die gleichen Leute hinter drei bis vier verschiedenen Namen verbargen.
Thomas71 zu »Paolo Roversi: Die linke Hand des Teufels« 25.07.2011
Ein unterhaltsamer Kriminalroman, dessen Kurzzusammenfassung allerdings meiner Meinung nach in eine etwas falsche Richtung führt, da die geschichtlich-politischen Hintergründe des Tat kaum eine Rolle spielen und erst am Ende des Buches thematisiert werden. Ärgerlich finde ich zudem, dass der Autor der ursprünglichen Idee scheinbar nicht vertraut und noch eine Parallell-Handlung in Mailand einführt und so den Raum für die Mordserie in Capo die Ponte Emilia weider einschränkt, was ich bei einem Buch von gerade einaml 300 Seiten etwas schade finde.
Gelungen ist in meinen Augen die Zeichnung der Figuren, die ein wirklich lebensnahes Bild des kleinen DXorfes zeichnet. Außerdem empfinde ich es angenehm, das Rovwersi nicht auf den ausgetretenen Pfaden eine Mareschialla Guarnacchia oder Commissario Brunetti wandelt und gleichzeitig keinen blutrünstigen Giallo fabriziert hat, wie man ihn aus italienischer Produktion kennt.
Alles in allem ein netter, unterhaltsamer Krimi, der es bei mir auf 65° bringt...
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