Totengleich von Tana French

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2008 unter dem Titel The likeness, deutsche Ausgabe erstmals 2009 bei Scherz.
Ort & Zeit der Handlung: Irland, 2010 - heute.
Folge 2 der Cassie-Maddox-Serie.

  • New York: Viking, 2008 unter dem Titel The likeness. ISBN: 978-0670018864. 466 Seiten.
  • Frankfurt am Main: Scherz, 2009. Übersetzt von Ulrike Wasel & Klaus Timmermann. ISBN: 978-3-502-10192-5. 780 Seiten.
  • Augsburg: Weltbild, 2010. Übersetzt von Ulrike Wasel & Klaus Timmermann. ISBN: 978-3828995918. 780 Seiten.
  • Frankfurt am Main: Fischer, 2010. Übersetzt von Ulrike Wasel & Klaus Timmermann. mit Leseprobe zu Tana French: Sterbenskalt. ISBN: 978-3-596-17543-7. 784 Seiten.
  • [Hörbuch] Berlin: Argon, 2009. Gesprochen von Maren Eggert. ISBN: 3866108427. 6 CDs.

'Totengleich' ist erschienen als HardcoverTaschenbuchHörbuch

In Kürze:

Als die junge Polizistin Cassie Maddox in ein verfallenes Cottage außerhalb von Dublin gerufen wird, schaut sie ins Gesicht des Todes wie in einen Spiegel: Die Ermordete gleicht ihr bis aufs Haar. Wer ist diese Frau? Wer hat sie niedergestochen? Und hätte eigentlich Cassie selbst sterben sollen? Keine Spuren und Hinweise sind zu finden, und bald bleibt nur eine Möglichkeit: Cassie Maddox muss in die Haut der Toten schlüpfen, um den Mörder zu finden. Ein ungeheuerliches Spiel beginnt. »Ich kannte sie von irgendwoher, hatte das Gesicht schon tausendmal gesehen. Dann trat ich einen Schritt vor, um genauer hinzuschauen, und die ganze Welt verstummte, gefror, während Dunkelheit von allen Seiten herantobte und in der Mitte gleißend weiß nur das Gesicht der jungen Frau blieb, denn das war ich.«

Das meint Krimi-Couch.de: »Lohnendes Konditionstraining« 80°

Krimi-Rezension von Jochen König

Cassandra »Cassie« Maddox ist zurück. Nach den Ereignissen in Knocknaree (nachzulesen in Grabesgrün) hat sie sich ins Dezernat für Häusliche Gewalt versetzen lassen und pflegt mit ihrem Freund Sam eine beschauliche Beziehung; möglichst weit entfernt von den Irrungen und Wirrungen, die sie mit ihrem ehemals besten Freund und Partner Rob Ryan durchleben musste. Wenn da nicht diese Sehnsucht wäre – die Cassie im Schießstand auslebt. Bis plötzlich die Leiche einer jungen Frau auftaucht. Nicht nur, dass sie den Namen trägt, den Cassie während ihrer Zeit als Undercover-Polizistin benutzte, bis sie niedergestochen wurde. Lexie Madison sieht Cassandra auch wie aus dem Gesicht geschnitten aus.

Ein Umstand, der Cassie sowohl entsetzt wie fasziniert und ihren alten Mentor Frank Mackey auf eine abenteuerliche Idee bringt. Cassie soll in die Rolle der Toten schlüpfen, ihr Leben übernehmen und ermitteln. Ein heikles Unterfangen, denn Lexie lebte in einer WG, deren verbleibenden vier Mitglieder ein eingeschworenes Team bilden und zudem dringend tatverdächtig sind. Trotz des Widerwillens ihres Verlobten Sam und ihrer eigenen Skrupel, lässt sich Cassie auf das waghalsige Spiel ein. Und sieht sich bald mit einem weiteren Problem konfrontiert: was, wenn das geborgte Leben einen derartigen Reiz ausübt, dass man es möglicherweise behalten will? Und so droht Cassie zwischen den Ermittlungen, ihrer Vergangenheit, und der Suche nach sich selbst und ihren Möglichkeiten verloren zu gehen.

War Grabesgrün mit 670 Seiten bereits von voluminösem Umfang, legt Totengleich noch einmal 110 Seiten drauf. Leider ist diese Länge diesmal tatsächlich der größte Schwachpunkt des Buches.

So dauert es 150 Seiten, bevor Cassie ihre neuerliche Undercover-Mission antritt. Wobei von Beginn an klar ist, dass genau dies passieren wird. Cassies Zerrissenheit, ihre Ängste und Wünsche werden zwar deutlich, aber gemessen an dem von Grabesgrün vorgelegten Standard, bleibt die junge Polizistin blass. Während der Erzähler des Debüts, Rob Ryan, mit seinen inneren Dämonen ringen musste und den Kampf – zumindest zwischenzeitlich verlor -, kämpft Cassie weitgehend gegen die Anforderungen und Ansprüche der Außenwelt. Sie ist weit gefestigter als Rob; und auch wenn dieser Umstand im Verlauf des Romans zunehmend in Frage gestellt wird, bleibt sie die farblosere Figur. Erst als sie auf der verzweifelten Suche nach der idealen Familie ins Wanken gerät, nimmt die Dramatik zu. Und kulminiert in der Umkehrung einer Schlüsselsituation aus Grabesgrün. Hier wie dort versuchen sich Brüderchen und Schwesterchen verzweifelt telefonisch mitzuteilen. Doch wie üblich ist der trennende See viel zu tief. Während Brüderchen wenigstens noch eine treffende Analyse des Lebensabschnittsgefährten Cassies ins Telefon hauchen kann, verharrt Schwesterchen in einem Akt des Schweigens.

An diesen Stellen zeigt sich die wahre (literarische) Größe Tana Frenchs. Sie mag (zu) ausschweifend sein, verliert sich manchmal im Wust ihrer Analysen, aber sie bleibt eng an ihren Figuren und ihren Geschichten. Und so gelingen ihr im Kleinen große An- und Einsichten. Denn sie braucht keine hanebüchenen Aufhänger, um die Strudel und Klippen menschlichen Miteinanders zu umreißen. Niemand rennt mit dem Verdacht auf Hepatitis durch die Gegend oder verzweifelt an seinem harten Schicksal gramgebeugt über ausgeweideten Leichen.

Tana French ist eine Meisterin des gepflegten Understatements. Ihre Morde passieren im Off und rücken nicht mehr als nötig in den Blickpunkt. French behält immer die Menschen hinter den stigmatisierenden Begriffen Täter, Opfer, Ermittler im Zentrum ihrer Erzählung. Ihr geht es um die Bedingungen und Auswirkungen, die Verbrechen und der Umgang damit auf Lebens-Gemeinschaften besitzen. Und natürlich die Relativität des Begriffes »Wahrheit«. Sowohl Rob Ryan wie Cassie Maddox definieren Wahrheit als eine Art höchstes Gut und belegen auf unterschiedliche Weise, dass die Suche nach Wahrheit sowohl zum Gang auf Messers Schneide werden kann und zugleich individuellen Interessen gehorcht. Totengleich zeigt das noch eindeutiger als sein Vorgänger.

Cassie Maddox lässt sich gefangen nehmen von der Stimmung in Lexie Madisons WG. Es gibt Augenblicke, in denen ihr das geborgte Leben verlockender scheint als ihr reales. Abby, Daniel, Justin, Rafe, vier Namen, viermal der verzweifelte Versuch die eigene Vergangenheit zu verleugnen, das Versagen, den Verlust der genetischen Familie durch eine selbst gewählte zu ersetzen. Und plötzlich findet man sich im Puppenheim wieder. Denn auch wenn man Ideale träumt, lassen sich menschliche Begehrlichkeiten und das Eindringen der Außenwelt kaum wegdiskutieren und -tanzen. Am Ende – oder Anfang – steht ein Mord. Nicht nur Cassies Lebensentwurf wird in Frage gestellt. Und ob der Schluss des Romans eine Art »Happy End« oder den Verlust eines Lebenstraums darstellt, muss der Leser selbst entscheiden.

Tana French macht es ihren Lesern nicht leicht. Sie erschafft einen eigentlich sehr überschaubaren Kosmos (das Whitethorn-Haus und seine fünf Bewohner, eine Hand voll Polizisten und noch weniger Außenstehende) und füllt ihn an mit Gedanken, kleinen Plänkeleien und großen Lügen. Das bewegt sich langsam vorwärts, kreist gelegentlich um sich selbst und nimmt erst gegen Ende Tempo auf. Große, wilde Aktionen sucht man vergebens, es sind Nuancen, die sich verändern, kleine Splitter, die eine anscheinend homogene Gemeinschaft in Fetzen reißen können.

Dabei deutet French wenig und überlässt dem Leser selbst Schlüsse zu ziehen – dem diesmal aber mit etwas weniger Input mehr geholfen wäre. Denn manches an Beziehungen und Entwicklungen ist bereits evident, wenn Cassie es zum zweiten oder dritten Mal subsumiert. So braucht man für den fünfhundertseitigen Mittelteil Geduld und Langmut; der sich aber auszahlt. Denn im Einfangen von Stimmungen, den Veränderlichkeiten der eigenen Wahrnehmung und der Beurteilung von Handlungen und Fakten ist French meisterlich.

Vor allem besitzt sie eine eigene Stimme, die ihre Literatur meilenweit von adeligem Beziehungskladderadatsch und vor Betroffenheitskitsch triefenden Lagunenkrimis zahlreicher KollegInnen abhebt. Von extrapolierten Schlachthausplatten sowieso.

Jochen König, September 2009

Ihre Meinung zu »Tana French: Totengleich«

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Gaudio zu »Tana French: Totengleich« 12.04.2017
Todlangweilig... wie kann man nur sowas verbrechen... oder auch gut finden? Auch die Idee eines unbekannten Doppelgängers ist so neu nicht. Am schlimmsten aber das ellenlange Ergiessen von Unbelanglosem. Erspart euch das besser. Schattenstill hat sicherlich auch seine Längen, ist aber um einiges interessanter. French ist sicherlich kein Name, den man sich unbedingt merken muss
Manfred Rathunde zu »Tana French: Totengleich« 02.02.2014
In grauer Vorzeit haben die Cops Frank Mackey und Cassandra Maddox eine Undercoveragentin namens Alexandra Madison erfunden und nach kurzem Gebrauch, dieses Alias, wieder stillgelegt. Nur taucht einige Zeit später genau diese erdachte Person in natura auf, leider tot. Und diese Frau ist Cassie wie aus dem Gesicht geschnitten, könnte die eineiige Zwillingsschwester sein. Man hat nicht nur einfach einen Mordfall am Hals, sondern die volle Verwirrung. Warum wurde diese Frau, die sich ein streng geheimes, nur auf dem Papier für die irische Polizei existierendes Leben okkupiert hat, ermordet? Sollte doch Maddox Ziel des Anschlages gewesen sein und es kam zu einer tragischen Verwechslung? Was steckt wirklich hinter diesem Fall. Tana French schickt ihre Charaktere in die Undercoverarbeit zurück, in dem Cassie wieder in ihr altes Alias schlüpft und deren Platz im Leben einnimmt. Obwohl im Leichenschauhaus liegend, tobt Lexie Madison wieder durch das Universum, auf der Suche nach ihrem Mörder. Dazu muss sie in die alte Umgebung integriert werden, ohne dass ihre Mitbewohner merken, dass sie ein Double im Hause haben. Frau French zeichnet ein Bild, bunt und wortgewandt, lässt Agentin Maddox auf eine WG-Idylle los, die sich zusammengefunden hat, um der Vergangenheit zu entfliehen. Nur kampiert diese im tiefsten irischen Hinterland und hat nicht nur den Anschlag auf Lexies Leben zu verkraften, sondern muss sich auch mit den Dorfbewohnern und anderen Neidern auseinander setzen. Und immer die Frage im Nacken, wie ist diese Frau an die Infos gekommen, die Frank und Cassie sich beim Kaffee ausgedacht hatten, um eigentlich Drogendealer zum Geständnis zu zwingen. Tana French katapultiert sich zu einem Level des Krimis, hätte sie vermutlich selbst nicht geglaubt, aber es ist wahr. An ihr muss eine neue Messlatte angelegt werden. Verwirrende, verwobene Handlung, die sich zu einem Höhepunkt hinarbeitet, den man dann nicht wirklich erwartet. Tana French hat so einige Höhepunkte in petto, die dem Leser Gänsehaut beschert, seinen Magen zum Knoten wirkt und ihn, hörbar für die Nachbarschaft, tief atmen lässt. (MRD)
simsa zu »Tana French: Totengleich« 27.01.2014
Sie sieht aus wie ich!

Als Cassie Maddox zu einem Tatort gerufen wird, ahnt sie nicht, dass sie dem Mordopfer bis aufs Haar gleicht.
Und nicht nur das, sofort stellt sich ihr die Frage, auf wen es der Täter abgesehen hat. Denn die ermordete Frau gleicht Cassie nicht nur, nein, sie lebt auch mit ihrer vor Jahren erfundenen Identität. Damals ermittelte sie als Alexandra J. Maddison und eben diese Identität schnappte sich das Opfer nach der Stilllegung.
Ganz klar, dass Cassie zurück in die Rolle muss, um hier zu ermitteln. Schließlich schwebt auch sie in Gefahr...
Von Tana French hatte ich im Vorfeld schon einiges gehört. So gab es nach ihrem ersten Buch „Grabesgrün“ einige Fans, aber auch viele Leute, denen das Buch nicht gefallen hat.
Ich selber kenne diesen ersten Fall für Cassie Maddox nicht und bin mit „Totengleich“ sofort bei Band 2 eingestiegen.

Hier noch einmal die richtige Reihenfolge:

1) Grabesgrün
2) Totengleich
3) Sterbenskalt
4) Schattenstill

Auch wenn ich, wie schon gesagt, den Vorgänger nicht kenne, kam ich wunderbar in das Buch hinein. Tana French hat, so glaube ich, alles wichtige noch einmal beschrieben, zeitgleich aber so viel offen gelassen, dass ich persönlich sehr gerne noch „Grabesgrün“ lesen würde.

Aber zum Buch „Totengleich“... der Plot bietet ja schon einmal viele Möglichkeiten und auch die Seitenzahl von 784, verspricht eine spannende und verzwickte Geschichte.

Und doch war das Buch so anders, als ich es erwartet hatte. Natürlich gab es spannende Momente, aber sie waren nicht so packend, wie ich es im Vorfeld vermutete.
Insgesamt wird auch schnell klar, dass Tana French sich sehr viel Zeit in ihrem Buch nimmt. Sie beschreibt halt sehr genau die Umgebung, hält Dialoge über viele Seiten (!) und als Leser/-in hat man jegliche Szenen ganz genau vor Augen.
Dies ist natürlich perfekt, aber zeitgleich auch so, dass ich es ein wenig schwer hatte in das Buch zu finden. Denn es dauert schon ca. 200 Seiten, bis Cassie im Fall ist und dann auch ermittelt.
Dies war für mich, gleich zu Beginn, etwas zu lang.

Aber ab dann macht der Thriller Spaß. Cassie ist sehr sympathisch, zeitgleich ist das was dann passiert aber auch voller Nervenkitzel und es steht immer die Frage im Raum, wer der Täter ist.
Ich hatte permanent neue Verdächtige, habe aber mit dem Ausgang des Buches in dieser Form nicht gerechnet. Und ich würde lügen, wenn ich schreiben würde, dass dieses Ende mich nicht berührt. Ganz im Gegenteil, ich hänge dem Buch noch ein wenig nach und hätte mir, wenn ich einen Wunsch frei haben würde, für einige Personen ein etwas anderes Ende ersehnt.
Wobei es hier ja ein durchaus logischer Verlauf ist und gerade das ist ja auch das Schöne, die Leser werden immer mal wieder überrascht.

Zu dem Ende möchte ich noch anmerken, dass es Ähnlichkeiten mit dem Anfang hatte. Tana French hat auch hier einen langen Anlauf genommen und ist dann sehr ausführlich zu der Auflösung gekommen. Manchmal ist weniger mehr, zumindest für mich.

Trotz dieser kleinen Bemängelungen, möchte ich aber dennoch die weiteren Bücher von Tana French lesen, denn der größte Teil dieses Buches war einfach nur gut.

Mein Fazit:
„Totengleich“ ist ein Thriller, der nicht mal eben gelesen wird. Schließlich mag Tana French es,den Lesern ausführliche Dialoge und Handlungen zu bieten.
Mir hat das Buch insgesamt gut gefallen und ich habe mich hier über einen komplett anderen Verlauf gefreut, den ich zu Beginn so nicht erwartet hatte.
kianan zu »Tana French: Totengleich« 01.10.2013
Ich will mich kurz fassen: Trotz einer doch sehr unwahrscheinlichen Grundgeschichte hat dieser Krimi an Spannung nicht verloren. Aus meiner Sicht gehört er zwar nicht zu meinen Lieblingskrimis, aber er war durchaus lesenswert. Ich werde die Serie weiterlesen und bin gespannt, ob die Autorin sich das Niveau halten bzw. steigern kann. Grabesgrün empfand ich auch schon als gut, aber nicht für bejubelnswert.
Mistie zu »Tana French: Totengleich« 09.02.2013
Ich habe es geschafft! War manchmal kurz vor dem Aufgeben - so langweilig war für mich ein Buch selten - so langweilig, dass mir am Schluss sogar egal war wer der Mörder war: Hauptsache das Buch war zu Ende!!

Die gute Rezension und die hohe Gradzahl auf der KC verleiteten mich "Totengleich" von Tana French (laut Verlag" die junge Bestsellerstimme des anspruchsvollen Kriminalromans") zu kaufen und zu lesen, doch jetzt weiss ich es besser: ich hätte besser dran getan die negativen Kritiken auf Amazon zu lesen.

Schon "Grabesgrün, der erste Band mit der Protagonistin Cassie Maddox bestach mehr durch seine ziemlich "verschwurbelte" Sprache als durch seine Handlung, doch ließ ich den Bonus eines Erstlings und einer jungen Schriftstellerin gelten …

Die Autorin versucht - zwanghaft - alles bis ins Detail zu beschreiben: Charaktere, Natur, Handlungen, Gedanken, etc. - und zieht daher den Handlungsstrang in eine unerträgliche Länge (verschiedene Beschreibungen noch schlimmer als bei Proust). 500 bis 600 Seiten (vielleicht sogar noch weniger) anstatt der etwa 780 (!) wären vollkommen ausreichend gewesen und hätten der Geschichte vielleicht den Pep und/oder die Spannung gegeben die durch zu viele Erklärungen totgeschrieben wurde.
Hier ein kleiner Satz (von einer zufällig aufgeschlagene Seiten zitiert): "Die Luft um mich herum fühlte sich zu intim und zu wissend an, wie eine hochschnellende Augenbraue bei jemandem, den du niemals zum Narren halten könnest."

Die unsäglichen und häufigen Anspielungen an den ersten Band (sollten wohl zum Kauf dessen animieren) waren in meinem Augen ein zusätzliches Übel.
Maria zu »Tana French: Totengleich« 05.10.2012
Was anfing mit einem Kauf "auf gut Glück", ist mittlerweile beinahe in einer Sucht ausgeartet. Ich klebte förmlich an den wunderschönen Szenen, die Tana French mit ihrem unglaublichen Sprachtalent einem beinahe direkt vor Augen zaubert.
Eine Vorgängerin hier beschwerte sich über die Länge des Buches und der Szenen im Allgemeinen. Als regelmäßige (beinahe überstrapazierte) Elizabeth George-Leserin kann ich das nicht bestätigen. Ich finde die Länge - und vor allem Tiefe - der einzelnen Szenen genau richtig und auch notwendig. Erst recht die idyllischen Momente im Whitethorn-House (wenn man sich erst mal der trügerischen Sicherheit hingegeben hat) lassen in einem den Wunsch aufkeimen, eine Zeit dort verbringen und zur Ruhe kommen zu können.
Für mich persönlich ist es auch einmal wieder sehr schön, Protagonisten zu erleben, die durchaus auch anecken können beim Leser, weil die Autorin nicht darum bemüht ist, sie dem Leser anzubiedern, sondern sie ihre Wege gehen lässt.
Die anderen Bücher habe ich daraufhin natürlich auch gelesen und bin jedes Mal wieder traurig, wenn ich das Buch zuschlagen muss. Ich warte schon ganz gespannt auf ein Neues und hoffe auf ein Wiedersehen mit Cassie, Rob, Frank oder auch Sam. :)
Liebe Grüße
Maria
Karin zu »Tana French: Totengleich« 22.09.2012
HÖCHST-Lob für The Likeness von Tana French:
gut geschrieben, Handlung interessant, spannend, nachvollziehbar - miterlebbar.
Höchst-Lob auch an den Übersetzer - gute Sprache!

Einzige Einschränkung:
Der deutsche Titel ist Schrott.
Die "Likeness" wurde mit "Totengleich" (Krimi-Trend folgend?) unpassend - viel zu sparsam und nur auf die Leiche reduzierend, übersetzt, statt neugierig zu machen auf die besonderen "likeness"-Erlebnisse dieses Krimis.

Gern-/Gutlesern empfehle ich das Buch.(Bin Jahrgang 1955, seit 50 Jahren Viel-, Sucht- & Querbeet-Leser.)
karin8435@googlemail.com zu »Tana French: Totengleich« 22.09.2012
HÖCHST-Lob für The Likenss von Tana French: gut geschrieben, Handlung interessant, spannend, nachvollziehbar - miterlebbar.Höchst-Lob auch an den Übersetzer - gute Sprache!Einzige Einschränkung:
Der deutsche Titel ist Schrott.Die "Likeness" wurde mit "Totengleich" (Krimi-Trend folgend?) unpassend - viel zu sparsam und nur auf die Leiche reduzierend, übersetzt, statt neugierig zu machen auf die besonderen "likeness"-Erlebnisse dieses Krimis.Gern-/Gutlesern empfehle ich das Buch.(Bin Jahrgang 1955, seit 50 Jahren Viel-, Sucht- & Querbeet-Leser.)
Anja S. zu »Tana French: Totengleich« 23.02.2012
Dieses Buch erinnert stark an das wunderbare Buch "Die geheime Geschichte" von Donna Tartt. Hier wie dort geht es um eine Gruppe von elitären Studenten, die einen abgeschiedenen Kosmos bilden, in den eine weitere Person, hier halt eine Undercover arbeitende Polizistin, eindringt.
Es geht hier vor allem um die psychologische Innenspannung, für Fans einer Karin Schlächterin ist dieses Buch völlig ungeeignet.
Alles zusammen genommen hat es mir gut gefallen, die Beweggründe der eigentlichen Lexie Madison waren mir zu eindimensional und konnten ihr Verhalten nicht schlüssig erklären.
g.werner zu »Tana French: Totengleich« 07.11.2011
Wenn ich hier die überwiegend positiven Beurteilungen lese bin ich ratlos. Oder ich habe ein anderes Buch gelesen. Da schlüpft eine irische Detectivin in die Rolle einer amerikanischen Studentin. Spätestens nach 2 Stunden wäre sie schon durch die Sprache aufgefallen. Amerikansich und irisch sind so ähnlich wie schwäbisch und bayrisch. Dann unterliegt sie auch noch fast dem Stockholmsyndrom - sehr proffessionell . Das alles wird in epischer Breite dargestellt, Psychologie und Philosophie werden krankhaft bemüht dem allen einen interlektuellen Touch zu geben - die Blumenkinder der 60iger lassen grüßen. Das Buch landete bei Oxfam - dürfen sich auch noch andere drüber ärgern.
JaneM. zu »Tana French: Totengleich« 04.11.2011
Die Handlung ist bereits, insbesondere von Ailis und Bellexr, treffend beschrieben worden. Ja, fast 800 Seiten sind viel. Diese werden aber nicht durch Langatmigkeit vergeudet, sondern Tana French beschreibt ausgesprochen gekonnt Atmosphäre und psychische Prozesse der Protagonisten.
Der Maßstab "kurz und knapp" ist bei Artikeln in einer Tageszeitung angebracht, aber nicht bei Literatur. Zumindest solange die Autorin etwas mitzuteilen hat- und das ist hier der Fall.
MaryBlue zu »Tana French: Totengleich« 19.09.2011
Habe auch gestern das Buch fertig gelesen und war ebenso begeistert. Besonders am Schluss hat die Spannung so richtig angehalten und ist nicht ins Unglaubwürdige abgerutscht (wie leider so oft der Fall). Auch wenn man bedenkt, dass es sich im Prinzip nur um einen Mord handelt, der bearbeitet wird - die Lesefreude bleibt immer bestehen!

Echt gelungen!
Christine Bäuchl zu »Tana French: Totengleich« 22.05.2011
...das 800 Seiten-Buch Totengleich war seit langem das beste, was ich gelesen hab!!!
Bin beeindruckt, wie einfühlsam und intensiv Sie die Nähe und die Aura der Bewohner schildert, Sie schreibt echt Klasse!! - ich Lese absolut gerne und freu mich immer mal wieder wenn mir ganz besondere Bücher in die Hände fallen (hatte es aus der Bücherei)
P.S. besser 800 Spannende Seiten als 400 mittelmäßige...!!!
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
DaTilt zu »Tana French: Totengleich« 24.03.2011
Wie bereits geschrieben, ist dieses Buch sehr langatmig. Eigentlich rechtfertigt die Story keine 800 Seiten. Insbesondere finde ich, dass das Ende viel zu sehr in die Länge gezogen ist. Der Hauptcharakter der Story handelt an fast keiner Stelle logisch, ebensowenig ein Großteil der anderen Bewohner des Hauses. Das geht einen auf Dauer doch ziemlich auf die Nerven.

Da das Buch sprachlich ganz OK ist und teilweise insbesondere im Mittelteil, der mir eigentlich ganz gut gefallen hat, Atmosphäre aufkommt, bekommt dieses Buch von mir 60 Grad. So schnell werde ich aber nicht mehr zu einem Buch von Tana French greifen.
0 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Loreley zu »Tana French: Totengleich« 18.02.2011
Es ist immer schwierig, wenn nicht unmöglich, an einen perfekten Vorläufer anzuknüpfen. Tana French ist das, meiner Meinung nach, gelungen. Der Trick, den Nachfolger aus der Perspektive der "Zweitprotagonistin" des Erstlings zu erzählen, ist clever. Der Leser betritt ein bekanntes Gebiet unter anderer Leitung.
Cassie Maddox hat ihr Päckchen zu tragen, die 150 Seiten zu Thema: "Soll ich oder soll ich nicht" habe ich ihr freundlicher Weise gegönnt. Und so ein Doppelgänger, auch wenn er tot ist, ist schon eine harte Nuss.
Harte Nüsse sind desgleichen die Bewohner der "Lexie WG" und wenn wir es genau nehmen: solche Leute gibt es doch gar nicht.
Darin liegt für mich u.a. eine der Stärken der Autorin. Sie kriegt es hin, dass Romantik-Freaks nicht konstruiert wirken.
Wie auch immer: viele Seiten brauchen viel Zeit. Der Vorwurf einer Zeitverschwendung kann bei diesem Buch nicht erhoben werden.
spacecowboy zu »Tana French: Totengleich« 05.02.2011
Dieser Krimi lebt von seinen Charakteren; bis ins kleinste wurde hier an den Figuren gefeilt. Was dieser Roman nicht bietet ist Action. Diese wäre in der Handlung tatsächlich nur störend. Der Plot entsteht nur rund um die fünf Hauptfiguren. Die Autorin versteht es sagenhaft, den Spannungsbogen durch die Beziehungen unter den Handelnden aufzubauen.

Dazu kommt ein Storyansatz, den ich vorher noch nicht in diesem Genre erlebt habe. Eine Ermittlerin wird als Ersatzperson einer Toten in diesen Ring der Protagonisten eingeschleust, um undercover das seltsame Verhalten der Verdächtigen zu untersuchen. Was zu Anfang unglaublich und nicht vorstellbar klingt, bekommt aber im weiteren Verlauf des Geschehens immer mehr Hand und Fuß. An einigen Textstellen möchte man glauben, dass Tana French gerne das Genre "Krimi" verlassen möchte; in der Tat steht sie in einigen Passagen vor der Grenze zur Phantastik. Aber eben auch nur fast, denn so dichtgewoben die Darstellung der Psyche jedes Einzelnen der Protagonisten geschildert wird, ist es nicht leicht herauszufinden, was Realität oder Wunschdenken ist. Das Bild, was jeder in der Gruppe (einschließlich der Ermittlerin) von dem anderen hat, verklärt sich manchmal ins mystische. Und genau das macht meines Erachtens die Stimmung dieses Romans aus.

Ich bin von diesem Roman sehr positiv überrascht, für mich ist das der Beste Krimi seit langer, langer Zeit. 97°
Marthe zu »Tana French: Totengleich« 15.09.2010
Wieder ein Fan. Nach "Grabesgrün", daß ich spannend, aber unbefriedigend fand, weil sich die Geschichte der Kinder nicht auflöst, fand ich den Folgeroman im Regal meiner Mutter.
Ich las und las und las. Ich war die ganzen 780 Seiten lang gespannt. gerade weil sich die Erzählung so langsam und detailliert fortbewegt. Ich fand die Zeit des Lesens adäquat der Zeit der Ermittlung.
Ich bin für lange Räusche und nicht für kurze Koitüsse.
Es ist einfach alles stimmig, nachvollziehbar und keine Kunstgriffe, die nicht standhalten.
Ich würde sofort den nächsten ebenso langen Roman von Tana French lesen.
Martha zu »Tana French: Totengleich« 31.07.2010
Das Buch ist VIEL ZU LANG! Die Geschichte an sich finde ich zwar unrealistisch, aber spannend, aber man schafft es einfach nicht, diese gefühlten acht Millionen Seiten zu lesen, denn jede Beschreibung einer Stimmung, einer Laune, einer Umgebung, eines Gedanken wird so endlos und langatmig ausgewalzt, daß ich immer wieder ganze Passagen oder sogar Seiten übersprungen habe. Ich wollte wirklich wissen, wie die Geschichte ausgeht, aber irgendwann konnte ich nicht mehr. Schade. Dieses Buch hätte man problemlos um die Hälfte kürzen können.
Bellexr zu »Tana French: Totengleich« 30.04.2010
Detective Cassie Maddox, mittlerweile in die Abteilung für häusliche Gewalt versetzt, erhält eines Abends einen Anruf von ihrem Freund Sam, Detective bei der Mordkommission. Sie soll schnell zu einem verlassenen Cottage kommen. Dort angekommen trifft sie auch auf ihren ehemaligen Chef Frank, für den sie während ihrer Undercoverzeit gearbeitet hatte. Im Cottage liegt die Leiche einer jungen Frau, die Cassie zum Verwechseln ähnlich sieht. Die junge Frau wohnte mit vier anderen Studenten auf Whitethorn House. Um den Mord schnell lösen zu können, unterbreitet Frank ihr den Vorschlag, in das Leben der jungen Literaturstudentin zu schlüpfen. Anfangs weigert sich Cassie, doch je mehr sie über Lexie erfährt, umso mehr wird sie von der Idee gefangen genommen. Und so beginnt sie ihre Undercoverarbeit bei den jungen Leuten.

Diese leben in ihrer eigenen Welt, sind eine verschworene Gemeinschaft, betrachten Whitethorn House als ihr Zuhause und kapseln sich vom Rest der Welt ab. Nicht, dass die Einheimischen ein Interesse daran hätten, mit den Studenten in Kontakt zu kommen. Ganz im Gegenteil, Whitethorn House und die Familie March, der einer der Studenten angehört, werden von den Einheimischen seit Generationen gehasst und als Unterdrücker angesehen. Liegt hier das Mordmotiv verborgen oder war es doch einer der vier Mitbewohner, der Lexie ermordet hat? Diese Frage soll Cassie alias Lexie klären und gerät dabei immer mehr in den Sog dieser verschworenen Gemeinschaft.

Tana French lässt sich viel Zeit für ihre Geschichte, die sie aus Sicht von Cassie rückblickend erzählt. So ist man sofort hautnah dabei, wie Cassie mit ihrer Entscheidung ringt, überhaupt diesen Job anzunehmen und wie sie sich anschließend immer mehr vom Zauber der verschworenen Gemeinschaft einfangen lässt. Abby, Rafe, Daniel und Justin ergänzen sich hervorragend, scheinen jedes Geheimnis des anderen zu kennen, vermeiden jede Erinnerung an die Vergangenheit, leben nur im Hier und Jetzt, in ihrer eigenen realen Welt und doch spürt Cassie und somit auch der Leser, dass hier unterschwellig etwas brodelt, dass nicht alles so ist wie es scheint. Mitten hinein in dieses Gefühlwirrwar gerät Cassie. Anfangs noch ständig auf der Hut, sich ja nicht durch kleine, unbedachte Gesten oder Äußerungen zu verraten, verfällt sie immer mehr dem Charme des Hauses und der Herzlichkeit ihrer Mitbewohner und fühlt sich bald als eine von ihnen, was auch Frank nicht verborgen bleibt.

Der Autorin gelingt es praktisch von der ersten Seite an durch ihren bild- und lebhaften, fesselnden, lebendigen Schreibstil, einen bei der Geschichte mit Leben zu lassen. Die Story ist von Anfang an schlüssig aufgebaut und durchweg spannend erzählt. Ihre Beschreibungen der Charaktere sind so lebendig, dass man sich schnell ein Bild der jeweiligen Personen machen kann. Und trotzdem bleiben sie einem rätselhaft. Ihr gelingt es mühelos, Abby, Rafe, Daniel und Justin sympathisch zu zeichnen, doch bleibt unterschwellig das Gefühl, dass vielleicht einer der vier der Mörder von Lexie sein könnte. So geht es dem Leser wie Cassie, man möchte es nicht wirklich glauben. Und hiermit spielt Tana French geschickt, denn immer wieder sind neue Wendungen schlüssig in die Geschichte eingebaut, sodass man sich bezüglich Mörder und seinem Motiv nie sicher sein kann.

Was mir auch sehr gut gefallen hat, ist, dass Tana French ihre Geschichte nicht mit der Auflösung des Falls beendet, sondern sich noch einmal Zeit nimmt, offene Fragen und Cassies Leben danach noch ein bisschen weiter zu erzählen. So ist die Story wirklich bis zum Ende absolut rund und schlüssig erzählt.

Fazit: Eine spannende Geschichte, die sehr lebendig und warmherzig erzählt wird und durch ihre bildhafte Sprache überzeugt.
Ailis zu »Tana French: Totengleich« 20.04.2010
Gleich, nachdem ich "Grabesgrün" gelesen hatte, wusste ich, dass ich den nächsten Roman dieser jungen Autorin ebenfalls lesen wollte. Ihr Sprachgefühl ist großartig, ihre Charaktere sind gut durchdacht und vielschichtig und die Geschichten, die sie erzählt, fesseln den Leser ab der ersten Seite.

In "Totengleich" begegnen wir einer alten Bekannten aus Frenchs erstem Roman: Detective Cassie Maddox. Nachdem sie sich nach ihrem letzten Fall im Morddezernat ins Dezernat für häusliche Gewalt hat versetzen lassen, wundert sie sich sehr, als sie von Sam O'Neill, ihrem Freund, und Frank Mackey, ihrem früheren Chef in der Undercover-Abteilung, zu einem Leichenfund gerufen wird. Doch ihre Verwunderung weicht jähem Entsetzen, als sie in das Gesicht des Opfers blickt: es ist wie ein Blick in den Spiegel. Die Verwirrung steigert sich noch, als sie erfährt, dass diese Frau, die ihr gleicht wie ein Haar dem anderen, ihre frühere Undercover-Identität geklaut hat und unter dem Namen Lexie Madison gemeldet war. Wer war diese Frau, die so geschickt eine alte Identität angenommen und sich damit an der Uni eingeschrieben hat? Sam möchte als leitender Ermittler des Morddezernats auf die übliche Weise ermitteln, doch Franks Pläne gehen in eine ganz andere Richtung: er möchte Cassie als Lexie in deren altes Leben schleusen. Also behaupten sie, Lexie habe den Angriff überlebt und leide nur unter einer leichten Amnesie. Cassie wird einer intensiven Schulung unterzogen, um ziemlich viel über Lexies Wesen und Leben zu wissen und zieht dann als Lexie in ihr neues Zuhause ein: Whitethorn House. Dort hatte Lexie mit ihren vier besten Freunden gelebt, deren Freundschaft über das normale Maß weit hinausgeht und in ihrer Struktur mehr einer Familie gleicht. Doch was als ganz normaler Undercover-Einsatz geplant war, wird für Cassie zu einer Zerreißprobe. Sie fühlt sich viel zu wohl in diesem Haus, in dieser Gruppe und sie droht, den Grund ihres Aufenthalts in Whitethorn House aus den Augen zu verlieren. Wäre Cassie vielleicht viel lieber Lexie?

Tana French nimmt den Leser mit in ein Verwirrspiel, dessen Grenzen oft schwimmen. Cassie kämpft sich in das Leben der vier Freunde, wird ganz und gar zu Lexie und droht dabei, ihr eigenes Ich zu verlieren. Dafür nimmt sie auch in Kauf, wichtige Informationen für sich zu behalten und nicht an Frank weiterzugeben, womit sie sich in große Gefahr begibt. Sie fühlt sich wie ein Teil dieser seltsamen kleinen Familie und weniger wie die Ermittlerin, die sie sein sollte. Doch unter der Oberfläche macht sie nicht nur als Lexie eine Entwicklung durch, auch ihr Bild von Cassie erfährt Korrekturen und reift.
Tana French weiß, wie man schillernde Figuren entwickelt - keinen ihrer Helden könnte man in wenigen Worten beschreiben und genau das liebe ich an ihren Krimis, besonders an "Totengleich". Ich hoffe sehr, dass wir von dieser Autorin noch viel hören und vor allem lesen werden!
VictoriaS zu »Tana French: Totengleich« 14.03.2010
Also ich bin gerade bei der Hälfte des Buches und bin super begeistert. Es ist einfach spannend, wie sich Cassie in das leben der WG-Mitbewohner einlebt und "von innen heraus" ermittelt. Ich habe Grabesgrün auch schon gelesen und bin von beiden Büchern sehr begeistert. Super geschrieben, wirklich zu empfehlen, top!
manonw zu »Tana French: Totengleich« 13.03.2010
Ich kann Dani P. nur zustimmen. Das Buch war schrecklich langweilig und viel zu lang. Ich dachte es müsste doch einfach mal Spannung aufkommen, aber nichts geschah. Bis zum Schluss habe ich mich durchgekämpft, da das Buch überall so gut bewertet wurde, aber belohnt wurde ich nicht. Für einen Krimi zu langweilig, für einen Psychothriller fand ich die Charakterbeschreibungen der einzelnen Personen, abgesehen von der Ich-Erzählerin, zu dürftig und ein Lesevergnügen war's schon gar nicht. Die Woche, die ich benötigt habe, um mich durchzukämpfen, war verschwendet. Ich bin enttäuscht.
Nina Höner zu »Tana French: Totengleich« 09.03.2010
Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Einige Passagen sind zugegebenermaßen etwas sehr lang und man fragt sich, ob einige Dialoge nicht etwas kürzer hätten ausfallen können. Aber man kann sich sehr gut in die Handlung reindenken und ich hatte sogar das Gefühl auch mit im Haus zu wohnen. Das Thema war mal etwas ganz Neues und deshalb auch so reizvoll. Ich kann das Buch mit gutem Gewissen jedem empfehlen, der spannende Bücher mag.
Dani P. zu »Tana French: Totengleich« 31.12.2009
Meine Güte hatte ich mich auf das Buch gefreut und ich wurde sowas von enttäuscht. Ist das ein langweiliges Buch!! Endlich nach 140 Seiten hat sich Cassie endlich entschlossen in die Rolle zu schlüpfen aber auch nach 310 Seiten hatte sie keine bermerkenswerten Fortschritte gemacht! DAs war mir dann doch zu blöd! Ich habe aufgegeben, bis zum Mond hätte ich das Buch schmeißen wollen, 20 Meter sinds nur geworden. Mir ist es auch total egal wer und warum und weshalb das Mädchen getötet wurde. Schade ums Geld - ich habe mich furchtbar gelangweilt! Aber wie immer ist alles Geschmacksache - meine Vorgänger fanden das Buch total toll - ich nicht - von mir gibt es MINUS -20 Grad!
MissLizzy zu »Tana French: Totengleich« 08.12.2009
Totengleich ist sowohl eine Fortsetzung von Grabegrün als auch eine eigenständige Geschichte. Ich bin darin versunken, habe mir einen Tag frei genommen und bin erst wieder aufgetaucht nachdem ich die letzte Seite gelesen habe. Im Gegensatz zu vielen anderen Autoren braucht Tana French keine offensichtlichen Schock- oder Ekelmomente. Sie erzählt eine Geschichte und fängt einen damit ein. Sprachlich hebt sie sich deutlich vom üblichen Krimijargon ab, was dieses Buch meiner Meinung nach zu einem kleinen Juwel macht. Die Länge ist hier kein Nachteil. Und was ich an ihren Büchern besonders mag: sie lässt einen nicht nach dem Showdown hängen, sondern gibt einem Zeit, sich damit zu versöhnen, daß die Geschichte zu Ende ist; langsam und sacht. Meine Entdeckung 2009.
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macbeth124 zu »Tana French: Totengleich« 20.10.2009
Ich schließe mich "Krimimieze" an. Das Buch ist eine würdige Fortführung der Cassie Maddox Reihe, die mit "Grabesgrün" einen so tollen Start hingelegt hat. Auch diesmal versteht es Tana French den Leser in den Bann dieser Geschichte zu ziehen. Von der Handlung ist genug weiter oben zu lesen, deshalb nur eine absolute Empfehlung an alle, die psychologisch aufwendig erzählte Kriminalromane mögen. Trotz des wiederum beachtlichen Umfangs von über 750 Seiten wird man das Buch nur ungern aus der Hand legen. Ich habe es in Rekordzeit (lächel) gelesen.
.. und bin gespannt auf das nächste.
Sonja zu »Tana French: Totengleich« 13.09.2009
Ich habe diese Buch, Totengleich von Tana French, nur durch Zufall in einem Buchladen entdeckt da ich dort am stöbern war, und es sehr auffällig präsentiert wurde. Habe von der Autorin vorher noch nie was gehört und bin auch ehrlich gesagt keine so grosse Leseratte. Als ich auf der Rückseite die grobe Zusammenfassung las musste ich schlucken. Ich legte das Buch wieder hin, obwohl ich es mir am liebsten sofort gekauft hätte aber 16,95 schienen mir ein bisschen zu teuer. 2 Tage später hab ich es mir dann doch gekauft, ich musste dieses Buch einfach lesen. Also ich kann es nur dringenst weiterempfehlen. Dieses Buch ist spannend vom Anfang bis zum Schluss. Es ist so gut geschrieben dass man sich quasi fühlt als ob man selbst dabei wäre. Ich habe die 780 Seiten innerhalb einer Woche verschlungen und das will bei mir was heissen! Also wie gesagt, wer Fan von gut geschriebenen Krimis ist sollte sich dieses Buch unbedingt zulegen. Ich war sogar etwas traurig als ich heute fertig war damit und es ins Regal stellen musste :-)
Krimimieze zu »Tana French: Totengleich« 25.06.2009
"Totengleich" beginnt einige Wochen nach dem Ende von "Grabesgrün". Cassie hat sich versetzen lassen und verarbeitet noch die Ereignisse von Knocknaree. Als eine Leiche gefunden wird, die ihr wie aus dem Gesicht geschnitten ist und einen Ausweis auf Cassies alten Undercovernamen bei sich trägt, wird der Tod der Fremden erst mal geheim gehalten. Cassie wird von ihrem alten Chef als Undercoveragentin ins Umfeld der Toten eingeschleust. Dieses Umfeld besteht hauptsächlich aus den vier Mitbewohnern der Toten, die eine eigene Welt für sich zu sein scheinen.
Ähnlich wie "Grabesgrün" ist Totengleich kein Buch für die Fans von viel Blut und Action. Der Schwerpunkt liegt wieder im Psychologischen und wie im Vorgängerband auch schon hat Tana French es geschafft, mich ganz in ihren Bann zu ziehen. Ein anspruchsvoller Krimi und ein absolutes Muss für die Fans psychologischer Spannung. Sehr zu empfehlen!
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