Ghost von Robert Harris

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2007 unter dem Titel The Ghost, deutsche Ausgabe erstmals 2007 bei Heyne.
Ort & Zeit der Handlung: USA / Massachusetts, 1990 - 2009.

  • New York: Simon & Schuster, 2007 unter dem Titel The Ghost. 335 Seiten.
  • London: Hutchinson, 2007. 310 Seiten.
  • München: Heyne, 2007. Übersetzt von Wolfgang Müller. ISBN: 978-0091921101. 398 Seiten.
  • München: Heyne, 2010 Der Ghostwriter. Übersetzt von Wolfgang Müller. 398 Seiten.
  • [Hörbuch] Köln: Random House Audio, 2007. Gesprochen von Hannes Jaenicke. 6 CDs.

'Ghost' ist erschienen als Hardcover Hörbuch

In Kürze:

Niemand zuvor hat Großbritannien so lange regiert wie Premierminister Adam Lang. Nun ist er aus dem Amt geschieden, und alle Welt erwartet sehnsüchtig die Memoiren des charismatischen Machtmenschen. Sensationelle zehn Millionen Dollar Vorschuss hat ihm sein amerikanischer Verleger geboten. Unter zwei Bedingungen: Das Buch muss binnen zwei Jahren auf dem Markt sein, und der Ex-Premier soll in Sachen Krieg gegen den Terror kein Blatt vor den Mund nehmen. Ein halbes Jahr vor dem Termin passiert das Undenkbare: Am Ufer der US-amerikanischen Insel Martha’s Vineyard, wohin sich Adam Lang zum Arbeiten an seinen Erinnerungen zurückgezogen hat, wird die Leiche seines Ghostwriters angeschwemmt. War es Mord? Schnell wird ein Ersatzmann gefunden, der auf eigene Faust noch genauer als sein Vorgänger in der Vergangenheit des Machtpolitikers recherchiert. Und dabei stößt er auf Dinge, die so brisant sind, dass deren Veröffentlichung zu einem weltpolitischen Chaos führen würde.

Das meint Krimi-Couch.de: »Einmal mehr sehen die USA schlecht aus« 70°

Krimi-Rezension von Jörg Kijanski

Großbritanniens langjähriger Premierminister Adam Lang hat sich nach dem Ausscheiden aus der Politik auf die Insel Martha’s Vineyard zurückgezogen, um dort mit Hilfe seines engen Vertrauten und Ghostwriters Michael McAra seine Memoiren zu verfassen. Ein großer Verlag hat Lang satte zehn Millionen Dollar geboten, wenn er seine Memoiren innerhalb von zwei Jahren fertig stellt und hierin auch Klartext zum Themenkomplex Krieg und Terror schreibt. McAra recherchiert intensiv, doch einen Monat vor dem Abgabetermin stürzt er auf seiner Heimfahrt zu Martha’s Vineyard von einer Fähre. Am nächsten Tag wird sein Leichnam am Ufer gefunden.

Die Zeit drängt und so wird ein neuer Ghostwriter verpflichtet. Dieser hatte mit Politik bislang gar nichts am Hut und konzentrierte sich mehr auf die Stars aus Sport und Showbusiness. Dennoch willigt er ein, denn sollte er in den verbleibenden vier Wochen die Memoiren fertig stellen, so winken ihm 250.000 Dollar Gehalt. Zusätzlich zu dem vorgegebenen Zeitdruck erhält der Auftrag noch weitere Brisanz, denn als der Ghostwriter in den Flieger nach Amerika steigt, läuft im Nachrichtensender eine Eilmeldung. Danach sollen vor ein paar Jahren vier britische Staatsbürger in Pakistan durch eine britische SAS-Einheit aufgegriffen und der CIA übergeben worden sein. Eine Person starb bei den Vernehmungen, die übrigen drei Personen wurden nach Guantanamo verlegt.

In Amerika angekommen startet der Ghostwriter umgehend mit seiner Arbeit, doch werden er und Ex-Premier Lang bald mit den neuen Gerüchten konfrontiert. Diese erhalten weitere Nahrung, nachdem der frühere britische Außenminister Rycart droht, in Den Haag weitere Beweise vorzulegen. Sollte der Internationale Gerichtshof tatsächlich ein Verfahren gegen Adam Lang einleiten? Der Verlag drängt nun darauf, den Schwerpunkt der Memoiren auf diese Thematik zu legen und erhöht nochmals den Zeitdruck. Der Ghostwriter versucht sein bestes und folgt dabei auch den letzten Arbeitstagen von Michael McAra …

Der Einfluss der USA auf befreundete Staaten

Robert Harris gilt sicher zu Recht als einer der interessantesten Autoren der Gegenwart. Ob mit »futuristisch« angehauchten Romanen wie Vaterland und Aurora oder historischen Werken wie Enigma, Pompeji und zuletzt dem ausgezeichneten Imperium, fast immer vermag der Autor im hohen Maße zu überzeugen. Dieser hohen Erwartungshaltung wird er mit seinem neuen, in der Gegenwart spielenden Politthriller Ghost leider nicht ganz gerecht. Sicher, die Thematik über den Einfluss der USA auf befreundete Staaten im Kampf gegen den internationalen Terrorismus (und darüber hinaus) ist hochaktuell und brisant zudem, doch hätte man eben von einem Autor wie Harris den berühmten Tick mehr erwarten dürfen.

Der Titel gebende Ghost ist der neue Ghostwriter des Ex-Premier und da man nur selten erfährt, wer die Werke führender Persönlichkeiten in Wirklichkeit verfasst, bleibt auch im vorliegenden Fall der Ghost anonym. Der Ich-Erzähler ohne Namen versucht die Memoiren in letzter Minute zu verfassen und muss zunächst feststellen, dass sein Vorgänger McAra zwar fleißig recherchiert, schriftstellerisch aber ein grauenvolles Werk vorbereitet hat. So versucht der neue Ghost zu retten was zu retten ist und droht dabei von den aktuellen Geschehnissen überrollt zu werden. Sollte Adam Lang wirklich Einsätze gebilligt haben, die gegen bestehendes Völkerrecht verstoßen oder handelt es sich nur um den späten Versuch eines Rachefeldzuges des von ihm entlassenen Ex-Außenministers Rycart? Doch wie starb eigentlich McAra? Stürzte er lediglich, wie allgemein angenommen wird, betrunken von der Fähre?

Von Harris darf man etwas mehr erwarten

Robert Harris führt hinsichtlich der Hauptthematik den Leser zunächst geschickt in die Irre und wartet zum Schluss mit einer Überraschung auf. Einem Aha-Effekt, den man möglicherweise vorausahnen wird, der aber dennoch als gelungen bezeichnet werden darf und zusätzlich für die Lektüre des Romans spricht. Ordentlich dargestellt werden ebenfalls die Arbeitsweise eines Ghostwriters sowie die Lebensweise eines Politikers und dessen Umfeldes, das keinen Schritt ohne Bodyguards unternehmen kann.

Allerdings werden etliche Aspekte dieses Romans auch recht oberflächlich behandelt. Bei den Themenfeldern Politik, Terrorismus und internationale Beziehungen (hier USA-GB) mag dies ja noch begrenzt nachvollziehbar sein, denn welcher Thriller-Leser will sich hiermit schon detailliert auseinander setzen? Dennoch geht manches einfach zu schnell, so beispielsweise der Tot von McAra, der lediglich »stattfindet«, ohne weiter untersucht zu werden. Auch die Figurenzeichnungen hätten etwas intensiver ausfallen dürfen, denn so erhält man einen Thriller nach typisch amerikanischem 08/15-Muster. Zu guter Letzt ist der mitunter leicht ironische Erzählstil gewöhnungsbedürftig.

Jörg Kijanski, Februar 2008

Ihre Meinung zu »Robert Harris: Ghost«

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Jossele zu »Robert Harris: Ghost« 30.03.2013
Ghost ist ein spannender Polit-Thriller um die Entstehung der Memoiren des britischen Ex-Premierministers Adam Lang. Die Geschichte ist als Roman logisch aufgebaut und sprachlich aus meiner Sicht gut gelungen (im Gegensatz zum KC Rezensenten gefällt mir die manchmal aufblitzende Ironie). Wenn es ein reiner fiktiver Roman wäre, dann würde ich sagen: prima. Aber das ist es nicht, denn es ist deutlich zu erkennen, dass Tony Blair das reale Vorbild für den fiktiven Adam Lang ist. Und da überhebt sich Harris deutlich, denn die handelnden Personen sind für einen Roman mit realen Vorbildern viel zu stereotyp angelegt. Und die Handlung und dabei insbesondere Das Ende nebst Überraschung ist für einen Roman mit dem Anspruch Realitätsbezug schlicht viel zu unwahrscheinlich. An einen wirklich guten Politthriller habe ich dann doch etwas höhere Ansprüche. 70° von mir.
Beverly zu »Robert Harris: Ghost« 12.05.2012
Ich habe "Ghost" nicht nur als ein Buch über US-amerikanische Intrigen und peinliche britische Ex-Premierminister oder das Handwerk des Ghostwriters gelesen, sondern vor allem als ein Buch über eine Welt, in der die Dinge nicht so sind wie sie sein sollten.
Ähnlich wie in "Vaterland" verbindet Robert Harris in "Ghost" einen spannenden Thriller mit tiefgründiger Gesellschaftskritik. Die Kritik an unhaltbaren und unerträglichen Zuständen kommt im Atmosphärischen, in scheinbar Belanglosem und in Nebensätzen daher. Am tiefsten beeindruckt hat mich der Satz, die USA resp. "Adam Lang" hätte Großbritannien in einen Hundertjährigen Krieg verwickelt, der nicht zu gewinnen sei.
Es ist kein Zufall, dass "Ghost" der letzte Gegenwartsroman war, den ich seit Jahren gelesen habe. Es ist auch der letzte Roman, der die Welt so schildert, wie sie ist. Und das ist nur zu oft unerträglich.
Grothinger zu »Robert Harris: Ghost« 26.05.2011
Nochmal ich:war noch gar nicht fertig und hatte noch nicht korrigiert! Hier nochmal das aktuelle Statement von mir:
also:
3/5 aller "Belletristik" konsumiere ich per Buch, 1/5 als Verfilmung und das letzte Prozent teilen sich "Hörbuch" und "gelesen und trotzdem Hörbuch"):
Ich habe bei "Ghost" erst das Hörbuch ( 3 von 4 CD's -> also 75%) und dann den Film gesehen!
Erstens: beim Film ist das Ende konsequenter...
Nun zum Buch bzw. dem Plot im Allgemeinen:
Normalweist bin ich nicht der größte Fan von "Spionage-Agenten-Thrillen".
Dieses Hörbuch hat mich aber total schnell gefesselt (teilw. durch die Interpretation des Interpreten (Hannes Jaenicke?!!).
Sehr schnell ist der grobe Ablauf klar,; der Also:
2/5 aller "Belletristik" konsumierer ich per Buch, 1/5 als Verfilmung und das letzte Prozent teilen sich "Hörbuch" und "gelesen und trotzdem Hörbuch):
Ich habe bei "Ghost" erst das Hörbuch ( 3 von 4 CD's -> also 75%) und dan den Film gesehen!
Erstens: beim Film ist das Ende konsequenter:::
Nun zum Buch beziehungsweise dem Plot im Allgemeinen:
Normalweist bin ich nicht der größte Fan von "Spionage-Agenten-Thrillen".
Dieses Hörbuch hat mich total schnell gefesselt.
Sehr schnell ist der grobe Ablauf klar,; der/die Leserin (Hörer/IN) hat ganz schnell Klarheit, worum es in dem Buch geht bzw. zu scheinen geht.Jede Person, keine Ausnahme (!!!) verhält sich suspekt, teilweise sehr verdächtig, nervös, manipulleierend, unterschwelliger Konflikt...,
das ist das wunderbare an diesem Roman. Diese (noch) nicht greifbaren Charaktere.
Der/die Leserin (Hörer/IN) weiß sehr schnell, worum es gehen soll.
Doch fängt jetzt diese Spannung lansam, subtil, psychologisch raffiniert an, zu steigen. Man traut eigentlich niemanden. Hat man als der/die Leserin (Hörer/IN) endlich das Gefühl, Sicherheit bei einer Person zu entwickeln... - ZACK - ... wird sie einem/r wieder entrissen!
Dieses Phänomen beherrscht P. Harris WUNDERBAR in diesm Roman.
Über das alternative, aber auch den Plot konsequenter darstellende Ende des Film könnte ich stundenlan dikutieren - will aber den Lesern, die dieses Buch noch nicht zuende gelesen bzw. gehört/gesehen haben, verraten,wer wie wo was warum weshalb getan hat ;-)))
Dieses war mein(e) erstes ("(Hör-)Buch / Verfilmung), wo ich mit dem Film am ehesten identifizieren kann!
Habe (was für ein Zufall) vorgesten auf 'nem Grabbeltisch als Mängelexemplar deklariertes das Buch Vaterland ("Vatherland") für 1,50€ erworben . Bin mal gespannt! Auf jeden Fall ein spannendes Experimen von P. Harris sich dieser "Thematik" mal mal mit Hilfe einer (zum Glück nur) fiktiven Zukunft, in die herein er seinen Plot positioniert.
Also zwei Spannungsbögen!
1. Kalter Krieg USA- Dutsche Reich; gewonnener Krieg;
2. der Polt; ein Thriller.
3. ich ahne einen Vater-Sohn-Konflikt Habe die ersten Seiten überfolgen und der Junge von März ist sehr gespannter als die beiden durch den "Triuphbogen" fahren., mal sehen!
Wenn es mich genaus "kriegt" wie Ghoast(writer), werde ich wohl doch nochmal meine "Schublade "Spionage-Agenten-Thriller"" aufräumen muss!
Liebe Grüße aus Seelze, Felix!
Grothinger zu »Robert Harris: Ghost« 26.05.2011
Also:
2/5 aller "Belletristik" konsumierer ich per Buch, 1/5 als Verfilmung und das letzte Prozent teilen sich "Hörbuch" und "gelesen und trotzdem Hörbuch):
Ich habe bei "Ghost" erst das Hörbuch ( 3 von 4 CD's -> also 75%) und dan den Film gesehen!
Erstens: beim Film ist das Ende konsequenter:::
Nun zum Buch beziehungsweise dem Plot im Allgemeinen:
Normalweist bin ich nicht der größte Fan von "Spionage-Agenten-Thrillen".
Dieses Hörbuch hat mich total schnell gefesselt.
Sehr schnell ist der grobe Ableuf klar,; der Leser/Hörer hat ganz schnell Klarheit, worum es in dem Buch geht bzw. zu scheinen geht.

Jede Person ist verhalt sich suspekt teilweise sehr verdächtig, nervös, manipulleierend, unterschwelliger Konflikt...,
Das ist das wunderbare an diesem Roman.
Der/die Leserin (Hörer/IN) weiß sehr schnell, worum es gehen soll.
doch fängt jetzt ise Spannung an. Man traut eigendlich niemanden. Han man als der/die Leserin (Hörer/IN) das Gefühl, endlich Sicherheit bei einer Persoin zu entwickeln... - ZACK - ... ist sie wieder vorbei!
Dieses Phänomen beherrscht P. Harris WUNDERBAR.
Über das alternative, aber auch den Plot konsequenter darstellende Ende des Film könnte ich stundenlan dikutieren - will aber den Lesern, die dieses Buch noch nicht verraten,wer wie wo was warum weshalb getan hat ;-)))
Dieses war mein erstes ("(Hör-)Buch / Verfilmung), wo ich mit dem Film em ehesten identifizieren kann!
Habe (was für ein Zufall) vorgesten auf 'Nrm Grabbeltisch das Buch Vaterland ("Vatherland") für 1,50€ erworben. Bin mal gespannt!
fuchsgraben97318 zu »Robert Harris: Ghost« 26.10.2010
Den Film habe ich verpasst und mir deshalb das Buch gekauft. Klasse! Schon nach ca. 20 Seiten war ich gebannt. Robert Harris verfügt über die Gabe spannend und wortwitzig zu unterhalten. Noch dazu ist das Buch mit vielen Fakten gespickt. Natürlich mögen manche Szenen überspitzt sein, was der Handlung keinen Abbruch tut. Ich kann es nur weiterempfehlen!
authorhans zu »Robert Harris: Ghost« 30.08.2010
Ich habe "Ghost" gelesen, kurz bevor der Film in die Kinos kam. Meiner Meinung nach handelt es sich um einen spannenden Thriller, der jedoch nicht zum Besten gehört, was der Autor geschrieben hat. Da gibt es bessere Romane. Nichtsdestotrotz ist Ghost kurzweilig und wird jeden Leser, der R. Harris noch nicht kennt, begeistern.
poesieblume zu »Robert Harris: Ghost« 03.03.2010
Da sieht man es wieder, wie ernst man die Rezensionen in der "Couch" nehmen darf. Wenn nämlich Ulrich Hefners "Das Lächeln der toten Augen" - literarischer Abfall, in der unvollkommenen Sprache eines Hauptschülers der siebten Klasse geschrieben - von einem "Couch"-Rezensenten (Lars Schafft) 77 % erreicht, im Gegenzug aber Robert Harris Weltklasseroman auf nur 70 % kommt, dann gibt mir das schon zu denken. Sicher: Alles eine Frage des Geschmacks. Kann es vielleicht sein, liebe "Couchler", dass ihr da - leider an der verkehrten Seite - etwas "anschiebt"?Nachdenkliche Grüße von
poesieblume
Tempe zu »Robert Harris: Ghost« 13.02.2010
Das Buch ist spannend und flüssig geschrieben, man merkt kaum wie schnell die Zeit und die Seitenzahlen vergehen.
Auch die Story ist wunderbar zerknüpft und man muss als Leser jedes einzelnes mit dem "Helden" aufknüpfen!
Der Schluss läst den Leser mit schwirrendem Kopf zurück und erst nachdem sich alles gesetzt hat, weiss man was passieren wird!
Dies war der erste Roman von Robert Harris aber nicht der Letzte!
Kottan zu »Robert Harris: Ghost« 10.02.2010
Ich muss der KC energisch widersprechen: Die 70% können nur in völliger Verkennung des Hauptthemas zustande gekommen sein.
McAras Tod ist perfekt inszeniert: Gerade die unklaren Umstände seines Todes betonen die dubiose Aura des Geheimdienstes der einzigen Weltmacht. Und genau das wird bis zur letzten Seite durchgezogen. Eine Dokumentation der Ungemach auf Gottes Erden ist hiezu nicht erforderlich. Die News kann ich im TV verfolgen.
Die legere Sprache mag Geschmackssache sein: mir gefällt sie. Dazu noch herrliche Metaphern, ein Leckerbissen von einem Pageturner.
Natürlich: Jemand, der 400 Seiten lang den Seelenschmerz eines Regentropfens, der eine Scheibe runterläuft, beleuchtet sehen möchte, ist hier falsch bedient.
freigeist zu »Robert Harris: Ghost« 06.01.2010
Generell bin ich jemand der dem Genre von "Spannungsliteratur", "Thrillern" etc. sehr kritisch gegenübersteht und: der wohl auch deshalb nur schwer einen Vertreter des Genres wirklich gut finden wird.

Bei "Ghost" allerdings ist das wirklich nicht so. Das Buch hat mir außerordentlich gefallen, so viel kann ich sagen. Schwerer ist es natürlich festzustellen, woran es nun konkret gelegen hat.

- Einerseits wohl an der Thematik, die komplex und differenziert ausformuliert wird. Hinzukommt, dass ja mit Lang/Blair bzw. Kampf gegen den Terror ein sehr realer Bezug besteht. Die Art, in der die Probleme der jüngeren politischen Vergangenheit thematisiert werden, kann auch ansonsten mit Glaubwürdigkeit überzeugen. Eine andere Sache, die mir bedeutsam erscheint, ist, dass der Autor sich Zeit nimmt, seine Handlung zu präsentieren. Es bleibt genügend Raum für nachdenkliche Momente sowohl von Ghostwriter und anderen Figuren, generell zieht sich eine ruhige, fast schon in meinen Augen etwas phlegmatische Stimmung durch die Kulissen auf Martha's Vineyard. Bloß ist es eben so - und da zeigt sich wiederum Harris' Talent - dass ganz und gar nichts ruhig ist. Jeder Leser spürt, wie es hinter der Fassade gärt. Jeder fühlt, dass die Welt der Gegenwart eine unruhige ist.
detno zu »Robert Harris: Ghost« 14.10.2009
Meine Ausführungg bezieht sich nicht auf das Buch, sondern auf das Hörbuch.

Zum Inhalt des Plots wurde hier schon einiges gesagt, so dass ich mich auf den Ich-Erzähler (Hannes Jaenicke) beschränken kann. Mit seiner einfühlsamen Stimme schafft er es, die hochbrisante Geschichte "rüberzubringen".

Mir erscheinen die 70° von Jörg Kijanskietwas zu wenig. Für das Hörbuch spendiere ich 87°.
Conny66 zu »Robert Harris: Ghost« 10.08.2009
"Ghost" ist ein politisch angehauchter Thriller, dem ich wegen der Thematik "Ex-Premierminister"... zuerst zweifelnd gegenüberstand.
Jedoch hat mich das Thema und der Thriller derart gefesselt, dass ich das Buch nur schwer aus der Hand legen konnte/wollte, und immer weiterlesen "musste".
Man schlüpft regelrecht in die Rolle des Ghostwriters und erlebt mit ihm die ganzen Geschehnisse auf Marthas Vineyard, wohin sich Adam Lang zurück gezogen hat, und als sich der Ghostwriter auf die Spuren seines Vorgängers Mike McAras begibt...
Das furiose Ende kam für mich vollkommen überraschend, aber irgendwann musste das Buch ja enden, auch wenn ich noch ein paar Kapitel weiter gelesen hätte.

Ich kann dieses Buch nur empfehlen, und habt keine Scheu vor dem Thema "Politik"!
LeHeizer zu »Robert Harris: Ghost« 02.05.2008
Ich muss gestehen, dass "Ghost" mein erster Harris-Roman ist, aber er hat mir ausnehmend gut gefallen.

Harris beschreibt, in einer packenden Art und Weise, die zwiespältige Moral der westlichen Welt, deren Umgang mit Informationen und der Manipulation der Massen durch Politik und Geheimdienste.

Dies alles abseits von abstrusen Verschwörungstheorien zu einem wirklich spannenden und fesselnden Buch zu machen ist hier definitiv gelugen.

Dieses Buch bietet, meiner Meinung nach, auch einen Ausblick auf eine Entwicklung, welche hier in Deutschland leider viel zu wenig von den Bürgern wahgenommen wird: die schrittweise Beschneidung unserer Bürgerrechte durch einen alles überwachen wollenden Staat.

Kurzum: ein gutes Buch, welches im Hinblick auf Aktualität, Spannung und Unterhaltungswert wirklich zu empfehlen ist. Ein muss für jede Heimbibliothek.
Andreas zu »Robert Harris: Ghost« 04.02.2008
Ich muss dem Review von krimi-couch in diesem Fall widersprechen. Mir hat dieser Politthriller außerordentlich gut gefallen eben weil es vieles andeutet und meiner Meinung nach realistisch bleibt.
Harris gelingt es einen Us-kritischen Roman zu schreiben ohne dass er sich am Ende im Genre der Verschwörungsthriller widerfindet. Die

Figur des Adam Lang finde ich sehr realistisch und glaubwürdig geschildert. Ich habe das Gefühl genau das über die Person Lang zu erfahren was ich wisssen muss um mir ein Bild zu machen. Der Ghost ansich bleibt angenehm im Hintergrund und Harris widersteht der Versuchung sein Privatleben und damit seine Person zu sehr in den Mittelpunkt der Geschichte zu schieben.
Außerdem trifft Harris den Ton perfekt, den ich mir von einem Autor erwarte, der unter fremden Namen schreibt. Gerade die Zynik ist da ein sehr gutes Mittel.

Gegen Ende steigert sich die Spannung und das Bedrohungspotential und Harris hat noch eine sehr starke überraschung im petto, die meiner Meinung sehr gut in die Geschichte passt.

Ich empfehle das Buch jedem politisch interessiertem Kritischen Menschen, der keine übertriebenen Verschwörungstheorien bevorzugt sondern an Geschichten interessiert sind, die real passieren könnten.

Mir hat dieser Roman deutlich besser gefallen als z.B. das hochgelobte Vaterland.
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