Im Wald von Nele Neuhaus

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2016 bei Ullstein.
Folge 8 der Bodenstein-und-Kirchhoff-Serie.

  • Berlin: Ullstein, 2016. ISBN: 978-3-550-08055-5. 560 Seiten.
  • [Hörbuch] Hamburg: HörbuchHamburg, 2016. Gesprochen von Julia Nachtmann. gekürzte Ausgabe. ISBN: 3957130522.

'Im Wald' ist erschienen als Hardcover HörbuchE-Book

In Kürze:

Mitten in der Nacht geht im Wald bei Ruppertshain ein Wohnwagen in Flammen auf. Aus den Trümmern wird eine Leiche geborgen. Oliver von Bodenstein und Pia Sander vom K11 in Hofheim ermitteln zunächst wegen Brandstiftung, doch bald auch wegen Mordes. Kurz darauf wird eine todkranke alte Frau in einem Hospiz ermordet. Bodenstein ist erschüttert, er kannte die Frau seit seiner Kindheit. Die Ermittlun gen führen Pia und ihn vierzig Jahre in die Vergangenheit, in den Sommer 1972, als Bodensteins bester Freund Artur spurlos verschwand. Ein Kindheits trauma, das er nie überwand und für viele Rupperts hainer eine alte Geschichte, an der man besser nicht rührt. Es bleibt nicht bei zwei Toten. Liegt ein Fluch über dem Dorf?

Das meint Krimi-Couch.de: »Wenn alte Wunden brutal wieder aufgerissen werden« 90°Treffer

Krimi-Rezension von Andreas Kurth

Hauptkommissar Oliver von Bodenstein freut sich auf die bald beginnende Auszeit, die er bei seiner Vorgesetzten, Kriminalrätin Engel, durchgesetzt hat. Die schwierigen Fälle der jüngeren Vergangenheit sind ihm schwer an die Nerven gegangen. Kurz vor dem Termin seines Ausscheidens aus dem Dienst wird in der Nähe seines Heimatortes Ruppertshain ein Campingwagen in Brand gesteckt – in der Asche werden Überreste eines Mannes gefunden. Der Tote ist Clemens Herold, Bruder eines Schulkameraden von Oliver. Als auch noch eine todkranke Frau ermordet wird, ebenfalls ein Mitglied dieser Familie, stößt Oliver mit seinem Team immer öfter auf alte Bekannte aus seiner Schulzeit. Er muss die Leitung der Ermittlungen daraufhin an Pia Sander abgeben, bleibt aber im Team. Vor über 42 Jahren hat sich Oliver von einer Gruppe Kinder gelöst, da er in Artur und Wieland neue Freunde fand. Artur und der zahme Fuchs Maxi verschwanden dann spurlos – und Oliver will wissen, was die aktuellen Morde mit dem Verschwinden seines Freundes zu tun haben.

Nele Neuhaus setzt ihre Serie auf einem hohen Level fort

Nele Neuhaus hat sich mit ihrem achten Roman um die Kriminalpolizisten Oliver von Bodenstein und Pia Sander reichlich Zeit gelassen – und das ist auch gut. Nach dem Spitzentitel Schneewittchen muss sterben ging es mit neuen Büchern, Lesereisen und anderen Dingen etwas drunter und drüber. In der Rezension zu Die Lebenden und die Toten habe ich schon angemerkt, und möchte das hier wiederholen, dass Nele Neuhaus jetzt offenbar einen Weg gefunden hat, die Serie auf einem guten Level fortzusetzen.

Nun werden wieder Scharen von Trollen aus den Tiefen des Internets kommen und ihre Kritik – ist es wirklich ernsthafte Kritik? – auskippen. Zu langatmig, zu viele Personen, Mainstream, zu durchsichtig, und was da sonst so abgesondert wird. Natürlich kann man eine vom Verlag dermaßen gepuste Autorin mit so hohen Verkaufszahlen als »Mainstream« brandmarken. Diese Einstufung ist sicher nicht falsch. Aber dann soll man doch seine Finger von den Büchern von Nele Neuhaus lassen, und sich auf Nischen-Autoren und hoch gehandelte Geheimtipps konzentrieren.

Spannende und angenehm kurzweilige Lektüre

Im Wald ist wie sein unmittelbarer Vorgänger-Band flüssig erzählt, komplex aufgebaut und wirklich spannend zu lesen. Beide Bücher reichen nicht an Schneewittchen muss sterben heran, sind aber deutlich besser als alles was dazwischen lag. Komplexität habe ich in meiner Rezension zu Die Lebenden und die Toten als Erfolgsrezept bezeichnet, und das zeigt sich auch in diesem neuen Roman. Die vielen Wendungen und neuen Spuren, nicht zuletzt die zahlreichen Personen und eine ganze Reihe möglicher Verdächtiger machen die spannende Lektüre in meinen Augen angenehm kurzweilig.

Es ist im Grunde immer gut, wenn gesellschaftliche Problemfelder in Kriminalromanen aufgearbeitet werden. Noch besser ist, wenn das eher unterschwellig passiert – wie in diesem Roman. Bodensteins Freunde Artur und seine Familie, deutschstämmige Spätaussiedler aus Russland, waren im kleinen Ruppertshain quasi Parias, wurden von den Einheimischen nicht beachtet. Deshalb war es auch nur ein kurzer Aufreger, als der Junge 1972 unter ungeklärten Umständen verschwand. Die mangelhafte Integration von neu Zugezogenen, egal ob sie aus Osteuropa, vom Balkan oder aus Afrika stammen, ist schon damals ein gesellschaftliches Thema gewesen, und ist es heute noch. Wie gesagt, das klingt in dem Roman nur unterschwellig an – für mich dadurch aber umso nachhaltiger.

Sander und von Bodenstein sind die unbestrittenen Stars

Pia Sander und Oliver von Bodenstein sind die gleichberechtigten Stars dieser Roman-Reihe. Sander steht in diesem Buch etwas mehr als Ermittlerin im Vordergrund, was sich aus der Struktur der Geschichte ergibt. Als von Bodenstein aufgrund seiner Betroffenheit die Leitung der Ermittlungen abgeben muss, zeigt sich Pia Sander wieder als energische und temperamentvolle Polizistin, die aber auch einen tiefgründigen Charakter hat. Es dürfte spannend werden zu sehen, ob Nele Neuhaus von Bodenstein für mehrere Bücher aus dem Spiel nimmt. Bei den Fans der Serie, das ist in vielen Kommentaren zu lesen, sind die beiden nämlich gleichermaßen beliebt.

Oliver von Bodenstein ist ein gänzlicher anderer Typ als seine jüngere Kollegin. In diesem Buch wird er von einer ganz anderen Seite gezeigt, weil es aufgrund der besonderen Umstände sein bislang persönlichster Fall ist. Sein hohes berufliches Engagement ist ihm zu einem Verhängnis geworden, er fühlt sich ausgebrannt, daher die angestrebte Pause. Die Lügen guter Bekannter und einer alten Freundin machen ihm den Abschied aus dem Dienst scheinbar deutlich leichter. Da die Reihe aber auf dieses Ermittler-Paar fixiert ist, vermag ich mir noch nicht so recht vorzustellen, dass es tatsächlich dauerhaft ohne den männlichen Teil weitergehen soll.

Nele Neuhaus hat interessanten Mikro-Kosmos gezeichnet

Den Spannungsbogen baut die Autorin sehr geschickt auf und hält ihn durch hohes Tempo und viele falsche Fährten ständig auf hohem Niveau. Das Buch hatte mich schon nach wenigen Seiten gepackt, und trotz des Umfangs war die gut erzählte Geschichte unterhaltsam und kurzweilig. Die vielen Orts- und Perspektiv-Wechsel sowie das große Personal-Tableau sind durch die Übersichtskarten im Buch und die Namensliste gut zu verfolgen. Ich bin ein Freund solcher Orientierungshilfen, und bei einem Buch von diesem Umfang und mit einer derart komplexen Geschichte ist das ein echtes Plus.

Nele Neuhaus hat mit dieser Dorfbevölkerung einen interessanten Mikro-Kosmos gezeichnet, wie er für viele Orte vergleichbarer Größe typisch sein dürfte. Neben der Haupthandlung hat die Autorin noch spannende Neben-Geschichten eingebaut. Insgesamt also ein überaus facettenreiches Buch – von einer Autorin in Bestform.

Andreas Kurth, Dezember 2016

Ihre Meinung zu »Nele Neuhaus: Im Wald«

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Bernd zu »Nele Neuhaus: Im Wald« 04.06.2017
Ich habe mich bis fast zum Schluss durchgewühlt, als dann eine Person in die Handlung gezogen wird, die entweder noch nicht Auftrag oder die III h aufgrund der Unmengen an charakteren wegessen hatte, hat es gereicht und ich habe das Uch gerade eben weg gelegt. Ich finde Frau Dubais übertreibt die Komplexität. Wenn man nicht täglich zum Lesen kommt, blickt man nicht mehr durch
Wilfried Franke zu »Nele Neuhaus: Im Wald« 25.04.2017
Ohne Kommentar zum Buch -aber: Woher kenne ich diese Geschichte? Mir kam die ganze Geschichte sofort bekannt vor. Mit dem Auftreten des Pfarrers kannte ich den weiteren Verlauf. Wer kann mir die Quelle nennen? Wo habe ich diese oder eine sehr änhnliche Geschichte schon einmal gelesen oder gesehen? Danke
Purzel2204 zu »Nele Neuhaus: Im Wald« 20.04.2017
Ich fand auch dieses Buch von Nele Neuhaus wieder sehr gelungen, wenn auch zwischendurch etwas langatmig und schon fast zu viele Charaktere. Bitte im nächsten Buch nicht noch mehr, sonst sieht keiner mehr durch. Aber ich würde es definitiv noch einmal lesen und auch weiterempfehlen. Die Idee hat mir jedoch gefallen, da Bodenstein trotz seiner bekannten Familiengeschichte immer irgendwie unnahbar wirkt, fühlte der Leser hier eine gewisse Verbundenheit mit ihm. Und wer hat am Ende nicht ein Tranchen für den kleinen Maxi vergossen?
marion baumelt zu »Nele Neuhaus: Im Wald« 03.04.2017
Bin gerade fertig geworden und kann wieder mal nur sagen "wow". Spannung pur bis zu letzten Zeile. Neuhaus packt dich und lässt dich nicht los. Gute Story, viele Wendungen, facettenreich, einfach ein richtig guter Krimi. Mehr geht nicht. Danke nele Neuhaus
Ich bin sehr gespannt auf den neunten Band der Taunuskrimi-Reihe.
Melanie zu »Nele Neuhaus: Im Wald« 13.03.2017
Mich stören die vielen Personen gar nicht und ich konnte zu jedem Zeitpunkt einordnen, wer wer ist. Die Aufzählung am Anfang des Buches hat mich dafür eher irritiert als geholfen.
Ansonsten hat es mir mal wieder gut gefallen! Es gab spannende Passagen und persönliche Gedanken der Hauptfiguren. Auch den neuen Kollegen mag ich und freue mich schon auf weitere Geschichten mit ihm. Weiter so!
Mike zu »Nele Neuhaus: Im Wald« 25.01.2017
Gute Story. Die Erzählstränge entwickeln sich logisch und werden elegant miteinander verknüpft. Aber wie viele andere Kritiker: Warum so viele Personen? Auch ich hatte schnell das Gefühl, daß hunderte Figuren in diesem Buch unterwegs sind. Das hat beim Lesen sehr gestört. Wer kann sich diese vielen Namen merken? Also bitte beim nächsten Mal: Die Anzahl der Figuren drastisch vermindern.
KimVi zu »Nele Neuhaus: Im Wald« 25.01.2017
Mitten in der Nacht wird Oliver von Bodenstein zu einem Einsatz gerufen. Ein Wohnwagen brennt lichterloh. Bei den Löscharbeiten wird in den verkohlten Trümmern eine Leiche gefunden. Die einzige Zeugin des Brandes erscheint wenig glaubhaft, da sie stark alkoholisiert ist und keine genauen Angaben machen kann. Wenig später wird die Mutter des Opfers im Hospiz erdrosselt, obwohl sie nur noch wenige Tage zu leben gehabt hätte. Als dann auch noch der Pfarrer tot aufgefunden wird und dabei der Eindruck erweckt werden soll, dass er Selbstmord begangen hat, ahnt von Bodenstein, dass die Todesfälle irgendwie zusammenhängen müssen. Seine Ermittlungen führen ihn in die eigene Vergangenheit, denn es hat den Anschein, dass der Schlüssel zu allem in das Jahr 1972 führt. Denn damals verschwand von Bodensteins bester Freund Artur spurlos. Kann von Bodenstein unvoreingenommen ermitteln oder geht ihm dieser Fall zu nah?"Im Wald" ist bereits der achte Fall für Oliver von Bodenstein und Pia Sander ( ehemals Kirchhoff ). Da die Fälle in sich abgeschlossen sind, können die Bände auch unabhängig voneinander gelesen werden. Dem aktuellen Fall kann man auch ohne Vorkenntnisse aus den vorangegangenen Büchern folgen. Hintergrundinformationen zu den Hauptprotagonisten sind in die Handlung eingeflochten, sodass man sich beim Lesen relativ leicht orientieren kann. Um der Weiterentwicklung der bekannten Charaktere, und den beruflichen und privaten Nebenhandlungen zu folgen, empfiehlt sich allerdings, wie bei jeder anderen Bücherserie auch, die Einhaltung der Reihenfolge.Der Einstieg in den aktuellen Kriminalfall gelingt nicht ganz mühelos, denn man bekommt es mit einer Vielzahl von Charakteren zu tun, die nach und nach in die Handlung eingeführt werden. Obwohl sich am Anfang des Buchs ein Personenregister befindet, in dem man jederzeit nachlesen kann, wer wie zu wem steht, ist es zunächst nicht ganz einfach, die Protagonisten und ihre Beziehungen untereinander, richtig zuzuordnen. Hier muss man wirklich sehr aufmerksam lesen, um nichts zu verwechseln.Die Ermittlungen selbst starten eher gemächlich. Es wird zunächst kaum Spannung aufgebaut, aber dennoch sind die Rückblicke in die Vergangenheit und natürlich auch die aktuellen Morde, so interessant, dass man unbedingt erfahren möchte, wie alles zusammenhängt. Man ist beim Lesen hin- und hergerissen und weiß nicht, wen man nun eigentlich verdächtigen und was man glauben soll. Überraschende Wendungen sorgen außerdem dafür, dass man die eigenen Ermittlungen gelegentlich über den Haufen werfen und neu ansetzen muss. Dadurch gerät man schließlich doch in den Bann der Handlung und mag das Buch zum Schluss kaum noch aus der Hand legen.Der Schreibstil ist gewohnt flüssig und angenehm lesbar. Man kann sich die beschriebenen Szenen mühelos vorstellen und dadurch ganz in die Handlung eintauchen. Auch in diesem Band gibt es, neben den eigentlichen Ermittlungen, wieder einen Einblick in das Privatleben von Pia Sander und Oliver von Bodenstein. Man kann also beobachten, wie sich die beiden weiterentwickeln. Auch im Team des Hofheimer K11 tut sich einiges, sodass man auch diese Nebenstränge interessiert verfolgt.Ich habe bisher alle Fälle von Oliver von Bodenstein und Pia Sander mit Begeisterung verfolgt. Auch bei diesen Ermittlungen wurde ich nicht enttäuscht, sondern habe jede Seite mit großem Interesse gelesen. Allerdings muss ich gestehen, dass mir der Einstieg, durch die Vielzahl der Charaktere, doch ein wenig schwerer gefallen ist, als sonst. Deshalb ziehe ich auch ein Bewertungssternchen ab, vergebe aber dennoch eine begeisterte Leseempfehlung!
Ulrich Haaselhorst zu »Nele Neuhaus: Im Wald« 22.01.2017
Ich verstehe nicht, dass sich hier Leser über die vielen handelnden Personen beklagen, ich mache von der Aufstellung der handelnden Personen eine Kopie, so kann ich ohne langes Suchen die Person identifizieren. Ich gebe zu, dass man durch die Vielzahl der Personen und ihren Verwandschaftsgrad schon "ins schleudern" kommt. Aber ansonsten finde ich das Buch gut.
Maren Richter zu »Nele Neuhaus: Im Wald« 10.01.2017
"Im Wald" ist bereits der 8.Fall von Oliver Bodenstein und Pia Kirchhoff/Sander und wie wir es von Nele Neuhaus gewohnt sind, spannend bis zur letzten Seite. Auch wenn das Buch dieses mal über 500Seiten hat.
Dieses Mal trifft es Oliver Bodenstein ganz persönlich, denn der Mörder treibt in seinem Heimatort Ruppertshain sein Unwesen.
Auf einem Campingplatz geht ein Wohnwagen in Flammen auf und ein Mensch kommt dabei ums Leben. Doch ist diese Person wirklich verbrannt oder war er vielleicht schon vorher tot? Noch während sich Oliver und Pia diese Frage stellen, kommt es zum nächsten Todesfall. Was für ein schreckliches Geheimnis aus Olivers Kindheit nach und nach zum Vorschein kommt, erfahren wir Seite für Seite.
Bis jedoch der Mörder enttarnt wird, haben beide noch viele schlaflose Stunden.
Wieder einmal ein gelungenes Buch aus der Feder von Nele Neuhaus.
Pema zu »Nele Neuhaus: Im Wald« 08.01.2017
Es ist schon verwunderlich, dass bei Neuhaus - bei Hammesfahr ist es ähnlich - immer ca. 100 Personen vorkommen müssen.
Highsmith und Christian kommen mit 15 aus.
Dieses Nachschauen im Personenverzeichnis ist schon ärgerlich. Ausserdem ist der Krimi mindestens hundert Seiten zu lange.
Die Lebenden und die Toten war deutlich besser.
Viola Feldmann zu »Nele Neuhaus: Im Wald« 08.01.2017
Das ist wieder ein super gelungener und spannender Krimi. Eine Bitte an Neue Neuhaus, lassen Sie bitte Ihre Romanfigur Oliver von Bodenstein nicht "aussteigen". Die Ermittlerpartfnerschaft mit Pia Sander ist wirklich genial. Vielleicht liegt es auch bei den super geeigneten Verfilmungsschauspielern Bergmann und Woll. Ich habe mich an diese Personen so gewöhnt, dass ich mir die nicht mehr wegdenken kann von den Romanen von Nele Neuhaus.Ich gebe zu , dass auch ich mit den vielen Personen so meine Probleme hatte. Da ich just zum Jahresbeginn aber krank war, konnte ich den Roman in einem Rutsch verschlingen. Weiter so.
SellmannIhr zu »Nele Neuhaus: Im Wald« 06.01.2017
H.habe das Buch mit großer Freude gelesen, was mich aber doch gestört hat, waren die vielen, vielen handelnden Personen. Es fiel mir schwer, hier den Überblick zu behalten. Dieser Punkt ist mir bereits bei den anderen Büchern der N. Neuhaus aufgefallen, hat hier in diesem Werk aber wirklich überhand genommen. Es wäre schön, wenn sie das zukünftig doch etwas einschränken könnte, zumal man das Buch ja nicht in einem Ruck durchlesen kann.
Anja S. zu »Nele Neuhaus: Im Wald« 28.12.2016
also ob nun wirklich nur Trolle hier kritisch schreiben?
Ich würde die Bücher von Frau Neuhaus als "literarisches Fast Food" bezeichnen.
Sie sind spannend, gut zu lesen, unterhaltsam. Besonders originell finde ich bisher keines der Bücher, auch diese hier nicht.
aber dennoch hat mir das Buch einigen Stunden gute Unterhaltung beschert, als ich schwer erkältet zu Hause bleiben musste.
und so soll es ja auch sein.
anyways zu »Nele Neuhaus: Im Wald« 21.12.2016
Vor fünfundvierzig Jahren verschwanden im kleinen Örtchen Ruppertshain, das zahme Füchschen von Oliver von Bodenstein und auch sein bester Freund. Der elfjährige Arthur und seine Familie hatten es in dem kleinen Örtchen nicht leicht, nicht nur das sie Zugewanderte waren, sondern erschwerend kam hinzu, dass sie aus der Sowjetunion hierher in den Taunus zogen. Die eingeschworene Dorfgemeinschaft kannte keine Gastfreundschaft, und nur Oliver und ein weiterer Junge freundeten sich mit Arthur an. Da auch die Kinderclique, zu der einst Oliver gehörte, Arthur bei jeder Gelegenheit mobbte und verprügelte, hat sich Oliver zu Aufgabe gemacht immer auf ihn aufzupassen. Bis zu diesem einen verhängnisvollen Abend. Ein Tag an dem er Arthur nicht nach Hause begleitete. Arthur blieb verschwunden und auch die zögerliche und viel zu spät eingeleitete Suche nach dem Verschwundenen brachten keine Gewissheit.

Oliver von Bodenstein muss sofort an sein junges Ich denken, als im Wald bei Ruppertshain ein Wohnwagen zur Explosion gebracht wird. Die damaligen Ereignisse sind sofort wieder präsent als sich dann noch herausstellt das es ein Opfer gibt und dieses ein ehemaliger Schulkamerad von Oliver ist. Kann er sowohl das heutige als auch das damalige Verbrechen aufklären? Seine Kollegin Pia ist davon jedenfalls nicht sehr überzeugt, denn sie hält Oliver für zu befangen.


Ich ahnte schon das dieser Fall sehr verzwickt sein würde, denn schon auf den ersten Seiten präsentiert uns Nele Neuhaus sowohl ein Landkarte vom kleinen Örtchen mit allen aufgezeichneten Wohnorten der jeweiligen Beteiligten als auch eine Legende über die wichtigsten Personen. Und diese ist nicht kurz. Erschwerend kommt hinzu, dass ein Großteil der damaligen Schulkameraden untereinander in der Zwischenzeit verheiratet oder zu mindestens verschwägert ist. Ich muss zugeben, dadurch habe ich mehrmals den Faden verloren und konnte der Geschichte nicht ganz so aufmerksam folgen. Gefallen hat mir aber die Beschreibung der dörflichen Gemeinschaft die wirklich alles bietet von Liebe, Verrat, Intrigen und sonstige menschliche Abgründe. Ein psychologisch ausgereiftes Ränkespiel hat die Autorin da entworfen. Die Aufklärung schlussendlich fand ich jetzt nicht ganz so spektakulär, vielleicht, weil ich mich mehrmals revidieren musste, bezüglich meiner Täteridentifizierung. Die Banalität, weswegen gemordet wurde ist verstörend und erschreckend.

Fazit: Ein sehr spannender Krimi der aber sehr viel Aufmerksamkeit erfordert.
BELSL zu »Nele Neuhaus: Im Wald« 20.12.2016
Dann gehöre ich zu den Trollen des Internets die das Buch nicht gut finden.
Über den Inhalt wurde ja schon ausgiebigst berichtet, ich finde den Text viel zu langatmig, bei manchen Autoren paßt jedes Wort, aber ich habe mich gelangweilt und die Beschreibung der Personen finde ich sehr wenig originell.

Mich verläßt das Gefühl nicht dass Neuhaus sich sehr nach dem Leser richtet, immer seine Reaktion im Auge hat.

Was den Mikrokosmus angeht, so hat sich Juli Zeh in ihrem Buch " Unterleuten" dem auch gewidmet, aber eben in meinen Augen sehr viel gekonnter.

Ich habe das Buch nicht zu Ende lesen können, wie mein Vorgänger schon schrieb, meine ich es hätte 200 Seiten kürzer sein können.
Thomas Jessen zu »Nele Neuhaus: Im Wald« 14.12.2016
Der bislang persönlichste Fall für Oliver von Bodenstein und Pia Sander vom K11, denn Oliver von Bodenstein kennt eines der Opfer und das Umfeld des/der Tatorte.
Der wieder sehr schöne Schreibstil zusammen mit dem mir persönlich recht bekannten Umfeld macht das Buch wieder zu einem Genuss. Denn viele der Schauplätze habe ich irgendwann einmal schon besucht und so geht bei fast jeder Zeile ein Fenster auf wo ich dann die Schauplätze und ebenfalls sehr bildhaft beschriebenen Figuren vor meinem inneren Auge sehen kann.
Die eine oder andere Szene erscheint vielleicht ein wenig zu lang geraten, jedoch finde ich dies gar nicht mal so schlimm, denn ich mag es insbesondere bei Kriminalromanen gerne etwas detaillierter.
Die Spannung ist von Beginn an recht hoch gehalten um dann lange gleichbleibend hoch zu bleiben um aber dann zum Finale hin nochmals stark anzusteigen.
Der Roman ist kein Buch bei welchem man so einfach mal mitermittelt, denn dank geschickter Wendungen führt Nele Neuhaus den Leser immer wieder aufs Neue aufs Glatteis und man darf sich dann einen neuen Verdächtigen herauspicken.
Ich fühlte mich auch dieses Mal wirklich sehr gut unterhalten, und seit die ersten Romane der beiden Ermittler im TV gelaufen sind, habe ich jedes Mal das Kopfkino am Rattern und das Buch läuft wie ein Film vor meinem inneren Auge ab.
Ich bin überzeugt dass Fans von deutschen Kriminalromanen hier aufs Beste unterhalten werden und kann für das Buch auf jeden Fall auch wieder eine Empfehlung aussprechen.
Für mich sind das 5 Sterne.
Joerg zu »Nele Neuhaus: Im Wald« 11.12.2016
Ich liebe die Krimireihe von Neue Neuhaus. Nicht nur weil ich Sie persönlich kenne und jeden Ort in Ihren Romanen sofort zuordnen kann. Auf dem besagten Gut von Bodensteins Eltern habe ich selber gewohnt und im besagten Restaurant seines Bruders gelernt. In ihrem neuen Roman hat sie es wunderbar verstanden in diesem wunderbaren Ort im Taunus eine Geschichte zu platzieren die so vielseitig aufgebaut ist und viele kleine Lebensgeschichten zusammen bringt. Ich habe aus diesem Buch die Erfahrung gewonnen, das Menschen mit Ihrer Vergangenheit über Generationen konfrontiert werden und Kinder in ihrer Verletzlichkeit zu Tätern werden können. Die vielen Details um die Personen herum und die lokalen Bezüge sind eine Stärke in ihren Büchern. Ich freue mich schon jetzt auf das nächste und habe sogar hier in Wien neue Nele Neuhaus Fans gewinnen können.
Ute zu »Nele Neuhaus: Im Wald« 21.11.2016
Ich freue mich alle zwei Jahre auf ein neues Buch von Nele Neuhaus. Für mich war das Beste "Die Lebenden und die Toten".
Leider konnte der neue Band für mich nicht mithalten. Zuviele Menschen, ich blätterte nur noch im Personenregister.
Ich hätte mir gewünscht, mehr Infos über Pias Ehe zu bekommen, die Beziehung von Nicola und Kim und auch über Bodensteins neue Partnerin.
Ich hoffe auf 2018!
goat zu »Nele Neuhaus: Im Wald« 20.11.2016
Den Wald vor lauter Bäumen nicht gesehen …

Der achte Band aus der Bodenstein / Sander (Kirchhoff)-Reihe ist der wohl persönlichste Fall für Oliver von Bodenstein. Im Wald von Ruppertshain geht ein Wohnwagen in Flammen auf und ein Mann kommt darin um. Die Ermittler vom K11 in Hofheim finden schnell heraus, dass hier jemand vorsätzlich gemordet hat. Kurz darauf geschieht ein weiterer Mord in einem Hospiz. Warum tötet jemand eine Frau, die sowieso nicht mehr lange zu Leben gehabt hätte? Für Oliver von Bodenstein war die Frau keine Unbekannte, denn sie war die Mutter eines ehemaligen Schulkameraden von ihm.

Die Ermittlungen führen Pia und Oliver ins Jahr 1972 zurück – zu einem Fall, der nie aufgeklärt werden konnte - das Verschwinden des kleinen Arturs. Ein ganzes Dorf hüllte sich damals wie auch jetzt in Schweigen. Oliver von Bodenstein trifft dieser Fall ganz besonders hart, denn Artur war sein bester Freund …

Das in blau-grau gehaltene Cover mit dem Fuchs auf dem umgestürzten Baumstamm ist ein echter Hingucker und passt wieder sehr gut zur Thematik. Im Innenteil befindet sich dieses Mal eine Karte mit den örtlichen Gegebenheiten sowie ein Personenregister, welches sich – wie sich schnell herausstellt – als sehr hilfreich erweist. Durch die große Anzahl an Figuren, die Nele Neuhaus in ihrem Roman ins Rennen schickt, sieht man den Wald vor lauter Bäumen oder den Mörder vor lauter Charakteren nicht.

Ich habe nun alle Bände aus dieser Reihe gelesen und war jedes Mal ganz begeistert. „Im Wald“ hat meine Erwartungen leider nicht erfüllt. Spannend ist der Fall – ohne Frage. Doch die vielen Charaktere haben den Lesefluss ganz massiv gestört. Jeder ist mit jedem irgendwie verwandt, verschwägert, befreundet oder befeindet. Permanent musste ich wieder zum Personenverzeichnis zurückblättern – wenn nicht sofort, dann spätestens am nächsten Tag, weil ich da den Überblick bei den ganzen Namen wieder verloren hatte. Natürlich gerät auch so irgendwie jeder mal in Verdacht. Ich mag es eigentlich, wenn man bei Krimis in die Irre geführt wird oder die eigenen Ermittlungen in einer Sackgasse enden. In diesen Fall war das Ganze allerdings ein bisschen übertrieben.

Über das Wiedersehen mit allen alten Bekannten aus den Vorgängerbänden habe ich mich natürlich gefreut. Henning Kirchhoff, Cem Altunay und Nicola Engel zum Beispiel. Aber auch der neue Kollege Tariq Omari ist schon jetzt ein Sympathieträger. Der Syrer mit dem fotografischen Gedächtnis sorgt für so manchen Schmunzler und lockert den Krimi ganz gewaltig auf. Das ist als Gegengewicht zu Oliver von Bodenstein auch notwendig. Dieser kommt gerade in diesem für ihn so persönlichen Fall sehr depressiv rüber. Auch die Tatsache, dass seine Exfrau Cosima ihn mit der jüngsten Tochter mal wieder ganz allein lässt, sorgt nicht gerade für eine Besserung seines Zustandes. Oliver scheint den Glauben an die Menschheit verloren zu haben und ich kann gut verstehen, dass er beruflich erst einmal ein Sabbatjahr einlegen möchte.

Bücher mit über 500 Seiten sind für mich immer ein Genuss. In diesem Fall hätten die 560 Seiten gerne 100 Seiten weniger haben dürfen, denn die ausführlichen Beschreibungen waren stellenweise sehr langatmig. An diesen Band habe ich für meine Verhältnisse ungewöhnlich lange gelesen. Trotz der spannenden Handlung ist „Im Wald“ für mich der schwächste Band aus der Reihe. Ich hoffe sehr, dass der nächste Roman wieder mit der brillanten Schreibweise der Autorin überzeugen kann.
PMelittaM zu »Nele Neuhaus: Im Wald« 18.11.2016
Ihr achter Fall führt die Kommissare Oliver von Bodenstein und Pia Sander (ehemals Kirchhoff) nach Ruppertshain, einem kleinen Ort, in dem von Bodenstein seine Kindheit verbracht hat, er kennt die meisten Einwohner und verbindet gute und schlechte Erinnerungen an die damalige Zeit.Zunächst ein möglichener Fall von Brandstiftung, entwickelt sich der Fall schnell zu einer Serie von Mordfällen. Die Ermittlungen gestalten sich schwierig, wodurch könnte der Mord an genau diesen Menschen motiviert sein? Hat es etwa etwas mit dem Geschehen zu tun, dass sich vor über 40 Jahren in dem Örtchen abspielte und an das sich von Bodenstein nur sehr widerwillig erinnert? Doch warum sollte das, was damals geschah, heute noch relevant sein? Nicht nur von Bodenstein muss sich seiner Vergangenheit stellen und sich erinnern.Ich bin ein großer Fan der Krimireihe, auch wenn ich noch nicht alle Romane gelesen habe, zwischendrin fehlen mir noch drei. Mir ist vor allem Oliver von Bodenstein sehr sympathisch und ich las mit Schrecken, dass es sich hier womöglich um seinen letzten Fall handeln könnte. Oliver ist ausgebrannt und möchte sich mehr seinem eigenen Leben widmen, zumal seine jüngste Tochter fast nur noch bei ihm lebt und die Beziehung zu seiner Freundin auch Zeit benötigt. Zunächst nimmt er sich ein Sabbatjahr, ob er danach zurück kommen wird, ist allerdings fraglich. Ich hoffe für seine Fans sehr, dass er das tut, zumindest aber weiter eine Rolle spielt. Vergleicht man ihn mit Pia, hat er das eindeutig interessantere Privatleben. Dass sein letzter Fall ausgerechnet so persönlich ist, trägt aber möglicherweise dazu bei, dass er endgültig aussteigt. Ich bin nun sehr gespannt darauf, wie es im nächsten Band, der hoffentlich kommt, weitergehen wird.Es sind meiner Meinung nach die Charaktere, die Nele Neuhaus' Romane auszeichnen, denn sie sind immer gut und tiefgründig gezeichnet. Das Romangeschehen erleben wir auch dieses Mal nicht nur aus den Perspektiven der Ermittler, sondern auch aus der anderer Charaktere, mitgefühlt habe ich vor allem mit dem 19jährigen Elias Lessing, der sein Leben wieder in den Griff bekommen möchte, nicht immer schlau handelt und in Verdacht gerät, mit den Mordfällen in Zusammenhang zu stehen. Sehr gut gefällt mir auch der neue Kollege Pias und Olivers, Tariq Omari, auf seine weitere Entwicklung bin ich gespannt.Apropos Charaktere, der Roman wird mit einem Personenregister eingeleitet, das sicher sehr nützlich ist für diejenigen, die sich schnell durch viele handelnde Personen erschlagen fühlen oder die sich in Erinnerung rufen möchten, in welchem Zusammenhang die Charaktere untereinander stehen. Auch die beiden Karten sind nützlich, um die Wege der Charaktere nachvollziehen zu können.Den Fall finde ich sehr interessant, zumal er einen auch zum Nachdenken über eigene Kindheitserinnerungen bringt. Er lässt den Leser gut miträtseln und hält Überraschungen bereit. Am Ende wird er zufriedenstellend aufgelöst. Manch einem mag die ausführliche Erzählung vielleicht zu viel sein, ich mag so etwas, kann mich damit noch besser in das Geschehen und die Menschen hineinversetzen. Sehr gut ist der Autorin auch gelungen, die besondere Atmosphäre darzustellen, die in solch kleinen Orten herrscht, wo jeder jeden kennt und alle irgendwie verwandt und verschwägert sind. Die Perspektivewechsel gehen in der Regel mit Cliffhangern einher, wodurch Spannung erzeugt wird, wobei der Roman nicht nervenzerfetzend spannend ist, man will aber unbedingt wissen, was genau hinter allem stecktNatürlich gibt es auch etwas, das mich gestört hat, aber nicht so, dass es zu einer Abwertung führen würde. Liebe Frau Neuhaus, lieber Ullstein Verlag, es gibt immer noch den Genitiv, der aber in diesem Roman nur eine sehr untergeordnete Rolle spielt, sehr schade! Gerade in Büchern finde ich es wichtig, dass etwas mehr Wert auf die deutsche Sprache gelegt wird.Nele Neuhaus ist es wieder gelungen, einen Roman zu schreiben, der mich mitgenommen hat in die Geschichte, den ich interessant fand, der mich gut unterhalten, mich emotional berührt und mir von Anfang bis Ende gut gefallen hat. Dazu noch das wirklich sowohl farblich als auch motivisch wunderbare Cover, das auch sehr gut zum Inhalt passt. Volle Punktzahl und eine uneingeschränkte Leseempfehlung.
hapeka zu »Nele Neuhaus: Im Wald« 14.11.2016
einverstanden mit den guten Rezensionen. Meine Kritik aber: etwas sehr langatmig!
zwischen den Handlungen (zu) viele Beschreibungen, ind enen man ohne weiteres weiterblättern kann ... bsi mal wieder was geschieht! Aber eben: auf über 500 Seiten ist es kaum möglich, dauernd Spannung aufrecht zu er- behalten.
trotzdem - lesenswert
Wencke zu »Nele Neuhaus: Im Wald« 13.11.2016
Nele Neuhaus überzeugt immer wieder!

Vergebe 5 von 5 Sternen!

Schon der Prolog bringt Lust und Freude auf diesen Kriminalroman.

Zum Inhalt:
Auf einem Waldcampingplatz geht in einer Oktobernacht ein Wohnwagen in Flammen auf. Wie sich herausstellt, verbrannte ein Mann in dem Wohnwagen. War der Mann schon vorher tot oder verbrannte er im Wohnwagen?

Oliver von Bodenstein und Pia Sander ermitteln hier in ihrem 8. gemeinsamen Fall. Für Oliver von Bodenstein ist dieser Fall der Persönlichste. Ein Mörder treibt in seinem Heimatort Ruppertshain sein Unwesen. Es sieht so aus, als wenn der vor über vierzig Jahre verschwundene 11-jährige Artur irgendwie auch zu den Ermittlungen gehört. Artur war damals der beste Freund von Oliver von Bodenstein. Das Verschwinden könnte nie geklärt werden. Damals wie heute sprechen die Menschen in Ruppertshain nur sehr wenig über das Verschwinden, als ob jeder was weiß und keiner was sagen mag.

Meine Meinung:

Zum einen ist es ein sehr guter Kriminalroman, sehr stimmig, die Spannung wird über die gesamte Geschichte gehalten. Sehr gut und hilfreich finde ich die ersten Seiten des Buches,dort ist eine Landkarte der Gegend, eine Übersicht des Ortes Ruppertshain sowie ein Personenregister. Hier habe ich oft geschaut und hatte somit das Gefühl, die Menschen "zu kennen" und konnte mir über die örtlichen Gegebenheiten einen Überblick verschaffen und mir das auch bildlich alles sehr gut vorstellen.

Zum anderen lese ich sehr gerne Krimireihen mit sympathischen Charakteren der Ermittler. Und Pia Sander und Oliver von Bodenstein sind mir sehr sympathisch, "man kennt sie" schon seit vielen Fällen, weiß um ihr Privatleben und begleitet sie dort weiter.

Mich hat Nele Neuhaus mit ihrem neuen Kriminalroman wieder zu 100 % überzeugt und das Buch hat mir viele spannende Lesestunden bereitet, die ich sehr genossen habe!

Das einzige was ich an dieser Stelle sehr schade finde, dass ich ganz viel Geduld aufbringen muss, bis ich einen neuen Krimi in dieser Reihe lesen kann ;-).
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Keiner999 zu »Nele Neuhaus: Im Wald« 11.11.2016
Inhalt:

Im Wald von Ruppertshain geht ein Wohnwagen in Flammen auf , in den Trümmern wird eine Leiche gefunden . Was zuerst nach einer Brandstiftung aussieht, entpuppt sich schon bald als Mord .Pia Sander ( ehemals Kirchhoff) und Oliver von Bodenstein nehmen zusammen mit ihrem Team die Ermittlungen auf. Als kurz darauf eine alte Frau in einem Sterbehospiz ermordet wird, gibt es erste Hinweise auf einen ungeklärten Fall, der sich vor 42 Jahren ereignet hat. Zu dem Zeitpunkt verschwand der 10jährige Artur spurlos, Olivers bester Freund aus Kindertagen .
Da er persönlich in die Geschichte involviert ist, wird Pia die Leitung der Ermittlungen übertragen. Außerdem wird sie als Nachfolgerin von Oliver von Bodenstein gehandelt, da dieser sich eine einjährige Auszeit vom Beruf nehmen will.
Schon bald ist allen klar, dass der Schlüssel zur Lösung der Fälle in der Vergangenheit liegt und so beginnen sie Stück für Stück die damaligen Geschehnisse aufzuarbeiten.
Hierbei stoßen Sie bei den Dorfbewohnern auf eine Mauer des Schweigens. Außerdem arbeitet die Zeit gegen sie, da der Mörder seine Mission noch nicht beendet hat.


Meine Meinung:

Wie bei allen vorhergehenden Büchern, herrscht auch hier von Anfang an, eine große Spannung. Die einzelnen Personen werden sehr genau beschrieben (Kopfkino von Anfang an), die Polizeiarbeit mit erfolgen und Misserfolgen nimmt einen breiten Raum ein.
Geschickt versteht es die Autorin wieder einige falsche Fährten zu legen, um den Leser aufs Glatteis zu führen. Der Spannungsbogen war fortwährend gleich hoch.
Zum Schluss werden die Geschehnisse Stück für Stück aufgelöst, sodass keine offenen Fragen bleiben.
Das Privatleben der Ermittler bleibt dabei etwas auf der Strecke, obwohl sich gerade im privaten Bereich einige Änderungen andeuten.
Ich hoffe sehr, dass Oliver von Bodenstein sein Sabbatjahr nutzt, um neue Energie zu tanken und beim nächsten Fall wieder am Start ist.
Ich gebe eine absolute Leseempfehlung und volle fünf Sterne.
Ilka Schmidt zu »Nele Neuhaus: Im Wald« 03.11.2016
Man wartet auf ihre Bücher, um sie dann gleich zu verschlingen., zumindest mir geht es so!
In gewohnter Manier lässt Neuhaus ihre beiden Ermittler Bodenstein und Sander in den Abgründen des Taunusdorfes Ruppertshain alten und neuen Verbrechen nachspüren. Fatal, dass Bodenstein diesmal vielen Personen nahe steht, so dass er sich schließlich immer mehr aus den Ermittlungen zurückziehen muss. Kollegin Pia Sander, vereint mit ihrem Team, löst den Fall, wobei auch ihre Schwester als Profilerin eine Rolle spielt. Sie selbst ist als Nachfolgerin Bodensteins im Gespräch, der sich ein Sabbatjahr nehmen möchte.
Sehr hilfreich ist das umfangreiche Personenregister am Beginn des Romanes, so weiß man genau, wo man nachschlagen muss, wenn mal wieder der familiäre Zusammenhang der Akteure schwer zu erfassen ist.
Ein gelungener neuer Band der beliebten Reihe, hoffentlich gehen Frau Neuhaus die Ideen noch lange nicht aus.
Archer zu »Nele Neuhaus: Im Wald« 30.10.2016
Mehr als 40 Jahre vorher: Der beste Freund von Oliver von Bodenstein, der elfjährige Artur, verschwindet spurlos, zusammen mit dem zahmen Fuchs Maxi. Unfall? Verbrechen? Unbekannt.

Heute: Auf einem Campingplatz brennt es. Eine Leiche wird gefunden. Unfall? Selbstmord? Mord? Für Bodenstein und Pia Sander beginnen die Ermittlungen, und plötzlich befindet sich Bodenstein in der prekären Lage, gegen alte Schulfreunde und Bekannte aus Rupppertshain ermitteln zu müssen. Immer mehr Tote und schwer Verletzte tauchen auf, es sieht aus, als wollte jemand hinter sich aufräumen. Dazu kommt ein Jugendlicher auf der Flucht, der seine hochschwangere noch jungendlichere Freundin dabei hat. Die heutigen Spuren führen in die Vergangenheit Bodensteins, der plötzlich gezwungen ist, Tatsachen ins Auge zu sehen und zu erkennen, dass manche Freunde niemals solche waren und manche, die man immer schlecht behandelt hatte, nichts davon verdient hatten.

Die Leseprobe fand ich spannend und auch vom Klappentext her versprach dieser Krimi ordentliche Hausmannskost. Eigentlich finde ich auch den Schreibstil ganz gut, aber Neuhaus verstrickt sich immer wieder in Nebensächlichkeiten, die wahrscheinlich auf falsche Spuren führen sollen, jedoch nur dazu dienen zu langweilen. So manches Mal, wenn wieder mal die bis zum Gehtnichtmehr ausführliche Beschreibung der Mutter oder Großmutter eines der Tatverdächtigen erfolgte, habe ich damit kämpfen müssen, das Buch weiterzulesen. Extrem gestört haben mich auch immer wieder die abgebrochenen Szenen. Wahrscheinlich sollten damit Cliffhanger und Spannung erzeugt werden, mich machten sie nur ärgerlich. Und mir fehlte oftmals die Logik. Spätestens als klar wurde, dass die neuen Verbrechen mit dem damaligen zu tun hatte, war doch auch klar, dass man unter den alten Bewohnern suchen muss. Oder Bodenstein und alle anderen, die sich plötzlich an Sachen von vor 40 Jahren erinnern - wie wahrscheinlich sind denn viele der Erinnerungen, jedenfalls von den belanglosen? Überhaupt Bodenstein: die Idealisierung dieses Protagonisten war schon nervig, schon in seiner Jugend war er perfekt (logisch, war ja auch ein Adliger, während die dummen Bauernjungs alle mies, fies und grausam waren). Bodenstein ist so perfekt, der kann sogar mit gebrochenem Fuß und Bänderrissen noch einen Mörder stellen. Voll krass. Whatever. Wäre das Buch um 200 Seiten kürzer gewesen, hätte es bestimmt mehr Spaß gemacht, so verlor es sich zu oft in endlosen und die Handlung nicht vorantreibenden Erzählsträngen und Unwahrscheinlichkeiten.
Darts zu »Nele Neuhaus: Im Wald« 27.10.2016
Oliver von Bodenstein und Pia Sander ermitteln nun schon bereits zum achten Mal zusammen an einem Mordfall. Für Oliver soll es erst einmal der letzte Fall ssin, denn er möchte mindestens ein Jahr Pause einlegen, um sich besser um seine kleine Tochter kümmern zu können. Deren Mutter Cosma reist mal wieder lieber in der Weltgeschichte herum.
Aber bis er seine Pause einlegen kann passiert noch allerhand in Ruppertshain. Ein Wohnwagen brennt auf einem entlegenen Camingplatz ab. Leider findet man in den Überresten auch eine männliche Leiche. Schnell wird klar, es war Brandstiftung. Mit Todesfolge? Oder beabsichtigte Mord? Und es gibt einen Zeugen, allerdings flieht dieser und ist lange Zeit auf der Flucht. Von ihm können die Ermittler also keine brauchbaren Hinweise bekommen.
Bald ist klar, wer der Tote ist. Es ist Clemens Herold. Kurz danach wird auch noch seine sterbenskranke Mutter Rosi im Hospiz ermordet.
Oliver von Bodenstein ist fassungslos. Er kennt fast alle persönlich, die in die Mordfälle involviert sind. Die Toten, die Zeugen und die Verdächtigen. Und die Anschläge und Morde nehmen kein Ende. Er ist zu befangen, um weiterhin die Ermittlungen zu leiten. Dies übernimmt Pia. Zuerst einmal nur für diesen Fall, später auch für die Zeit von von Bodensteins Pause.
Wie hängt eigentlich das Verschwinden von Artur, dem 11-jährigen Jungen und Freund von Oliver, mit den heutigen Fällen zusammen? Was geschah 1972?
Nele Neuhaus hat es geschafft, eine dörfliche Gemeinschaft auferstehen zu lassen, die sehr glaubwürdig daherkommt. Verschworen gegen Neue und Fremde, mißtrauisch gegeneinander, aber auch eben als Zwecksgemeinschaften aneinander gekettet. Aber nicht so düster und unheimlich wie es andere Autoren schon geschildert haben.
Die Handlung ist spannend, auch die Handlung, welche im Hochsommer 1972 (das war wirklich wettertechnisch ein toller Sommer) spielt.
Was mir persönlich nicht so gut gefallen hat, waren die vielen, vielen Personen aus der Dorfgemeinschaft. Teilweise habe ich schon den Überblick verloren, wer 1972 noch eines der Kinder war, wer damals schon erwachsen und wie sie heute alle Verbandes sind. Aber es gibt ja vorne ein Personenregister zur Unterstützung.
Ein spannender Kriminalroman mit Hand und Fuß und kleinen Abstrichen.
Nijura zu »Nele Neuhaus: Im Wald« 26.10.2016
Mitten in der Nacht brennt auf einem Campingplatz in der Nähe von Ruppertshain ein Wohnwagen ab und es gibt einen Toten. Die Besitzerin des Campingwagens liegt in einem Hospiz und ehe Bodenstein sie befragen kann, wird die totkranke Frau ermordet. Doch wer hatte ein Interesse daran, eine Frau, die sowieso schon im Sterben liegt, zu ermorden?

Bodenstein ist erschüttert, er kannte die Frau seit seiner Kindheit. Die Ermittlungen bringen zutage, dass ihr Tod scheinbar mit einem ungeklärten Fall im Sommer 1972 zusammenhängt, damals verschwand Bodensteins bester Freund Arthur und mit ihm auch Maxi der kleine Fuchs, den Bodenstein liebevoll aufgezogen hatte und der wie ein kleiner Hund für ihn war. Dies macht den Fall zu Bodensteins persönlichsten.

Das Cover ist sehr ansprechend und passt zu dem Thema.
Julia Nachtmann liest das Hörbuch hervorragend, ich konnte ihr gut folgen und ihre Stimme ist sehr angenehm.

Das Manko beim Hörbuch ist, wenn man eine Rezension schreibt, dass man nicht eben mal zurückblättern und nachschauen kann, vor allem was die vielen Namen angeht, tue ich mir jetzt gerade etwas schwer.

Die Handlung ist wirklich sehr gut durchdacht, es gibt viele Verdächtige, die meisten waren gut mit Oliver Bodenstein befreundet und die Auflösung ist spannend und sehr gut nachvollziehbar. Die Personen wirken natürlich, als Leser entwickelt man sowohl Sympathien als auch Antipathien zu den Figuren. Nele Neuhaus hat es wieder meisterhaft geschafft mich als Hörer in das Geschehen einzubinden, ich wollte das Hörbuch gar nicht unterbrechen und hätte es am liebsten in einem Stück durchgehört.

Ich bin gespannt auf den nächsten Fall, da sich Bodenstein ja scheinbar zurückzieht. Wird Pia Sander (Kirchhoff) die Leitung übernehmen und wer wird der oder die neue Kolleg/in sein?

Fazit: Ein spannender Kriminalroman mit authentischen Personen. Absolute Hör- und Leseempfehlung!
c-bird zu »Nele Neuhaus: Im Wald« 23.10.2016
Ein Dorf schweigt

Ein Wohnwagenbrand im Wald bei Ruppertshain im Taunus. Darin findet die Polizei eine verkohlte männliche Leiche. Kurz darauf wird die alte Rosie, die Besitzerin des Wohnwagens ermordet. Rosie lebte bereits in einem Hospiz, doch irgendwem war der natürliche Tod wohl nicht schnell genug. Und dann gibt es noch einen weiteren Mord…
Oliver Bodenstein und Pia Sander übernehmen die Ermittlungen. Dabei führt eine Spur zurück in den Sommer 1972. Damals verschwand der zehnjährige Artur, ein Freund Olivers spurlos. Dieses Kindheitstrauma konnte Oliver nie ganz verwinden und fühlte sich seitdem schuldig. Bodenstein nimmt sich den alten Fall noch einmal vor und entdeckt Ermittlungsfehler und Ungereimtheiten. Und schnell wird klar: Wenn sie den Mörder finden wollen, müssen sie auch den Fall des verschwundenen Arturs lösen….

Es ist bereits der 8. Fall für das Ermittlerduo Bodenstein / Sander ehemals Kirchhoff und gleichzeitig der persönlichste Fall für Bodenstein. Obwohl ich die Serie um das Ermittlerteam kenne, hatte ich anfänglich Schwierigkeiten einen Überblick über die vielen Figuren zu behalten. Als hilfreich hat sich dabei das an den Anfang gestellte Namensregister erwiesen, obwohl die Verwandtschaftsverhältnisse der Charaktere untereinander schon ziemlich kompliziert waren. Doch spätestens ab der Mitte, wenn die Figuren gefestigt sind, ist der Lesespaß nicht mehr zu bremsen. Gekonnt versteht es die Autorin Spannung aufzubauen und das Niveau auch bis zum Schluss zu halten. Die Perspektiven wechseln häufig und so bekommt man als Leser eher einen Wissensvorsprung als die Ermittler selbst. Dennoch wird der Täter erst ganz zum Schluss entlarvt. Zuvor gibt es einige überraschende Wendungen und das Ende ist schlüssig und beantwortet alle offenen Fragen. Gut gezeichnet fand ich die gesamte Dorfgemeinschaft und ihr Schweigen über den 42 Jahre zurückliegenden Fall des verschwundenen Arturs. Wer wusste was und warum kam die Wahrheit nie ans Licht? Ein interessantes Thema und meisterlich umgesetzt.

Natürlich entwickeln sich die beiden Protagonisten auch privat weiter und man darf gespannt sein, ob Oliver auch beim nächsten Mal mit dabei sein wird.

Insgesamt ein spannender Krimi, der zwar anfänglich ein paar Längen hat, aber dennoch nur zu empfehlen ist.
leseratte1310 zu »Nele Neuhaus: Im Wald« 23.10.2016
Auf einem abgelegenen Campingplatz im Wald brennt ein Wohnwagen. Oliver von Bodenstein und Pia Sander gehen zunächst von Brandstiftung aus, denn in letzter Zeit gab es einige Brände. Doch dann müssen sie wegen Mordes ermitteln, denn es gab einen Toten bei dem Wohnwagenbrand. Dann wird eine totkranke Frau im Hospiz ermordet. Oliver kannte die Frau schon, als er noch Kind war. Entsprechend betroffen ist er. Damals ist sein bester Freund Arthur mit seinem zahmen Fuchs spurlos verschwunden. Alle gingen von Mord aus, aber Arthur wurde nie gefunden. Dafür gab es einen Verdächtigen, der einen Suizid versuchte und seitdem behindert ist. Dafür, dass er schuldig war, gab es keinen Beweis.
So führen die neuen Ermittlungen Oliver von Bodenstein geradewegs in seine Vergangenheit und bald wird klar, dass die Fälle zusammenhängen. Doch die Bewohner des Dorfes wollen nicht an alten Geschichten rühren. Dann wird auch noch der Dorfpfarrer getötet.
Dies ist mein erstes Buch von Nele Neuhaus. Ich kenne die Ermittler Oliver von Bodenstein und Pia Sander nur aus den Filmen und damit war das Bild der beiden vorgegeben.
Der Schreibstil ist wirklich angenehm flüssig zu lesen. Es ist allerdings nicht ganz einfach, die vielen Personen auseinander zu halten. Es gibt zwar eine Liste im Buch, aber ich möchte nicht ständig durch Nachschlagen in meinem Lesefluss gebremst werden. Von Anfang an ist die Spannung aufgebaut und bleibt bis zum Schluss erhalten.
Die Ermittlungsarbeit verläuft recht zäh und ist auch nicht einfach, da viel Persönliches in die Sache mit hineinspielt. Von Bodenstein kennt alle Beteiligten und seine Emotionen machen es ihm nicht leicht.
Die Bewohner von Ruppertshain sind sehr vielschichtig dargestellt. Jeder hat so seine Probleme. Als ihnen klar wird, dass der Mörder aus ihren eigenen Reihen stammen muss, macht sich Misstrauen breit. Es ist immer wieder faszinierend , wie eingeschworene Gemeinschaften ihre Geheimnisse zu wahren versuchen.
Mir blieb auch bis zum Ende verborgen, wer der Täter ist, denn immer wieder hat ich jemand anderen im Verdacht.
Ein spannender Krimi mit Taunus-Atmosphäre.
subechto zu »Nele Neuhaus: Im Wald« 19.10.2016
Sodom und Gomorrha im Taunus

Endlich ein neuer Fall für Kriminalhauptkommissar Oliver von Bodenstein und seine Kollegin Pia Sander, früher Kirchhoff vom K11 in Hofheim. Oliver muss sich um seine Tochter Sophia kümmern, weil seine Exfrau sich mal wieder im Ausland aufhält, als er zu einem Brand gerufen wird. Im Wald ist ein Wohnwagen explodiert und dabei kam ein Mann ums Leben. Mordbrand oder Brandmord? Pia, die inzwischen ihren Zoodirektor geheiratet hat, übernimmt…
Nele Neuhaus geht gleich in medias res: Irgendetwas Furchtbares ist geschehen in Ruppertshain im August des Jahres 1972. „Im Wald“ ist Olivers bisher persönlichster Fall. Denn auch die Spuren im hier und jetzt führen nach „Ruppsch“, wie die Einwohner ihr Dorf liebevoll nennen, wo Oliver aufgewachsen ist und alle kennt. „Im Wald“ ist wieder im Taunus verortet. Mit viel Lokalkolorit, einer Prise hessischer Mundart und einer besonderen Thematik.
Danach wird in einem Hospiz die alte Rosie ermordet, der der Wohnwagen gehörte. Schnell ist klar, dass die Morde mit dem Verschwinden von Olivers bestem Freund Artur vor 40 Jahren zu tun haben. Russlanddeutsche, die aus der damaligen Sowjetunion eingewandert waren. Als kurz darauf auch noch der Dorfpfarrer tot aufgefunden wird, bekommen Oliver und sein Team alle Hände voll zu tun…
„Im Wald“ ist bereits der 8. Fall für das sympathische Ermittlerduo Oliver und Pia und überzeugt mit einem ausgefeilten Plot sowie einem gruseligen Setting. Eine extrem tiefenscharfe und nicht selten bissige Milieu-Beobachtung. Klassische Verbrecher finden sich hier nicht. Das Schändliche verbirgt sich hinter wohlfeiler Fassade. Auch mit Gesellschaftskritik spart die Autorin nicht.
Immer mal wieder finden sich Bezüge zu den Vorgängerromanen. So baut man schnell eine Bindung auf, ohne das Gefühl, etwas verpasst zu haben. Die Figurenzeichnung ist glaubhaft und durchdacht. Über das Wiedersehen mit Oliver und Pia habe ich mich sehr gefreut. Auch Tariq, der Neue, ist mir sofort ans Herz gewachsen. Denn er ist clever.
Selbst, wenn der Leser der Polizei immer einen Schritt voraus ist, wird dennoch Spannung aufgebaut. Eine Geschichte mit vielen überraschenden und unerwarteten Wendungen und einem intensiven Spannungsbogen. Erst ganz am Ende wird alles schlüssig aufgelöst. Eine abgründige, nicht zu brutale Geschichte, die sich zudem flott und flüssig lesen lässt.

Fazit: Lug und Trug im Taunus. Dunkel, böse und unheimlich unterhaltsam!
TochterAlice zu »Nele Neuhaus: Im Wald« 18.10.2016
Im Wal, da sind nicht nur die Räuber. Nein im Wald rund um Ruppertshain in Hessen gibt es noch was wesentlich Furchterregenderes: einen Mörder, der offenbar seit über 40 Jahren sein Unwesen treibt. Und da er sich offensichtlich in seinem Inkognito bedroht fühlt, ist - so scheint es - in seiner Umgebung niemand mehr sicher. Alles beginnt mit einem Brand auf einem Campingplatz, bei dem ein Mann ums Leben kommt. Doch es bleibt nicht bei dem einen Toten - wer wusste zuviel? Und was gibt es für eine Verbindung zu überaus tragischen Ereignissen, die mehr als vierzig Jahre zurückliegen. Was ich als besonderen Garant für Spannung empfand, war der Umstand, dass Oliver von Bodenstein in diesem Fall zu seinen Wurzeln zurückkehren muss, denn er ist dort aufgewachsen, zusammen mit allen, die in den aktuellen Fall verwickelt sind. Und für ihn waren die Ereignisse von 1972 besonders einschneidend, verschwand doch damals sein bester Freund.

Wer Wind sät": eine weitere Perle in der Taunus-Reihe der unnachahmlichen Nele Neuhaus. Die Serie um die Kommissarin Pia Sander und ihren Chef Oliver von Bodenstein hat mit herkömmlichen deutschen Regionalkrimis à la Manfred Bomm und Regine Kölpin nichts zu tun und kann mit den skandinavischen Krimiserien von Autorinnen wie Helene Tursten und Anne Holt sowie mit angelsächischen Vorbildern wie Marcia Muller locker konkurrieren - der neue Band reiht sich vielversprechend in diese Serie ein, und kann aus meiner Sicht von der Spannung her absolut mit den Glanzlichtern der Serie "Tiefe Wunden" und "Schneewittchen muss sterben" mithalten. Was aus meiner Sicht nicht unbedingt nötig war: Pia Sander wird ein wenig zu oft von einer extrem unsympathischen Seite gezeigt. Und zudem brechen einfach zu viele Erzählstränge jäh ab.

Dennoch: Nele Neuhaus schreibt packend und fesselnd und zeigt vor allem Oliver von Bodenstein von seiner sensiblen Seite: dadurch, dass sie tief in seine Vergangenheit taucht, kehrt sie sein Innerstes zu außen. Weniges ist, wie es scheint - es tun sich wahre Abgründe und die seltsamsten Verbindungen auf. Was mich ein kleines bisschen störte, ist, dass die Entwicklungen in seinem Privatleben, die der Leser nun ja bereits seit acht Bänden verfolgen darf, sich teilweise als widersprüchlich erweisen - das ist mir ein wenig zu extrem. Aber gerade das macht auch den Reiz dieses auch innerhalb der Reihe ungewöhnlich emotionalen und aufwühlenden Falles aus. Am Ende steht von Bodenstein vor einer Auszeit - ich hoffe sehr, dass er wieder in seinen Job zurückkehrt, denn aus meiner Sicht steht und fällt die Reihe mit ihm ebenso wie mit Pia Sander.

Diese Serie ist ein absolutes Muss für alle Freunde und Freundinnen hochkarätigerdeutscher Krimis mit Spannungsgarantie wie der Reihe um den auch in räumlicher Nähe - nämlich in Frankfurt - angesiedelten Hauptkommissar Marthaler von Jan Seghers. Man kann "Im Wald" sicher isoliert von den anderen Krimis dieser Reihe lesen, doch wird es nur wenige geben, die sich nach dem Genuss dieser Lektüre nicht auch die vorherigen Bände gönnen möchten.
Gelinde zu »Nele Neuhaus: Im Wald« 17.10.2016
Im Wald, von Nele Neuhaus

Cover:
Passend zum Buch, eine diffuse Szene in einem Wald. Mit einem Fuchs, der in der Vergangenheit eine wichtige Rolle spielt.

Inhalt:
Mitten in der Nacht geht ein Wohnwagen in Flammen auf. Aus den Trümmern wird eine Leiche geborgen. Schnell wird klar, dies war ein Mord.
Als kurz darauf eine alte Frau im Hospiz erdrosselt wird (obwohl sie nur noch ein paar Tage zu leben hat) wird Kommissar Oliver von Bodenstein schnell klar, dass diese Verbrechen in die Vergangenheit führen. Die Ermittlungen führen Pia Sander und ihn in den Sommer 1972, als Bodensteins bester Freund Artur spurlos verschwunden ist.
Und es bleibt nicht bei den beiden Toten.
Das Misstrauen im Ort wird immer größer, denn bald ist allen klar, es ist einer aus unserer Mitte!
Werden die Bewohner ihr Schweigen brechen?

Meine Meinung:
Eine unglaubliche Geschichte .
Die Autorin versteht es meisterhaft die verschiedenen Situationen darzustellen, vom ersten Schweigen, zum entsetzten Erkennen, die Verstrickungen der Schuldgefühle und die draus resultierenden falschen Schlussfolgerungen und Handlungen.
Gekonnt werden falsche Fährten gelegt und nicht nur einmal denke ich mir als Leser, „ah ja, jetzt kristallisiert sich der Mörder heraus“ um dann wieder zu erkennen, nein das ist doch wieder eine Sackgasse.
Dabei ist die Handlung atemberaubend, rasant und wunderbar emotional, das ein oder andere mal stellen sich die Nackenhaare auf. Vor allem, als wir so nach und nach die Abgründe erfassen, die in den einzelnen Familien oder der sogenannten „Dorfgemeinschaft“ herrschen.

Einzig der Einstieg ist nicht ganz so leicht, sind es doch sehr viele Personen die agieren, und trotz Personenregister am Anfang (das ich immer wieder aufgesucht habe), ist es nicht leicht den Überblick zu behalten.

Das Ermittlerduo ist perfekt aufeinander abgestimmt und die menschliche Seite kommt nicht zu kurz, überdeckt die Kimihandlung aber auch nicht – einfach perfekt.

Auch wenn dies der 8.Band aus einer Reihe ist, kann man ihn super ohne Vorkenntnisse lesen. Für mich war es auch der erste Fall aus dieser Reihe (aber bestimmt nicht der letzte).

Autorin:
Nele Neuhaus, schreibt praktisch seit ihrer Kindheit.
2010 gelang ihr der große Durchbruch, seitdem gehört sie zu den erfolgreichsten Krimi Autorinnen Deutschlands. Außerdem schreibt die passionierte Reiterin Pferde- und Jugendbücher unter ihrem Mädchennamen Nele Löwenberg.

Mein Fazit:
Ein überaus spannend und atemberaubender Krimi. Es bleibt nicht bei zwei Leichen und der Mörder ist sehr kaltblütig und für ihn scheint ein Menschenleben nicht zu zählen. Mit überraschenden Wendungen und starken Protagonisten.
Von mir 5 Sterne.
walli007 zu »Nele Neuhaus: Im Wald« 16.10.2016
Ruppertshain

Einer der Wohnwagen, die auf dem kleinen Campingplatz stehen, fliegt plötzlich in die Luft. Beinahe im ganzen Ort ist das Feuer zu sehen. Die Feuerwehr ist schnell vor Ort und erste Zeugen geben Auskunft. Auch Oliver von Bodenstein ist am Standplatz des Wohnwagens. Seine jüngste Tochter Sophia musste er mitbringen, da sich so schnell nichts anderes für die vorlaute siebenjährige organisieren ließ. Schnell stellt sich heraus, dass in dem verbrannten Fahrzeug jemand umgekommen ist. Es geht nicht nur um Brandstiftung, sondern auch um Mord. Pia Sander und Oliver von Bodenstein werden mit dem Fall betraut. Wenig später stirbt im Hospiz eine todkranke alte Frau.

Für Bodenstein soll es eine besondere Ermittlung werden, schließlich ist er in Ruppertshain aufgewachsen. Er kennt die Menschen, die dort leben. Und das Verschwinden seines besten Freundes in den 1970ern hat er nie vergessen. Nach einer gewissen Überlegung, entscheidet er, dass er Leiter des Dezernates bleiben kann, dass die Todesfälle bearbeitet. Pia Sander ist eine hervorragende Stellvertreterin, die keine Angst hat, ihm zu sagen, wenn er sich verrennt. Und so beginnen die Nachforschungen wie in jedem anderen Fall. Mit Befragungen, mit der Spurensuche, mit der Auswertung der ersten Ergebnisse. Langsam schleicht sich aber die Erkenntnis ein, dass das gesamte Dorf in irgendeiner Form in die Sache verwickelt zu sein scheint.

Wenn man selbst aus so einem Dorfidyll kommt, kann man viele Hinweise gut nachvollziehen. Kinder sind nicht immer nett und Erwachsene auch nicht. Manche schwimmen mit dem Strom und nur wenige stemmen sich dagegen. Nachrichten verbreiten sich beinahe schneller als sie geschehen können. Und was nicht ins Bild passt, darüber wird das Mäntelchen des Schweigens gedeckt. Sehr gut vermittelt Nele Neuhaus wie schwierig es ist, in solch einem Milieu etwas in Erfahrung zu bringen. Es wird geschwiegen, die Wahrheit verdreht und häufig auch mit routinierter Gewohnheit gelogen. Die vermeintlich intakte Dorfgemeinschaft bekommt Risse noch und noch. Und doch ist es eine Heimat, allerdings eine Heimat, über die es noch Schlimmeres zu erfahren gibt als man eh schon zu wissen glaubt.

Diese Ernüchterung und Enttäuschung über die Menschen, von denen Oliver von Bodenstein glaubte, sie seien einmal Freunde gewesen, wird so plastisch dargestellt, dass man wirklich meint, man erlebt das Geschehen mit. Auch die leise Wehmut, die diesen Fall durchweht, bestimmt die Stimmung dieses Romans. Wird es Oliver gelingen, sich von dieser Vergangenheit zu lösen. Wie wird er mit dem umgehen können, was er herausfindet. Und Pia, seine treue Arbeitsgefährtin, seine ideale berufliche Ergänzung, wie wird sie sich behaupten. Je mehr Hinweise Oliver, Pia und das gesamte Team zusammentragen, desto spannender wird es. Auch wenn diesmal kein weltumspannendes Thema behandelt wird, fesselt die langsame Offenbarung der Schuld, die das Dorf auf sich geladen hat, immer mehr. Die Kriminalromane um Oliver von Bodenstein und Pia Sander überzeugen einfach durch ihre Detailtreue und die fein gezeichneten Persönlichkeiten.
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