Böser Wolf von Nele Neuhaus

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2012 bei Ullstein.
Ort & Zeit der Handlung: , 2010 - heute.
Folge 6 der Bodenstein-und-Kirchhoff-Serie.

  • Berlin: Ullstein, 2012. 400 Seiten.
  • [Hörbuch] Hamburg: Hörbuch Hamburg, 2012. Gesprochen von Julia Nachtmann. 6 CDs.

'Böser Wolf' ist erschienen als TaschenbuchHörbuchE-Book

In Kürze:

An einem heißen Tag im Juli wird die Leiche einer 16-Jährigen aus dem Main bei Eddersheim geborgen. Sie wurde misshandelt und ermordet, und niemand vermisst sie. Auch nach Wochen hat das K 11 keinen Hinweis auf ihre Identität. Die Spuren führen zu einem Kinderdorf im Taunus und zu einer Fernsehmoderatorin, die bei ihren Recherchen den falschen Leuten zu nahe gekommen ist. Pia Kirchhoff und Oliver von Bodenstein graben tiefer und stoßen inmitten gepflegter Bürgerlichkeit auf einen Abgrund an Bösartigkeit und Brutalität. Und dann wird der Fall persönlich.

Das meint Krimi-Couch.de: »Ein böser Wolf im Schafspelz.« 81°

Krimi-Rezension von Lars Schafft

Man mag ja schon fast Mitleid mit der guten Autorin haben: Als Self-made-Bestseller angefangen, vom Selbstverlag den Sprung zum Publikumsverlag geschafft, soll Nele Neuhaus mit ihrem neuen Roman im Hardcover punkten. Klar, bei mehreren Platzierungen in den Verkaufscharts darf man das von ihr erwarten. Aber ist Böser Wolf damit auch der Erfolgsgarant, mit dem Leser wie Verlag rechnen? Schwierig. Denn zu ernst das Thema, zu unkonventionell für ihre bisherige Schreibe. Aber genau deswegen gut.

Nele Neuhaus ist lange Zeit ohne großen Verlag ausgekommen. Mit Ullstein im Rücken wurde sie groß, wurde übersetzt, wird sogar in Korea gelesen. Ein Krimi-Sternchen, ein kleines »German Wunderkind«. Umso erfreulicher, dass Frau Neuhaus mit ihrem neuen Kriminalroman auch neue Wege bestreitet. Sehr amerikanisch, sehr durchdacht die Autodidaktin im Schreiben lernt dazu und scheut nicht davor zurück, ihre Leser und Leserinnen zu irritieren, vielleicht gar zu enttäuschen.

Denn Böser Wolf ist starker Tobak. Kommissarin Pia Kirchhoff und ihr Vorgesetzer Oliver von Bodenstein bekommen es mit einem Fall zu tun, der so gar nicht ins Raster passen will: Eine junge Frau wird tot aus einem Fluss gefischt, brutalst misshandelt, aber niemand vermisst sie. Erst als eine TV-Moderatorin sich in unsichere Gewässer bei ihrer Recherche nach dem »Next big Thing« ordentlich verhakelt, wird den beiden Ermittlerin mulmig: Mit wem haben sie es eigentlich zu tun? Rockerbanden, Kinderhändlern, Pädophilen? Das schlägt auf den Magen.

Nele Neuhaus gelingt es mit Böser Wolf so packend zu erzählen, wie man es von Autorinnen wie Tess Gerritsen oder Karin Slaughter kennt: Kurz in der Erzählweise; nicht erklärend, sondern beschreibend; ein böser Film, den die Autorin hier abspielt.

Dabei verstrickt sie sich nicht in Privatem der Protagonisten, sondern bleibt absolut »Plot-driven«, also sehr stark an der reinen Handlung klebend. Jede Kleinigkeit hängt mit dem Offensichtlichen zusammen, das tut dem Roman gut, macht ihn langeweilefrei und schnörkellos.

Frau Neuhaus wird mit Böser Wolf wahrscheinlich nur wenig neue Fans generieren und vielleicht gar manchen eingeschworenen Leser vergraulen. Stil und Inhalt haben so gar nichts mehr mit dem zu tun, was sich vor einiger Zeit noch als »Taunus-Krimi« blendend verkauft hat. Das ist mutig. Und zahlt sich aus.

Denn Böser Wolf ist nicht nur ein ambitionierter, sondern in seiner Schlichtheit auch sehr gekonnt formulierter Thriller, mit dem sich Nele Neuhaus eine Liga empor schreibt. Wenn sie so weiter macht, ist diese Autorin sehr ernst zu nehmen. Ein Thriller von internationalem Format die Frau wird nicht umsonst übersetzt.

Lars Schafft, Oktober 2012

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Peter Schuglitsch zu »Nele Neuhaus: Böser Wolf« 26.07.2017
Keiner Frau mit noch so krankem Hirn fällt
so ein Manuskript ein ohne in ihrer Jugend
oder sogar Kindheit einschlägige Leiden und
traurige Erfahrungen mit sogenannten
Schutzbefohlenen und Onkeln usw. gemacht
zu haben. Das Dark-Net ist nicht nur schwarz, es ist undurchsichtig bis in die
high-society und in den tiefsten Abschaum.
Es ist ja schön zu sehen daß trotz Interpol
das Ausland gefällig mit spielt ( NL )
Trotz allem war das eine der besten Produk-
tionen ever, wobei Licht und Ton schon noch
üben müssen. Regie, na ja, das Alles in 180
min reizupressen ist für die Regie nicht leicht
ORF-Studio Klagenfurt, der Admin, P.Schu.
Gerdi Bachmann zu »Nele Neuhaus: Böser Wolf« 19.07.2017
Was mich nervt und vom Weiterhören abhält: Fette Grammatikfehler! ( z.B. " gutaussehendster" im "Böser Wolf" , Hörbuchfassung, 1. CD)
Wie kann sowas der Autorin einfallen, der Lektorin oder dem Lektor entgehen und auch noch der Sprecherin Julia Nachtmann problemlos über die Lippen gehen?
Partizipien werden im Deutschen nicht gesteigert, sondern nur Adjektive, es hätte also "bestaussehen-der" lauten sollen! Oder einfach "schönster"...
Rolf Graudejus zu »Nele Neuhaus: Böser Wolf« 29.07.2016
Ekelhaftes Thema, sehr gut verarbeitet. Da ich den 'deutschen Krimi' schon seit einigen Jahrzehnten verfolge, von Arnau über -ky, Andresen und Martin bis zu den heutigen Regional-Krimis und auch international etwas firm bin, behaupte ich, Frau Neuhaus braucht sich vor anderen Autoren nicht zu verstecken. Ich habe jetzt schon so einige Romane von fremdsprachigen Autoren gelesen, denen ich in der deutschen Übersetzung schon sprachliche Fehler angemerkt habe. Es kann also nicht nur am Autoren/in liegen. Aber: sind wir hier unter Lehrern oder Lesern?? Ich sage, unter Menschen! Der Fall Dutroux(?) in Belgien scheint nur eine Spitze eines Eisbergs gewesen zu sein, da bin ich ziemlich sicher. Das N.N. dieses Thema so angefasst hat, erfordert Mut. Wie sie es getan hat, ist sehr, sehr gut. Ob das, laut Klappentext, der 'beste Neuhaus aller Zeiten' ist? Na, da lasse ich mich mal überraschen. Die Entwicklung der Figuren geht allemal weiter, und das ist es doch, was alle Kritiker des deutschen Krimis gegenüber dem skandinavischen als Manko empfinden. Wat nu?
Rolf Graudejus zu »Nele Neuhaus: Böser Wolf« 29.07.2016
Ekelhaftes Thema, sehr gut verarbeitet. Da ich den 'deutschen Krimi' schon seit einigen Jahrzehnten verfolge, von Arnau über -ky, Andresen und Martin bis zu den heutigen Regional-Krimis und auch international etwas firm bin, behaupte ich, Frau Neuhaus braucht sich vor anderen Autoren nicht zu verstecken. Ich habe jetzt schon so einige Romane von fremdsprachigen Autoren gelesen, denen ich in der deutschen Übersetzung schon sprachliche Fehler angemerkt habe. Es kann also nicht nur am Autoren/in liegen. Aber: sind wir hier unter Lehrern oder Lesern?? Ich sage, unter Menschen! Der Fall Dutroux(?) in Belgien scheint nur eine Spitze eines Eisbergs gewesen zu sein, da bin ich ziemlich sicher. Das N.N. dieses Thema so angefasst hat, erfordert Mut. Wie sie es getan hat, ist sehr, sehr gut. Ob das, laut Klappentext, der 'beste Neuhaus aller Zeiten' ist? Na, da lasse ich mich mal überraschen. Die Entwicklung der Figuren geht allemal weiter, und das ist es doch, was alle Kritiker des deutschen Krimis gegenüber dem skandinavischen als Manko empfinden. Wat nu?
Rolf Graudejus zu »Nele Neuhaus: Böser Wolf« 29.07.2016
Ekelhaftes Thema, sehr gut verarbeitet. Da ich den 'deutschen Krimi' schon seit einigen Jahrzehnten verfolge, von Arnau über -ky, Andresen und Martin bis zu den heutigen Regional-Krimis und auch international etwas firm bin, behaupte ich, Frau Neuhaus braucht sich vor anderen Autoren nicht zu verstecken. Ich habe jetzt schon so einige Romane von fremdsprachigen Autoren gelesen, denen ich in der deutschen Übersetzung schon sprachliche Fehler angemerkt habe. Es kann also nicht nur am Autoren/in liegen. Aber: sind wir hier unter Lehrern oder Lesern?? Ich sage, unter Menschen! Der Fall Dutroux(?) in Belgien scheint nur eine Spitze eines Eisbergs gewesen zu sein, da bin ich ziemlich sicher. Das N.N. dieses Thema so angefasst hat, erfordert Mut. Wie sie es getan hat, ist sehr, sehr gut. Ob das, laut Klappentext, der 'beste Neuhaus aller Zeiten' ist? Na, da lasse ich mich mal überraschen. Die Entwicklung der Figuren geht allemal weiter, und das ist es doch, was alle Kritiker des deutschen Krimis gegenüber dem skandinavischen als Manko empfinden. Wat nu?
Peter Mertens zu »Nele Neuhaus: Böser Wolf« 31.01.2016
Die ZDF-Verfilmung kam mir nicht unbekannt vor. Kann es sein, dass dieser Roman schon einmal in einem Fernsehfilm verarbeitet wurde?
Ich erinnere mich, dass der Arzt mit Tochter und Ehefrau in der Klinik seines Vaters war und dass der Oberstaatsanwalt mit dem Mädchen in den Fluss sprang.
Und nein, ich habe das Buch nicht gelesen.
Anette zu »Nele Neuhaus: Böser Wolf« 13.01.2016
Weiss hier jemand, wie das kleine rothaarige Mädchen heisst, das die Luisa darstellte?
Xxx.mxyxich muss hier 300 Zeichen eingeben, warum auch immer .nbvcxyasdfghjöläüppoiuztrrewqay😃😃😃😃😃😃😃😃😃😃😃😃😃😃😃😃😃😃😃😃😃😃😃😃😃😃😃😃😃😃😃😃😃😃😃😃😃
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Dr. M. Peper zu »Nele Neuhaus: Böser Wolf« 13.01.2016
Wirklich, schlimm, diese Brutalität im Film !
Kann der Autorin N. Neuhaus allerdings ohnehin nicht viel abgewinnen. Da gibt und gab es weitaus bessere Schriftsteller in diesem Genre. Aber mittlerweile kann ja jeder dritte Zahnarzt und jede 4. Hausfrau einen "Krimi" schreiben; da läßt die Qualität dann schon zu wünschen übrig..


HG, Dr. M. Peper
Gabriele zu »Nele Neuhaus: Böser Wolf« 12.01.2016
ich habe gestern und heute die 2-teilige Verfilmung gesehen und war sehr begeistert.
Da ich kein Buchleser bin (leider) aber gern Krimis sehe bin ich voll auf meine Kosten gekommen_Danke für diese super Inszenierung mit einem sehr gut ausgewählten Schauspielerensemble. Ich habe auch schon die davorlaufenden Taunuskrimis gesen
Nuigurumi zu »Nele Neuhaus: Böser Wolf« 13.11.2014
Ein nicht identifiziertes Mordopfer im Main, eine zusammengeschlagene Fernsehmoderatorin, eine zu Tode gequälte Therapeutin - im Privatleben dann auch noch ein Wiedersehen mit einer alten Schulfreundin, die sich ihr mit ihren Problemen anvertraut ... Pia Kirchhoffs Bauchgefühl sagt ihr, dass diese Ereignisse alle miteinander verbunden sind, doch auf Bauchgefühl allein kann man keine Ermittlungen bauen. Kollege Behnke, den das K11 in einem der letzten Fälle endlich losgeworden war, taucht als interner Ermittler wieder auf und wirft Fragen zur Vergangenheit und zu Vertrauen und Loyalität innerhalb der Abteilung auf und ein Oberstaatsanwalt zeigt außergewöhnliches Interesse an den Ermittlungen…

Wie immer besteht dieses Buch von Nele Neuhaus aus vielen verschieden Handlungssträngen und Erzählperspektiven. Am Anfang weiß der Leser oft gar nicht, was er da eigentlich liest, aber nach und nach fügt sich alles zusammen. Dafür bewundere ich die Autorin und das ist es, was für mich den besonderen Reiz ihrer Krimis ausmacht. Und „Böser Wolf“ ist ein toller Krimi, der mit seinen 473 Seiten langen Lesegenuss und viel Spannung verspricht und auch hält.

Aber einige Male habe ich mich beim Lesen doch gefragt, ob manchmal nicht weniger mehr wäre. Müssen es denn so viele Handlungsstränge sein und so viele Zufälle, die sie dann zusammenführen? Man hat den Eindruck, dass in Frankfurt und im Taunus nur eine Handvoll Menschen wohnen, die letztendlich alle irgendwie in den Fall verwickelt sind. Auch die Schwarzweißmalerei hat mich etwas gestört. Alle „Guten“ waren dann doch die „Bösen“ und alle, die von der Gesellschaft geächtet und als Verbrecher abgestempelt waren, waren letztendlich die Helden.

Diese ganzen Kleinigkeiten aber mal beiseite: wer einen spannenden Krimi mit einem unter die Haut gehenden Thema lesen möchte, ist hier auf jeden Fall richtig!

(Aber, Frau Neuhaus: Ich verzeihe keinem deutschen Autor und keinem Lektor die schwachsinnige neudeutsche Formulierung „nicht wirklich“ [S.454] – das ist für mich meistens ein Grund, von diesem Autor kein Buch mehr zu lesen…)
Harald Heck zu »Nele Neuhaus: Böser Wolf« 12.09.2014
super !
das beste, das die Autorin bisher geschrieben hat - Neuhaus ist mit jedem Werk besser geworden (inzwischen kennt sie sogar den Unrerschied zwischen Pistole und Revolver, wie man einem Ihrer Dialoge entnehmen kann)
Die Geschichte ist spannend bis zum Schluss, diesmal gibt es keine gequälten Logik-Brüche, die Story ist von A bis Z nachvollziehbar und hält den Leser bis zur letzten Seite in Atem. Dabei bleibt Sie ihrer bisherigen Erzählweise 100% treu - Erzählung der Geschichte aus der Perspektive verschiedener Personen, fokussiet auf die Frage : "Who done it ?"
Weiter so !
Tini zu »Nele Neuhaus: Böser Wolf« 03.09.2014
Also, das war mein erstes und vermutlich auch das letzte. Ich habe es mit mühe zu Ende gelesen, als Mutter ist es einfach zu grausam, es hat auch sehr lange gedauert das Buch zu lesen, ich musste es immer wieder weg legen um das gelesene zu verarbeiten. Das ist ein sehr sensibles Thema und ein sehr belastendes.
anna berg zu »Nele Neuhaus: Böser Wolf« 05.04.2014
Dies ist das 1. Buch, dass ich von Nele Neuhaus gelesen habe und obwohl ich es unbedingt "zu Ende" lesen musste, hat es mich als Buch nicht begeistert. Für mich las es sich eher als Drehbuch für einen spannenden Krimi im Fernsehen. Viele Entwicklungen waren vorhersehbar und während sie im Film eine grosse Spannung erschaffen hätten, so wenig fesselten sie mich beim Lesen. Ich musste also nur "zu Ende" lesen, um eine Bestätigung meiner eigenen "Falllösung" zu kommen, aber nicht, weil ich es, wie sonst bei Krimis, so spannend fand.
Pascal zu »Nele Neuhaus: Böser Wolf« 28.03.2014
Guter Krimi, mit 81 Couch Graden gut eingeschätzt. Etwas gar schwülstige Sprache...dürfte schneller alles auf den Punkt bringen aber spannend und man legt es erst nach der erkennbaren Lösung weg. Mir würde ein Personenregister helfen zwischen Emma und Hanna schnell zu unterscheiden und all die vielen Männer gut unterzubringen. Kann ja nicht immer lesen und die Zeit dazwischen habe ich anderes im Kopf.Ich probier mal noch nen anderen...
Cosma zu »Nele Neuhaus: Böser Wolf« 23.02.2014
Klasse dass jemand solch ein (Tabu-) Thema anschneidet. Das Buch ist sehr bewegend, man kann sich die Szenen leibhaftig vorstellen, auch wenn man das manchmal lieber nicht so genau tun möchte. Es schockiert nicht die Menge der Gewalt, sondern die Art, die Kaltblütigkeit, die Organisation und die Raffinesse sie so auszuüben. Man fiebert mit und bangt um liebgewonnene Personen. Doch dieses Buch schlägt man nicht zu und es ist abgeschlossen, man denkt nach, grübelt vor sich hin.
In jeder Hinsicht ein genial durchdachtes, verzwicktes Buch, welches nicht in geringster Weise durchblicken lässt, welcher Täter dahinter steckt.
Der Anfang war mir persönlich manchmal etwas zu zerstreut, denn es dauert etwas, bis die ersten Fäden zusammenlaufen.
Monika zu »Nele Neuhaus: Böser Wolf« 08.02.2014
Ich kann mich der Meinung von Christina (Kommentar vom 06.02.2014) nur in vollem Umfang anschließen. Hier wird tatsächlich ein so brutales Thema, meiner Meinung nach das brutalste überhaupt, angesprochen, aber das ist die Wahrheit, wenn man es so sagen darf. Ich konnte nicht mehr aufhören zu lesen, obwohl es mir teilweise doch recht schwer fiel soviel "Wahnsinn" zu erfassen. Es war aufgrund der geschilderten Brutalität und Falschheit der beschriebenen Personen doch recht schwer zu verdauen.Frau Neuhaus, ich möchte Ihnen zu diesem Buch gratulieren und freue mich schon heute auf ein neues Werk von Ihnen
Christina zu »Nele Neuhaus: Böser Wolf« 06.02.2014
Ich kann die doch etwas negative Meinung anderer Leser nicht nachvollziehen. Das Buch ist zwar brutal, aber wie soll ein so brutales Thema, wie dieses, seicht erzählt werden? Ich fand das Buch unglaublich spannend. Habe das Buch nach der ersten Hälfte nicht mehr weglegen können. Ich hoffe auf weitere Bücher von Frau Neuhaus, die ebenso mitreißend und spannend sein werden wie dieses. Meiner Meinung bisher das beste Buch aus dieser Reihe.
Opera0827 zu »Nele Neuhaus: Böser Wolf« 24.01.2014
Wer bis jetzt noch kein Buch von Nele Neuhaus gelesen hat, sollte meiner meinung nach nicht mit *Böser Wolf* anfangen.

Zum einen, um der Entwicklung der Hauptprotagonisten folgen zu können und zum anderen, da dieses Buch in meinen Augen definitiv aus der Reihe fällt.

Sicherlich ist das Thema Kindesmissbrauch etwas, was niemals aus dem Bereich des öffenlichen Interesses gehen sollte. Jedoch empfinde ich die Grausamkeit, der im Buch beschrieben Verbrechen, für Nele Neuhaus ungewöhnlich.

Und ich möchte daher Herrn Lars Schafft widersprechen. Zu sehr hatte ich in den letzten Jahren schon den Eindruck, dass Krimiautoren darum wetteifern, wer die grausamsten Verbrechen in seinen Romanen hat. Nele Neuhaus war da erfrischen anders und dennoch nicht weniger spannend.

So gut ich *Böser Wolf* finde und sehr hoffe ich, dass dieser Maßstab an Grausamkeit nicht für alle zukünftigen Romane von Nele Neuhaus beibehalten wird.
adabei zu »Nele Neuhaus: Böser Wolf« 23.11.2013
Bisher habe ich die Bücher von Nele Neuaus sehr gerne gelesen. Das neue Buch "Böser Wolf" hat ein wichtiges Thema und die Geschichte ist gut konstruiert, ich finde aber den Stil in dem das Buch geschrieben ist teilweise unerträglich. Im ersten Teil der Geschichte habe ich mich über den klebrigen Pilcher Stil geärgert der besser zu einem Pferdebuch für Mädchen gepasst hätte. Wenn die Story nicht so interessant gewesen wäre, hätte ich das Buch schnell weggelegt.
Silsmaria2004 zu »Nele Neuhaus: Böser Wolf« 02.11.2013
Wie schon in der Rezension der Krimicouch dargestellt, dieser 6. Band mit dem Ermittlerduo Kirchhoff/Bodenstein und ihrem Team ist ein anderes Kaliber. Es liest sich nicht so einfach dahin wie die anderen, in denen man einfach Leser und Zuschauer mit Abstand sein kann, wenn man will. Dieser hat mich gepackt, war schon lange nicht mehr so angespannt beim Lesen wie dieses Mal.Und wütend!!!Wütend auf alle bösen Wölfe in dem Buch , auf dieser Welt, die Kindern missbrauchen und die die Machtposition haben, es hinter einer grossen Aktion der Nächstenliebe über Jahre hinweg zu verbergen, und sich Menschen heranziehen und manipulieren, die dafür sorgen. dass dies auch so bleibt.Wütend auf die Menschen, die die Anzeichen bei den verstörten Kindern nicht erkennen und wenn, dann den Missbrauch im Freundeskreis, in der Familie nicht wahrhaben wollen.
In dem Fall auch grübelnd, wie reagiere ich selbst, erkenne ich es überhaupt, bin ich ganz klar in den Konsequenzen, ohne Angst? Denn wenn man Gegner wie die im Buch hat, spielt auch die Angst um die eigene Existenz, um das eigene Leben eine grosse Rolle: Die Kinder werden missbraucht- wenn sie wagen,aufzumucken, haben sie ihr Leben verspielt (damit wird es ein Fall für Kirchhoff und Bodenstein); der Leumund eines anderen wird systematisch zerstört (er versucht, sich zu rehabilitieren und damit auch den Missbrauchten zu helfen), es wird mit viel körperlicher und mentaler Gewalt eingeschüchtert, vergewaltigt, entstellt, zerstört,gequält und eliminiert (das passiert mit denen, die sich "zu sehr einmischen" und die Beweise für den Kindesmissbrauch zusammengetragen und öffentlich machen wollen).Pia Kirchhoff und ihr Lebensgefährte haben Besuch von ihrer (Stief)Enkeltochter, das Mädchen ist selbstbewusst, hat auf alles eine Antwort, ist fröhlich und nicht zu bremsen, wir als Leser haben aber auch Louisa vor Augen- die genauso hätte werden können, wenn nicht perverse Triebtäter ihr die Unbeschwertheit genommen hätten und wir sehen, wie das Kind aggressiv und immer ängstlicher wird.Das Louisa vergisst, ist wohl eher ein frommer Wunsch,- grad in dem Buch führt das Vergessen/ Beiseiteschieben zur Persönlichkeitsspaltung - und das Unterbewusstsein ist nicht zu unterschätzen, da kann einiges wieder zum Vorschein kommen.Wenn ein Buch so sehr auf die Palme bringen kann und mich tief betroffen und grübelnd in meinem Sessel zurücklässt, dann ist es- für mich persönlich - ein sehr gutes Buch.
JayBee zu »Nele Neuhaus: Böser Wolf« 29.08.2013
Gestern hab ich zum ersten Mal seit langer Zeit ein Buch nach weniger als der Hälfte weggelegt: Nele Neuhaus – Böser Wolf. Nicht, weil es schlecht geschrieben gewesen wäre (N. N. find ich persönlich so medium +, ich kann ihre Bücher gut mal an einem Ferientag weg lesen oder nach eines langen Tages Mühsal …), sondern wegen des Plots: organisierte Kinderschändung und sexuelle Gewalt gegen Frauen. Vielleicht bin ich ja lebensfremd oder schizo, denn ansonsten macht es mir nicht wirklich viel aus, wenn krimitechnisch mal ein bisschen Hirn gegen die Wand spritzt, eine aufgequollene Wasserleiche geborgen und im Übrigen nicht mit Munition gespart wird. Auch bin ich weit davon entfernt, das Thema tabuisieren zu wollen, denn es ist und bleibt traurige Realität und muss mit allen rechtsstaatlichen Mitteln (und vielleicht sogar noch einigen anderen mehr) bekämpft werden. Allein beim Gedanken daran, was die Opfer teils über Jahre hinweg erdulden müssen, überkommt mich jedes Mal eine Mischung aus tiefstem Ekel und abgründigster Wut. Aber ich habe doch starke Zweifel daran, ob es in der Belletristik anderen als den jeweiligen Autoren hilft, wenn dieses Thema wie tiefgründig auch immer abgehandelt wird. Im Gegenteil: ich werde das Gefühl nicht los, dass in der überwiegenden Zahl der Fälle primär dem Slogan "sex, violence and horror sells" gefolgt wird. Und dem werde ich mich künftig nicht mehr anschließen. Weder mit meinem Bibliotheksausweis noch mit geöffnetem Portemonnaie bei den Thalias, Hugendubels und Bahnhofsbüchereien dieser Welt! --- A propos "tiefgründig" (s. o.): Am Ende reflektieren die Protagonisten über das, was geschehen ist. "Pia dachte an Louisa (Anm.: Louisa wurde von ihrem Großvater und seinen Spießgesellen über einen längeren Zeitraum missbraucht). Sie hatte liebevolle Eltern und war jung genug, um das, was sie erlebt hatte, vergessen zu können. Viele andere Kinder hatten dieses Glück nicht." … Und hierzu spare ich mir jetzt wirklich jeglichen weiteren Kommentar …
Tentakulum zu »Nele Neuhaus: Böser Wolf« 26.08.2013
Mein erster Roman von Neuhaus, ich bin begeistert, anfänglich dachte ich das werden mir zuviele Personen, doch genau das machte die Wirkung unter anderem aus! Ein großes Kompliment an sie, ein derart schwieriges Thema so umzusetzen. Jeder der sich mit dieser erschütternden Thematik auskennt wird von diesem Werk angesprochen sein.
Toyota zu »Nele Neuhaus: Böser Wolf« 30.06.2013
Endlich ein Krimi, der mal wieder unter die Haut geht und eine Thematik behandelt, die leider nie beseitigt werden wird. Man vergisst viel zu schnell, dass die Bösewichte oft in den eigenen Reihen zu suchen sind und mit welch perfiden Netzwerken sie ihr Handeln betreiben ist erschreckend. Dies war mein erster Roman von Nele Neuhaus, wird aber nicht der letzte sein!
Butterstulle zu »Nele Neuhaus: Böser Wolf« 29.06.2013
Ich habe lange kein so dermaßen unausgegorenes Buch mehr gelesen und kann gar nicht beschreiben, wie oberflächlich und dumm ich diesen Roman finde. Eigentlich hatte ich mich auf so einen dicken Wälzer gefreut, und es ließ sich auch ganz gut an, aber dann wurde die ganze Geschichte immer unglaubwürdiger. Ich musste schon schmunzeln, weil ein kleines Mädchen völlig verrückt spielt, der Leser aber gar nicht mitkriegt, wann und wo dem Kind etwas angetan wird. Auch die Telefonnummer von XY war völlig fehl am Platze, ich frage mich immer noch, was das soll. Schade um das viele Geld für so einen Mist, fliegt gleich in die Tonne!
1 von 2 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Klappspaten zu »Nele Neuhaus: Böser Wolf« 13.05.2013
Sehr geehrte Frau Neuhaus,ich bin zwar nicht ABC, aber ich erlaube mir trotzdem ein paar Zeilen zu ihrem Kommentar zu schreiben.Der Beitrag von ABC ist ungewöhnlich ausführlich und beschränkt sich nicht auf ein paar holprig formulierte Sätze wie das bei vielen negativen Kommentaren hier auf der Krimicouch oder auch bei Amazon der Fall ist, sondern nimmt detailliert und mit Textstellen belegt in mehreren Punkten ihren Roman auseinander.Dies hat sie scheinbar sehr getroffen, denn anders kann ich mir ihren unprofessionellen und unangemessenen Beitrag in diesem Forum von Lesern für Lesern nicht erklären.Ich glaube nicht, dass sie ernsthaft daran interessiert sind, einen Vorschlag zu bekommen, dass man Size-Zero-Tops durch z.B. knallenges Oberteil ersetzen könnte, sondern sie hängen sie einfach an der schwächsten Stelle seiner Argumentationskette auf, um seinen ganzen Beitrag ins Lächerliche zu ziehen.Muss man jetzt als Kommentator befürchten, dass jede Kritik, die vielleicht insSchwarze trifft vom Autor mit spitzer Feder kommentiert wird ?
Freuen Sie sich doch darüber, dass der weit überwiegende Anteil der Kommentare und auch die Rezensenten ihnen so wohl gesonnen sind und ihre Bücher sich so gut verkaufen.Dass ihre Romane einer ernsthaften Literaturkritik nicht standhalten, steht doch außer Frage, da kann man auch gelassen über einen Beitrag wie den von ABC hinwegsehen.Und was den vorgeblichen Grund ihres Kommentars betrifft, ich würde Sätze wie„Ihr lackschwarzes Haar war wie üblich zu einem dicken Zopf geflochten, sie trug ein lindgrünes ärmelloses Sommerkleid und dazu farblich abgestimmte Peeptoes aus Wildleder, ein perfekter Kontrast zu ihrer samtigen goldbraunen Haut, dem Erbe ihrer indischen Vorfahren.“einfach ersatzlos streichen. Ob hier Anglizismen verwendet werden oder nicht macht die überflüssige und nur zeilenschindende Beschreibung weder besser noch schlechter.
7 von 8 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Nele Neuhaus zu »Nele Neuhaus: Böser Wolf« 12.05.2013
Sehr geehrte(r) ABC,ich war seit Monaten nicht mehr auf der Krimicouch-Internetseite unterwegs, aber eine Bekannte wies mich auf Ihren Beitrag hin, den ich mit sehr großem Interesse gelesen habe.Ganz besonders neugierig bin ich darauf, welche Alternativvorschläge Sie für die von mir in Böser Wolf verwendeten und von Ihnen bemängelten Anglizismen haben. Es ist ja nicht so, dass ich aus Gedankenlosigkeit oder Bequemlichkeit solche Worte verwende, sondern allein deshalb, weil sie längst allgemein gebräuchlich geworden sind und fester Bestandteil der deutschen Alltagssprache geworden sind. Würde man die meisten der von Ihnen kritisierten Begriffe (z.B. smartphone, tablet, simsen, skypen, peeptoes etc.) ins Deutsche übersetzen, würde es grotesk, altmodisch oder einfach nur lächerlich klingen. Ich würde mich wirklich freuen, wenn Sie mir brauchbare Alternativen mitteilen könnten.Business lunch = ArbeitsessenSneakers = Turnschuhe
Sweater = Pullover
Nerd = ?
size-zero-tops = eng anliegendes Oberteil ?
peeptoes = ?
producer = Berufsbezeichnung
no-name = Niemand
smartphone = ?
gesimst = Kurznachricht schreiben
geskyped = ?
stalken = ?
scrollen = ?
checken = ?
aftershow party = ?
who's who = ?
showdown = ?
tablet = ?
cashcow = ?
holding = ?
hightech = ?
lover = Liebhaber
tupperdose = ?
tough = ?
connections = Verbindungen
roaming = ?
kids = Jugendliche
spam = ?
fake = ?
fingerfood = ?
smalltalk = ?
shit = ?
slip = UnterhoseIch freue mich auf Ihre Antwort!Mit freundlichen Grüßen,Nele Neuhaus
1 von 8 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
ABC zu »Nele Neuhaus: Böser Wolf« 28.04.2013
1. Viel zu viele Personen; viele davon, die noch im letzten Viertel des Buches auftauchen und die meisten davon irrelevant fuer die Geschichte.

2. Viel zu viel ebenso irrelevante Beschreibungen trivialer Aktivitaeten, Gedanken, oder fiktiver Strassennamen. Sehr gezwungen wirkt es, dass so viele Orte des Rhein-Main Gebiets wie nur moeglich in das Buch gestopft wurden. Seitenfueller, durch die ich mich durchgequaelt habe, um nicht eventuell ein Detail zu verpassen, das fuer die Logik der Geschichte spaeter wichtig sein koennte.

3. Viel zu viele Extreme und Superlative!! Ich koennte zig Beispiele nennen; hier nur einige: das Hessische, das ins Laecherliche gezogen wird; die 41 Grad anhaltende "tropische" Hitze in Hessen im Juni (!!) - ich komme urpruenglich aus Hofheim. Laecherlich!

Ausserdem die uebertriebenen Details jeder Hauptfigur, z.B.: "Kein halbes Jahr spaeter hatten sie geheiratet. Ihre Elten hatten sich nicht lumpen lassen und ihnen eine wahre Traumhochzeit ausgerichtet. Standesamt, Kirche, eine Kutsche mit vier Schimmeln davor. Eine Feier mit 200 Gaesten im Bad Homburger Schloss. Hochzeitsfotos im Park unter der maechtigen Zeder. Flitterwochen auf Kreta.Er hatte richtig gut verdient, sie hatten sich einen Bauplatz kaufen und ihr Traumhaus bauen koennen.Alles war perfekt gewesen...Er verdiente besser als die Maenner ihrer Freundinnen, sie konnten sich alles leisten, was sie wollte." (S. 86)

Oder: "Aus dem durchtrainierten Sportfanatiker, der nur Bioprodukte aß und nie eine Zigarette angeruehrt haette, war ein Saeufer geworden." (S. 366).

"Michael a war schon immer versponnen, verlogen und aggressive gewesen, aber Florian hatte seine Zwillingsschwester...abgoettisch geliebt. Mit 14 spritzte sie Heroin...Nicky hingegen...war ein glaenzender Schueler gewesen and hatte das beste Abitur an der Schule gemacht." (S.428/429)

"Alle blickten Pia an. Sie zog ihr Handy hervor. 23 Anrufe, 5 SMS, alle von Hans Georg!" (S.443)

- Das Theater mit Mutter und Kind wegen eines Kuchenstuecks (S.97/98) ist schwer nachvollziehbar und schmerzhaft zu lesen.

- Pia hat immer Recht, z.B. S. 419, 429.

4. Der Verzicht auf das Semikolon. Man wuerde denken, eine Autorin sollte den Unterschied zwischen Komma und Strichpunkt kennen, und da dies auf fast jeder der 474 Seiten bei den langen Saetzen vorkommt, stoerte mich das sehr.

5. Wieso muss jeder im Buch ein "iPhone" besitzen?? Wieso muss der Markenname ueberhaupt fallen? Es ist, als ob die Autorin keine anderen Mobiltelefonmarken kennt, oder selbst Apple vergoettert, was unprofessionell und unreif rueberkommt. Ebenso die Namen Google und jedes "social network", von dem sie wohl je gehoert hat, wird heruntergeleiert.

6. Neuhaus schlaegt mit (d)englischen Woertern nur so umsich, dass mir als jemand, der in den USA lebt, uebel wird. Business lunch, sneakers, sweater, nerd, size-zero-tops, peeptoes, producer, no-name, smartphone, gesimst, geskyped, stalken, scrollen, checken, aftershow party, who's who, showdown, tablet, cashcow, holding, hightech (!?), lover, tupperdose, toughe(!), connections, roaming, kids, spam, fake, fingerfood, smalltalk, shit, slip, usw. Was soll das eigentlich bezwecken, und wen will sie damit ansprechen?

7. Davon abgesehen zeichnet sich die Geschichte von einigen Unwahrscheinlichkeiten und Folgewidrigkeiten aus, u.a.:

- Trotz aller Warnzeichen schaltet Emma keine professionelle Hilfe fuer ihr Kind ein, fragt Louisa nicht einmal eindringlich nach dem "boesen Wolf".

- Das Buch "Boeser Wolf" zu nennen, ist an den Haaren herbeigezogen; die kindliche Perspektive ueber seine Misshandlung und den "Wolf" spielt spaeter keine Rolle mehr und wird nie weiter erklaert.

- Die Einleitung scheint spaeter voellig fehl am Platz und eines anderen Buchs zuzugehoeren, da auch auf sie nie wieder eingegangen wird. Alina erkennt ihre Freundin Mia tot im Wasser. Spaeter ist sie aber eine unbekannte Russin. Was soll das bitte!?!

- Sperma in Hanna, die von ihrem Liebhaber kamen, den sie gerade 2 Wochen vorher kennengelernt hatte? Unverhueteter Geschlechtsverkehr?!

- Als gegen Ende Kilian Hanna gedanklich beschreibt, koennte man denken, er denkt an eine andere Person, da sie nichts mit der Hanna zutun hat, ueber die man die ganze Zeit gelesen hatte.

- Kilian hat ein Auto, faehrt aber nach Amsterdam mit dem Motorroller. Und dann zurueck per Zug, wo dann natuerlich was passiert. Wo ist der Sinn?

- Pia kam zur Geburtstagsfeier nur Emma zuliebe, mied sie aber und redete nicht einmal mit ihr, als sie sie dort sah.

- Prinzler konnte sich nicht erklaeren, wie M. Ein Gewehr haben konnte: woher kam es denn bloß?

- Die seltsame erfolgreiche Flucht am Ende...vielleicht hatte er Fluegel oder Fischflossen.

8. Neuhaus wiederholt sich mehrmals: "[die Traenen] ließen sich nicht mehr aufhalten, als sei ein Damm in ihrem Inneren gebrochen." Ebenso konnte ich "Filmriss" und "Dreckschwein" nach 10 malen nicht mehr hoeren.

9. Seltsame Logik hier:
"Vielleicht war der Taeter physisch nicht in der Lage, sie zu vergewaltigen...oder er war schwul." "Wie Norman, der ehemalige Mitarbeiter." "Genau." "Mit dem muessen wir sofort reden." (S.186).

Oder: " Beim Kampf um die Vorherrschaft im Milieu mit Kosovo-Albanern und Russen kam es immer wieder zu Kollateralschaeden, die den einen oder anderen vor Gericht brachten, aber im Grossen und Ganzen ließ man sie gewaehren, denn sie schafften mit harter Hand Ordnung und nahmen uns damit Arbeit ab." Was haben ploetzlich Albaner und Russen mit der Sache zutun? Unangemessen, meiner Meinung nach.

10. Die Sprache finde ich oft unmoeglich und auf tiefem Niveau - die langen Szenen mit Leonie, und wie ueber Frauen geschrieben wird:

"Eine wirklich suesse Maus, die kleine Chiara. Huebsche kleine Titten und ein knackiger Po."
"Die Frau...die allen Kerlen mit ihren dicken Moepsen den Kopf verdreht hat. Du warst so beschissen..."

11. Sehr enttaeuschende letzte Zeilen mit erschreckender Wortwahl, unter anderem:

"Hoffentlich wird sie nicht fuer den Rest ihres Lebens traumatisiert sein." "Das glaube ich nicht", erwiderte er. "Sie ist ein robustes kleines Ding." (S.468)

"Pia dachte an Louisa. Sie hatte liebevolle Eltern und war jung genug, um das, was sie erlebt hatte, vergessen zu koennen. Viele andere Kinder hatten dieses Glueck nicht..." (S. 469)

Diese Behauptungen, die Neuhaus hier hinstellt, macht mich geradezu wuetend; ich frage mich, ob sie das beim FeM Maedchenhaus gehoert haben soll. Unfassbar!

Ich kann dieses Buch nicht weiterempfehlen.
4 von 5 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
LillyRezensio zu »Nele Neuhaus: Böser Wolf« 31.03.2013
Dies war mein erstes Buch von Nele Neuhaus, aber sicherlich nicht mein letztes!

Flüssiger Schreibstil, verschiedene Handlungsstränge, die sich recht spät zusammenfügen und Spannung von Anfang an. Auch wenn der Leser die Richtung schnell erkennt und den ein oder anderen "Bösen" ebenso, bleibt das Buch doch spannend bis zum Schluss. Dieser war mir allerding zu dick aufgetragen und die Reaktionen einiger Beteiligten dann auch sehr unrealistisch. Schade, denn dieser actionreiche Showdown hätte gar nicht sein müssen. Vielleicht gibt es ja eine Fortsetzung?

Fazit: empfehlenswerte Lektüre, trotz übertriebenem Schlussteil
SusanneL. zu »Nele Neuhaus: Böser Wolf« 25.02.2013
Inhaltsangabe:

Am Ufer des Mains wird ein 15-jähriges Mädchen tot aufgefunden. Die Obduktion ergibt, dass sie vor dem Tod grausam misshandelt worden war. Der Fund erinnert die Polizei an einen etliche Jahre zurück liegenden Fall, auch hier war ein Mädchen das Opfer. Hat der damalige Verdächtige, der (heute: ehemalige) Anwalt Kilian Rothemund, erneut zugeschlagen? Zunächst deuten viele Hinweise auf ihn, doch Pia Kirchhoff und ihr Chef Oliver von Bodenstein ermitteln auch in andere Richtungen: Ist die Skandal-Talkmasterin Hanna Herzmann vielleicht in die Sache verwickelt? Und was weiß deren Psychotherapeutin Leonie Verges darüber? Die beiden Polizisten graben tief und kommen einem Verbrecherring auf die Spur, dessen Einfluss ihnen sehr nahe kommt ...

Es handelt sich bei diesem Buch um den sechsten Teil der Bodenstein-und-Kirchhoff-Reihe:
(2006) Eine unbeliebte Frau
(2007) Mordsfreunde
(2009) Tiefe Wunden
(2010) Schneewittchen muss sterben
(2011) Wer Wind sät
(2012) Böser Wolf

Der erste Satz:

„Er stellte die Einkaufstüte ab und verstaute seine Einkäufe in dem winzigen Kühlschrank.“

Meine Meinung zum Buch:

Die Autorin stellt hier einen sehr komplexen Fall dar, der sich mit einem sehr hässlichen Verbrechen beschäftigt: dem organisierten Kindesmissbrauch.

Es geht in diesem Buch gar nicht so sehr um das „Wer war’s?“, denn als Leser bekommt man genügend Hinweise, um zu ahnen, in welche Richtung die Sache geht. Es geht eher um das „Wann kommt die Polizei endlich den Tätern auf die Spur?“, und das kann ordentlich an den Nerven zerren. Ich hatte beim Lesen öfter mal das Gefühl, dass sich die Polizei ganz schön Zeit lässt, denn ab einem bestimmten Zeitpunkt in der Geschichte überschlagen sich die Ereignisse – und von der Polizei ist gar nicht viel zu lesen.

Das ist genau der Punkt, der mich etwas irritiert hat: eigentlich stehen Bodenstein und Kirchhoff in dieser Geschichte gar nicht mehr so im Mittelpunkt. Viel mehr geht es um Pias schwangere Schulfreundin Emma und deren Familie samt Schwiegereltern und diversen Schwagern und Schwägerinnen. Emmas Teil der Geschichte bringt sehr viele Hintergrundinformationen, das sind dann die Punkte, die den Leser im Wissen um die Verbrechen weiterbringen, aber nicht die Polizei. Ich finde, das ist geschickt gemacht, aber ich hätte doch gerne etwas mehr Polizeiarbeit gehabt, das lese ich nämlich immer am liebsten.

Die Auswirkungen der Verbrechen sind nicht zimperlich dargestellt, ich musste beim Lesen manchmal schlucken und kann es nicht fassen, dass solche Dinge (wie im Nachwort von der Autorin bestätigt) tatsächlich jeden Tag vorkommen. Das ist kein leichter Stoff.

Die Autorin spinnt viele Handlungsfäden, die lange Zeit zusammenhanglos parallel nebeneinander her laufen. Hier hätte ich mir gewünscht, dass ein paar Zusammenhänge etwas früher hergestellt werden, denn ich wurde ab und zu schon ungeduldig und habe mich dabei ertappt, dass ich einzelne Passagen überblättern wollte. Wie z. B. der Teil mit der Skandal-Talkmasterin Hanna Herzmann in den Fall einbezogen ist, wird erst relativ spät deutlich.

Insgesamt ist es ein schwächerer Band der Reihe, den ich aber immer noch gerne gelesen habe.
E. Wiengarten zu »Nele Neuhaus: Böser Wolf« 06.01.2013
Ich habe noch nie Nele Neuhaus gelesen. Dieses Buch war das erste Buch von ihr, das ich las. Ich denke, dass ich sagen darf, dass ich viel lese und damit einen guten Vergleich habe. Ich las vorher Nele Neuhaus nie, weil ich sie zu artig fand, wenn ich in Büchereien oder Buchhandlungen einige Seiten von ihren Büchern las.
Dieses Buch fand ich ausgesprochen spannend und gut aufgebaut. Das Thema war gut gewählt und ich denke, dass ich leider sagen muss, auch nah an vielen Realitäten, die in unserer Gesellschaft passieren.

Bin gespannt, wie es mit den Büchern weitergeht. Die negative Kritik vieler, die hier schon gepostet haben, kann ich nicht teilen. Ich denke, dass Nele Neuhaus auf diesem Weg weiterschreiben sollte. Absolut empfehlenswert für Freunde von Stieg Larsson, Chris Carter usw.
Karsten L. zu »Nele Neuhaus: Böser Wolf« 04.01.2013
Eigermassen spannend und flüssig geschrieben. Ganz grosser Fehler: Von einer Frau geschrieben: Im Buch wimmelt es von Eheproblemen und –szenarien und schwangeren Frauen, die sich wie verrückt auf ihre dämlichen Babys freuen oder sich selbst innerhalb einer Beziehung in den Mittelpunkt stellen. Die Nebengeschichten nerven. Man kann zwar darüber weg lesen, aber das erfordert Konzentration, denn man will ja nichts verpassen. Das Privatleben der Ermittler hat in Krimis nichts zu suchen!
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Anja S. zu »Nele Neuhaus: Böser Wolf« 17.12.2012
"Böser Wolf" ist nicht so großartig anders als seine Vorgänger, die Aufmachung ist eigentlich genau wie bei den anderen Büchern auch. Aus verschiedenen Handlungssträngen setzt sich allmählich ein Puzzle zusammen.
Leider kommt eine von der Autorin eingesetzte laienhafte Holzschnittpsychologie den Figuren nicht gerade vorteilhaft zugute, vor allem die Figur der Renate Finkbeiner ist völlig unglaubwürdig dargestellt.
Dennoch liefert das Buch einigen Stunden blendende Unterhaltung, ich saß auf dem Frankfurter Flughafen, da mein Flug gestrichen worden war und habe mir mit diesem Buch gut die Zeit vertreiben können.
Ziddu zu »Nele Neuhaus: Böser Wolf« 07.12.2012
Der Plott ist vorhersehbar, es wimmelt nur so vor Klischeehaftem. Es ist nicht nur der schlechteste Krimi von Nele Neuhaus, das ist einer der schlechtesten Krimis überhaupt.
Die Hauptstory kommt nicht nur langsam in Fahrt, sondern überhaupt nicht. Seitenweise, wird der Leser mit langweiligen Nebengeschichten, in geschwätziger Weise gequält, aber dadurch werden die Charaktere leider nicht glaubwürdiger Und der Hauptstrang wird aus den Augen verloren.
Das Buch mutiert zum Teil zum Erziehungsratgeber (Szene mit dem Käsekuchen), zum Teil besteht es aus stereotyper Medienschelte. Die endlosen Wiederholungen nehmen der Geschichte den ohnehin käglichen Rest an Spanung.
Ein in den Medien vollkommen überbewertetes Buch. Intelligente Spannung ist was anderes.
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Bio-Fan zu »Nele Neuhaus: Böser Wolf« 19.11.2012
“Die beste Nele Neuhaus aller Zeiten“ -

so steht´s auf der Rückseite des Schutzumschlages geschrieben. Und das ist auch gut so, denn während meiner Lektüre hätte ich es nicht unbedingt gemerkt. Solch leichtfertig eingesetzten Holzhammer-Superlative sind ja zweischneidig. Suggerieren sie doch auch, dass das Vorherige nicht so gut war und dass Zukünftiges kaum besser sein kann. Legen wir es freundlich aus, so ist nach Einschätzung des Verlags „Böser Wolf“ der bisherige Höhepunkt von Nele Neuhaus´ Schaffenskraft. Kann man ja so sehen.

Für mich ist „Böser Wolf“ erstmal der Höhepunkt des Offensichtlichen. In keinem der Vorgänger der Bodenstein/Kirchhoff-Reihe spielt die Autorin mit offeneren Karten. Im „Bösen Wolf“ sind die Grenzen von Anfang genau definiert, Gut und Böse so offensichtlich, Verschleierungstaktiken amateurhaft überzogen. Et kütt, wie et kütt – wie der Rheinländer zu sagen pflegt. Insgeheim hofft man zwar auf eine Volte oder einen Switch, obwohl beides gar nicht plausibel wäre. So verbringt man die ersten 150 Seiten (immerhin fast ein Drittel des Romans) in gepflegter Langeweile. Die verschiedenen Akteure stellen sich vor, ein jeder darf ein bisschen von Freud und Leid aus seinem Leben preisgeben.

Und nicht zu vergessen der Ausgangsfall - die Mädchenleiche aus dem Main, die später nur noch „Nixe“ genannt wird. Ein sehr feinfühliger Name übrigens, wenn man bedenkt, was dem Mädchen passiert ist und was man landläufig unter Nixen versteht. Zuerst ermittelt also die SOKO „Nixe“, 14 Tage lang, quasi rund um die Uhr, Ergebnis: Null. Was haben die nur gemacht? Echte Polizeiarbeit halt, die besteht nun mal aus Telefonieren und Klinkenputzen.

Damit aber der Leser nicht allzu tief in der Polizeiroutine versinkt, läuft parallel ein Unterhaltungsprogramm: altkluger Kinderbesuch aus Australien, böser Kollege, nicht Wolf, auf Rachefeldzug etc. Trotz allem geht’s voran. Wenn die Hinweise auf bestimmte Personen konkreter werden, kommt auch Spannung auf und die Kripo Hofheim zeigt Dynamik. Leider bestätigt jeder Schritt, den die Ermittler vorangehen, genau das, was der Leser längst erahnt oder weiß.
Am Ende gibt es noch die für Thriller mittlerweile obligatorische Entführung und einen Cliffhanger, der zu einem Folgeroman einlädt. Basta!

Als ich im Vorfeld der Veröffentlichung von „Böser Wolf“ las, dass Kindesmissbrauch, Snuffvideos und Rockerbanden thematisiert werden, dachte ich nur: oweia, muss denn immer so dick aufgetragen werden. Die Snuffvideos erweisen sich tatsächlich als völlig überflüssig, dienen sie doch nur der Gewaltpotenzierung. Das Auftreten der plotdienlichen Motorradrocker war angenehm, aber nicht überraschend, klischeefrei.
In verschiedenen Interviews hat Nele Neuhaus darauf hingewiesen, dass sie eigentlich nicht über das Thema Kindesmissbrauch schreiben wollte, weil es ihr zu sehr an die Nieren ginge. So geht es den Lesern auch. Trotzdem ist dieses Thema gerade in der letzten Zeit, besonders in Krimi und Thriller, geradezu in Mode gekommen. Tut mir Leid, dass ich das so hart ausdrücken muss, aber etlichen Autoren fehlt einfach die Sensibilität für dieses Thema. Ich nehme Frau Neuhaus da ausdrücklich aus.
Wenn man aber schon über Kindesmissbrauch schreibt, dann sollte man auch genau den Ort benennen, wo er in der Realität stattfindet. Nele Neuhaus hat ihr Szenario in einen Seifenopern-Kosmos verlagert, so realitätsfern, das es nicht ganz so wehtut – das Schreiben und Lesen meine ich. Leider ist ihr Konstrukt teilweise unlogisch, was ich, ohne zu spoilern, nicht näher erläutern kann.

Dass ich „Böser Wolf“ nicht für den besten Neuhaus aller Zeiten halte, wird jetzt keinen verwundern. Er ist genauso gut oder schlecht, so oberflächlich, so konstruiert wie die anderen Bodenstein/Kirchhoffs, aber am wenigsten spannend, weil so durchschaubar. 50° auf meinem persönlichen Thermometer.
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nina2401 zu »Nele Neuhaus: Böser Wolf« 10.11.2012
Ein Campingplatz am Rande der Gesellschaft, eine misshandelte Mädchenleiche wird ganz in der Nähe gefunden. Die Spuren führen in verschiedene Richtungen und das Ermittlerteam um Oliver von Bodenstein und Pia Kirchhoff tappt lange im Dunkeln.

Schon nach den ersten Seiten hätte ich am liebsten das Buch an einem Stück zu lesen. Nele Neuhaus schafft es immer wieder, mich von Anfang an zu fesseln. Sie verbindet Alltägliches mit Spannung, eine gute Mischung, die mich sofort gefangen nimmt.

Nele Neuhaus hat ein dichtes Netz gewebt und darin die sehr komplexe Story eingebettet. Es gibt nicht nur ein Wiedersehen mit Pia, Oliver und ihrem Team, auf das ich mich schon gefreut habe. Es kommen so nach und nach immer neue und teilweise sehr interessante Charaktere dazu. Anfangs weiß ich gar nicht, wo das alles hinführen soll, ich bin einfach nur gespannt. Die Suche nach der Nadel im Heuhaufen wird sehr anschaulich dargestellt. Ich werde auf falsche Fährten geführt, verirre mich in Sackgassen. Nele Neuhaus macht es mir nicht leicht, führt mich an der Nase herum und ich genieße es. Sie schafft es immer wieder, mich zu überraschen, nicht nur am Ende, nein auch mittendrin gibt es einige Wendungen, mit denen ich nicht gerechnet habe.

Erst so nach und nach wird mir bewusst, um was es wirklich geht. Der Spannungsbogen ist konstant hoch, der Schreibstil gewohnt flüssig und sehr gut lesbar. Die dialektgefärbten Dialoge und Alltagssituationen machen die Geschichte sehr authentisch. Das liebe ich an Regionalkrimis, es könnte alles direkt nebenan passieren. Sie greift in diesem Buch ein sehr brisantes Thema auf ohne es abgedroschen klingen zu lassen. Und es benötigt keine blutigen oder ekligen Szenen, um mir Schauer über den Rücken zu jagen. Dazu reichen die Ungeheuerlichkeiten, die mich noch Tage später beschäftigen. Nele Neuhaus hat mich nicht nur sehr spannend unterhalten, sondern mich auch sehr zum nachdenken angeregt.

Ich habe auch die Vorgängerbücher alle gelesen und ich kann der Werbung nur zustimmen, dieses hier ist ihr bestes Buch!
anyways zu »Nele Neuhaus: Böser Wolf« 04.11.2012
In ihrem neuesten Fall kämpfen Pia Kirchhoff und Oliver von Bodenstein gleich an drei Fronten: die Leiche einer sehr jungen Frau wird aus dem Main geborgen, nach der Obduktion steht schnell fest das das Mädchen aufs brutalste geschändet und gefoltert wurde, fast gleichzeitig findet ein brutaler Überfall auf eine sehr bekannte Fernsehmoderatorin statt, die diese nur knapp überlebt, und zu guter Letzt taucht ein verurteilter Pädophiler wieder auf der Bildfläche auf. Von Anfang an glaubt Pia an einen Zusammenhang. Gibt ihr ihre Intuition Recht?

Das Schöne an Kriminalromanreihen ist, sofern man diese verfolgt, dass eine stattliche Anzahl an Protagonisten bekannt ist. Wesensarten und Charakterzüge der vielen Haupt- und Nebenakteure haben jetzt eher einen Wiedererkennungsfaktor. Nele Neuhaus Krimireihe verfolge ich auch schon seit einer Weile. Haderte ich bisher mit manchmal sehr übertriebenen Handlungen ihrer Protagonisten oder einer dünnen Story, da sie viel mehr Wert auf die Geschichte der Ermittler Wert legte, als auf den Fall, so hat die Autorin mich dieses Mal komplett überzeugt. Sie beschreibt in ihrem neuesten Krimi eines der schlimmsten Verbrechen die Erwachsene Schutzbefohlenen antun. Ein immer noch großes Tabuthema mit einer riesigen Grauzone. Die vielen teilweise parallel verlaufenen Handlungsstränge formt die Autorin zu einem komplexen, vielschichtigem Krimi mit tollen Spannungsbögen. Ich konnte bisher nicht behaupten, den Büchern mit dem Ermittlerduo, atemlos zu folgen….bis zu diesem Buch. Ich habe der Autorin sofort die wirkliche Auseinandersetzung mit diesem Thema angemerkt. Sie beschreibt die ersten Anzeichen von kindlichem Missbrauch sehr eindrücklich und anschaulich, ebenso das erste Begreifen der Mutter, das ihrem Kind Gewalt, die es für sein ganzes Leben prägt, angetan wurde. Genau da hat mich die Autorin komplett abgeholt, atemlos folgt man der Story, fast möchte man selbst auf Verbrecherjagd gehen, oder zu mindestens Hinweise an die Ermittler liefern. Denn die Täter agieren im Dunkeln, über viele Jahre hinweg und können sich und ihre Abartigkeit gut verstecken. Durch die vielen schnell aufeinanderfolgenden Wechsel der Szenerie, ahnt der Leser, schneller als die Kriminalbeamten, wer der Wolf im Schafspelz ist. Wie im Buch auch erwähnt: Man kann einem Menschen immer nur bis an die Stirn schauen. Genau dieses ist hervorragend herausgearbeitet worden.
Fazit: Ein hochsensibles Thema, brillant umgesetzt, spannend dargestellt und mit einem sehr intensiven Nachhall.
subechto zu »Nele Neuhaus: Böser Wolf« 29.10.2012
Wer ist der böse Wolf?

Der neue Taunus-Krimi von Nele Neuhaus startet ziemlich gruselig: ein Mann, der in einem Wohnwagen am Mainufer wohnt, macht sich schick. Aber nicht für seine Freundin, sondern für ein kleines Mädchen! Handelt es sich um einen Pädo?

Danach lernen wir Alina kennen. Ihr geht es gar nicht gut. Sie hat mit ihrer Clique 'Party gemacht' und zu viel Alkohol getrunken. Als sie aus ihrem Rausch erwacht, fällt ihr Blick auf eine Tote, die im nahen Fluss liegt. Ist die junge Frau ertrunken?

Anschließend gibt es einen Überblick über das K11 in Hofheim, mit der soeben zum Kriminalhauptkommissar beförderten Pia Kirchhoff, Ex-Kollege Frank Behnke, Pias Chef Oliver von Bodenstein sowie seine Jugendliebe, die Tierärztin Inka Hansen.

Last but not least wird die Figur der Hanna Herzmann, genannt 'Hanna Herz-los', vorgestellt. Sie ist Fernsehmoderatorin einer bizarren Doku-Soap bei Antenne Pro und wie mir scheint, so etwas wie ein weiblicher Dieter Bohlen.

Nele Neuhaus ist eine sehr empathische Autorin, die sich gut in andere Menschen hineinversetzen kann. Deshalb sind ihre Figuren immer so lebendig und authentisch. Ihre Krimis spielen in einem bürgerlichen Milieu, was die brutalen Verbrechen umso schockierender macht.

"Böser Wolf" ist bereits der sechste Fall für das Erfolgsduo Pia Kirchhoff und Oliver von Bodenstein und wieder spannend und routiniert in Szene gesetzt. Dennoch hat sich die Autorin weiter entwickelt: mehr Mainstream als Lokalkolorit. Komasaufen, Kinderschänder, Snuff-Videos, multiple Persönlichkeitsstörungen, eine fiese Rockerbande und das sensationsgierige Privatfernsehen: wie geht das alles zusammen?

Ähnlich wie in amerikanischen Thrillern haben alle Figuren irgendein Trauma oder ein dunkles Geheimnis. Und so lässt Frau Neuhaus dieses Mal Pia und ihren Chef in tiefe menschliche Abgründe blicken. Wobei sie allerdings auch das eine oder andere Klischee bedient.

Das Privatleben der Ermittler hingegen findet fast nicht mehr statt. So wie Pia ihre Beziehung zu Christoph vernachlässigt, könnte man meinen, dass die Protagonistin autobiografische Züge trägt. Bekanntlich hat sich die Autorin kürzlich von ihrem Ehemann getrennt. Ihrem Freund, einem Frankfurter Banker, hat sie nun dieses Buch gewidmet.

Vielleicht wird ihr nächster Roman ja wieder mal ein Banken-Thriller wie das 2005 entstandene Werk "Unter Haien", die Geschichte einer erfolgreichen Investmentbankerin in New York, und spielt dann in Mainhattan? Ich würde mich jedenfalls freuen...

Fazit: "Böser Wolf" hat eine gut durchdachte, komplexe Story. Ernste Themen, familiäre Probleme. Alle Fragen werden letztlich beantwortet, alle Unklarheiten beseitigt. Dennoch war es mir zum Schluss etwas 'too much': zu viel Action und Grauen, zu konstruiert und vorhersehbar. Für Nele Neuhaus-Fans trotzdem sehr empfehlenswert!
€nigma zu »Nele Neuhaus: Böser Wolf« 20.10.2012
Gekürzte Lesung auf 6 CDs (470 Minuten)
Der Prolog wird von Nele Neuhaus gelesen, der Hauptteil und der Epilog von Julia Nachtmann.

Böse Wölfe im Schafspelz

Zum Inhalt

Im Juni 2010 wird die Leiche eines jungen Mädchens aus dem Main geborgen. Das Mädchen wurde schwer misshandelt und von ihrem Peiniger ausgehungert: in ihrem Magen befindet sich nichts als ein rosa Stofffetzen mit weißen Buchstaben darauf. Niemand scheint das Mädchen zu vermissen. Pia Kirchhoff und Oliver Bodenstein, bereits aus den vorherigen Kriminalromanen der Autorin als Ermittlerteam bekannt, erinnern sich an einen ähnlich gelagerten Fall, der Jahre zurückliegt. Damals wurde Kilian Rotemund aufgrund erdrückender Indizien angeklagt und verurteilt. Er ist gerade aus der Haft entlassen worden und lebt nun, von der "guten" Gesellschaft ausgestoßen, in einem heruntergekommenen Wohnwagen. Als die Kommissare seinen Aufenthaltsort herausbekommen und ihn festnehmen wollen, hat er sich bereits abgesetzt. Pia und Oliver können sich jedoch nicht auf den Mädchenmord konzentrieren, denn sie haben noch andere Fälle zu bearbeiten. Die skrupellose und deshalb unbeliebte Fernsehmoderatorin Hanna "Herzlos" Herzmann, die ihre Talkgäste gern öffentlich bloßstellt, ist überfallen, schwer gefoltert und beinahe getötet worden. Hängt der Anschlag mit ihrer allgemeinen Unbeliebtheit zusammen oder hat er etwas mit einem geheimnisvollen Fall zu tun, in dem Hanna auf Veranlassung durch ihre Psychotherapeutin recherchierte? Auch die Therapeutin wird überfallen, sie überlebt nicht und kann den Kommissaren nicht mehr weiterhelfen. Schließlich ist da auch noch Pias alte Klassenkameradin Emma, die plötzlich Probleme mit Mann und Tochter hat und sich bei Pia ausweinen will. Emmas Mann Florian hat ein gespanntes Verhältnis zu seinen Eltern, die das Kinderheim "Sonnenkinder eV" gegründet haben und sich mehr um Waisen und Kinder aus Problemfamilien kümmern als um ihre eigenen Kinder.

Persönliche Beurteilung

Die Handlung von "Böser Wolf" ist sehr komplex, da mehrere aktuelle Fälle und ein alter Fall, der rätselhafte Tod eines V-Manns, der im Rockermilieu ermittelte und von seinem eigenen Kollegen erschossen wurde, gleichzeitig behandelt werden. Dementsprechend wechselt die Erzählperspektive häufig, was das Interesse des Zuhörers aufrecht erhält. Zu Beginn sind die vielen verschiedenen Erzählstränge etwas verwirrend, aber die Autorin fügt sie geschickt zu einem sinnvollen und erschreckend glaubwürdigen Ganzen zusammen. Auch wenn man zuvor noch keinen Roman von Nele Neuhaus gelesen/gehört hat, kann man der Handlung folgen und versteht auch die Informationen über das Privatleben der beiden Protagonisten, die jedoch keinen großen Raum einnehmen. Man merkt als Zuhörer nicht, dass die Lesung gekürzt ist, da offensichtlich (im Vergleich zur Leseprobe) nur unwesentliche Details ausgelassen wurden.
Der Erzählstil wirkt sehr authentisch und mitten aus dem Leben gegriffen.
Sehr gut hat mir die ausdrucksstarke Lesung durch Julia Nachtmann gefallen. Sie versteht es meisterhaft, den verschiedenen Romanfiguren durch Modulation ihrer Stimme Leben einzuhauchen. Aufgrund ihrer äußerst ausgefeilten Lesetechnik fiel es mir nicht schwer, konzentriert bei der Sache zu bleiben, obwohl ich im Allgemeinen Bücher den Hörbüchern vorziehe.

Fazit

"Böser Wolf" ist ein intelligent konstruiertes (Hör)buch von erschreckender Aktualität, dessen Thematik der Misshandlung/des Missbrauchs von Kindern/Jugendlichen jedoch nicht für jeden Hörer/Leser leicht zu verkraften ist. Der Epilog lässt darauf hoffen, dass es einen Folgeroman geben wird.
A. Sebastian zu »Nele Neuhaus: Böser Wolf« 17.10.2012
Nele Neuhaus wird von Buch zu Buch besser. Ich hatte erste große Bedenken, mich auf das Thema Missbrauch einzulassen - vertraute aber dem Gespür der Autorin. Sie hat mich nicht enttäuscht. Sie erzählt diese Geschichte stringent, sie wird getragen von unglaublich toll beschriebenen Charakteren, die "Nebengeschichte" der Kommissare verschafft dem Leser Spannungspausen. Mir war lange nicht klar, wie die Fälle und Personen zusammenhängen. Die Handlungsstränge liefen lange scheinbar parallel und lösten sich dann gekonnt auf. Das Ende, ein Paukenschlag. Respekt, diese Frau kann schreiben und gehört in die erste Liga renommierter Thriller-Autoren. Von mir gibt es die volle Punktzahl für das mitreißende Buch aber auch für die tolle Weiterentwicklung der Autorin.
Wayne zu »Nele Neuhaus: Böser Wolf« 16.10.2012
Tut mir leid, aber diese Rezension empfinde ich als unglaublich inhaltsleer. Jede Menge Fakten über die Autorin, aber keine wirklichen Aussagen über die Qualität des Buchs bzw. dessen Stärken oder Schwächen.

Einzig zwei Aussagen sind zutreffend:

"Jede Kleinigkeit hängt mit dem Offensichtlichen zusammen..."

Genau das war bis jetzt die Stärke der Autorin. Jede Menge Charaktere und deren jeweilige Geschichten zu Beginn einführen, um am Ende elegant, logisch und überraschend aufzulösen, obwohl von Anfang an klar war, dass alles irgendwie zusammenhängt.

Bei "Böser Wolf" hingegen ist schon zu Beginn eindeutig, in welche Richtung die Geschichte geht und welcher Charakter welche Rolle spielt. Jegliche überraschende Wendungen bleiben aus. Und das wusste anscheinend auch die Autorin, denn...

"Sehr amerikanisch..."

...anstatt sich einen originellen Plot auszudenken, wird im schlechtesten amerikanischen Stil fehlende Originalität durch komplett übertriebene Wendungen ersetzt. Besonders das Ende könnte kaum unlogischer und klischeebehafteter sein.

Zudem sind mir zum ersten Mal sprachliche (?) Schwächen aufgefallen. Öfter kann dem Leser kaum mitgeteilt werden, dass eine Figur mal wieder nicht mit ihrem Äußeren zufrieden ist.

Als großer Fan der bisherigen Bücher kann ich nur hoffen, dass die Autorin das "internationale Format" möglichst schnell wieder verliert und zu alten Stärken zurückkehrt.

40°

Edit: Da waren die Absätze plötzlich verschwunden.
Ihr Kommentar zu Böser Wolf

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