Koma von Jo Nesbø

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2013 unter dem Titel Politi, deutsche Ausgabe erstmals 2013 bei Ullstein.
Ort & Zeit der Handlung: Norwegen / Oslo, 2010 - heute.
Folge 10 der Harry-Hole-Serie.

  • Oslo: Aschehoug, 2013 unter dem Titel Politi. 526 Seiten.
  • Berlin: Ullstein, 2013. Übersetzt von Günther Frauenlob. ISBN: 978-3-550-08013-5. 608 Seiten.

'Koma' ist erschienen als HardcoverTaschenbuchHörbuchE-Book

In Kürze:

Ein junges Mädchen wird tot im Wald gefunden. Sie wurde brutal vergewaltigt. Zehn Jahre später wird an derselben Stelle ein Polizist getötet, sein Gesicht ist grausam entstellt. Eine Sonderkommission ermittelt unter Hochdruck. Doch es geschehen weitere Morde. Die Polizei hat keine Spur, und ihr bester Ermittler Harry Hole fehlt. In einem Krankenhaus liegt ein schwerverletzter Mann im Koma. Das Zimmer wird von der Polizei bewacht. Niemand soll erfahren, wer der geheimnisvolle Patient ist. Denn er hat einen Feind. Und der ist überall.

Das meint Krimi-Couch.de: »Oslo hat den Superstar« 79°

Krimi-Rezension von Lars Schafft

Nach dem dramatischen Finale in Jo Nesbøs letztem Roman Die Larve stellten sich viele Leser die bange Frage: Wird es ein Wiedersehen mit Harry Hole, dem Starermittler Oslos, geben? Koma gibt die Antwort: Ohne Harry geht es nicht.

Die ersten zweihundert Seiten allerdings schon und zwar erstaunlich gut, zumindest was die Lektüre von Koma angeht. Dafür sorgt ein perfider Serienkiller, mit dem sich Kommissar Gunnar Hagen samt altem Harry-Hole-Team um die Kriminaltechniker Beate Lønn und Bjørn Holm sowie Psychologe Ståle Aune auseinandersetzen muss: Jener hat es auf Polizisten abgesehen, die in Mordfällen, die Jahre zurückliegen, fahrlässig gehandelt oder schlicht falsch ermittelt hatten. An den selben Tatorten sterben sie die gleichen Tode. Völlig unklar ist das Motiv. Klar ist hingegen, dass der Täter nach einem bestimmten Muster vorgeht  und somit der nächste Mord nur eine Frage der Zeit sein dürfte.

Währenddessen liegt ein streng bewachter Patient ohne Bewusstsein im Krankenhaus, bei dem die einen darauf warten, dass er endlich reden möge, während andere ihn für immer zum Schweigen bringen möchten …

Dramatis personae

Die Tatsache, dass Koma nicht nur nahtlos an den Vorgängerroman anschließt, sondern sich in vielen Punkten auch konkret darauf bezieht, hat glücklicherweise auch der Verlag erkannt und eine Übersicht der Dramatis personae angehängt. Für Einsteiger in die Harry-Hole-Reihe sicherlich der optimale Ort für ein Lesezeichen, denn den Überblick behält man nicht leicht.

Das Gute daran: Sonst wird der Leser auch kaum ein Lesezeichen brauchen, da Nesbø mit seinen vielen Orts- und Perspektivwechseln und Cliffhanger über Cliffhanger atemlos durch die 600 Seiten peitscht. Wer sich fragt, wie Thriller eigentlich geht, kann sich getrost an den Norweger wenden. Viele Autoren, die ihm da das Wasser reichen können, gibt es in dieser Hinsicht wahrlich nicht.

Aber  Harry-Hole-Fans werden wahrscheinlich schon bei diesem Wörtchen ihre Lynchutensilien für den Rezensenten hervorholen  Koma hat auch seine Schwächen.

Klischee- wie generell überladen

Zum einen wirkt der Roman an vielen Stellen klischee- wie generell überladen. Man wird den Eindruck nicht los, dass Nesbø nicht nur seinen Thomas Harris (Das Schweigen der Lämmer) gut gelesen, sondern auch nach dem Motto »höher, schneller, weiter« geschrieben hat. Ein brutaler Mord reicht nicht aus? Dann halt noch einer und noch brutaler. Wenn das nicht reicht  einer geht noch. Und dann bitteschön richtig brutal.

Spätestens wenn Nesbø bei einem übelst zugerichteten Mann nur noch von »Hackfleisch«(!) spricht, mit dem sich sein Protagonist unterhält, ist eine Grenze des Geschmacks überschritten. Wenn schließlich auch noch Kühlschränke eine besondere Rolle spielen, um sich vor Bomben zu schützen, gleitet das Ganze ins Groteske ab, Zyniker sprächen an diesen Passagen vielleicht gar von unfreiwilliger Situationskomik.

Faszinosum Harry Hole?

Zum anderen gelingt es Jo Nesbø nicht, seinen neuen Lesern, die Harry Hole nicht kennen, diesen als Faszinosum näher zu bringen. Dessen schlechte Charakterzüge spielen zwar auch in Koma eine Rolle (zwar trockener Alkoholiker, immer noch aber Kettenraucher, ein Mann mit Vergewaltigungsphantasien), letztendlich ist er im zehnten Fall aber vor allem eines: das Masterbrain, das die Polizei so dringend braucht. Oslo hat den Superstar.

Nur als kleine Randbemerkung: Besonders gute Kriminalisten scheinen in Skandinavien gerne als Dozenten zu arbeiten, wird ihnen der Job zu viel. Das ging vor Harry Hole schließlich auch schon Sebastian Bergman von Hjorth & Rosenfeldt so …

Pageturner

Koma hat unterm Strich fraglos seine Stärken als Pageturner und bietet ganz bestimmt mehr als genug, um für viele Stunden äußerst spannend zu unterhalten. Der große Wurf der Harry-Hole-Reihe ist es jedoch nicht und Einsteigern in die düstere Welt des Jo Nesbø sei dann auch eher zu einem früheren Band geraten.

Lars Schafft, Dezember 2013

Ihre Meinung zu »Jo Nesbø: Koma«

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Alain zu »Jo Nesbø: Koma« 26.11.2017
"Koma" war mein erstes Harry Hole Buch und hat mich sofort mit dem Virus angesteckt! Inzwischen habe ich 6 Hole-Krimis gelesen und bin nach wie vor begeistert. Koma ist extrem brutal und detailliert geschildert, ich habe einige Male noch vom Buch geträumt, nachts. Nichts für schwache Nerven! Was mich an der Hole-Serie gleichermassen fasziniert wie etwas verwirrt ist, dass die meisten Bücher auf einer fast identischen Story aufbauen. Ein Serienkiller tötet planlos in Oslo und bedroht am Schluss auch noch Harrys Familie. Im einzelnen Buch gesehen ist das extrem spannend, über die ganze Reihe betrachtet aber schon etwas komisch! Man liest dasselbe Buch immer wieder und wieder nur in neuen Wörtern und neuen Schauplätzen. Trotzdem bin ich weiterhin süchtig danach!
Micha369 zu »Jo Nesbø: Koma« 05.01.2016
Ich habe die ganze Reihe der Harry Hole Serie gelesen und mir haben alle Bücher gefallen. Auch Koma ist sehr spannend.
Etwas fand ich dann doch schade:
Ich habe nicht verstanden wie Harry nach dem schrecklichen Ende des letzten Buches (Die Larve) nun wieder putzmunter herumlaufen konnte.
Ansonsten spannendes Buch.
Die Kühlschrankszene war jedoch etwas arg übertriegben.
hanfbach zu »Jo Nesbø: Koma« 29.12.2015
Kurz gesagt: Spannend durch und durch, auch wenn man vorher nichts aus der Reihe gelesen hat. Was ich nur absolut nervig finde, ist der zwanghafte Versuch immer wieder englische Sätze einfließen lassen zu müssen. Als ob ein norwegischer Polizist es nötig hätte auf seine Sprache zu verzichten. Blödsinnige Idee
Bettina Rettberg zu »Jo Nesbø: Koma« 14.06.2015
Ich finde Harry Hole Fantastisch. Ich habe nicht alle Bände gelesen. Ist aber kein Problem. Finde auch das man wenigstens die Larve vorweg gelesen haben sollte.
Wer gerne Krimis liest und seinen eigenen Stress mal ruhen lassen möchte, kann ich Koma nur empfehlen. Ja, manches ist ein bischen übertrieben, kann man im Buch durchaus haben.
Ich habe jede freie Minute genutzt, in diesem Buch zu lesen. Und wenn ich nur gewartet habe, das die Kartoffeln gar sind.
Er hat mich nicht losgelassen, ich hatte etwa 3 Mörder in Verdacht, die es natürlich nicht waren. Spannend bis zum Schluss!
Ich hoffe es folgen noch viele Harry`s. Raum dazu, hat der Autor reichlich geschaffen. Bin wie immer begeistert.
borgi zu »Jo Nesbø: Koma« 25.05.2015
Ich habe die Vorgängerbände gelesen und finde, dass es zumindest wichtig wäre, "Die Larve" zu kennen. Speziell die Verhaltensweisen der beteiligten Personen untereinander haben sehr viel mit dem noch offenen Fall aus dem Vorgängerbuch zu tun. Jo Nesbo gelingt es perfekt, seine Leser immer ein wenig hinters Licht zu führen. Man rätselt schon am Anfang, ob Harry Hole noch lebt, in welchem Zustand und ob er vielleicht der streng bewachte Koma-Patient ist. Sogar am Ende taucht die gleiche Frage auf: Lebt Harry Hole? Mich hat dieser Krimi total in seinen Bann gezogen. Die letzten 200 Seiten will man das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen. Ein super Harry-Hole-Krimi! Falls es einen Nachfolger gibt, werde ich diesen in jedem Fall lesen.
Jan Ansen zu »Jo Nesbø: Koma« 11.05.2015
Hey, ich hoffe dies hier wird trotzdem noch gelesen obwohl das Buch schon älter ist und hoffe auf Hilfe, da ich das Buch gerade erst durchgelesen habe und es jetzt weiter verliehenen habe und daher nicht mehr nachschauen kann:

Wer war der Typ mit den Cowboystiefeln? Bzw. über wen wurde geschrieben, dass er solche öfter trägt?

Und vielleicht sind es ja ein und die selbe Person, aber was wurde aus dem ( der Name fällt mir nicht mehr ein) Mann, der aus dem gefängnis ausgebrochen ist und sich umoperiert hat ?
Wurde das irgendwo beantwortet ? Oder beantworte ich mir gerade meine erste Frage selber?
Vielen Dank
Sagota zu »Jo Nesbø: Koma« 14.12.2014
PiWi:
Ich habe gerade Deinen post gelesen - und kann es verstehen, da es mir mit Koma sehr ähnlich erging:
Leider kennst du alle vorigen Jo Nesbo Krimis nicht- denn die sind allesamt lesenswert, finde ich! Daher war es mehr als Pech, dass Du mit Koma begonnen hast: Nimm Dir einen der ersten ins "Visier" und Du siehst den Autor womöglich anders.
Das bleibt dann natürlich Dir überlassen: Ich fand alle bis auf Koma sehr gut (besonders die ersten 6-7 Fälle und ich bin bei "Das fünfte Zeichen" eingestiegen...
Piwi zu »Jo Nesbø: Koma« 14.12.2014
Ich kenne nur diesen Roman von J.N. und fand ihnauch spannend, fühle mich aber in die Rolle eines Gewaltvoyers gedrängt. War aber doch über das Etikett Lieblingskrimiauto der Skandinavier etwas entsetzt und fürchte um den guten Gschmack der Skandinaver. Wenn man sowas als Film geben würde, gehörte es in ein Splatterkategorie, nein danke. Der Rezensent beschreibt es als "Klischee", ich finde die zerschlagenen Opfer, es werden ja immer mehr, andeutungsfrei, immer aufs Ganze mit Gewalthoch 10 absolut keinen Lesegenuss. Man wird immer neu in eine Voyeursposition gedrängt, liest oberflächliche Täterbeschrebungen ohne mehr Schichten zu entdecken, außer dass der Herr Komissar ein Akoholproblem hat. Wnn das Rezept für den Autor so klappt, schön für ihn dass er mit sowas viel Kohle reinholt. Ich fühle mich als Leser komplett unterfordert und hoffe die Skandinavier finden bald einen anderen Lieblingsautor.
dieter47 zu »Jo Nesbø: Koma« 20.10.2014
Ich fand das Buch extrem spannend und vergebe 92°. Ich glaube, dass die Harry-Hole-Reihe nicht weitergehen wird.
Zur Frage von Thomas: wer zu Aurora in die Toilette kommt, kannst Du herausfinden: Aurora sieht vor der Klotür spitze Cowboystiefel, und es wird früher mal erwähnt,welcher Mann die regelmäßig trägt.
darts zu »Jo Nesbø: Koma« 19.10.2014
Eine Rezension oder Zusammenfassung für dieses Buch zu schreiben ist etwas heikel. Man sollte ja schließlich nicht zuviel verraten; hauptsächlich nicht die Schlüsselstellen.
Die Handlung: Es werden mehrere Polizisten ermordet. Immer genau an einer Stelle, an der vor mehreren Jahren ebenfalls eine Tat geschah, die nie zur Aufklärung gekommen ist. Teilweise durch Schludigkeit, teilweise durch falsche Loyalität. Auch wurden Beweismittel vernichtet oder ausgetauscht. Und immer hatte dieser Polizist damals mit dem Geschehen direkt zu tun. Harry Holes frühere Mitarbeiter bilden eine kleine, aber feine Ermittlerrunde, die teilweise im Geheimen ermittelt; aber Ihnen fehlt das Oberhaupt: Harry Hole
Ist er der nicht genannte Komapatient, der unter ständiger polizeilicher Bewachung steht? Hierzu erfährt man erst nach ca. einem Drittel des Buches Genaueres. Und von da ab entwickelt sich die Handlung und verwickelt sich wieder. Aber alles bleibt logisch und sehr spannend. Wieder mit vielen Toten, auch aus der besonderen Ermittlertruppe. Wie schafft es der Täter die vorsichtigen Polizisten trotzdem immer an den Ort des früheren Verbrechens zu bekommen?

Ich habe schon mehrere Fälle mit und um Harry Hole gelesen, manche fand ich nicht ganz so gelungen. Aber dieser neueste Fall ist auf jeden Fall lesenswert und bekommt von mir 5*
James_Blond zu »Jo Nesbø: Koma« 16.08.2014
Die Harry-Hole-Serie war für mich hervorragend und erreichte mMn den Höhepunkt mit "Schneemann" und insbesondere "Leopard". Leider riss mMn das hohe Niveau danach ab, seitdem Harry Hole in "Die Larve" und "Koma" nur mehr als Privatermittler agiert.

Nesbo lässt Harry Hole seit "Die Larve" zu oft Selbstjustiz üben (in "Koma" glücklicherweise deutlich weniger als in "Die Larve", wo er noch gemordet, Grabschändung und Einbrüche begangen sowie jemand anderen zum Selbstmord genötigt hat, ohne jemals zur Rechenschaft gezogen zu werden). Auch in seinem Buch "Headhunter" hat Nesbo seinen Hauptdarsteller Selbstjustiz ohne Konsequenz üben lassen. Das mag für US-Autoren durchgehen, weil man in den USA eine Wild-West-Cowboy-Mentalität kennt. Von einem millionenfach gelesenen europäischen Autor erwarte ich mir aber eine moderne, europäische Recht- und Wertvorstellung. In diesem Rahmen hat Selbstjustiz mMn keinen Platz.

Nesbos Harry Hole übt also wie erwähnt Selbstjustiz ohne dafür Rechenschaft ablegen zu müssen, starb schon unzählige Tode, flickte sich immer wieder hanebüchen selbst zusammen und steht letztlich noch immer wie ein Fels in der Brandung. Während ein Großteil seiner engsten KollegInnen entweder korrupt sind oder ermordet werden. Nicht aber natürlich unser über allen Gesetzen stehender Harry Hole ;-) Und der Mörder ist in der Regel eine jener Personen, die am unverdächtigsten mit der Handlung mitschwimmen ... mittlerweile ist es fad und vorhersehbar geworden.

Auch wenn der Krimi "Koma" v.a. im letzten Viertel für mich ein absoluter Pageturner war, empfehle ich Nesbo seinen Harry Hole ein ähnliches Schicksal wie Wallander und van Veeteren "erleiden" zu lassen. Mankell und Nesser haben ihre Serien-Kommissare auch nach rund 10 Bänden in die Serien-Pension geschickt. Und gut war's.
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Kai zu »Jo Nesbø: Koma« 31.07.2014
Fand das Buch Koma eines der spannensen von Jo Nesbo. Gerade das Atemlose, das ständig Überraschende, die vielen Morde waren superspannend. Auch hier hat mich der Autor mal wieder aufs Glatteis geführt, habe ich doch fast bis zum Schluss- nach gutem und gewohnten Muster -akribisch auf die unauffälligen Charaktere geachtet, um diese als den Mörder zu entlarven. Diesmal wurde ich getäuscht und das war auch gut so.
Thomas zu »Jo Nesbø: Koma« 29.07.2014
Vielleicht habe ich ja irgendwas überlesen? Aber ich verstehe die Schlussszene nicht! Wer ist der Typ mit den Cowboystiefeln auf der Mädchentoilette, auf der sich Aurora befindet? Ist das schon der Anfang des nächsten Falles?
Ansonsten ein Krimi, der mich absolut gefesselt hat und den ich in 3 Tagen, neben der Arbeit, durchgelesen habe!
Ex-Nesboe-Fan zu »Jo Nesbø: Koma« 23.07.2014
Der Rezensent hat im Prinzip recht, traut sich aber wohl nicht, es ganz deutlich zu sagen: Der neue Harry-Hole-Klopper ist nur noch ein manieristischer Schmarren.

Wenn sich so ein Star-Autor erstmal zum Selbstzweck-Cliffhanger-Rekordhalter entwickelt hat, dann fällt ehrenvolles Aufhören als Alternative anscheinend aus...
Dorothee zu »Jo Nesbø: Koma« 09.07.2014
Koma ist in meinem Augen um Klassen besser als die beiden Vorgängerromane. Endlich mal wird Harry Hole nicht weiter verstümmelt oder gebrochen, er hat sein Leben im Griff, es gibt sogar ein Happy End - endlich ein bißchen Normalität. Das Hörbuch ist von Achim Buch wunderbar gelesen. Es ist spannend bis zum Schluß! Nur die Geschichte mit dem Kühlschrank fand ich etwas weit hergeholt - erst kommt Harry nicht mal alleine rein, dann finden sie dort zu zweit Schutz, und mit einer gekonnten Drehung lässt er sich auch wieder öffnen - nein, das ist mir zu viel des Guten. Aber sonst - absolute Empfehlung!
Oldman zu »Jo Nesbø: Koma« 09.05.2014
Es gelingt dem Autor tatsächlich die Spannung bis zum Ende durchzuhalten und dabei so viele falsche Fährten zu legen, daß auch der geübteste Krimi-Leser Schwierigkeiten hat diesen zu folgen. Nesbo hlt das Tempo konstant hoch, und am Ende versorgt er den Leser noch mit einem Cliffhanger, der erahnen läßt, daß die Harry Hole Reihe mit diesem Buch noch nicht beendet ist, zum Glück. M.E. ist Hole mittlerweile neben Reacher und Rebus eine der drei Kultfiguren des zeitgenössischen Krimis, und das spricht dafür, daß der Autor eine Qualität abliefert, die nicht nur gleichmäßig hoch geblieben ist, sondern mit diesem Buch noch eine Steigerung erfahren hat.
wendelin zu »Jo Nesbø: Koma« 08.05.2014
Die Verlagswerbung verspricht „Spannung pur – der beste Harry Hole aller Zeiten!“ Na da bin ich aber gespannt. Die ersten 200 Seiten muss ich aber ganz ohne Harry auskommen. Ist er der namenlose und streng bewachte Patient im Koma? Nein Gott sei Dank nicht. Er ist nur abgetaucht in ein ruhigeres Leben, doziert an der Uni und hält sich vom Alkohol fern. Von Polizeiarbeit will er nichts mehr wissen. Aber es wäre nicht Harry Hole, wenn er nicht schnell Blut lecken würde, bei dieser Serie von brutalen Morden an Polizisten.

Ein Krimi mit vielen Verdächtigen, politischen Intrigen, solider Ermittlungsarbeit und mit einem Harry Hole in Bestform – wie immer im Kampf mit seinen eigenen Dämonen, wie immer genial und am Rande der Legalität.

Es ist Jo Nesbø in „Koma“ so oft gelungen, mich in die Irre zu führen, wie ich es als versierter Krimi und Thriller Leser nicht für möglich gehalten hätte. Spannend von der ersten bis zur letzten Zeile. Ich ziehe meinen Hut vor so viel erzählerischem Können und warte jetzt schon sehnsüchtig auf den nächsten Band dieser genialen Reihe.

Diesmal hat die Verlagswerbung nicht gelogen „Spannung pur – der beste Harry Hole aller Zeiten!“
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
stefanz zu »Jo Nesbø: Koma« 07.02.2014
Einmal Harry Hole, immer Harry Hole. Jo Nesbos zehnter Fall, für mich gleichzeitig auch der beste! Zugegeben, die sogenannten "falschen Fährten" werden immer durchsichtiger und transparenter, auch auf den Polizistenmörder kann man ab der Hälfte des Buches kommen. Trotzdem, einmalig geschrieben, ein wieder absolut sympathischer rüberkommender Harry als Protagonist. Das Ende lädt ja gerade zu ein, dass wir in absehbarer Zeit wieder was Neues von ihm hören. Hoffentlich!!!
Karin Gruber zu »Jo Nesbø: Koma« 29.01.2014
...absolut tolles Buch. Ich habe es in wenigen Tagen verschlungen und habe es auch außerordentlich spannend und aufregend gefunden. Die Wendungen sind faszinierend und es ist mit Abstand der tollste Band in dem Harry Hole agiert. Sollten Dinge mal nicht so nachvollziehbar sein - auch aufgrund der Komplexität - ist es auch unwichtig, da dieses Buch so spannend ist, dass man es nicht weglegen kann und gerne darüber hinwegsieht. Die Bände sind alle ausnahmslose Klasse und ich freue mich schon auf den nächsten Band! Wer die Harry Hole Bände liebt, wird auch diesen Band lieben!!!
Mike zu »Jo Nesbø: Koma« 21.01.2014
Ich fand ihn toll, auch wenn manches schon sehr merkwürdig ist. Ich sag nur "Terrasse" und ein ein Duft der einem Polizeichef nicht seltsam vorkommt. Eine ganz durchgeplante Falle aber für gekühlte Getränke war gesorgt.
Und auch eine Fortsetzung scheint noch zu folgen...oder auch nicht?! Mich würde aber ein teilweise offenes Ende nicht stören. Oder Oleg tritt in Harrys Fußstapfen? Ich bin gespannt!
Russopulos zu »Jo Nesbø: Koma« 21.01.2014
Der bisher beste Hole, aber nur knapp vor dem Schneemann. Ein Muss für jeden Krimifan. Ich liebe die ganzen falschen Fährten und die schnell folgende Bestrafung für meinen Glauben den Autor durchschaut zu haben. Ich will mehr davon und mag die Weiche Seite des Harry Hole. Die ganze Geschichte ist stimmig, aber die alten Feinde hätten ruhig auch mal richtig einen Abkriegen können. Vielleicht im nächsten Roman...
Sagota zu »Jo Nesbø: Koma« 07.01.2014
Ich schließe mich weitestgehend der Rezension von Lars Schafft an:
Nach 9 sehr guten Thrillern war ich der "Nesbomania" vollends verfallen (finde auch alle Vorgänger gut und sehr lesenswert) - jedoch Koma hat mich nicht überzeugt: Im Gegenteil, das Wirrwarr des falschen-Fährten-legens war etwas drüber, mir zu viel und der Lesespaß längst nicht so wie bei den vorigen "Fällen".
Ich hatte den Eindruck, dass Jo Nesbo hier wirklich über die Grenzen geht - ich hatte das Gefühl, mit dem Leser wird "gespielt" und kann das sehr positive Echo nicht teilen, auch wenn Koma dennoch lesenswert ist - soviel ich hier las, wird Jo Nesbo fortan unter dem Pseudonym Tom Johansen weitere Krimis schreiben; evtl. ein guter Plot für ein erneutes "Durchstarten" in die Krimi-Hitlisten? Wir werden es erfahren - bzw. lesen.

Die HH-Krimis Band 1-9 kann ich wirklich empfehlen - diesen hier mit Einschränkung...
2 von 2 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Karllaberfeld zu »Jo Nesbø: Koma« 05.01.2014
Koma ist toll. Es macht einfach Spass, Nesbo´s Spiel mit den Worten und dem Leser zu verschlingen.

Auch wenn er es mit den "falschen Fährten" in Koma so schlimm treibt wie bisher noch nie, mag man das Buch nicht aus der Hand legen.

Und das ist es doch, was ein Krimi soll - fesseln. Das gelingt ihm mal wieder ausserordentlich gut.

Fazit: Spannend, tolle Übersetzung und unbedingt Lesenswert!
Orla2013 zu »Jo Nesbø: Koma« 02.01.2014
Einer der besten Krimis, die ich je gelesen habe. Sehr spannend, vor allem weil es dem Auto immer wieder gelingt, den Leser auf eine falsche Fährte zu locken und man wirklich bis fast am Schluss nicht weiss, wer der Täter ist.
Ich habe alle Harry Holes gelesen und fand, dass sie immer besser wurden. Hoffe es ist nicht der Letzte. Der Schluss des Buches aber lässt hoffen, dass es sehr spannend weiter geht.
Doc Doolittle zu »Jo Nesbø: Koma« 29.12.2013
Oslo scheint nur noch von Psychopathen bewohnt zu werden. Neben dem Haupttäter, der sein Leben (und das vieler anderer Polizisten) aushaucht, ist da noch der sadistische Sexualstraftäter, die Polizeischülerin und der grobe Knochen und rechte Hand des Polizeipräsidenten. Darüber hinaus haben die handelnden Personen entweder Dreck am Stecken oder werden selbst zu Opfern.
Von daher alles ein wenig zu fett, Hole am Ende fertig wie Bruce Willis in seiner "Die Hard"-Serie, aber immerhin nicht tot. Und bi aller Kritik, ich mochte es Zweieinhalb Tage nicht aus der Hand legen ...
Judge zu »Jo Nesbø: Koma« 25.12.2013
Kann mich diesem Kollektiv-Hype nicht anschließen. Das ist nicht mehr der raubeinige Hole in seinen Doc Martens Stiefeln wie wir ihn kennen. Nur noch weichgewaschen und klargespült. Auch die Wandlung von Oleg zurück zum Tetrisspielenden Jungen ist nicht besonders glaubwürdig. "Die Larve" war ein würdiger Abschluss, Harry Hole aber mit Gewalt wieder auferstehen zu lassen, nein. Der Krimi als solcher ist durchaus spannend, auch wenn der Leser zuweilen allzu krampfhaft hinter das Licht geführt wird.
martin zu »Jo Nesbø: Koma« 24.12.2013
der meister ist zurück - endlich! ich kann mich noch gut an seinen ersten krimi, der fledermausmann, erinnern. der einstieg war etwas zäh, aber wenn man einmal mit nesbo angefangen hat, gibt es kein entrinnen mehr. mit "koma" ist ihm - mittlerweile zum zehnten mal - ein geniestreich gelungen. wer nesbo mag, wird auch dieses buch verschlingen.
Ulrich Leive zu »Jo Nesbø: Koma« 14.12.2013
Der Autor versteht es Spannung aufzubauen und sie zu halten, er führt den Leser immer wieder auf scheinbare Lösungswege, die sich als irrig erweisen. - Es ist allerdings alles reichlich unrealistisch, manchmal sogar kitschig und erinnert an Action-Filme. Ist ja kein Fehler. -
Wer gerne spannende Thriller liest, der liegt hier goldrichtig - und nicht nur hier sondern bei allen Büchern von Jo Nesbo.
broetchen501 zu »Jo Nesbø: Koma« 08.12.2013
Wie immer ein großes Lesevergnügen!
Wenn ich wusste, das ein weiterer Teil erscheinen wird, habe ich es einfach gekauft. Ohne den Klappentext zu lesen.

So sehr ich mir eine weitere Fortsetzung wünsche... auf der letzten Seite steht DAS Wort mit 4 Buchstaben.
Und eine Übersicht über die wichtigsten Charaktere der Hole-Reihe gab es bisher auch in keinem der Bücher...
Entropie zu »Jo Nesbø: Koma« 04.12.2013
Jo Nesboe erweist sich wieder einmal als Meister der Dramaturgie. Schnelle Szenewechsel zwischen verschiedenen Handlungssträngen und immer mehr Optionen für den möglichen Täter - oder mehrere? - sorgen für Spannung bis zum Schluss. Es fließt viel Blut, vielleicht mehr als für den Stoff nötig gewesen wäre und diesmal bleibt der Plot am Ende weniger überzeugend. Man fragt sich nach dem Schicksal einiger Beteiligter und es wird klar: Hier wird es eine Fortsetzung geben - die Harry Hole Fans können weiter hoffen.

Mein Urteil nach dem 10. Fall von Harry: Es ist ein bisschen die Luft raus aus dieser
grandiosen uns wieder auferstandenen Hauptfigur (damit haben doch wohl alle gerechnet, oder?) - vielleicht muss er doch in den Ruhestand. Es riecht die ganze Zeit nach "Happy End" und das ist auch ungewöhnlich für einen echten Harry Hole, auch wenn er es sich wirklich verdient hätte. Ich warte schon auf die Fortsetzung - diesem Frieden kann man nicht trauen ...
Eglfinger zu »Jo Nesbø: Koma« 03.12.2013
Inhalt:
"Ein junges Mädchen wird tot im Wald gefunden. Sie wurde brutal vergewaltigt. Zehn Jahre später wird an derselben Stelle ein Polizist getötet, sein Gesicht ist grausam entstellt. Eine Sonderkommission ermittelt unter Hochdruck. Doch es geschehen weitere Morde. Die Polizei hat keine Spur, und ihr bester Ermittler Harry Hole fehlt.

In einem Krankenhaus liegt ein schwerverletzter Mann im Koma. Das Zimmer wird von der Polizei bewacht. Niemand soll erfahren, wer der geheimnisvolle Patient ist. Denn er hat einen Feind. Und der ist überall." (Quelle: http://www.ullsteinbuchverlage.de/ullstein/buch.php?id=42720&page=suche&auswahl=a&pagenum=1&page=buchaz)

Meine Meinung:
Wer den Vorgänger, Die Larve, gelesen hat, wartet jetzt mit Hochspannung darauf, was mit Harry Hole geschehen ist. Jo Nesbø treibt die Spannung hier aufs höchste. Er lässt den Leser im Unklaren, um wen es sich bei dem im Koma liegenden Patienten handelt und gleichzeitig sterben Polizisten, die in unaufgeklärten Fällen ermittelt haben. Während die Ermittlungen auf der Stelle treten gerät Mikael Bellmann, der Polizeipräsident und Widersacher von Harry Hole, immer mehr unter Druck. Nesbø spielt mit den Handlungssträngen, so dass der Leser immer wieder aufs Neue rätselt, was das Motiv des Täters ist. Oder sind es am Ende sogar mehr Täter. Die Charaktere sind sehr gut dargestellt und Nesbø bringt auch dunkle Geheimnisse der Personen aus früheren Geschichten zum Vorschein, so dass man das Buch erst lesen sollte, wenn man auch die vorherigen Teile gelesen hat. Die Beschreibungen sind ziemlich brutal und es ist nichts für schwache Nerven, aber es ist nicht so, dass Nesbø dabei übertreibt. Die Spannung wird bis zum Ende aufrechterhalten und das Ende ist durchaus überraschend.

Mein Fazit:
Ein von der ersten Seite an spannendes Buch und ein Krimi mit Tiefgang. Nesbø ist ein Meister seines Faches. Hierfür gebe ich gerne 96 Grad.
T.Waaler zu »Jo Nesbø: Koma« 28.11.2013
Meine 2 Empfehlungen:

1.) Unbedingt "Koma" lesen!

2.) Keinesfalls die nachfolgenden Rezensionen lesen. Diese sind voll mit Spoilern und völlig unbrauchbaren "Andeutungen", die man sich sparen sollte.


Erst wenn man Werke von Jo Nesb* liest, wird einem klar, wie vielschichtig, wie feinsinnig und wie durch und durch intelligent die Nutzung von Sprache funktionieren kann. Nesb* macht so viel mehr, als nur einen Plot erzählen. Und das merkt man - wieder einmal auch - in "Koma".

Viel Spaß bei der Lektüre!
0 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
RichiB zu »Jo Nesbø: Koma« 23.11.2013
Koma - der beste Harry Hole

Ich möchte auch ein Lob an den stets gleichen Übersetzer Günther Frauenlob aussprechen. Mir gefällt an diesem Jo Nesbo vor allem das ständige Spiel mit der Sprache. Man weiss bis zum Schluss nie, woran man ist, was man glauben sollte und was nicht. Jo Nesbo versteht es wie kein anderer, den Leser gekonnt auf eine falsche Vermutung, Fährte zu locken. Dies bringt es mit sich, dass der Spannungsbogen bis zum Schluss aufrecht erhalten bleibt. Einfach nur lesenswert und ich bin überzeugt: Es wird eine Fortsetzung geben. Die Geschichte muss weitergehen. Aber diesmal eine Bitte an Jo Nesbo: Lass uns nicht so lange warten !!!
Lexa zu »Jo Nesbø: Koma« 18.11.2013
Endlich die heißersehnte Fortsetzung!

Mit diesem Buch ist dem Autor ein ganz große Wurf gelungen, man mag es gar nicht aus der Hand legen. Hervorragender Schreibstil, manchmal witzig, ironisch, hoher Spannungsbogen bis zum Schluß, raffinierte Wendungen und Details und überraschende Auflösung, alles was ein Spitzenkrimi braucht.
Und : Jo Nesbø ist Harry Hole, für mich jedenfalls. In der Lesung dachte ich mir: hier sitzt Harry (ein paar fehlen allerdings zu 193 cm).

Mehr mag ich eigentlich gar nicht schreiben, wurde mir der Anfang des Buches doch durch eine Rezension der Spannung beraubt, in der es hieß, Harry erscheint auf einer bestimmten Seite auf der Bühne.
Ich werde das Buch jetzt gleich wieder von vorne beginnen, diesmal in Ruhe und mit Genuss, ich weiß ja, wie es endet.

Nur schade, dass man wieder so lange auf einen neuen Harry warten muss.
subechto zu »Jo Nesbø: Koma« 13.11.2013
Harry Hole im Koma?

Schließlich wurde er von Oleg, seinem Ziehsohn, am Ende von "Die Larve" niedergeschossen. Dessen Mutter Rakel war einst Harrys große Liebe. "Koma", der 10. Fall für Kommissar Harry Hole beginnt dort, wo der Vorgänger aufgehört hatte. Worum geht es?

Der pensionierte Polizist Erlend Vennesla wird brutal ermordet. Genau an derselben Stelle, an der zehn Jahre zuvor ein Mädchen vergewaltigt und getötet wurde. Ein Zufall? Ein weiterer, bizarrer Mord geschieht. Aber erst als eine gute Freundin und Kollegin von Harry grausam zerstückelt wird, ist klar, dass es sich um einen Polizisten-Mörder handeln muss. Doch wo liegt sein Motiv?

Nach etwa 200 Seiten wird die Geschichte dann richtig gut: Harry Hole betritt die Bühne! Er hat die Schüsse überlebt, den Polizeidienst quittiert und ist nun Dozent an einer Polizeihochschule. Inzwischen ist er trockener Alkoholiker und wieder mit Rakel zusammen.

"Koma" ist für mich der beste Harry Hole aller Zeiten: sehr persönlich und höchst emotional. Highlights und Downlights liegen hier ganz dicht beieinander. Irgendwie scheinen sich der Autor und seine Hauptfigur im Laufe der Jahre immer ähnlicher geworden zu sein, nicht nur äußerlich: Typ "harter Kerl mit weichem Kern". Für alle, die die Serie bisher nicht kennen, ist im Anhang ein Personenverzeichnis beigefügt.

Jo Nesbø ist nicht nur Schriftsteller, sondern auch Musiker und lebt in Oslo, genau wie sein Protagonist Harry Hole. "Koma" wäre ein würdiger Abschluss der Reihe, es sei denn, der Autor hat noch mehr mit Harry vor? Warten wir's ab!
c-bird zu »Jo Nesbø: Koma« 13.11.2013
Der beste Harry Hole aller Zeiten!

Nach all den fantastischen und superspannenden Harry-Hole Büchern fragt man sich, ob eine Steigerung des Autors überhaupt noch möglich ist. Jetzt, nachdem ich „Koma“ geradezu verschlungen habe, ist die Frage ganz eindeutig zu beantworten: Ja, es ist möglich!
Zwei Polizisten werden ermordet. Beide an Orten, an denen bereits früher jeweils ein junges Mädchen vergewaltigt und anschließend ermordet wurde. Die ermordeten Polizisten waren damals an den Ermittlungen beteiligt, die Fälle wurden jedoch nie aufgeklärt. Und dann wird ein dritter Polizist ermordet…
Gleichzeitig liegt ein Koma-Patient streng bewacht im Krankenhaus. Ist es Harry Hole, der da liegt? Leider haben viele meiner Vorredner bereits das Geheimnis gelüftet: Nein, Harry lebt und hat sich aus dem Polizeidienst zurückgezogen und unterrichtet an der Polizeihochschule. Doch ist er auch bereit an den ungeklärten Fällen aktiv mitzuarbeiten?
Koma knüpft eindeutig an den Vorgänger „Die Larve“ an. Man muss den Vorgänger nicht unbedingt gelesen haben, um die Handlung zu verstehen, dazu wird genug erklärt. Allerdings verrät „Koma“ doch recht viel über „Die Larve“, ein Lesen in der chronologischen Reihenfolge ist daher empfehlenswert.
Wie immer wird man von Jo Nesbø auf falsche Fährten geschickt und erlebt in dem Buch Wendungen und Überraschungen. Spannend vom Anfang bis zum Ende, dazu noch temporeich. Die Atmosphäre ist dicht, Figuren und Ereignisse so beschrieben, dass man sich alles bildhaft vorstellen kann. Und Jo Nesbø wäre nicht Jo Nesbø, wenn in seinen Romanen nicht immer ein klein wenig Gesellschaftskritik mitschwingen würde. Das finde ich immer das i-Tüpfelchen an seinen Romanen.
Alles in allem ein Top Kriminalroman. Unbedingt lesen!!
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Marius zu »Jo Nesbø: Koma« 10.11.2013
Er ist wieder da

Immer noch ein bisschen sprachlos sitze ich hier – hinter mir liegt ein Lesemarathon. Innerhalb von zwei Tagen habe ich das neue Buch „Koma“ von Jo Nesbo ausgelesen und bin noch etwas geplättet.
Wohl auf kein Buch habe ich mich dieses Jahr so gefreut wie auf dieses – nachdem ich in der Vorschau las, dass es mit Harry Hole weitergehen würde (was ja – ohne hier zu viel verraten zu wollen – am Ende von „Die Larve“, dem Vorgängerbuch, durchaus fraglich war).

Es ist schwierig, über dieses Buch zu schreiben und dabei Spoiler zu vermeiden. Die Handlung schlägt Volten, geschickt spielt Nesbo mit den Erwartungen des Lesers, führt ihn in Sackgassen und legt falsche Fährten.
In Oslo sterben an Schauplätzen ungelöster Verbrechen Polizisten, die damals mit der Aufklärung der Morde beauftragt waren. An den Tatorten gibt es keinerlei Hinweise und die Polizei tappt im Dunkeln.
Der Mann, der helfen könnte wäre der legendäre Harry Hole, der einzige norwegische Kommissar mit der Erfahrung bei der Ermittlung von Serientätern. Doch dieser ist nach den Ereignissen aus „Die Larve“ von der Bildfläche verschwunden.
Währenddessen liegt im Krankenhaus in Oslo auf der Intensivstation bewacht und abgeschottet ein Mann, der mit seinem Wissen den Mächtigen belasten könnte.

Man muss nicht zwingend die Vorgängerbücher aus der Feder Jo Nesbos gelesen haben, allerdings potenziert sich das Lesevergnügen, wenn man wenigstens „Die Larve“ vorher gelesen hat. Zahlreiche Fäden aus diesem Buch werden in „Koma“ wieder aufgegriffen, verknüpft und weiterentwickelt.
Das Buch ist ein großes Knäuel an Spuren und Personen, die dem Polizistenmörder auf die Spur kommen wollen. Sinnvoll ist deshalb auch das angehängte Personenverzeichnis, das einen Überblick über die wichtigsten Protagonisten aus dem Harry-Hole-Kosmos gibt.
Meisterlich, wie Nesbo an mehreren Stellen dem Leser im Dunkeln tappen lässt, die Spekulationen des Lesers zerschlägt und unerbittlich an der Spannungsschraube dreht.
Für schwache Mägen ist „Koma“ allerdings auch nichts: Nesbo geizt nicht mit expliziten Szenen und verlangt dem Leser stellenweise einiges ab. Dennoch ein derart fesselndes Buch, das man darüber gerne hinwegschauen mag!

Nach „Koma“ habe ich nur einen Wunsch: Bitte zeitig mehr davon!


Hier zur besseren Übersicht noch einmal alle Fälle Harry Holes in chronologischer Reihenfolge:
1.) Der Fledermausmann
2.) Kakerlaken
3.) Rotkehlchen
4.) Die Fährte
5.) Das fünfte Zeichen
6.) Der Erlöser
7.) Der Schneemann
8.) Der Leopard
9.) Die Larve
10.) Koma
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