Die Larve von Jo Nesbø

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2011 unter dem Titel Gjenferd, deutsche Ausgabe erstmals 2011 bei Ullstein.
Ort & Zeit der Handlung: Norwegen / Oslo, 1990 - 2009.
Folge 9 der Harry-Hole-Serie.

  • Oslo: Aschehoug, 2011 unter dem Titel Gjenferd. 352 Seiten.
  • Berlin: Ullstein, 2011. Übersetzt von Günther Frauenlob. ISBN: 978-3-550-08873-5. 352 Seiten.
  • Berlin: Ullstein, 2012. Übersetzt von Günther Frauenlob. ISBN: 978-3-548-28493-4. 576 Seiten.
  • [Hörbuch] Hamburg: Hörbuch Hamburg, 2011. Gesprochen von Achim Buch. gekürzt. ISBN: 978-3899032475. 6 CDs.

'Die Larve' ist erschienen als HardcoverTaschenbuchHörbuchE-Book

In Kürze:

Nach drei Jahren in Hongkong kehrt Kommissar Harry Hole nach Oslo zurück. Der Prozess zu einem inzwischen abgeschlossenen Fall lässt ihn nicht los. Ein Jugendlicher wurde wegen Mordes verurteilt, es gilt als erwiesen, dass er einen gleichaltrigen Drogendealer im Streit erschossen hat. Doch Harry Hole glaubt nicht an diese einfache Geschichte und rollt den Fall gegen alle Widerstände noch einmal auf. Er besucht den angeblichen Mörder im Gefängnis – und ist schockiert, als er sieht, wen er vor sich hat.

Das meint Krimi-Couch.de: »Drogen, Morde und persönliche Tragik« 95°Treffer

Krimi-Rezension von Andreas Kurth

Harry Hole ist endgültig aus dem Polizeidienst ausgestiegen und lebt jetzt als Geldeintreiber in Hongkong. Drei Jahre nach seinem letzten Fall in Norwegen erreicht ihn der Anruf einer befreundeten Kollegin. Oleg, der Sohn von Harrys großer und einziger Liebe Rakel, sitzt in Untersuchungshaft. Er soll einen Freund aus dem Drogen- und Dealer-Milieu erschossen haben. Alle Indizien sprechen dafür, dass Rakels Sohn der Killer ist. Aber Harry Hole glaubt nicht an die scheinbar einfache Lösung des Falles. Er fliegt nach Oslo, um den Mörder zu finden und seiner geliebten Rakel den Sohn zurück zu geben. Vieles hat sich in den drei Jahren seiner Abwesenheit verändert, einiges ist aber auch gleich geblieben. Harry nutzt alte Kontakte und Beziehungen, und kommt so der Lösung des Falles schnell näher. Mehr als einmal muss er dabei Anschlägen auf sein Leben entgehen –  um schließlich Erkenntnisse zu gewinnen, die ihn zutiefst erschüttern.

Wie gelingt es Jo Nesbø nur immer aufs Neue, seine Leser gleich von der ersten Seite an zu fesseln? Eine sicherlich schwierig zu beantwortende Frage. Aber ein Teil des Erfolges dürfte in der Figur des Ermittlers begründet liegen. Harry Hole ist mittlerweile eine echte Kult-Figur. Vergleiche fallen mir auf den ersten Blick nur aus dem TV ein: Inspektor Columbo im Knittermantel und Theo Kojak mit dem Lolli. Das waren ähnlich knorrige, unverwechselbare Figuren. Hole ist ein vergleichbarer Typ. Legendär in seinen Methoden und Fähigkeiten, eine Reizfigur, bei Freund und Feind respektiert, gefürchtet – und manchmal sogar verhasst.

Auch in Die Larve gibt er wieder den einsamen Wolf, der gegen alle Widerstände nach der Wahrheit sucht. Dabei muss Harry mehrfach Kopf und Kragen riskieren. Aber das nimmt er alles in Kauf – und hier kommt mal wieder der weiche Kern des Helden zum Vorschein – um seiner großen Liebe Rakel zu helfen. Zärtliche Erinnerungen an vergangene Zeiten treiben ihn immer wieder vorwärts, und als er Oleg das Leben rettet, und der ihn daraufhin als »Papa« anspricht, droht dem »harten Hund« Harry Hole das Herz zu schmelzen. Der Autor präsentiert seinen Protagonisten einmal mehr als hochgradig ambivalente Persönlichkeit. Im Grunde seines Herzens ein Familienmensch, der sich nach Geborgenheit im Kreise seiner Lieben sehnt. Auf der anderen Seite der erfahrene Polizist, unbeugsam und geradezu fanatisch bei der Wahrheitsfindung. Und dabei stehen ihm nicht nur die Erinnerungen an frühere Fälle und seine Alkoholsucht im Weg, sondern auch weitere Widersprüche in seiner Persönlichkeitsstruktur.

Der Zeitsprung von drei Jahren – man könnte von einer Rückkehr des Harry Hole aus der Vergessenheit sprechen – gibt Jo Nesbø die Möglichkeit, aktuelle Veränderungen in Oslo einzuflechten. Die Drogenszene hat sich gewandelt, Holes alter Rivale Mikael Bellman hat weiter Karriere gemacht. Es gibt Korruption in der Politik und bei der Polizei. Harry nimmt die neue Situation ebenso staunend wie verärgert zur Kenntnis, hat angesichts der Dynamik der Ereignisse jedoch keine Chance, darüber nachhaltig zu reflektieren. Es wird aber mehr als deutlich, dass dem alten Haudegen viele Dinge überhaupt nicht in den Kram passen. Hole schiebt das alles zur Seite und entwickelt wieder seinen bekannten Tunnel-Blick. Und wie eine Katze scheint er mehrere Leben zu haben, mehrfach wird es ziemlich eng für ihn.

Die Larve ist gewissermaßen eines der persönlichsten Bücher aus der Harry-Hole-Reihe. Der Leser erhält tiefe Einblicke in das Seelenleben des Protagonisten. Wie weit diese Einblicke gehen, kann aus dramaturgischen Gründen nicht verraten werden. Aber der Autor hat hier einmal mehr eine echte Glanzleistung als Erzähler abgeliefert – ob dieser Roman der bisher beste von Jo Nesbø ist, muss jeder Leser auf seiner ganz persönlichen Skala einjustieren.  Die Geschichte berührt beim Lesen weitaus stärker, als man es erwarten würde. Auf jeden Fall gehört das Buch in die erste Reihe der Werke des norwegischen Schriftstellers – eine echte Granate, die man nicht mehr aus der Hand legt, wenn einen die Geschichte beim Lesen erst einmal gefesselt hat.

Andreas Kurth, Oktober 2011

 

Ihre Meinung zu »Jo Nesbø: Die Larve«

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trafik zu »Jo Nesbø: Die Larve« 10.07.2017
Ich bin ein großer Fan der Krimis um Harry Hole. Dieser war aber eher mittelmässig.
Vorallem der Anfang ist sehr mühsam. Langatmig und unrealistisch.
Natürlich bleibe ich nachwievor ein Fan von Harry. Jeder Autor hat einmal einen schlechteren Tag. Nach so vielen sehr guten bis Weltklasse Krimis ist das schon einmal gestattet.
Bin schon aufs nächste Buch gespannt.
Annemarie Puttfarcken zu »Jo Nesbø: Die Larve« 02.03.2017
Ich war aufgrund der vielen positiven Bewertungen neugierig und lese gerade "die Larve". Nach nahezu 150 Seiten habe ich nun genug von der unrealistischen Darstellung des Harry Hole. Hier wird ein Polizist dargestellt, der einbrechen, töten, täuschen und mit allen illegalen Tricks arbeitet, die im Polizeidienst so sicherlich nicht möglich sind. Kalle Blomquist hatte ich schon in meiner Kindheit, Rambo in meiner Jugend und einen weiteren Superhelden muss ich mir nun nicht mehr antun - weg mit dem Mist.
darts zu »Jo Nesbø: Die Larve« 19.10.2014
Das gebundene Buch vom Ullstein-Verlag spricht bereits mit seiner Aufmachung an. Ein weißer SU mit einem Schmetterling und dem Titel: Die Larve

Es handelt sich um den neunten Fall des ehemaligen Polizisten Harry Hole. Dieser war drei Jahre in Hongkong, mitlerweilen trocken und ganz gut erholt. Dort arbeitet dieser als Geldeintreiber und wollte eigentlich nicht mehr zurück nach Oslo. Aber als er von einer ehemaligen Kollegin Bescheid bekommt, dass der Sohn(Oleg) seiner großen Liebe Rakel im Gefängnis sitzt und des Mordes an einem anderen Junkie verdächtigt wird kommt er zurück und findet Oslo (die teuerste Stadt der Welt) neu gestaltet (Oper) vor und trotzdem ist alles beim Alten.

Der zweite Erzählstrang (in kursivem Druck) erzählt die letzten Minuten des erschossenen Junkies in Ichform, wie er seinem Vater in Gedanken sein Leben und seinen Tod erklärt.

Es ist ein typischer Harry Hole Krimi und an den Stellen, in denen H.H. vorkommt auch sehr spannend.

Das Drogenmileu wird sehr ausführlich beschrieben. Meiner Ansicht nach zu ausführlich. In abgeschächter Form hätte ich das Buch besser lesen und 'genießen' können.

Der Schluß macht jetzt schon neugierig, ob es noch einen zehnten Fall gibt.
James_Blond zu »Jo Nesbø: Die Larve« 06.08.2014
Die Larve erfüllt für Harry-Hole-Fans alle Erwartungen: Spannung, Action, Wendungen, Geschwindigkeit, Erzählstil, etc.

ABER: Die Geschichte ist für meinen Geschmack zu sehr konstruiert, hanebüchen und völlig realitätsfern. Harry zieht im Stile eines typischen US-Blockbuster-Super-Mega-Heros eine Spur der Verwüstung durch Oslo. Ist schwerst verwundet, flickt sich selbst zusammen, und offensichtlich unsterblich. Harry taumelt tagelang schwer gezeichnet (Narben, Wunden, verdreckte Kleidung, etc.) durch die Straßen Oslos und die nach ihm fahndende Polizei findet ihn nicht. Von einem Skandinavien-Krimi erwarte ich mir eigentlich anderes. Wenn ich von einem "Ich-allein-gegen-das-Böse-Helden" lesen will, greife ich zu US-Literatur.

Was in den Kommentaren unten noch nicht erwähnt wurde. Harry ermittelt als Privatperson (!!) und begeht dabei Grabschändung, Einbrüche, verübt einen Mord, einen Totschlag, bringt jemanden in Notwehr um, übt Selbstjustiz in Form von Freiheitsentzug und Nötigung zum Selbstmord, und bricht versiegelte Tatorte auf. Das norwegische Rechtssystem scheint für einen Mann wie Harry wohl nicht zu gelten. Keine Spur mehr von Antiheld. Nesbo hat Harry zu einem Rambo-Terminator-Wild-West-Cowboy gemacht, der meiner Meinung nach im europäischen Wertesystem keinen Platz hat. Auch bei Headhunter hat sich Nesbo diesbezüglich schon schwer vergriffen, indem er seine Hauptfigur trotz mehrmaligen Rechtbruchs letztlich ungeschoren davonkommen lässt.

Der Gipfel: Am Ende des Buches sagt Hole zum Täter: "Damit du deine gerechte Strafe (Anm. vor Gericht) bekommst". Lächerlich. Harry selbst hat in diesem Krimi mehrmals Selbstjustiz (inkl. Mord) vollzogen und gibt sich am Ende gesetzes- und prinzipentreu.

Mal sehen, was der nächste Band "Koma" zu bieten hat. Nach "Headhunter" und "Larve" ist Nesbo für mich jedenfalls angezählt.
Margot zu »Jo Nesbø: Die Larve« 27.06.2014
Auf Seite 171 schmeiße ich das Handtuch. Dieses wirre und zudem langweilige Geschreibsel ist ermüdend und macht so gar keine Lust auf mehr. Und was soll eigentlich diese total diffuse Beziehung zwischen Harry und Räkel, die sich durch sämtliche Bücher zieht. Ich habe das Buch im secondhand gekauft (2€) und da gehts auch wieder hin. Mehr ist es auch nicht wert.
Lucky1958 zu »Jo Nesbø: Die Larve« 11.04.2014
Ich habe alle bisherigen Teile gelesen, aber von der anfänglichen Begeisterung ist wenig geblieben. Bei "Schneemann" und "Leopard" wurden mir die Klischees und unrealistischen Darstellungen eigentlich schon zu viel, habe aber die "Larve" noch angefangen. Nach ca. 100 Seiten war es dann aber gut, irgendwo wiederholt sich alles...
Nina zu »Jo Nesbø: Die Larve« 20.08.2013
Mein erstes und letztes Mal, dass ich versucht habe, einen Nesbö zu lesen. Ich kann den Hype einfach nicht nachvollziehen, der um diesen Krimi gemacht wird. Ich fühlte mich an eine krampfhaft ernst gemeinte Version von "Ritter der Kokosnuss" erinnert, dem Film, in dem ein Ritter, dem beide Arme und Beine abgetrennt wurden, seinen Gegner anbrüllt: "Unentschieden! Feigling! Kämpfe weiter!" So in etwa geht es auch im Finale dieses Krimis zu. Völlig konstruiert und unrealistisch. Da steige ich aus.
Peter Wagner zu »Jo Nesbø: Die Larve« 22.05.2013
Liebe Harry Hole Fans
Ich habe gerade mal auf die Hompage von Jo Nesbö geschaut und offenbar kommt am 6. Juni in Norwegen der neue Harry Hole mit dem Titel Politi (Polizei) raus .
Damit dürten die Spekulationen, ob oder wie es weitergeht beendet sein.
Hoffentlich müssen wir in Deutschland nicht so lange auf die Neuerscheinung warten !
Herbert Otteneder zu »Jo Nesbø: Die Larve« 24.04.2013
zu Jo Nesbo: Die Larve
Ich kann Herrn Hutzler nur zustimmen: Furchtbar langatmig die verworrenen, kursiv eingeschobenen Passagen des Gusto. Es hat bei mir ziemlich lange gedauert, bis ich überhaupt gemerkt habe von wem da eigentlich die Rede ist. Die ganze Story ist sowas von konstruiert, unwirklich und nicht zuletzt ob der langen Passagen mit einer Art Stimmungsbild der Drogenscene langweilig.
Karl-Heinz Hutzler zu »Jo Nesbø: Die Larve« 17.02.2013
Ich bin enttäuscht von diesem "Spiegel-Bestseller". Vor allem stören mich die immer wieder (kursiv) eingeschobenen Gedanken des sterbenden Junkies der einer Ratte den Weg zu ihren Jungen versperrt und die konstruierten absolut unrealistischen Ereignisse: Da kommt jemand ums Leben, weil er zufällig von einem Bohrer auf der anderen Mauerseite getroffen wird. Und wie kommt eigentlich der Titel zustande? Ziemlich wirre Sache!
Harald Faisst zu »Jo Nesbø: Die Larve« 31.01.2013
Leider wurde im Vorkommentar das Ende bereits offenbart. Schade, damit wurde sicher einigen Lesern die Spannung genommen.

"Die Geschichte ist schlüssig konstruiert, spannend und das Lesevergnügen enorm. Am Schluss erwartet den Leser eine sehr überraschende Wendung", so der Schlusssatz meiner Rezension. Man muss ja nicht gleich alles verraten :)

http://buchundebook.blogspot.de/2012/11/harry-holes-9-und-letzter-fall-die.html
Dr. Dieter Rohnfelder zu »Jo Nesbø: Die Larve« 05.01.2013
Da schon sehr viel geschrieben wurde, kann ich mich den positiven Bewertungen anschließen (ich gebe 95 Punkte). Zu der häufig gestellten Frage, ob Harry Hole überlebt, kann nur festgestellt werden, dass sich Jo Nesbö beide Optionen offenhehalten hat. Harry hat mehrere Schussverletzungen in der Brust (eine "in Richtung Herz") und im Kopf, so dass sein Tod nachvollzioehbar wäre. Andererseits spürt die Ratte sein Herz schlahen (wenn auch schwach), daher könnte er überleben, wenn er schnell gefunden und medizinisch behandelt wird. Also: alles offen bis zum nächsten Buch...
Lisander zu »Jo Nesbø: Die Larve« 30.10.2012
Was sich der Verlag bei diesem Titel gedacht hat, würde ich ja schon mal gerne wissen - ein einziges Mal fällt im Buch das Wort "Larve", und dort wirkt es so, als wäre es reingeschmuggelt worden, um den Titel auf obskure Weise zu rechtfertigen. "Gespenst" oder "Phantom", was "gjenferd" ja eigentlich heißt, war dem Verlag vielleicht zu platt oder zu ausdruckslos? Na ja, gibt ja Wichteres - den Inhalt.

Es ist schon länger her, dass ich einen Nesbø gelesen habe, und es war einfach wundervoll, Harry Hole wieder zu begegnen. In der Tat wird es sehr persönlich, und an diesen Stellen hat mich das Buch auch sehr gefesselt. Zwischendurch ist es aber auch arg unrealistisch. Ein bisschen Übertreibung gehört dazu, klar, aber ein bisschen weniger dick hätte Nesbø hier und da schon auftragen können. Obwohl mir das Thema (Drogensumpf) an sich eher unsympathisch ist, habe ich den Roman recht flott durchgelesen. Ob es mein Lieblings-Nesbø ist, kann ich nicht sagen, aber es ist auf jeden Fall ein sehr guter.

Und wenn jetzt vielleicht noch in einer späteren Auflage die norwegische Transkribierung der russischen Wörter durch die deutsche ersetzt werden könnte, würde ich über den bescheuerten Titel glatt hinwegsehen.
JuleusW zu »Jo Nesbø: Die Larve« 05.10.2012
Nun habe ich die „Larve“ durch und bin mir immer noch unschlüssig, wie ich ihn finde. Nein, der Beste von Nesbo ist das nicht, aber die typische lakonisch-dichte Erzählweise reißt einen mit und die Geschichte entwickelt sich schlüssig. Die Figuren sind sehr gut gezeichnet, spannend ist das Buch auch, also – kam mir beim Lesen so in den Sinn – deutlich mehr als die übliche Krimi-Hausmannskost. Mich hat zwar die Atmosphäre des Buches etwas gestört, auch die Tiergeschichte – das sagt aber nicht unbedingt etwas über die Qualität des Buches. Im mittleren Teil gab es ziemliche Längen, aber auch das ist schließlich nicht entscheidend. Vielleicht ist mein wesentlicher Vorbehalt, dass ich gewisse Parallelen zu dem m.E. total verunglückten „Head Hunter“ sehe, als Neigung (mehr nicht !) zu oberflächlicher, unglaubwürdiger Effekthascherei. Dazu gehören die vielen Tötungsmethoden einschließlich des Bohrers … Dazu gehört eigentlich auch die Beziehungsgeschichte und ihr Verlauf gegen Ende, dazu gehört die Tunnelgeschichte – wer soll das denn glauben ? – und wenn die Interpretation der hier in den Kommentaren erwähnten Andeutung am Ende zutrifft, auch dieses. Das würde mich beinahe enttäuschen. Eigentlich hat der Autor das alles gar nicht nötig und könnte sich mehr auf seine Story und sein Erzählkönnen und seine Charaktere verlassen. Alles in allem etwas zwiespältig.
Eglfinger zu »Jo Nesbø: Die Larve« 24.09.2012
Dieser Nesbø ist der beste. Man muss zwar die vorherigen 8 Bücher von ihm gelesen haben um die einzelnen Charaktere zu verstehen, aber wer Nesbø liest der hat bestimmt auch die 8 davor von ihm gelesen. Bis zum Ende spannend und immer wieder überraschend und das Ende hat es in sich. Man hat keine Ahnung wie es in Zukunft weitergeht. Eigentlich will ich grundsätzlich nicht mehr als 90 Punkte geben, denn ich habe immer Hoffnung, dass es noch besser geht, aber hier mach ich mal ne Ausnahme und gebe 95 von 100 Punkten. Absolut empfehlenswert, wie auch die ganze Serie.
Crazy zu »Jo Nesbø: Die Larve« 07.08.2012
Für mich war "Die Larve" der berührendste Teil der Harry Hole Reihe. Vom ersten Band an hat Jo Nesbo Menschen, Ereignisse - das Leben so deutlich und menschlich beschrieben und obwohl Hole kein Held ist wird man auf "seine" Seite gezogen.
Ich bin nach wie vor fasziniert wie Nesbo von Band 1 an die Figur Hole aufgebaut hat, wie er mich dazu gebracht hat bei Band 9 nochmals über Vorkommnisse aus Band 2 nachzudenken.
simsa zu »Jo Nesbø: Die Larve« 01.08.2012
Nachdem Harry Hole sich nun in Hongkong niedergelassen hat, erreicht ihn die Nachricht, dass sein Stiefsohn Oleg in Oslo festgenommen wurde und des Mordes beschuldigt wird. Kurzerhand verlässt Harry Hongkong um einen Besuch in der alten Heimat abzustatten. Denn was ist mit Oleg passiert? Wie ist er in diese Situation geraten? Und kann Harry ihm helfen?
„Die Larve“ ist nun bereits der 9. Fall für Harry Hole und ich bin so begeistert wie noch nie. Zwar kenne ich selber lediglich den ersten Teil und den Vorgänger zu diesem Buch, aber ich mag diesen Antihelden, der alles andere als ein normaler Polizist ist und sein eigenes (nicht gerade kleines) Päckchen zu tragen hat.
Harry ist eine wunderbare Romanfigur, die überhaupt kein Vorbild ist, an der man als Leser aber kleben bleibt.

So auch in diesem Fall, der mich sofort gefesselt hat. Dies liegt wohl auch an der Art wie dieser Krimi gestartet ist, denn es gibt hier eine zweite Erzählstimme, die aus der Ich-Perspektive berichtet und die ich selber immer weiter verfolgen musste, wobei schnell klar ist um wen es sich dabei handelt. Dies ist aber durchaus beabsichtigt und sehr schlau gemacht.

Und langsam, aber sicher wird es wieder eng für Harry, denn er legt sich mit einer sehr mächtigen Person in Oslo an, die viele Helfer und „Freunde“ hat.

Der Schreibstil von Jo Nesbø ist sicherlich sehr eigen und bestimmt nicht für jeden Krimi-Fan etwas, trotzdem kann ich diese Reihe empfehlen, auch wenn der erste Fall noch nicht komplett überzeugen kann. An meiner Reaktion zu „Die Larve“ erkennt man aber, es wird besser und besser.

Auch wenn bei einem 9. Fall einige Vorkenntnisse nicht schlecht wären (die ich ja auch nicht komplett habe), dieses Buch ist ein sehr spannender und empfehlender Krimi, der Fans von Jo Nesbø mal wieder schlaflose Nächte bereiten wird.

http://kleeblatts-buecherblog.blogspot.de/2012/08/jo-nesb-die-larve-von-corinna.html
TheMamba zu »Jo Nesbø: Die Larve« 18.07.2012
Gestern bin ich nach fast zwei Monten fertig mit 'Der Larve' geworden. Anfänglich, muss ich gestehen, war ich sehr enttäuscht von dem lang erwarteten Buch. Es zog sich irgendwie ins Unermessliche und ich kam, wie oben bereits erwähnt, überhaupt nicht voran.
Die letzten zweihundert Seiten habe ich dann jedoch in zwei Tagen weggelesen, weil Jo Nesbo doch noch einmal sein ganzes Können bewies.

Trotz des trägen Auftaktes zu Harry Holes letztem Fall kann ich den Roman natürlich nur weiter empfehlen, denn für die fantastischen letzten 200 Seiten lohnt es sich, sich durch die ersten 360 durchzukämpfen.
KleineSonne zu »Jo Nesbø: Die Larve« 26.04.2012
Zu der Handlung an sich ist hier ja schon genug geschrieben worden.

Ich bin ein großer Nesbo Fan, und habe alle Bücher der Harry-Hole-Reihe mit Begeisterung gelesen.

Ob ich von diesem Buch begeistert bin, kann ich allerdings gar nicht sagen.

Die Bücher der Reihe zeichnen sich ja nun alle nicht gerade durch ihre positive , hoffnungsvolle Stimmung aus und genau das macht ja auch ihren Reiz aus, aber "Die Larve" spielt nochmal in einer ganz anderen Liga, wie ich finde. Das Buch hat mich lange nicht mehr losgelassen in seiner Tragik.

Die Protagonisten sind einem über die Jahre ja durchaus ans Herz gewachsen, fast wie Freunde. Und hier zeigt sich , dass man sich auch in Freunden täuschen kann.

"Die Larve" ist wie alle Nesbos durchaus spannend,sogar fesselnd, aber Alles in Allem doch noch desillusionierender als die Vorgänger.

Trotzdem oder gerade deswegen eine uneingeschränkte Leseempfehlung meinerseits an alle Harry Fans..
Georg Babetzky zu »Jo Nesbø: Die Larve« 29.02.2012
Bin grade durch mit der 'Larve' (leider unpassender Titel!) und wieder mal begeistert. Seit dem 1. Fall von Harry Hole lese ich jeden Band mit wachsender Begeisterung. Jo Nesbo zieht einen so stark in seine Erzählungen herein, das schaffen außer ihm nur wenige und man verzeiht die ein oder andere (brutale) Übertreibung nur zu gern. Er lässt es wieder ordentlich krachen und zieht alle Register, selbst aus der Sicht einer Ratte, klasse! Hoffentlich geht es weiter, das Ende lässt hoffen (oder nicht)?!
heike strate zu »Jo Nesbø: Die Larve« 22.02.2012
„Das Gesicht unter dem Hut – es war wie eine alte, zerfurchte Landschaft mit einer kräftigen Nase, großen Ohren und zwei überraschend blauen, reinen, ja unschuldigen Augen. Die unschuldigen, blauen Augen eines Neugeborenen, das noch nicht der Vergebung der Sünden bedurfte.“ Wer sicher wissen will, wer am Ende des neuesten Harry-Hole-Krimis von Jo Nesbo überlebt, der sollte bei der Lektüre der 561 ausnahmslos spannenden Seiten genau aufpassen, auf wen diese Beschreibung passt. Mehr wird nicht verraten über den Ausgang einer Nesbo-typischen Jagd nach der Wahrheit über den Tod eines 17jährigen Junkies im Herzen Oslos, der angeblich von Harrys Ziehkind Oleg getötet worden sein soll. Und so ungeheuerlich wie dieser Verdacht, so unumgänglich ist das Eingreifen des ehemaligen Kripo-Ermittlers Harry Hole, der extra deswegen aus seiner neuen Heimat Hongkong einfliegt. Denn er kann seine große Liebe Rakel, Olegs Mutter, und ihren Sohn niemals vergessen. Und weil nicht sein kann, was nicht sein darf, ermittelt er, um die Unschuld von Oleg zu beweisen. In seinem neuesten Roman „Die Larve“ bedient sich Jo Nesbo verschiedener Erzählstränge, die den Leser von der ersten bis zur letzten Seite fesseln. Es ist ein vielschichtiger Roman, der nicht nur die grausame Karriere von Drogensüchtigen und Dealern brutal und beängstigend authentisch beleuchtet. Es ist auch eine große Geschichte über Liebe: Mutterliebe, Vaterliebe, Liebe zwischen Mann und Frau und der vermutlich größten Liebe überhaupt, nämlich der, die Junkies für ihr Rauschmittel empfinden. Doch trotz der Ernsthaftigkeit des Themas und der filmischen Bildhaftigkeit von Morden und Toten gibt es auch Passagen zum Schmunzeln. So agiert Harry Hole zum Beispiel wie ein Comic-Held, als der Auftragskiller ihm (fast) die Kehle durchschneidet, dieser dafür durch einen Korkenzieher stirbt, und die klaffende Wunde kurzerhand auf dem Hotelzimmer selbst genäht und mit Klebeband verbunden wird. Bei aller Heldenhaftigkeit stellt sich jedoch die Frage, ob der beliebte Ermittler auch in Zukunft seiner Fangemeinde erhalten bleibt. Denn dies ist nach 559 Seiten nicht so wirklich klar, es sei denn, er ist „Das Gesicht unter dem Hut …“.

Von Heike Strate


„Die Larve“ von Jo Nesbo, erschienen bei Ullstein, ISBN-Nr. 978-3-550-08873-5, € 21,99
Tine zu »Jo Nesbø: Die Larve« 06.02.2012
Ich habe während ich krank war mit Nesbø begonnen auf Empfehlung meiner Schwägerin. Ich habe mich dann von Band 1 bis zum Ende der Larve durchgelesen und habe richtige Entzugserscheinungen.
Nesbøs Harry Hole wächst einem richtig ans Herz, und ich kann verstehen, dass die Frauen in ihn verlieben, bin ja selbst eine. :-)

Aber was diesen Nesbø angeht, er ging mit ans Herz, machte mich melancholisch, warum, das kann ich nicht sagen, ich will ja nichts verraten.

Aber wie einige hier schon sagten, die deutschen Titelübersetzungen sind teilweise hanebüchen, warum hat man es nicht bei "Phantom" gelassen. Das ist der Titel und passt auch.
theili zu »Jo Nesbø: Die Larve« 18.01.2012
Der BESTE!
Ich bin soch seit "Der Fledermausmann" von Jo Nesbø und Harry Hole begeistert. Doch mit diesem Buch hat Nesbø die Messlatte hoch, sehr sehr hoch gelegt.
Für Nesbø und die anderen Krimi-Autoren wird es schwierig werden, "Die Larve" zu übertreffen.
Für mich der beste Krimi den ich je gelesen habe!

Danke Jo
antje zu »Jo Nesbø: Die Larve« 10.01.2012
Nicht so stark wie "Schneemann" oder "Leopoard", aber dennoch ein echter Nesbo! Unglaublich, was Harry Hole - der "Bruce Willis Norwegens" - alles erleiden muss und auf sich nimmt - aber so erwarten wir es ja und lesen es mit Schaudern und auch mit ein bisschen Genuss. Das Ende ist wirklich überraschend - und ich hoffe dringlich auf bestätigte Informationen, dass der Autor bereits eifrig am nächsten Harry-Hole-Band arbeitet!!
tieftag88 zu »Jo Nesbø: Die Larve« 04.01.2012
Mit Spannung erwartet.. mit großer Freude gelesen.. und am Ende mit Bedauern und hoffnungsvoller Erwartung auf eine Fortsetzung weggelegt.
Wieder einmal zeigt Jo Nebö seine außergewöhnliche Klasse in der anhaltenden Spannung und den gut gezeichneten Charaktern dieser Story.
Man trifft gute Bekannte wieder und fühlt sich beim Lesen wie "zuhause".
Mit Sjöwall/Walhöö ist Nesbö mein Favorit bei skandinavischen Krimis.
Stefan Koch zu »Jo Nesbø: Die Larve« 08.11.2011
Den vielen positiven Kommentaren kann ich nur vorbehaltlos zustimmen: eine super Psychologie, eine packende Spannung, eine klasse Story. Faszinierend wie die verschiedenen Fäden (auch aus vorherigen Bänden) zusammen geführt werden. Auch für mich der persönlich bewegendste Band der Harry-Hole-Reihe. Und keine gesellschaftlich-moralische Besserwisserei; keine ach-so-verfolgten-Gutmenschen, die von ach-so-schlimmen-Bösmenschen ach-so-gemein bedroht werden - wie in vielen anderen skandinavischen Krimis.
Gabi09 zu »Jo Nesbø: Die Larve« 07.11.2011
Hilfe!!!Das Buch ist beendet.Doch wie geht es weiter?Tolle Superspannende Story mit einem Cliffhanger vom feinsten.Warte nun wieder einmal gespannt auf die Fortsetzung. Ich habe dies Buch in 3 Tagen verschlungen.99% Absolut zu empfehlen und lesenswert.Hole ist eine Persönlichkeit und das ist auch gut so. Sicher ist es gut vorher die anderen Bücher der Reihe gelesen zu haben.
anyways zu »Jo Nesbø: Die Larve« 03.11.2011
Die Ermordung des 19 jährigen Norwegers Gusto Hanssen veranlasst Harry Hole aus seinem freiwilligen Exil in Hongkong zurück in die Heimat zu kehren.

Eine Reise in die eigene Vergangenheit und fataler Weise auch die Konfrontation mit der Vergangenheit und Gegenwart seiner Ex- Familie, denn seine Ex-Freundin Rachel und sein Ziehsohn, die nach dem „Schneemann“ nach Amsterdam flohen sind in der Zwischenzeit ebenfalls wieder nach Oslo zurückgekehrt.

Rachels Sohn Oleg ist Tatverdächtiger im Mordfall Gusto Hanssen und Harry setzt alles daran ihn zu entlasten. Einmal Bulle, immer Bulle. Von seinem ehemaligen Vorgesetzten Gunnar Hagen bekommt er grünes Licht, an diesem Fall zu ermitteln. Doch sein Wiederauftauchen in Oslo entgeht auch der Russenmafia nicht und so ist ein Auftragskiller auf Harrys Fersen.



Im Gegensatz zu den anderen Teilen der Harry-Hole- Reihe baut dieses Buch, ganz untypisch für Nesbo, nur langsam Spannung auf. Aus Sicht einer Ratte ( ein ganz ungewöhnlicher aber genialer Einfall), des im Sterben liegenden Gustos und Harrys wird die Geschichte um die fatale Beziehung zwischen den beiden jugendlichen Freunden, der Stiefschwester Gustos und Harrys Unvermögen seine Süchte auch in der Heimat zu kontrollieren und seinem unbändigen kriminalistischen Aufklärungsdrang reflektiert Die etwas schwachen Spannungsbögen am Anfang steigern sich ab der Mitte des Buches deutlich und man wird förmlich in einen Sumpf von Drogen, Gier und Prostitution gezogen, immer in der Hoffnung das sowohl Harry als auch Oleg dieses Drama einigermaßen glimpflich überstehen. Aber der Autor nimmt einem geschickt diese realitätsfernen Vorstellungen. Schlimmer noch er lässt auch den Leser völlig desillusioniert zurück.

Ein Krimi der etwas aus Nesbos üblichem Rahmen fällt, der trotzdem zu überzeugen weiß und den ich sehr empfehlen kann. Für Liebhaber der Harry-Hole-Reihe , so wie ich, ein unbedingtes Muss.
tedesca zu »Jo Nesbø: Die Larve« 02.11.2011
Ich finde es immer wieder faszinierend, mit wie wenigen Worten Nesboe ein ganzes Leben beschreiben kann. Und wie er den Leser über 560 Seiten hin an der Nase herumführt, nur um ihn am Ende völlig schockiert und ratlos zurückzulassen. Ein grandioser neunter Teil der Serie rund um den - mittlerweile Ex- Kommissar Harry Hole, der aus Hongkong zurückkehrt, um den Sohn seiner großen Liebe Rachel aus dem Gefängnis zu holen. Drogenbanden, Dealer und andere dubiose Gestalten kreuzen seinen Weg auf der Suche nach der Wahrheit. Dass Oleg einen Menschen erschossen haben soll, kann Harry einfach nicht glauben, und so rollt er in bekannter Manier ein Detail nach dem anderen auf. Bis er schließlich von einer Warhrheit überwältigt wird, die ihm nur noch einen Schritt offen lässt...

Ausgesprochen spannend, gut geschrieben, ein erstklassiger Thriller und ein unbedingtes Muss für die zahlreichen Harry-Hole-Fans, die schon sehnsüchtig auf eine Fortsetzung der Serie gewartet haben!
Jean Gabin zu »Jo Nesbø: Die Larve« 01.11.2011
Ich habe den kompletten Harry-Hole-Jo-Nesbo im Regal stehen. Die letzten drei Bände sogar als HC, weil ich die paperbacks einfach nicht abwarten konnte. - Will jemand meine Sammlung haben? Ich werde sie jetzt auf ebay verticken. Mir reicht's nämlich. Die Masche geht mir nämlich inzwischen voll auf den Senkel. Es hat gedauert, ja, denn Nesbo bringt seine Masche schon auf hohem Niveau. Eine Masche aber bleibt es und man durchschaut sie irgendwann und fühlt sich dann doch veräppelt. Die sogenannten "überraschenden Wendungen" etwa folgen immer dem gleichen Muster. Man braucht nur kurz auf die Dicke des Restseitenstapels zu gucken und weiß Bescheid: Klar, so ist es nicht, es kommt ganz anders. Jeder Trick wird irgendwann billig. Wenn man sich Nesbos Dramaturgie mal nüchtern anguckt, kann man auch schon vieles voraussagen. Mir ist diesmal schon nach max. der Hälfte klargeworden, wer der geheimnisvolle Oberbösewicht ist. Nein, nicht durch irgendwelche logischen Überlegungen, sondern einfach dadurch, dass es der berühmten überraschenden Wendung wegen nur die harmloseste und unwahrscheinlichste Figur sein konnte. Und genauso war es dann auch. - In diesem letzten Band sieht man mit voller Deutlichkeit, dass Harry Hole eine absolut überzogene Kunstfigur ist. Wo andere Autoren ihre Helden zu glücklichen Siegern stilisieren, muss Nesbo unbedingt eine total kaputte Figur konstruieren. Das eine ist so unlebendig wie das andere. Und das ganze Großstadt-Drogensumpf-Polizei-und-Politik-Korruptions-Zeug ist nur Tünche, keine echte Gesellschaftskritik. Es soll eben möglichst hard-boiled rüberkommen. Das ganze ist kalkuliert und designed. So richtig könnte ich mich über die Zeichnug weiterer Figuren in diesem letzten Band aufregen, z.B. über den nun 18-jährigen Oleg. Die blanke Willkür, auch bloß nach dem Motto, so schlimm wie möglich, das mögen meine Fans.
Nix mehr für mich!
1 von 3 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Baiba zu »Jo Nesbø: Die Larve« 31.10.2011
Unbestritten: der neue Nesbo ist für Fans ein Muss!!
Über weite Strecken fand ich das Buch wirklich klasse, erst zum Ende hin schleichen sich übertrieben action-film-artige Szenen ein, die einfach nur haarsträubend und nicht mehr nachvollziehbar wirken. Selbst für einen "Helden" wie Harry sind hier manche Handlungsabläufe zu überspitzt.
Dennoch hat die Geschichte mehr Tiefgang als seine Vorgänger und das Ende ist, ohne zu viel zu verraten, der absolute Hammer. Damit konnte man nicht rechnen. Und das wiederum liebe ich an Nesbo: die stets verblüffenden Wendungen.
Den deutschen Titel verstehe ich jedoch nicht so recht...warum bleibt man nicht bei dem Original, ins Deutsche übersetzt?? Aber das fragte ich mich bereits bei dem LEOPARD, der ja eigentlich "Panzerherz" hiess und sehr viel mehr Sinn ergab, als Leopard...
manni zu »Jo Nesbø: Die Larve« 26.10.2011
Grandios erzählt, von der ersten bis zur letzten Seite.
Wer Harry Holes Schicksal über all die Jahre (gelesen) verfolgt hat, kann sich dem Sog des Buches nicht mehr entziehen, so spannend erzählt Nesbo die neueste Geschichte und zum Schluss geht dann noch mal so richtig die Post ab. Klasse!
Ich leiste mir das HC, dieser Autor schreibt in der allerersten Liga der zeitgenössischen Krimiautoren, aktuell, aufrüttelnd, auch mit sehr leisen Untertönen, Nesbo ist ein toller Schriftsteller und Harry Hole eine umwerfende Hauftfigur. Weiter so!
95 Punkte1
bookorpc zu »Jo Nesbø: Die Larve« 22.10.2011
Die Larve, Harry Holes neunter Fall, holt ihn von Hongkong nach Oslo zurück.Inhalt: Zurück in Oslo beschäftigt sich Harry mit einem bereits abgeschlossenen Fall: ein Junkie und Dealer wurde von einen anderen erschossen. Da er an die Unschuld des Mörders glaubt, der ihm sehr viel bedeutet, versucht er den wahren Mörder auf eigene Faust zu stellen. Als Expolizist lässt er dafür seine alten Kontakte aufleben und erhält Insiderdetails und Hilfe. Aber da dieser Fall dem Kriminalamt unterstellt war, bleibt auch ein Besuch dort nicht aus. Diesem ist es nämlich gelungen das Drogenproblem in Oslo zu verkleinern. Aber Harry merkt schon bald, dass der Schein trügt und viele einen Vorteil davon hätten, den Mörder wie auch das Opfer zum Schweigen zu bringen.Meine Meinung: Seitdem ich den Leopard aus der Hand gelegt habe, fiebere ich auf diese Fortsetzung und ich muss sagen, ich wurde nicht enttäuscht. Jo Nesbø versteht es immer noch den Leser ab der ersten Seite bis zum Schluss zu fesseln und in die Welt von Harry Hole zu entführen. Gespannt verfolgt man jeden Schritt von Harry und am Ende kann man nur hoffen, dass es wieder eine Fortsetzung zu dieser Reihe mit enormen Suchtfaktor gibt. Ich denke, man hat auch schöne Lesestunden, wenn man die einzelnen Bände separat liest, aber mehr Spaß, wenn man die Verbindungen zu den vorherigen Fällen kennt bzw. die Entwicklung der einzelnen Charakter verfolgt. Wie immer viele Baustellen und Fakten, die am Ende zusammen finden und den Leser verblüffen.Fazit: Bei Jo Nesbø muss man sich überraschen lassen, in welche Richtung sich die Geschichte im Laufe der Zeit entwickelt, aber auf 100% Lesevergnügen darf man sich wieder freuen.
Sebastian Ellinghaus zu »Jo Nesbø: Die Larve« 21.10.2011
Der deutsche Romantitel für Nesbos "Gjenferd", nämlich " Die Larve ", sollte für den Leser erst einmal dechiffriert werden: "Gjenferd " bedeutet im Deutschen nämlich Gespenst, was im übertragenen Sinne auch "Larve" heißen kann - wenn man nämlich das altdeutsche Wort Larve als Gesichtsmaske versteht.

Doch zum Inhalt:

Schon die eingängliche Beschreibung des Sterbevorganges eines Osloer Junkies, der sich mit einer Schußverletzung quält und dabei von einer veritablen Ratte begleitet wird, ist gewohnt detailverliebt und dem Nesbo- Leser angenehm vertraut.

Zeitgleich landet unser bekannter Protagonist Harry Hole in Oslo (es empfiehlt sich, sowohl, „Der Schneemann“ als auch „Leopard“ gelesen zu haben, um den Hintergrund von Holes Abwesenheit und auch weitere Hintergründe im Verlauf des Falles zu verstehen) und findet ein Oslo vor, in welchem aus Sicht eines Polizisten und zur Zeit sauberen Junkies einiges neu aber doch nichts anders ist. Dirty Harry kommt, ganz standesgemäß, in ein dirty Oslo.

Noch auf der ersten Seite unterläuft dem Autor (oder dem Lektorat ?) allerdings schon ein schwerer Recherche-Patzer. Das Projektil des Kalibers 9x18 mm ("Kennern auch als Malakov bekannt") kann nur zu einer Waffe der Marke "Makarov" gehören. Den Namen Malakov trägt nach meiner Kenntnis hingegen eine Torte, die Malakoff- Torte eben. Leider wird dieser Fehler bis zum Ende durchgeschleift, obgleich auf S. 199 mit der richtigen Verwendung der Marke bewiesen wird, daß die Makarov Nesbo wohl richtig bekannt ist...

Gottseidank ist dieser Einstiegsfehler für die weitere Qualität des Nesbo´schen Erzeugnisses nicht wegweisend. Gekonnt und mit Routine baut Nesbo den Spannungsbogen mit etlichen offenen Fragen auf: Hat Hole offene Rechnungen mit den Russen? Warum kommt Hole zurück nach Oslo? Was ist der eigentliche Fall? Wird Hole unter dem Druck der Ereignisse wieder zu Alkohol und Drogen zurückgreifen?

Früh wird klar, daß in diesem Fall Hole (ausnahmsweise) keinen Serienkiller jagt, sondern sich auf das schwierige Terrain der privaten Ermittlungen in einem Fall begibt, in welchem er selbst in höchstem Maße und mehrfach befangen ist. Erfreulicherweise entkommt Nesbo erfolgreich dieser selbst aufgestellten Falle und schreibt keine Psychoanalyse seiner Hauptfigur in Romanform. Vielmehr läßt er Hole, der aufgrund seiner emotionalen Verstrickung nicht locker lassen kann, nach dem Kratzen an der Oberfläche ein weit gespanntes Netz aus Komplott, Mord, Korruption und Lügen entlarven.

Nesbo greift in „Die Larve“ etliche Figuren wieder auf, welche aus seinen vorherigen Harry Hole- Fällen bekannt sind. Insofern ist es für den Serien- Leser überaus attraktiv, dass dieser Fall wieder durchgängig in Oslo spielt. Leider greift der Autor allerdings nicht nur alte Figuren auf, sondern auch alte, bereits in Vorgänger- Romanen bereits verwendete (und daher etwas abgegriffene) Ideen. So ähnelt die Beschaffenheit der aalglatten „Bad Cop“- Figur Mikael Bellman doch stark der Figur Namens Tom Waaler aus früheren Fällen.

Auch an anderer Stelle „genehmigt“ Nesbo sich Anleihen. Unwillkürlich fühlt sich der Leser bei dem ersten Auftritt des Violin- Erfinders Nybakk (S. 165) an die Fernsehserie „Breaking Bad“ erinnert….

Trotz unterschiedlicher Erzählstränge ist die Handlung gut zu verfolgen, zumal kein Strang dem anderen in Spannung nachsteht. Sehr gelungen erscheinen auch die stilistischen Klammern, welche um das große Ganze gelegt sind.- Man könnte fast Mitleid mit der Rattenmutter bekommen, welche sowohl zu Beginn der Handlung, als auch an deren Ende jeweils das Pech hat, dass ein sterbender Mensch ihr den Eingang zum Bau verlegt...

Ein wenig übertrieben mit Blick auf eine harmonische Dramarturgie erscheint die hohe Frequenz der Wendungen im IV. und insbesondere V. Teil des Buches. Zwar wird der Leser am Ende zu einer attraktiven, weil erst spät erkennbaren Lösung geführt, zuvor vereint Hole allerdings die Fähigkeiten von Nick Knatterton, Sherlock Holmes, James Bond und Rambo in sich, um entgegen aller menschlichen Wahrscheinlichkeiten und mitten im Alkoholiker- Rückfall die Übersicht zu bewahren und den Fall einem geregelten Ende zuzuführen.

Aufgrund der gekonnten und fesselnden Erzählweise Nesbos und der inzwischen fast greifbar gewordenen Sympathie des Serien-Lesers zur Figur Hole wird dieser kleine „Overkill“ allerdings verziehen und das Gesamterlebnis des Buches bleibt positiv und mit der Hoffnung verbunden, dass nach dem klassischen „Cliffhanger“- Finale für die Figur Harry Hole weitere Fälle folgen werden.
3 von 3 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
marbacher zu »Jo Nesbø: Die Larve« 21.10.2011
Nach dem Leopard habe ich mit Spannung auf den neuen Harry Hole gewartet. Spannung bis zur letzten Zeile. Da immer viel geschrieben wurde, dass viel auf die Vergangenheit zurück gegriffen wurde so fehlt mir in dem Teil ganz eindeutig Kaja Soulness. Dafür taucht irgendwie der Sandmann auf.
Zum Thema Drogen gibt es hier viele Informationen die Erschüttern.
Zum Ende hin bleiben für mich doch noch einige Fragen offen.
Aber ich glaube so sollte ein Buch auch sein. Lesen und anschliesend nachdenken.
Genial
Desideria80 zu »Jo Nesbø: Die Larve« 17.10.2011
Nesbo versteht es eine unerträgliche Spannung mit den verschiedenen Handlungen aufzubauen und schafft es auch diese Mal wieder diese perfekt miteinander zu verknüpfen. Er schockiert seine Leser von der ersten bis zur letzten Seite und überzeugt auch hier mit sprachlicher Raffinesse. Der Autor greift mit diesem Buch ein sehr feinfühlig Thema „Drogen + Alkohol“ auf und es gelingt ihm das Thema sehr sachlich und neutral rüberzubringen. Die Larve ist sehr fesselnd, nervenaufreibend, beklemmend, düster, rasant, überraschend, tragisch, gefühlvoll, temporeich, einfach ein perfekter skandinavischer Krimi.

Und man kann dieses Buch problemlos lesen, ohne die Vorgänger Bücher in die Hand genommen zu haben. Sehr zu empfehlen!

Es bleibt nur zu hoffen, dass es einen zehnten Fall der Harry Hole Reihe gibt?
€nigma zu »Jo Nesbø: Die Larve« 16.10.2011
Zum Inhalt

In Oslo wird ein junger Drogenabhängiger erschossen. Die Polizei hat sogleich einen dringend Tatverdächtigen verhaftet und betrachtet den Fall als abgeschlossen. Bei dem Verhafteten handelt es sich um Oleg, den Sohn von Harry Holes großer Liebe Rakel, die der Leser schon aus den vorhergehenden Bänden der Serie kennt. Harry Hole hat sich nach dem Abschluss des letzten Falls ("Der Leopard") wieder nach Hongkong zurückgezogen, wo er seinen Lebensunterhalt als Geldeintreiber verdient. Er hat auch dem Alkohol abgeschworen, ist seit nunmehr drei Jahren trocken und nur die nie erloschene Liebe zu Rakel veranlasst ihn, sein selbstgewähltes Exil zu verlassen und nach Norwegen zurückzukehren, in der Hoffnung Olegs Unschuld beweisen zu können.
Auch wenn Harry nicht mehr der Polizei angehört, hat er seine Ermittlungskünste nicht verlernt und es gibt auch noch Menschen, die ihm den einen oder anderen Gefallen schulden. Er bemerkt schnell, dass das Drogenmilieu ein richtiger Dschungel ist, in dem die Ermittlungen im Mordfall schnell zu weiteren Verbrechen und moralischen Abgründen der Korruption bis in gehobene Gesellschaftskreise führen.
Die Drogenszene in Oslo wird von einer neuartigen Droge namens "Violin" beherrscht, die länger wirksam ist als Heroin und nicht so schnell zu tödlicher Überdosierung führt, sodass die gewaltige Nachfrage es den Dealern erlaubt, die Preise nach ihrem Gutdünken zu steigern und einen gewaltigen Gewinn zu erwirtschaften. Diese Dealer arbeiten alle für einen einzigen Boss, den geheimnisvollen "Dubai", den niemand kennt, von dem aber gemunkelt wird, er streife nachts wie ein Gespenst durch die Straßen. Dieser ebenso geniale wie unsichtbare Mann hat mit Hilfe einflussreicher Beamter und Politiker seine Konkurrenten aus dem Verkehr ziehen lassen. Wer ihm zu nahe kommt, stirbt auf recht unerquickliche Art.
Als Harry feststellt, dass Oleg und das Mordopfer Gusto sich mit "Dubai" und seinen Leuten eingelassen haben, erweisen sich seine Ermittlungen als Fass ohne Boden und bringen ihn wiederholt in Lebensgefahr.

Aufbau

Der Roman ist in zwei einander abwechselnde Erzählebenen unterteilt. Die gegenwärtige Haupthandlung erzählt aus der Sicht des allwissenden Erzählers über die Handlungen der diversen Romanfiguren, dabei folgt der Leser nicht nur Harry, sondern auch Kriminalbeamten und Politikern, die alle ihre eigene Agenda verfolgen, da sie sich finanziellen oder Machtgewinn versprechen. Aufgrund dieser "Allwissenheit" ist der Leser Harry Hole in vielerlei Hinsicht voraus. Einen wirklichen Überblick über die vergangenen und gegenwärtigen Ereignisse gewinnt man jedoch erst durch die Lektüre des zweiten Erzählstrangs, in der der sterbende Gusto sein Leben Revue passieren lässt. In diesen kursiv gedruckten Kapiteln wird klar, auf welche Weise Gusto sich viele Feinde gemacht hat, sodass sich jetzt verschiedenen Tatverdächtige mit unterschiedlichen Tatmotiven präsentieren.

Mein persönlicher Eindruck

Ich hatte zunächst Probleme, mich in dieses Buch einzulesen. Von Anfang an werden viele verschiedene Personen und Szenen in schnell abwechselnder Folge vorgestellt, sodass die Zusammenhänge mir nicht klar waren. Mir persönlich waren die Einblicke ins Drogenmilieu auch zu detailliert, erst ab der Hälfte des Romans, als die Handlung actionlastiger wurde und ich anhand der kursiv gedruckten Abschnitte die Puzzleteilchen zusammensetzen und Theorien entwickeln konnte, wurde "Die Larve" für mich zu einem Pageturner. Die zweite Hälfte empfand ich als extrem spannend...und zum Ende dann doch völlig überraschend, weil Nesbø wieder einmal mit einer unvorhergesehenen Auflösung aufwartet, die den Leser bestürzt zurücklässt und zu Spekulationen über den Fortgang der Serie einlädt.
Sehr gut hat mir die äußerst ungewöhnliche Erzählperspektive einer Ratte gefallen, die mit ihren neugeborenen Kindern die Wohnung der Junkies teilt und deren Blick auf die Ereignisse in dieser Wohnung gewissermaßen einen Ringschluss zwischen dem Romanbeginn und Ende bildet.
Die schon bekannten Superman-Qualitäten Harry Holes, der auch in diesem Roman wieder den medizinischen Naturgesetzen trotzt und ungeachtet schwerer Verletzungen Unglaubliches vollbringt, finde ich nach wie vor überzogen.
Trotz dieser Kritikpunkte ist "Die Larve" ein sehr komplexer, intelligent konstruierter und über weite Teile hochspannender Krimi, für den ich 80°vergebe. Die Auswahl des deutschen Titels kann ich nicht nachvollziehen.
subechto zu »Jo Nesbø: Die Larve« 11.10.2011
Welcome back, Harry Hole!

Der 9. Fall für Kommissar Harry Hole beginnt, im Vergleich zum Vorgänger „Leopard“, eher bizarr als brutal: Gusto, ein 19-jähriger Drogendealer stirbt in seiner Wohnung, „mit einem Loch zu viel im Körper“.
Szenenwechsel: Pilot Tord Schultz landet mit seinem Flieger aus Bangkok in Oslo. Er hat Drogen geschmuggelt, wahrscheinlich um seinen aufwändigen Lebensstil zu finanzieren, Sex and Drugs and Rock 'n' Roll.
Das Rauschgift wird von der vermeintlichen Reinigungskraft Sergej in ein Inlandsflugzeug nach Bergen umgeladen. Sergej hat schon einmal jemanden ermordet. Durch einen weiteren Mord hofft er, Karriere zu machen.
Flash! Der legendäre Harry Hole ist mit derselben Maschine aus Asien in seine Heimatstadt zurückgekehrt und befindet sich anscheinend bereits im Visier von Sergejs Onkel Andrej. Doch wer ist dieser Andrej und warum ist es ggf. notwendig, dass Harry stirbt?
Harry kennt Gustos mutmaßlichen Mörder und Freund: Es ist Oleg, dessen Mutter Rakel war einst Harrys große Liebe. Ihretwegen ist er nach Oslo zurückgekehrt, um Olegs Unschuld zu beweisen. Rakel und er kommen sich dabei sogar wieder näher…
Anfangs dachte ich, Harry wäre mit den Jahren ruhiger und milder geworden. Aber dann gibt es eine recht groteske Nummer mit einem Korkenzieher, im Anschluss derer Harry sich seine Wunden selber näht. Das ist dann doch wieder typisch Harry.
Nichtsdestoweniger kämpft Harry auch gegen die eigene Instabilität, gegen die Gespenster der Vergangenheit (Originaltitel „Gjenferd“= Gespenst). All das blitzt in kurzen Sätzen immer wieder auf, wenn er sich an seine alten Fälle erinnert.
Parallel zur eigentlichen Handlung erzählt der sterbende Gusto in Rückblenden seine Geschichte, vom Aufstieg und Fall eines Drogendealers bis zu seinem eigenen Tod.
Aber „Die Larve“ ist nicht nur die Chronik eines Todes, sondern eine Geschichte über die Sucht, neben Drogen und Alkohol vor allem auch der Liebe. Eine Geschichte über Väter und ihre Söhne.
Korruption und Verrat innerhalb von Politik und Polizei scheinen da noch das geringste Übel. Denn Harry ist und bleibt Polizist, bis zum bitteren Ende…
Norwegens Krimistar Jo Nesbø hat seinen neuen Kriminalroman unheimlich packend in Szene gesetzt. Zum Glück hat der Autor aber auch ein paar Leseinseln eingebaut, auf denen der Leser mal Luftholen, ja sogar Schmunzeln kann, u.a., wenn eine Flasche Jim Beam Harry das Leben rettet.
Gekonnt verrät Nesbø die Wahrheit erst ganz zum Schluss. Nach acht spannenden Fällen ist „Die Larve“ für mich deshalb einer der besten, ein Volltreffer, der einen nicht mehr los lässt.

Fazit: Ein Buch mit Suchtpotenzial! Für Fans skandinavischer Krimis - und Harry Hole-Anhänger sowieso - sehr zu empfehlen: 5*
CIW87 zu »Jo Nesbø: Die Larve« 26.08.2011
Fassen wir zusammen. Das Buch versetzt in Erstaunen, lässt einem Schauder über den Rücken laufen, bringt einem zum Schmunzeln ja manchmal sogar zum Lachen, es hinterfragt unsere Gesellschaft und lässt uns Dinge aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten. Ein echtes Muss für jeden Harry Hole - Fan. Zwar besticht das Buch nicht durch dauerhaften Nervenkitzel aber es ist ein gutes Auf und Ab, das in einem spannenden "Auf" am Ende des Buches gipftelt. Neu erzählt Nesbø die Geschichte nicht nur als Aussenstehender sondern auch als "Ich-Erzähler". Diese Art des Erzählens ist wirklich gut umgesetzt und das Buch lebt davon. Einziger Wermutstropfen ist für mich der deutsche Buchtitel, den ich nicht nachvollziehen kann. Zwar ist die Bedeutung des Wortes Larve laut Duden auch Gespenst, was der wörtlichen Übersetzung des Buchtitels aus dem Norwegischen ensprechen würde aber nicht nur dank dem Schmetterling auf dem Buchumschlag assoziiert man "die Larve" mit der zoologischen Bedeutung. Trotzdem lautet mein Urteil: Das Buch gehört hinter Schloss und Riegel, weil suchtgefährdent!
at zu »Jo Nesbø: Die Larve« 23.06.2011
Ehrlich kann ich die Auswahl des deutschen Titels nicht nachvollziehen, klingt unsexy und hat mit dem Buch nicht viel zu tun. Die Inhaltsangabe ist schlicht falsch...denn wen er vor sich haben wird, weiß Harry Hole natürlich längst, bevor er im Gefängnis ankommt, denn nur deshalb ist er überhaupt aus Hong Kong zurückgekommen! Das Buch ist jedenfalls wie gewohnt ein Volltreffer.
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