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Ausgabe 04.2017

Schnellübersicht der aktuellen Krimi-Couch

Krimi-Volltreffer des Monats April: Mysterium

Mysterium von Federico Axat

    Der bis dato unbekannte argentinische Autor Federico Axat hat mit »La Ultima Salida« einen fantastischen Thriller vorgelegt. Mysterium, so der deutsche Titel, gefällt durch eine tückische Story, ist exzellent geschrieben und eloquent übersetzt. Axat hat nun ein großes Handikap: er ist unbekannt. Ted ist traumatisiert, befindet sich in einem Labyrinth aus Erinnerungsfetzen, Scheinrealitäten, Träumen, vielleicht sogar Halluzinationen. Was zu Teds albtraumhaften Zustand geführt hat, erfahren wir Leser peu à peu.

    Volltreffer vor 5: Der Sommer der toten Puppen

    Volltreffer vor 5: Der Sommer der toten Puppen

    Der Auftakt zu Hills Héctor-Salgado-Trilogie liest sich heute noch so spannend wie vor 5 Jahren. Sein Sittenporträt der spanischen Metropole hinter dem Offensichtlichen macht Lust auf mehr.

    Weitere besprochenene Kriminalromane im April auf der Krimi-Couch:

    Das Mädchen aus dem Norden von Katarzyna Bonda

    Krimi: Das Mädchen aus dem Norden (Katarzyna Bonda)

    Sasza ZaBuska ist eine ehemalige polnische Polizistin, die nach Problemen mit ihrer Alkoholsucht den Dienst quittiert hat und zum Studium nach England ging. Nun kehrt sie als ausgebildete Profilerin mit ihrer kleinen Tochter in ihre Heimat zurück, um in Danzig zu leben. Das Mädchen aus dem Norden ist ein Buch, das die volle Aufmerksamkeit des Lesers fordert, um nicht interessante Nuancen oder Nebenaspekte, die später wichtig werden, zu verpassen. An den Erzählstil von Bonda gewöhnt man sich im Laufe der Lektüre, ein polnischer Krimi hat eben so seine Eigenarten. Von Andreas Kurth

    Gefrorener Schrei von Tana French

    Krimi: Gefrorener Schrei (Tana French)

    Der Mordfall in Gefrorener Schrei wird eingeführt durch einen Kommentar der Ich-Erzählerin Antoinette Conway, die ihn als uninteressant einordnet, einen offensichtlichen Fall von Beziehungstat, den auch Anfänger mit ein wenig standardisierter Recherchearbeit klären könnten. Schon bald müssen die Ermittler feststellen, dass der Fall dann doch nicht so schnell aufzuklären ist. French charakterisiert ihre Figuren hervorragend. Sie sind komplex, man kann sie mögen, auch wenn ihr Handeln gelegentlich problematisch ist, sie arbeitet detailliert heraus, wie im irischen Rechtssystem Verbrechen untersucht werden. Von Almut Oetjen

    Lautlose Nacht von Rosamund Lupton

    Krimi: Lautlose Nacht (Rosamund Lupton)

    Jasmin fliegt mit ihrer zehnjährigen Tochter Ruby nach Alaska, wo sie ihren Mann Matt treffen möchte. Dieser ist Naturfilmer und flog vor Kurzem zu dem kleinen Dorf Anaktue. Dreiundzwanzig Bewohner hat die Ansiedlung, vierundzwanzig Leichen wurden nach einer Brandkatastrophe gefunden, ebenso der Ehering von Matt. Jasmin indes ist sich sicher, dass ihr Mann noch lebt. Eine spektakuläre Landschaft, ein gehörloses Kind, das man schnell lieb gewinnt, und eine kritische Auseinandersetzung über das Fracking sind die Ingredienzien des vorliegenden Romans. Von Jörg Kijanski

    Straße der Gewalt von James Lee Burke Treffer

    Krimi: Straße der Gewalt (James Lee Burke)

    Polizist Robicheaux ermittelt gegen einen Südstaaten-Monarchen, der zur Erhaltung von Reichtum und Macht auch über Leichen geht; diese Dreistigkeit wird erst heimlich und dann offen mit Druck, Drohungen und Gewalt geahndet, während im Hintergrund ein reumütiger Killer mörderisch nach Erlösung sucht … - Der 13. Dave-Robicheaux variiert das typische James-Lee-Burke-Thema vom einsamen Idealisten, der längst verschwundenen Werten nachhängt aber nicht davor zurückschreckt, das Gesetz zu biegen, um ihnen Geltung zu verschaffen: komplex, spannend und sehr stimmungsvoll, obwohl hin und wieder ein wenig zu weltschmerzhaft. Von Michael Drewniok

    Eine Krimi-Couch-Ausgabe verpasst?

    Kein Problem. Sie finden hier die Ausgaben der letzten acht Monate: