Krimi-Couch-Volltreffer November
Joakim Westin und seine Frau Katrine haben die Stadt hinter sich gelassen und für sich und ihre beiden Kinder den alten Hof Aludden auf der Insel Öland gekauft. Das Anwesen liegt abgelegen an der Küste in der Nähe zweier Leuchttürme. So wollen es die Legendenbildungen der Insel, dass jährlich zu Weihnachten die Toten als Wiedergänger den Hof aufsuchen. Derweil kehrt für Joakim notgedrungen der Alltag wieder ein, doch plötzlich hört Livia nachts Stimmen aus der Wand ihres Zimmers. Auch Joakim entdeckt mehr und mehr die Geheimnisse des Hofes. Sollten die Verstorbenen tatsächlich versuchen, Kontakt aufzunehmen? Als wäre dies nicht schon schlimm genug, deuten die Wetterprognosen darauf hin, dass ein schlimmer Nebelsturm die Insel heimsuchen wird. Und dann steht auch noch Weihnachten vor der Tür…
zur Rezension von Jörg Kijanski
Weitere besprochenene Kriminalromane im November auf der Krimi-Couch:
Vizekriminalkommissar Carl Mørck steckt tief in einer Krise. Während der Überprüfung eines Tatorts wurden er und zwei seiner Kollegen Opfer eines brutalen Angriffs. Zutiefst deprimiert bittet er Mørck sogar um Sterbehilfe. Als Leiter des neu gegründeten Sonderdezernats Q soll er sich zudem mit offenen, alten Fällen beschäftigen. Der erste spektakuläre Fall ist dennoch schnell gefunden: der nie geklärte Vermisstenfall Merete Lynggaard. Lynggaard, attraktive und aufstrebende Politikerin, verschwand fünf Jahre zuvor von Bord einer Fähre. Ihre Leiche wurde nie gefunden. Er verbeißt sich, gemeinsam mit seinem Adlatus Assad, in den Fall, findet Spuren, die vorher übersehen wurden und kommt so dem Schicksal der verschwundenen Abgeordneten immer weiter auf die Spur. Das sich als weit grauenerregender entpuppen wird, als jemals angenommen. Von Jochen König
Durchaus mysteriös: Mitten in Göteborg entdeckt die Polizei einen abgestellten Wagen mit laufendem Motor – und einem Einschussloch. Doch fehlt sowohl Waffe als auch Leiche. Anderer Schauplatz: Ein zurückgezogen lebender Autor meint, dass auf ihn geschossen werde. Er fühlt sich regelrecht verfolgt. Aber ist er selbst wirklich das Ziel? Kurz darauf wird sein Nachbar erschossen, mitten in einem Parkhaus. Ein Lokalpolitiker macht sich von einem Moment auf den anderen aus dem Staub und die Kripo um Kommissar Erik Winter versteht nur noch Bahnhof. Sollten diese Vorkommnisse vielleicht doch etwas miteinander zu tun haben? Des Rätsels Lösung liegt tief in der Vergangenheit. Auf einer kleinen Schäreninsel... Von Lars Schafft
Willibald Adrian Metzger, Restaurator aus Profession und gelegentlicher Hobbydetektiv (wider Willen) geht fremd? Seiner Danjela, nicht nur laut Handyeintrag die "beste Frau für Willibald"? Eigentlich ist es eher umgekehrt, wenn auch das "Prachtweib" Djurkovic eher in der Fremde weilt, als fremd geht. So schwebt sie zwischen Physiotherapie, gutem Essen und lästerlichen Reden auf einer Wellness-Wolke, nur betrübt, dass der Metzger so fern in der Heimat weilt. Doch nicht für lange, denn wie es der boshafte Zufall so will, stolpert, bzw. schwimmt Danjela fast über eine Leiche. Grund genug, ihren Willibald zur geistigen und körperlichen Unterstützung herbei zu wünschen. Und der Metzger folgt natürlich, überaus bemüht, seine Danjela aus einem möglichen Kriminalfall heraus zu halten. Doch er sollte es eigentlich besser wissen. Von Jochen König
Männer, Gerechtigkeit, knallharte Szenen und nicht immer die Aussicht auf eine bessere Welt. Es geht dreckig zu. Nicht selten ist es die Eifersucht, die Gewalt entfacht und die Betroffenen zum Äußersten greifen lässt. Da gibt es Wallace den Ehemann, dessen Frau May erst sechszehnjährig ist, ihn betrogen und sich bereits von einem anderen hat schwängern lassen. Und da gibt es die Familie Baxter, deren nachvollziehbares Ansinnen ist, die Tochter und Schwester nicht auszuliefern. Alan Guthrie entwickelt eine männliche Farce um Familienehre. Dass die scheinbare Rettung immer wieder an dem Bild eines Mannes wie Wallace zerschellt, den nicht mal ein Mordversuch aus der Ruhe bringt, er angesichts einer verirrten Kugel in der Decke lediglich den Wunsch nach einer neuen Tapete verspürt, verdanken Guthries Sinn für die Burleske. Was also tun? Mit Wallace wird man doch zu dritt spielend fertig. Oder? Von Wolfgang Franßen
neue Kommentare:
» mehr Lesermeinungen