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Ausgabe 09.2009

Schnellübersicht der aktuellen Krimi-Couch

Krimi-Volltreffer des Monats September: Schwarze Küsse

Schwarze Küsse von Joaquín Guerrero Casasola

    Mexiko-City: Frau weg, Job weg, Vater weg, aber ein prall gefülltes Bankkonto. Man kann nun wirklich nicht behaupten, dass es dem Ex-Polizisten Gil Baleares sonderlich gut ginge, Kohle hin oder her. Die hat er nämlich zurückgelegt, um seinen alten Herrn aus der Hand hemmungsloser Entführer freizukaufen. Freilich: Zu einer Übergabe ist es nie gekommen. Und so fristet Baleares ein eher tristes Dasein in seiner Bude im Moloch Mexiko-Citys. Bis erst eine ehemalige Geliebte mit einem kleinen, schreienden Etwas vor der Tür steht, was sein Sohn sein soll und Kumpel Wintilo ihn überredet, wieder als Bulle durch den Untergrund der Riesenstadt zu streifen. Dort treibt ein Serienmörder im Transvestitenmileu sein Unwesen, der seine Opfer mit Küssen mit schwarzem Lippenstift überzieht. Zwischen Sex, Drugs, Tequila und Mariachis stellt sich bald die Frage: Geht es wirklich darum, den Mörder zu fassen?

    Spannung ohne Splatter - Interview mit Tana French

    Spannung ohne Splatter - Interview mit Tana French

    Die irische Autorin Tana French über ihre beiden Psycho-Thriller Grabesgrün und Totengleich, die Unnötigkeit von ausufernder Gewalt und darüber, warum der Verzicht darauf auch zwangsläufig längere Bücher mit sich bringt.

    DPRs Krimilabor: Weicheier mit Pensionsberechtigung. Was aus dem Polizeiroman wurde...

    DPRs Krimilabor: Weicheier mit Pensionsberechtigung. Was aus dem Polizeiroman wurde...

    Polizei- und Detektivromane scheinen sich so spinnefeind zu sein wie die Polizisten und Detektive in den Krimis selbst. Die einen ermitteln beamtenmäßig nüchtern, die anderen verzweifeln regelmäßig an der Welt, dem Fußball und dem Öffnen einer Packung Schnittkäse.

    Weitere besprochenene Kriminalromane im September auf der Krimi-Couch:

    Das Lächeln der toten Augen von Ulrich Hefner

    Krimi: Das Lächeln der toten Augen (Ulrich Hefner)

    Wilhelmshaven, Ostfriesland: Wie verzweifelt muss ein Sechzehnjähriger aus gutem Hause sein, dass er sich mit einem Elektrokabel zu Tode stranguliert? Sehr, wie der Abschiedsbrief schnell herausstellt. Den Vater hat Sven Halbermann aufs Blut gehasst, weil dieser ihm wohl die erste Liebe genommen hat. Die Lage spitzt sich schnell zu für die Kripo um Kommissar Martin Trevisan: Svens Clique weiß deutlich mehr, als Trevisan & Co. - ihr liegt der "echte" Abschiedsbrief vor, in dem Sven seinen Vater recht offensichtlich beschuldigt, sein brasilianisches Au-pair-Mädchen umgebracht zu haben. Auge um Auge, Zahn um Zahn denken sich die Jugendlichen und wollen Svens Vater erpressen. Doch mit dem ist nicht zu spaßen. Zwei Killer hat er auf sie angesetzt. Und was mit dicken Stahltüren geschützte Kellerräume in dessen Villa mit einem alt-nordischen Kult aus Dänemark zu tun haben, kann und will noch keiner im beschaulichen Ostfriesland erahnen... Von Lars Schafft

    Warten auf Poirot von Nora Miedler

    Krimi: Warten auf Poirot (Nora Miedler)

    Irgendwo in den Bergen: Fünf Freundinnen, die sich seit Schulzeiten kennen, wollen das Neujahrfest gemeinsam auf einer einsamen Berghütte verbringen. Friede, Freude, Eierpunsch, ausgelassene Gespräche und nostalgische Erinnerungsreisen sollte man meinen. Doch weit gefehlt. Unterschiedliche Biographien, Lebensentwürfe und Schicksale prallen aufeinander. Plötzlich liegt eine der Freundinnen mit durchgeschnittener Kehle im Zimmer. Die vier Überlebenden begeben sich auf Mördersuche, stoßen auf Lügen und Geheimnisse. Poirot hält es derweil wie die Beckettsche Figur, auf die der Romantitel anspielt: Er erscheint nicht. Ist aber auch egal, denn am Ende wird eine Täterin entlarvt. Oder doch nicht? Von Jochen König

    Jack Taylor fliegt raus von Ken Bruen

    Krimi: Jack Taylor fliegt raus (Ken Bruen)

    Galway, Irland. Es gibt Typen, mit denen kann man eigentlich nur Mitleid haben. Jack Taylor ist einer davon. Und eigentlich Polizist, der wegen eines wörtlich zunehmenden Fehlgriffs aus dem Dienst fliegt. Er wird Privatdetektiv, der sich ein Büro im einzigen Pub Galways einrichtet, aus dem er noch nicht herausgeflogen ist. Zwischen Suff und Joints bekommt er dennoch bald den ersten Auftrag: Eine Mutter will nicht daran glauben, dass ihre Tochter Selbstmord begangen hat. Taylor, so stark am Glas wie als Leser von Kriminalromanen(!), nimmt an. Und macht sich damit beileibe keine Freunde, wie er bald mit gebrochenen Knochen feststellen muss. Von Lars Schafft

    Im Blutrausch von Rex Miller Treffer

    Krimi: Im Blutrausch (Rex Miller)

    Frank Spain ist Profikiller und damit beschäftigt, komplett durchzudrehen. Seine Frau hat ihn verlassen, seine 14-jährige Tochter Tiffany erlebt gerade die Zeit der ersten großen Liebe. Er warnt seine Tochter eindringlich und (zu) vehement vor ihrem Lover Greg. Was die natürlich nicht gerne hört und mit dem smarten Schönling erst ins Bett steigt und anschließend durchbrennt. Doch Tiff hätte besser auf ihren Daddy gehört. Denn Greg macht sie zunächst abhängig, von sich und Drogen, um sie anschließend unter Liebesschwüren auf den Strich zu schicken. Als Spain erfährt, was seiner Tochter zugestoßen ist, beginnt er einen gnadenlosen Rachefeldzug, der ihn genau zu den Männern führt, für die er selbst arbeitet, bzw. gearbeitet hat. Aber auch die Mafia ist nicht gegen die Wut eines psychotischen und gleichzeitig kühl planenden Killers gefeit. Am Ende steht ihm nur ein Mann im Weg, die Welt in Schutt und Asche zu legen. Von Jochen König

    Außerdem neu rezensiert im September:

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    Kein Problem. Sie finden hier die Ausgaben der letzten acht Monate:



    Über Krimi-Couch.de

    ISSN 1862-7528