Alfred Komarek

Himmel Polt und Hölle

Der heißeste Sommer seit Menschengedenken macht das ruhige Leben im Wiesbachtal noch bedächtiger. Nur im kühlen Preßhaus und im Weinkeller werden die Männer munter. Etwas gibt es immer zu bereden. Seit einigen Tagen wohnt Heinz Hafner im Kirchenwirt. Der Fremde ist in Wien ein bekannter Gourmet und Weinkritiker, berüchtigt für seinen meist treffenden Zynismus. Jetzt schaut er sich mißlaunig unter den Weinbauern des Wiesbachtales um. Firmian Halbwidl, als Nebenerwerbs-Weinbauer bei Hafners Kostrunden dabei, ist auch Mesner und sehr stolz auf dieses Amt. Er verspricht Hafner, den Pfarrer zu einer Mittagseinladung zu bewegen. Die weithin unbestrittene Kochkunst der Pfarrersköchin sollte auch einen anspruchsvollen Gourmet zufriedenstellen. Die Mittagsrunde kommt tatsächlich zustande, doch noch vor dem Essen beendet ein Eklat das genußreiche Miteinander: Hafner kennt die Köchin aus Wien, und die Beziehung der beiden war offensichtlich spannungsgeladen. Bald darauf erfährt Polt vom Tod der Pfarrersköchin. Wie es scheint, wurde sie vergiftet. Bei der Obduktion wird im Magen der Köchin das Gift der Tollkirsche gefunden ? und jede Menge Meßwein. Der Pfarrer ist merkwürdig schweigsam, wenn es darum geht, über seine Köchin auszusagen, und auch die Weinbauern reden nicht viel, nur einige von ihnen grinsen vielsagend...

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