Gottes Tochter von Friedrich Ani

Buchvorstellung

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2003 bei Droemer.
Ort & Zeit der Handlung: Deutschland / Mecklenburg-Vorpommern / Rostock, 1990 - 2009.
Folge 9 der Tabor-Süden-Serie.

  • München: Droemer, 2003. ISBN: 3-426-19604-2. 395 Seiten.
  • München: Knaur, 2004. ISBN: 3-426-62768-X. 395 Seiten.
  • [Hörbuch] Schwäbisch Hall: Steinbach, 2004. Gesprochen von Gert Heidenreich. ISBN: 3886986756. 6 CDs.

'Gottes Tochter' ist erschienen als HardcoverTaschenbuchHörbuch

In Kürze:

Julika, eine 18-jährige Gymnasiastin aus München, ist spurlos verschwunden. Sie ist ihrem Freund Rico heimlich nach Rostock hinterhergereist. Rico war als Jugendlicher bei Ausschreitungen mit dabei. Die Vergangenheit holt ihn nun ein, als auf einer Feier ein Unfall passiert, bei dem die Verlobte seines besten Freundes ums Leben kommt. Ricos rechtsradikale Freunde bringen das junge Liebespaar in größte Gefahr. Tabor Süden, Kommissar der Vermisstenstelle, nimmt den Fall in die Hand und vertraut bei den Ermittlungen wie immer seiner Intuition. Als ihn die Suche nach Julika in die Ostseestadt führt, läuft die Clique um Rico Amok …

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Maria zu »Friedrich Ani: Gottes Tochter« 05.06.2017
Bin völlig vorurteilsfrei daran gegangen, habe schlicht das kalte K... bekommen, obwohl ich mir nur die Hörbuchfassung (was heißt "nur", also der Vorleser hat eine absolut Möchtegern-tiefsinnige Stimme, spricht unerträglich deutlich die Wort- EN-DUN-G-G-GEN,
PUH !!
Ist ja schön, wenn es welche gibt, die das bloße Erscheinen eines solchen Krimis (?) damit rechtfertigen, dass sie es in den Kanon der Hochliteratur, zur "Plichtlektüre erheben, - mir scheint, es sind die seltsam, wie jemand es nannte "manieriert" gehaltene Erzählweise, Handlungsführung, Dialoge und das ganze SoundSo.
Klarer Fall von Daumen nach unten - ich lese dann mal wieder wirklich hohe Literatur, etwa Shakespeare,
Janine2610 zu »Friedrich Ani: Gottes Tochter« 30.05.2016
»Romeo und Julia im heutigen Deutschland« verspricht gleich der erste Satz des Klappentextes von »Gottes Tochter« und war auch der Grund, weswegen ich sehr neugierig auf diesen Roman war. Die genaue Geschichte von »Romeo und Julia« kenne ich noch gar nicht und ich dachte mir, dass ich so vielleicht schon mal einen kleinen Vorgeschmack darauf bekomme. Und dass mein Lieblings-Vermisstenfahnder Tabor Süden darin auch eine tragende Rolle spielt, war noch ein zusätzlicher Anreiz, um zum Buch zu greifen.

Der Handlung, obwohl sie irgendwo zu beginnen scheint, konnte ich von Anfang an gut folgen, ich bin schnell in der Geschichte gelandet, war froh darüber, die altbekannten Buchfiguren Tabor Süden und seine Kollegin Sonja Feyerabend wieder zu treffen und habe auch die anderen Hauptcharaktere schnell erfasst.

~ »Manchmal glaub ich, du lebst gar nicht in der Wirklichkeit.«
»Wo denn sonst?«
»Irgendwo daneben. Wo es nur dich gibt.« ~
(S. 152/153)

Man merkt ganz schnell wieder diesen ganz eigenen melancholischen Ton im Geschriebenen, der schon fast gang und gäbe in Anis Büchern ist.
Auch eine gewisse Verzweiflung und Angst, aber irgendwie auch Apathie und Hoffnungslosigkeit, vor allem die jungen Protagonisten Julika und Rico betreffend, findet man hier zur Genüge.

Der Schreibstil, wenn nicht gerade Konversation geführt wurde, kam mir sehr poetisch vor. Zu den Charakteren selbst habe ich leider gar keinen Zugang gefunden und auch kein Mitleid mit ihnen gehabt. Warum? - Weil sie mir gefühllos erschienen sind. Der Fokus lag mehr auf ihren (sehr melancholischen) Gedanken und Handlungen. Und der Umgang zwischen Julika und Rico ist mir auch nicht sehr liebevoll vorgekommen - was ich persönlich eigentlich schon voraussetzen würde, wenn man gemeinsam vorhat, seine Familien zu verlassen und sich irgendwo ein neues Leben aufzubauen ...

~ »Was willst du?«, stieß er hervor.
»Nicht mehr dort sein, wo ich herkomm«, sagte sie. »Nie mehr wieder.« ~
(S. 31)

Tabor Süden ist mir diesmal leider nicht immer sehr sympathisch gewesen, manchmal sogar etwas nervig. Normalerweise schätze ich seine Ermittlungsmethoden und seine wortkarge Art, aber hier habe ich einfach nicht verstanden, warum er sich unbedingt in den Fall der verschwundenen Julika einmischen will, wenn er eh schon weiß, dass sie aus freien Stücken heraus von ihren Eltern am Tag ihrer Volljährigkeit abgehauen ist. Ich habe bis zum Schluss nicht genau verstanden, warum er Julika unbedingt finden wollte.
Auch die Konversationen mit Süden, aber auch die zwischen Julika und Rico, fand ich sehr mühsam zu lesen. Oftmals wurde schlicht und einfach nur mit »Ja.« oder »Nein.« geantwortet und dann kam irgendwie nichts mehr oder nur mehr Gedanken. So richtig weitergebracht hat das gewisse Gespräche nicht.

~ Ich bilde mir das selbstbestimmte, unzerstörbare Leben ein. Und in diesem Leben gibt es einen Menschen, mit dem ich aus meiner Einbildung hinaus in die Welt trete, und zwar in Schönheit. Gerade habe ich wieder einen Schritt geschafft. Von unserem Anfang kann uns niemand vertreiben. ~
(S. 206)

Band 9 der Tabor Süden - Reihe war in meinen Augen leider der schwächste, weil langweiligste, Teil der bisher 20-bändigen Reihe. Die durchgehende Melancholie fand ich diesmal etwas deprimierend und die Art so mancher Charaktere einfach nur herz- bzw. gefühllos, weswegen ich zu keiner Figur einen positiven Zugang gefunden habe. Was mich auch genervt oder gelangweilt hat, waren unter anderem die vielen einsilbigen Gespräche.
So recht weiterempfehlen will ich »Gottes Tochter« an dieser Stelle also nicht. Wer allerdings kein Problem mit meinen Kritikpunkten hat und einem poetischen Schreibstil nicht widerstehen kann, der könnte bestimmt seine Freude mit diesem Buch haben.
kritikaster zu »Friedrich Ani: Gottes Tochter« 15.07.2015
ein dummes mädchen trifft einen noch dümmeren halbrechtsradikalen und danach eine menge dummer entscheidungen. am ende ist man direkt froh, dass beide den löffel abgeben.
ne, das war gar nix. ani kann sich nicht entscheiden, ob er einen krimi, eine gesellschaftskritik oder ein lyrikbändchen schreiben will.
und die manieriertheiten des ständig herumstehenden tabor süden erinnern fatal an peter falk selig.
da kehrt man seufzend zu altmeistern - wie patricia highsmith, ross mcdonald und margret millar zurück, die wenigstens noch wussten, wie man eine fesselnde story erzählt,ohne mit lyrischen einlagen und halbherziger gesellschaftskritik zu langweilen.
Moritz wend zu »Friedrich Ani: Gottes Tochter« 30.10.2011
Ich bitte sie Rico & Julika ...?
Es ist wirklich zum heulen.


Ich würde stark von diesem Buch abraten, die Dialoge sind zwar gut geglückt, aber bei einem Buch kommt es auf mehr an.
Es ist eine schlechte Abkupferung von
Romeo und Julia.

Meiner Meinung nach sollte man das original dann Lieber zwei mal lesen.


Nix gut!
Ingrid Hurler zu »Friedrich Ani: Gottes Tochter« 24.11.2008
Das war der langweiligste Krimi, den ich je gelesen habe. Das Vorbild Romeo und Julia war unverkennbar, so dass keinerlei Spannung aufkommen konnte. Der Aufbau, die handelnden Personen und die Dialoge sind sehr gut, aber die verquasten Gedanken und der Versuch, literarisch zu werden, ermüden zunehmend.Ich habe das Buch nur zu Ende gelesen, weil ich prinzipiell nie ein Buch halb gelesen weglege - hier war ich nahe daran.
Ärgerlich fand ich auch, dass alle Pragmatiker (Thon, Sonja) in diesem Buch schlecht wegkommen, als ob es erstrebenswert sei, unlogisch zu handeln.
Das Gehabe des Herrn Süden mit dem albernen Namen (wieso heißt der wie eine tschechische Burg? und Süden, wenn er aus Bayern kommt, ist auch nicht sehr einfallsreich) konnte ich jedenfalls nicht nachvollziehen.Wenn ich mir einen Krimi kaufe, will ich Unterhaltung und keine Pseudoliteratur.
Angelo zu »Friedrich Ani: Gottes Tochter« 24.02.2007
Ein eindrückliches Buch. Der Aufbau (ein Krimi? eine Liebesgeschichte?) und die Sprache sind bemerkenswert, besonders, fesselnd. Ahni ist für mich eine interessante Entdeckung. Davon will ich mehr lesen.
Ich lese neben zeitgenössischer und klassischer Literatur immer wieder Bücher aus dem Bereich der krimi-couch. Ich teile dabei für mich in Kategorien ein - ich weiss, es ist fahrlässig und geht nie auf. Dennoch: Ahni würde ich in die Gruppe "literarisch und anspruchsvoll" aufnehmen.
Seine Sprache und sein "Drehbuch" faszinieren, entführen gekonnt in ein Milieu, in die Welt des Geschehens. Die Gedankenwelt des Ermittlers und sein spezielles Verhalten (schweigen statt verhören, z.B.) packen einen. Wie er hier "Familienleben" analysiert und die Liebe und Träume von zwei ganz verschiedenen Jugendlichen beschreibt, das ist Klasse.
Lisa zu »Friedrich Ani: Gottes Tochter« 23.02.2006
Ein wunderbar trauriges Buch. So poetisch, dass man Gedankengänge entwickelt, von denen man nicht wusste, dass sie einem offen stehen. Friedrich Ani becshreibt faszinierend wie verletzlich und voller Liebe und gleichzeitigem Hass ein Mensch sein kann. Ein Buch, das mir wirklich gut gefällt.
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Carolina zu »Friedrich Ani: Gottes Tochter« 07.02.2006
Tolles Buch. Man kann sich gut in die einzelnen Personen hineinverstetzen, da Gefühle gut beschrieben werden und die Handlung aus verschiedenen Perspektiven geschildert wird. Für Krimileser ein tolles Buch! TOP!
Nacera Ferhaoui zu »Friedrich Ani: Gottes Tochter« 26.12.2005
ich lese das buch gerade bin aber noch nicht ganz fertig.
ich war am anfang etwas skeptisch aber als ich immer weiterkam fand ich das buch einfach super und fesslend.
ich bin sehr froh das buch gefunden zu haben
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
armin heller zu »Friedrich Ani: Gottes Tochter« 14.11.2004
Wieder einmal ist Tabor Süden im Auftrag der Vermisstenstelle unterwegs, um vermisst-gemeldete Personen aufzufinden. "Gottes Tochter" ist wieder ein Roman (wie auch "Die Erfindung des Abschieds" und "Abknallen") was dieses Buch noch einmal dichter und noch fesselnder macht als die reine "Tabor Süden"-Reihe. Es ist zugleich ein wichtiges Stück Zeitgeschichte, das umso aktueller denn je ist! Ein tolles Buch mit einem Komissar, der so anders ist, dessen Merkmal es ist, bei Vernehmungen oder Zeugenbefragungen zu schweigen! Und dadurch erst bringt er Menschen zum Sprechen. Dieses Buch wünsche ich ein noch größeres Echo, als es schon hat. Vielleicht sogar als "Pflichtlektüre!
Stefan Witt zu »Friedrich Ani: Gottes Tochter« 10.01.2004
Ein glaubwürdiges und mitreißendes Buch, in einer sehr klaren Sprache geschrieben, aber trotzdem irgendwie poetisch. Bis zum Schluß wollte ich die Hoffnung nicht aufgeben, daß die Geschichte -trotz des tragischen Vorbildes- noch irgendwie gut ausgeht, so nahe waren mir die Figuren!
AS zu »Friedrich Ani: Gottes Tochter« 02.01.2004
Das Buch hat mich vom ersten Moment an gefesselt. Das Schicksal der Figuren und der Hass der sie um gibt hat mich erschüttert. Ein Roman den man nicht einfach als Fiktion abtun kann, sondern der einem die Mißstände unserer Gesellschaft eindrucksvoll aufzeigt.
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