Dr. Watson – Ihr Krimi-Berater
Verehrter Leser, ich habe folgende Bücher für Sie gefunden:
Treffer: 1 – 10 von 153
Schauplatz: Berlin
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Treffer 1 – 10
Bang Bang stirbtvon
Berlin in der nahen Zukunft: Ein krimineller Panda durchkreuzt die politischen Winkelzüge des Regierenden Bürgermeisters ... Bang Bang, Pandabär und Publikumsliebling im Zoologischen Garten (West), wird entführt. Zu der Tat bekennt sich die veganische Guerillaorganisation »Rote Beete Fraktion«. Sie fordert die sofortige Freilassung aller Tiere im Tierpark (Ost), andernfalls will sie den Panda töten. Als einzige Spuren haben die Entführer eine Gabel und ein Bekennerschreiben im Panda-Käfig hinterlassen. Kommissar Pachulke und sein Team ermitteln in Wald, Wedding und Würstchenbude, Pelzgeschäften und Bio-Metzgereien. Der Regierende Bürgermeister sitzt ihnen im Nacken - er will schnellstmöglich Ergebnisse sehen. Unterdessen hat der Berliner Senat einen ausgesprochen einfallsreichen Weg beschritten, dem brach liegenden Baugewerbe wieder auf die Sprünge zu helfen ... Was dabei herauskommt, ist noch unglaublicher als die hoffnungslos überspannte Wirklichkeit Berlins und ihrer lebensechten Zeitgenossen. - Ein mitreißender, ungemein zynischer Politthriller mit einem geradezu bösartigen Humor, der an Originalität kaum zu überbieten ist. [...]
direkt zum Buch Rob Alef: Bang Bang stirbt auf deutsch erschienen: 2005
Pavel & Ichvon
Pavel Richter, ein ehemaliger amerikanischer GI deutsch-russischer Abstammung, ist Dolmetscher im Nachkriegs-Berlin. Als plötzlich ein Koffer mit der Leiche eines russischen Spions in seiner eiskalten Wohnung auftaucht, gerät er zwischen die Fronten von Engländern und Russen. Auf der Suche nach den Motiven dieses Mordes kommt Pavel in bedrohliche Situationen. Dabei bringt er auch seinen Schützling, den Waisenjungen Anders, und seine Geliebte Sonja in Gefahr. Nach dem Untergang des "Dritten Reiches" ist die deutsche Hauptstadt Berlin in vier Sektoren geteilt. Die US-Amerikaner, die Sowjetrussen, die Briten und die Franzosen üben die militärische Oberherrschaft in der durch Bomben und Brände fast völlig zerstörten Stadt aus. Da die Alliierten der gewaltigen Aufgabe, die Einwohner Berlins zu versorgen, nicht Herr werden können, sind Hunger und Seuchen im Dezember des Jahres 1946 an der Tagesordnung; zudem ist dieser zweite Nachkriegs-Winter der härteste seit Menschengedenken. Auf dem Schwarzmarkt verkaufen verzweifelte Menschen geretteten Besitz gegen Nahrung, warme Kleidung und Medikamente. Die Prostitution blüht, verwilderte Kinderbanden streifen durch die Trümmerlandschaft. Inmitten dieses Chaos´ haust Pavel Richter, geboren in den USA und vormals Dolmetscher im Dienst der US-Armee. Seit Kriegsende ist er Zivilist, blieb aber in Berlin, wo er wie die Einheimischen um sein Überleben kämpft. Dennoch ist bereit, seinem besten Freund Boyd White zu helfen, der ebenfalls Zivilist geworden aber als Zuhälter und Schieber zu Geld gekommen ist. White hat in der Nacht den Gangster Söldmann überfahren. Richter soll die Leiche verschwinden lassen. Dabei erregt er die Aufmerksamkeit des britischen Colonels Stuart Fosko, der in allerhand zwielichtige Aktivitäten verstrickt ist und einen Mikrofilm mit brisanten Geheim-Informationen zu bringen sucht, den Söldmann bei sich trug. [...]
direkt zum Buch Dan Vyleta: Pavel & Ich auf deutsch erschienen: 2009
Die letzte Instanzvon
Eine Schachtel mit vergilbten Zeitungsausschnitten, ein Schrank mit unberührten Kindersachen, ein Schlafzimmer, das leersteht. Anwalt Joachim Vernau vertritt Margarethe Altenburg , die vor dem Berliner Landgericht auf einen Mann geschossen hat. Ihr Haus wirkt verstörend auf Vernau. Wie gut kennt er die alte Dame wirklich? Da geschehen weitere Morde. Die Fäden laufen an einem Ort zusammen: Im Landgericht. Dort scheint Justitia mehr als einmal versagt zu haben. Vernau steht plötzlich vor der Frage: Was ist Gerechtigkeit? [...]
direkt zum Buch Elisabeth Herrmann: Die letzte Instanz auf deutsch erschienen: 2009
Goldsteinvon
Raths dritter Fall ist ein harter Brocken: Abe Goldstein, jüdischer Gangster aus Brooklyn, mischt Berlin auf. Berlin 1931: Die Wirtschaftskrise verschärft sich, die Auseinandersetzungen zwischen SA und Rotfront werden gewalttätig, unter den Ringvereinen tobt ein Machtkampf und Gereon Rath bekommt den Auftrag, den US-Gangster Abraham "Abe" Goldstein zu beschatten. Aus einer Gefälligkeit für das Bureau of Investigation wird ein tödlicher Wettlauf. Es beginnt im KaDeWe. Alexandra, genannt Alex, und Benny, beide obdachlose Gelegenheitsdiebe, lassen sich im prächtigsten Konsumtempel der Stadt einschließen, um Schmuck und Uhren zu erbeuten. Doch was bei Tietz und Karstadt noch ein Kinderspiel war, geht nun fürchterlich schief. Am Ende kann Alex knapp entkommen, muss aber mit ansehen, wie Benny von der Balustrade stürzt - und dass ein Schupo daran beteiligt war. Von da an wird sie gejagt. Gereon Rath hingegen langweilt sich auf seinem Beobachtungsposten im Hotel Excelsior, in dem Goldstein Quartier bezogen hat. Der Gangster scheint sich damit abgefunden zu haben, unter Beobachtung der Polizei zu stehen. Dass Goldstein sich längst frei in der Stadt bewegt und dort eine Waffe besorgt hat, ahnt niemand. Unterweltboss Johann Marlow zwingt Rath derweil zu einer privaten Ermittlung: Der rote Hugo, Chef des Ringvereins Berolina und Marlows Geschäftspartner, ist verschwunden. Schnell gerät Gereon zwischen die Fronten eines Bandenkriegs. Und dann ist da noch Charly Ritter, die Nochimmernicht-Verlobte von Gereon Rath, die mittlerweile ihr Juraexamen bestanden und den Vorbereitungsdienst im Amtsgericht Lichtenberg angetreten hat. Als sie eine junge Obdachlose, die ohne Fahrschein in der S-Bahn erwischt wurde, bei der Vernehmung entwischen lässt, berühren sich ihre Ermittlungen mit denen Gereons - und sie bekommen richtig Krach. Nachdem wir durch das Stahlbad Hollywood gegangen, mit transatlantischen Mythen aufgewachsen, uns Namen wie Capone und Dutch Schultz, Moe Green oder Vito Corleone zum Inbegriff des Verbrechens geworden sind, ist der Blick auf unsere eigene Tradition verkümmert. Zwar hat Alfred Döblin im Alexanderplatz, den Bodensatz der Weimarer Republik ein Gesicht verliehen, doch wenn wir an die Zwanziger, Dreißiger denken, fällt uns als Erstes Liza Minelli und Cabaret ein. Allemal noch Brecht und seine Dreigroschenoper, Erich Kästner und Emil und die Detektive. Berlin, Weimarer Republik, eine einzige Revue, oder? [...]
direkt zum Buch Volker Kutscher: Goldstein auf deutsch erschienen: 2010
Deutsche Meisterschaftvon
Hannover, im April 1926: Es ist das erste Rennen um die Deutsche Motorradmeisterschaft, und zwei der Fahrer, die von der Begeisterung der Massen für das neue technische Zeitalter profitieren wollen, sind Falk von Dronte und Arno Lamprecht. Beide sind seit ein paar Jahren herzlich miteinander verfeindet, und beide haben unterschiedliche Gründe, die Vergangenheit ruhen zu lassen. Während Lamprecht die Erinnerung an die kopflose Leiche seiner Frau mit Alkohol und dem Rausch der Geschwindigkeit betäubt, flüchtet von Dronte vor der wenig ruhmreichen Zeit bei den Freikorps. Seinerzeit, in den Tagen des 10. November 1923, war er einer von drei Männern, die einen Verräter bei München erschossen und dann in einem Waldstück verscharrt haben. Als nun die Leiche des Opfers durch einen anonymen Hinweis gefunden wird, werden von Drontes alte Auftraggeber unruhig. Manchmal steht der Rezensent wie der Ochse vorm Berg, weiß nicht was er schreiben soll. Deutsche Meisterschaft von Richard Birkefeld und Göran Hachmeister ist so ein Fall. Nach Wer übrig bleibt, hat recht, den Kollege Thomas Kürten mit 76° bewertete und als "Krimi-Geschichtsstunde" empfahl, ist dies nun der zweite Roman aus der Feder des Autorenduos. Und erneut haben die beiden ihr Augenmerk auf die wohl düsterste Epoche der deutschen Geschichte gerichtet: Die Jahre der Weimarer Republik bis hin zur Machtergreifung der Nationalsozialisten und dem Ende des verheerenden Zweiten Weltkriegs. So weit, so gut. Ein weiterer historischer Kriminalroman also, der sich neben den Werken Volker Kutschers, Philipp Kerrs und Uwe Klausners einreiht und den Leser vor geschichtlich-authentischer Kulisse auf Mörderjagd gehen lässt? Weit gefehlt, denn eben das ist Deutsche Meisterschaft nicht. Oder besser gesagt: Es ist vielmehr als das. Deutschland im Jahre 1926. Auf den Straßen zwischen Berlin und München wird um den Gewinn der Deutschen Motorradmeisterschaft gerungen. Unter den Fahrern sind auch Arno Lamprecht und Falk von Dronte. Beide absolute Könner auf dem Sattel, völlig auf den Sieg fixiert. Und beide seit Jahren herzlich miteinander verfeindet. Der eine gehört der Masse der desillusionierten Kriegsveteranen an und flüchtet sich aufgrund der psychischen Folgen aus dem bürgerlichen Alltag in den Rausch der Geschwindigkeit, der andere verkörpert bis ins kleinste Detail den hochnäsigen Adeligen der verblassten Monarchie. Zu jung, um noch selbst am Ersten Weltkrieg teilnehmen zu können, hatte er sich nach der Kapitulation und Versailles den reaktionären Kreisen der besonders in Süddeutschland aufstrebenden Nationalsozialisten angeschlossen, mit den Jahren aber den Kontakt zu diesen verloren. Zwei sehr unterschiedliche Charaktere also, die aber doch etwas verbindet. Beide profitieren von der Begeisterung der Massen für das neue technische, motorisierte(!) Zeitalter, den so genannten "Roaring Twenties". Und beide haben im wahrsten Sinne des Wortes ein paar Leichen im Keller liegen. [...]
direkt zum Buch Richard Birkefeld & Göran Hachmeister: Deutsche Meisterschaft auf deutsch erschienen: 2006
Kälter als der Kalte Kriegvon
Es ist ein geruhsames Leben, das der Amerikaner Mac McCorkle als Barbesitzer in Bonn führt bis eines Tages ein Mann namens Maas auftaucht, dessen Gesprächspartner in Macs Place niedergeschossen wird. Mit den Schüssen beginnt für Mac und seinen Partner Mike Padillo, der gelegentlich zu kleinen Agentenjobs abkommandiert wird, eine Geheimmission. McCorkle beteiligt sich an der blinden Reise seines Freundes und muß bald nach Berlin, um dort Kopf und Kragen bei einer überaus undurchsichtigen Rettungs- und Tauschaktion zu riskieren. 1967 gab es die erste in einer ganzen Reihe von Auszeichnungen, den Edgar für das Beste Debüt mit The Cold War Swap für Ross Thomas. Bemerkenswert an diesem inzwischen vierzig Jahre alten Agentenroman ist die Tatsache, dass der Roman eines amerikanischen Autors in Deutschland spielt, in einer Zeit, da die Geheimdienste der Siegermächte noch immer ihre Animositäten auf deutschem Boden austrugen. Und Thomas kannte Deutschland aus seiner Zeit als Korrespondent und anschließend politischer Berater exzellent, wie seine Ortskenntnisse und zahlreiche Spitzfindigkeiten unterstreichen. Protagonist und Ich-Erzähler Mac MacCorkle hat sich bereits in den 50er-Jahren aus der amerikanischen Armee verabschiedet und in der damaligen Bundeshauptstadt Bonn eine Kneipe eröffnet. Da er jedoch bei Gründung über keinerlei Mittel verfügte und notwendige Ausschanklizenzen nicht erhalten hätte, kam ihm der Einstieg des Agenten Mike Padillo, der als Teilhaber eine perfekte Tarnung erwarb, geradezu recht. Lange Zeit lief das Geschäft ruhig und erfolgreich, aber dann eines Tages... [...]
direkt zum Buch Ross Thomas: Kälter als der Kalte Krieg auf deutsch erschienen: 1970
Hungerkrallevon
Fieberhaft suchen die westlichen Geheimdienste nach der undichten Stelle, die die bevorstehende Währungsreform preisgegeben hat. Meunier verdächtigt einen ehemaligen Nazifunktionär, aus dieser brisanten Information Kapital schlagen zu wollen. Wie recht er damit hat, muss er erfahren, als er nur knapp einem Mordanschlag entgeht, während die ersten 'Rosinenbomber' schon in Tempelhof landen. Karls Geliebte, die in den letzten Kriegstagen ausgeflogene Vera, kehrt unterdessen in die Stadt zurück. Beide glauben, dass der jeweils andere tot ist, bis sie eines Abends schließlich wieder aufeinandertreffen ... [...]
direkt zum Buch Jürgen Ebertowski: Hungerkralle auf deutsch erschienen: 2008
Die Bestie vom Schlesischen Bahnhofvon
Berlin um 1920: Leichenteile schwimmen im Luisenstädtischen Kanal und versetzen eine ganze Stadt in Angst und Schrecken. Hinter den grässlichen Funden verbirgt sich eine Serie bestialischer Sexualmorde. Horst Bosetzky erzählt hier den authentischen Fall des Karl Großmann, des größten Massenmörders in der Berliner Geschichte. Mit soziologischem und psychologischem Gespür zeichnet der Autor in seinem dokumentarischen Roman die Greueltaten des gelernten Schlachters nach und zeigt, warum möglicherweise über hundert Frauen sterben mussten, bis Großmann das Handwerk gelegt wurde. [...]
direkt zum Buch Horst Bosetzky: Die Bestie vom Schlesischen Bahnhof auf deutsch erschienen: 2004
Der nasse Fischvon
Gereon Rath, neu in Berlin und abgestellt bei der Sitte, erlebt eine Weltstadt im Rausch und voller sozialer und politischer Spannungen. Nach dem Fund einer unidentifizierten Leiche schaltet sich der junge ehrgeizige Kommissar ungefragt in die stagnierenden Ermittlungen der Mordkommission ein - und stößt in ein Wespennest. Ein Toter ohne Identität, der Spuren bestialischer Folterung trägt, gibt der Mordkommission Rätsel auf. Rath entdeckt eine Verbindung zu einem Kreis oppositioneller Exilrussen, die mit geschmuggeltem Gold Waffen kaufen wollen, um einen Putsch vorzubereiten. Auch andere sind hinter dem Gold und den Waffen her. Rath bekommt es mit Paramilitärs und dem organisierten Verbrechen zu tun. Er verliebt sich in Charly, Stenotypistin in der Mordkommission, und missbraucht ihr Insiderwissen für seine einsamen Ermittlungen. Dabei verstrickt er sich immer weiter in den Fall und macht sich schließlich selbst verdächtig. Die ständige Diskussion, warum deutsche Krimiautoren im internationalen Vergleich zumeist schlecht abschneiden, dürfte durch Volker Kutschers Buch Der nasse Fisch neue Nahrung gewinnen. Einmal mehr überzeugt ein einheimischer Autor auf ganzer Linie und dies trotz eines Titels, hinter dem man nicht unbedingt einen Krimi erwarten würde. Schwere Unruhen, verursacht von den Kommunisten, die den 1. Mai für ihre Zwecke ausnutzen wollen und einer Polizei, der die Situation zunehmend entgleitet, erschüttern Berlin und Gereon Rath, neuer Kommissar bei der Inspektion E, steckt mittendrin. In Köln erschoss der ehrgeizige Polizist im Dienst ausgerechnet den Sohn eines einflussreichen Zeitungsherausgebers und wurde nach einer medialen Hetzkampagne durch die Beziehungen seines Vaters nach Berlin versetzt. Da in der dortigen Mordkommission kein Platz frei ist, muss er nun für die Sitte arbeiten und dabei helfen, einen Pornoring auszuheben. Als zur selben Zeit im Landwehrkanal die Leiche eines schwer misshandelten Mannes gefunden wird, sieht Rath seine Chance. Er will den Fall auf eigene Faust lösen um so in die Inspektion A, die Mordkommission, zu gelangen. [...]
direkt zum Buch Volker Kutscher: Der nasse Fisch auf deutsch erschienen: 2007
Der stumme Todvon
Tod vor laufender Kamera - Kommissar Rath ermittelt hinter den Kulissen der Filmmetropole Berlin März 1930: Der Tod einer Schauspielerin führt Gereon Rath in die Studios der Filmmetropole Berlin. Der junge Kommissar lernt die Schattenseiten des Glamours kennen und erlebt eine Branche im Umbruch. Der Tonfilm erobert die Leinwände, und dabei bleiben viele auf der Strecke: Produzenten, Kinobesitzer - und Stummfilmstars. Die gefeierte Schauspielerin Betty Winter wird bei Dreharbeiten zu einem Tonfilm von einem Scheinwerfer erschlagen, und zunächst sieht alles nach einem Unfall aus. Bis Gereon Rath, der Kölner Kommissar in der Berliner Mordinspektion, Indizien entdeckt, die auf Mord hindeuten. Während die Kollegen den flüchtigen Beleuchter verdächtigen, ermittelt Rath auf eigene Faust in eine andere Richtung - und steht schnell alleine da. Eine zweite Schauspielerin wird tot aufgefunden und gibt der Polizei Rätsel auf. Die Todesursache ist unklar, aber es handelt sich um ein Gewaltverbrechen: Der Leiche fehlen die Stimmbänder. Die Ermittlungen führen Rath zwischen die Fronten rivalisierender Filmproduzenten, ins Berliner Chinesenviertel, in die Unterwelt - und hart an die Grenzen der Legalität. Während es bei der Beerdigung von Horst Wessel zu einer Straßenschlacht zwischen Nazis und Kommunisten kommt, muss Rath seinem Vorgesetzten Böhm aus dem Weg gehen, der ihn von dem Fall abziehen will. Als sein Vater ihn bittet, dem Kölner Oberbürgermeister Konrad Adenauer in einem Erpressungsfall zu helfen, und seine Exfreundin Charly eine erneute Annäherung wagt, droht Rath alles über den Kopf zu wachsen. Volker Kutscher gelingt es, nahtlos an seinen Bestseller "Der nasse Fisch" anzuknüpfen und das Berlin der 30er-Jahre in einem vielschichtigen und spannenden Kriminalfall lebendig werden zu lassen. Er zieht seine Leser mitten hinein in eine Zeit, die unserer Gegenwart viel näher ist, als man vermutet. Die Oscars sind vergeben, die Branche hat sich gefeiert und hinter den Kulissen ist hart, um jedes Stück Edelmetall gerungen worden. Allerdings soll kein Schauspieler dabei zu Schaden gekommen sein. Allerhöchstens der Stolz mancher Egomanen. Volker Kutscher wirft in seinem Roman einen Blick zurück zu den Anfängen der Filmindustrie, beschreibt die Schwierigkeiten beim revolutionären Wandel von Stumm- auf den Tonfilm, lässt Scheinwerfer von der Decke fallen, und Stimmbänder durchtrennen. Die eigentlichen Stars seines Kriminalromans sind die 30er Jahre in Berlin und ein um sein eigenes Glück ringender Kommissar. Manchmal drängt sich Kommissar Rath in Der stumme Tod das Gefühl auf, nicht recht zu wissen, gegen wen er da alles kämpft. Da ist natürlich die Berliner Unterwelt mit ihren Ganoven, auf der anderen Seite die Oberschicht mit ihrem Mord im Filmmilieu, vor allem jedoch kämpft er an der Heimatfront gegen Kollegen, die ihm nicht wohl gesonnen sind, so dass Rath nicht selten nach unten schaut, um zu überprüfen, ob das Eis, auf dem er sich vorwärts bewegt, nicht längst gebrochen ist. [...]
direkt zum Buch Volker Kutscher: Der stumme Tod auf deutsch erschienen: 2009
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