Dr. Watson – Ihr Krimi-Berater
Verehrter Leser, ich habe folgende Bücher für Sie gefunden:
Treffer: 1 – 10 von 27
Schauplatz: Argentinien
Zeit: ---
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Autor: ---
Protagonist(en): ---
Seitenzahl: ---
Verlag: ---
Treffer 1 – 10
Der barfüßige Polizist von der Calle San Martinvon
Buenos Aires, Anfang der 1980er Jahre. Die Diktatur ist vorbei, alles boomt: Banken, Geschäfte, Korruption. Wer nicht zu Geld kommt, ist selber schuld. Und wer dachte, die Zeit nach den Militärs würde Ruhe und Ordnung bringen, wird brutal enttäuscht. In diese Welt wird Eduardo Miranda, genannt »El Topo«, aus dem Gefängnis entlassen. Er ist müde geworden, sehnt sich nach einem friedlichen Leben – nur ein Ding will er noch drehen, einen Bankraub, doch fast alles geht schief. Comisario Lascano soll die Millionenbeute wiederbesorgen. Trotz seiner Aversion gegen die Auftraggeber kommt ihm das Angebot recht. Er braucht dringend Geld, um Eva zu suchen – die Frau, in die er sich Jahre zuvor verliebt hat. Allein schon der deutsche Titel verspricht Ungewöhnliches. Nicht Mord, nicht Totschlag, keine Erpressung, nicht eine Leiche im Pfarrhaus oder der siebte, achte Fall von Kommissar, Comisario XY – nein, ein barfüßiger Polizist. Gleich mit der ersten Seite fühlt man sich an Jean-Patrick Manchette erinnert, dessen Gangster die stillen Helden seiner Romane waren, die er mit schroffer, karger Sprache ausstattete. Auch Ernesto Mallo springt mitten ins Geschehen hinein. Ins Gefängnis. "El Topo", auch Eduardo Miranda genannt, steht vor der Entlassung. Ihn plagen Gedanken an AIDS, und dass er nie wieder in einer Zelle landen darf, selbst wenn das Argentinien ihn da draußen nicht zurück haben will. Buenos Aires ist nach der Militärdiktatur eine zerrissene Stadt, die wieder zusammen wachsen muss. Der als Theaterautor und Radioredakteur arbeitende Ernesto Mallo beschreibt das Bild von Umherirrenden, die innerlich zerrüttet sind. Nach all der Unfreiheit, der Gewalt, der Unterdrückung ist die Rückkehr in den Alltag nicht allein durch einen Wirtschaftsboom zu erreichen. [...]
direkt zum Buch Ernesto Mallo: Der barfüßige Polizist von der Calle San Martin auf deutsch erschienen: 2010
Der Tote von der Plaza Oncevon
Buenos Aires zur Zeit der Militärdiktatur. Comisario Lascano erhält einen Anruf: Am Riachuelo wurden zwei Leichen entdeckt. Als er am Tatort eintrifft, findet er jedoch drei Tote vor: zwei, deren Gesichter durch mehrere Schüsse entstellt sind – die typische Handschrift des staatlichen Terrors –, und eine Leiche, die eine gewöhnliche Schusswunde aufweist. Schnell findet lascano heraus, dass es sich bei dem dritten Opfer um Biterman, den gefürchteten Geldverleiher aus dem Once-Viertel handelt. Und bald ist der Comisario dem Mörder dicht auf den Fersen. Doch reichen dessen Beziehungen bis in die höchsten Kreise des Regimes, und lascano hat viel zu verlieren: er hat sich in die Widerstandskämpferin Eva verliebt und hält sie bei sich versteckt. Trotzdem entschließt er sich, den Fall aufzuklären – mit allen Konsequenzen. [...]
direkt zum Buch Ernesto Mallo: Der Tote von der Plaza Once auf deutsch erschienen: 2010
Die Fakultätvon
Homero Brocca ist ein genialer Schriftsteller. Niemand hat ihn je gesehen, nirgends gibt es Bücher von ihm. Seine Texte existieren nur in unendlichen Varianten. Als der junge Esteban Miró seine erste wissenschaftliche Stelle im labyrinthischen alten Fakultätsgebäude antritt, in dem nur noch obskure Institute ihr Dasein fristen, ahnt er noch nicht, dass er in einen gnadenlosen Kampf um den seltsamen Autor hineingezogen wird. Die wissenschaftlichen Gralshüter von Broccas möglicherweise gar nicht existenten Werken schrecken vor nichts zurück. Das Verhältnis zwischen Literatur und Leben, Fiktion und Realität wird immer unentwirrbarer. Ein abgeschlossenes Studium der Literaturwissenschaften ist in Buenos Aires noch lange keine Arbeitsplatzgarantie. Doch Esteban Miró hat Glück: Seine Mutter, eine ehemalige Studienprofessorin, verschafft ihm einen Job im Institut für Nationale Literatur. Der Institutsvorstand ist Professor Emiliano Conde, ein fanatischer Anhänger des Schriftstellers Homero Brocca. Seine Arbeit über Brocca hat ihm viele Feinde eingebracht, denn er behauptet, der einzige zu sein, der seine Bücher gelesen hat, bevor sie vernichtet wurden. Es existiere nur eine einzige Erzählung, "Substitutionen", aber nur in vielen Fassungen, Fälschungen und Bearbeitungen, nicht im Original. Conde möchte, dass Esteban Miró aus dem vorhandenen Material die ursprüngliche Erzählung rekonstruiert. Brocca selbst ist angeblich bei einem Schiffsuntergang ertrunken. Doch ist er wirklich tot? Esteban Miró entdeckt Wasserflecken an der Wand... [...]
direkt zum Buch Pablo de Santis: Die Fakultät auf deutsch erschienen: 2002
Das letzte Experimentvon
Buenos Aires, 1950. Gerade hat Privatdetektiv Bernie Gunther argentinischen Boden betreten, da erhält er einen neuen Auftrag: Er soll für Peróns Geheimpolizei nach einem 15-jährigen Mädchen fahnden. Fabienne von Bader scheint wie vom Erdboden verschluckt. Während seiner gefährlichen Recherchen trifft er auf die schöne Jüdin Anna Yagubsky. Auf der Suche nach Überlebenden ihrer Familie entdecken die beiden ein geheimes Lager in der Wüste, errichtet von dem KZ-Erbauer Dr. Kammler. Und es gibt Anzeichen dafür, dass es tatsächlich seinen grausigen Zweck erfüllt hat. Gunther und seine Gefährtin geraten immer stärker unter Druck, denn nicht nur die Péronistas wollen das Mädchen in ihre Gewalt bringen. Zu welchem Schatz ist Fabienne der Schlüssel? Gunther bleibt nicht mehr viel Zeit ... [...]
direkt zum Buch Philip Kerr: Das letzte Experiment auf deutsch erschienen: 2009
Drei Minuten mit der Wirklichkeitvon
Erregende Rhythmen, verstörender Klang - welches Geheimnis verbirgt sich in den skandalösen Choreografien des jungen Tangostars Damián Alsina? Giulietta, angehende Ballett-Tänzerin aus Berlin, folgt dem rätselhaften Geliebten Hals über Kopf nach Argentinien. Dort beginnt für sie eine Odyssee durch die sichtbare und unsichtbare Tango-Welt von Buenos Aires, in der sich Damiáns Tanzstil als Ariadnefaden in ein teuflisches Labyrinth erweist. Und die Suche nach der verlorenen Leidenschaft mündet in einem Strudel hoch gefährlicher Ereignisse, die mit der Vergangenheit jener Stadt aufs Engste verbunden sind... [...]
direkt zum Buch Wolfram Fleischhauer: Drei Minuten mit der Wirklichkeit auf deutsch erschienen: 2001
Noch eine Nachtvon
Vier Männer kommen nach Bosque, einer Kleinstadt irgendwo in Argentinien, und wollen die dortige Bank ausrauben. Die vier sind keine Profis; sie sind nicht mehr ganz jung, vom Leben etwas ramponiert, eher melancholisch als tough. Im Städtchen herrscht eine seltsame Stimmung. Alles scheint perfekt, geordnet, freundlich, bevölkert von lebensfrohen Menschen. Doch irgendetwas stimmt nicht. Der Bankraub gelingt, doch dann schnappt die Falle zu: Alle Ausgänge aus dem Ort sind verbarrikadiert. Das Städtchen erwacht aus seiner Lethargie, und Jagdfieber erfasst einen Großteil seiner Bewohnerinnen und Bewohner. Wir begleiten abwechselnd die vier Bankräuber auf ihren individuellen Fluchtwegen, beobachten sie in absurdesten Situationen und lernen auf diese Weise das Städtchen und seine Bevölkerung kennen, die Abgründe hinter der freundlichen Fassade, die Angst vor dem Fremden, die Heuchelei, die ständig lauernde Gewalt. Auf den ersten Blick passt bei diesem Buch einiges nicht. Es wird als lateinamerikanische Literatur angepriesen und der Name des Autors klingt nach dem neuen Nationalcoach der italienischen Fußballnationalmannschaft. So ganz offensichtlich will es nicht Krimi sein, ist es letztendlich aber natürlich doch. Eben das, was Kritiker gerne als "literarisch" bezeichnen. Wie so vieles, was aus Südamerika - dankenswerterweise! - den Weg in die deutsche Übersetzung findet. Und doch hat "Noch eine Nacht" von Antonio Dal Masetto (er ist tatsächlich gebürtiger Italiener) wenig zu tun mit den derzeitigen Lateinamerikanern, die en vogue sind, wie beispielsweise mit einem Leonardo Padura. Oder etwa doch? Was stellt dieser Dal Masetto nur mit uns an? Die Geschichte, die er erzählt, ist schnell in ein paar Sätze gefasst. Vier große Jungs beschließen den Big Bang und wollen im recht verschlafenen Städtchen Bosque ("Wald") die dortige Bank ausrauben. Ohne Technik, ohne viel Taktik. Zu verlieren haben die vier nichts, was sie dennoch nicht unvorsichtig macht. Und dennoch geht alles schief. Und wie. [...]
direkt zum Buch Antonio Dal Masetto: Noch eine Nacht auf deutsch erschienen: 2006
Das Kichern des Generalsvon
Der alte General, der dreieinhalb Jahrzehnte lang Paraguay wie seinen Privatbesitz geleitet hat, sitzt im Exil an der Küste Brasiliens und langweilt sich. Er möchte noch einmal schäbig kichern und noch einmal an den Strängen zupfen, die er selbst geflochten und gespannt hat. Schauplatz ist die Stadt Ciudad del Este im Dreiländereck Brasilien-Paraguay-Argentinien. Durch die Stadt verläuft eine der Hauptrouten des Narko-Handels, kontrolliert von Leuten des Cali-Kartells. In Ciudad del Este sitzt die Hizbollah, die von hier 1994 den blutigen Anschlag auf das jüdische Zentrum in Buenos Aires vorbereitete. Und deswegen ist auch der Mossad vertreten - ebenso wie CIA, DEA und die militärischen Geheimdienste der umliegenden Staaten. In diesen Teich voller Haie wirft der General als Köder eine Leiche und Informationen, die alle Haie anders interpretieren. Geht es um Geld, Kokain, Waffen oder einen Putsch? Oder alles zusammen? Sicher ist nur: Der General wird kichern. Worüber, das weiß nur er. [...]
direkt zum Buch Gisbert Haefs: Das Kichern des Generals auf deutsch erschienen: 1996
Der siebzehnte Engelvon
Buenos Aires - eine Stadt zwischen Melancholie und pulsierendem Leben. Hier soll Comisario Miguel Fortunato den Mord an dem amerikanischen Schriftsteller Robert Waterbury aufklären. Waterbury hatte in der Stadt nach Inspiration für seinen neuen Roman gesucht. Ein Thriller sollte es werden, um schöne Frauen, mächtige Männer, um Schuld und Sühne. Doch dann wurde Waterbury selbst ermordet - angeblich ein Streit im Drogenmilieu. Obwohl viele Fragen offen blieben, legte die Polizei den Fall rasch zu den Akten. Niemand scheint wirklich an der Aufklärung interessiert, bis die junge amerikanische Menschenrechtsexpertin Athena Fowler nach Buenos Aires kommt. Gemeinsam mit Comisario Fortunato sucht sie nach der Wahrheit. Doch der weiß längst, wer der Mörder war. Was er nicht weiß: Warum und von wem er zu der Tat getrieben wurde ... Ein ermordeter amerikanischer Autor am Stadtrand von Buenos Aires stellt Comisario Fortunato und seine Kollegen vor große Probleme. Denn was aussehen soll wie ein aus dem Ruder gelaufener Drogendeal, ist in Wahrheit ein missglückter Einschüchterungsversuch, durchgeführt von Fortunato und seinen rabiaten Kollegen. Fortunato selbst ist verantwortlich für den Todesschuss und soll als ermittelnder Beamter die Spuren so verwischen, dass die Tat nicht mehr mit der Polizei in Verbindung gebracht werden kann. Problematisch wird das Ganze, als die amerikanische Menschenrechtlerin Dr. Athena Fowler auftaucht, die im Namen der Familie des ermordeten Roger Waterbury Licht ins Dunkel der verschleppten Ermittlung bringen soll. An der Seite des von Gewissensbissen geplagten Comisarios stößt Fowler bald auf ein weitreichendes Geflecht aus allgegenwärtiger Korruption, Intrigen und Wirtschaftsinteressen, geplant und durchgeführt von Hintermännern, die sich einen Dreck um Menschenleben scheren. Mitten im Kampf um argentinische Ressourcen sind auch amerikanische Firmen und Banken vertreten, sodass sich Fowler und Fortunato auf einmal zwischen allen Fronten wiederfinden. Und Fortunato, das Andenken seiner grundehrlichen, kürzlich verstorbenen Frau Marcella im Herzen, zieht wütend und kompromisslos in den finalen Kampf, nachdem er festgestellt hat, nichts als eine Marionette in einem ausgeklügelten Planspiel gewesen zu sein. Shootout und vielleicht eine Art Happy End? [...]
direkt zum Buch Stuart Archer Cohen: Der siebzehnte Engel auf deutsch erschienen: 2008
Die Übersetzungvon
Puerto Esfinge - der Hafen der Sphinx - ist ein verwunschener Ort an der argentinischen Atlantikküste. Genau der richtige Platz für einen Kongress über Geheimsprachen, über Kryptologie, über ausgestorbene Sprachen. Eigentlich fährt Miguel De Blast nur hin, um seine Jugendliebe Ana wieder zu treffen, die er an seinen Rivalen Naum verloren hat. Naum ist jetzt ein Star im Literaturbetrieb und alle fiebern seinem Auftritt entgegen. Aber bevor der Meister eintrifft, beginnen die Rätsel: Erst werden Seehunde tot aufgefunden, dann mehrere Kongressteilnehmer. Die örtliche Polizei ist ratlos. Miguel De Blast gerät auf die Spur eines uralten Fluchs und einer magischen, vergessenen Sprache. Hat sich schon mal wer vor Augen geführt, welche Macht in die Hände von Übersetzern gelegt wird? Ihr Handwerk und ihr Können entscheiden, ob Texte in einer anderen als der ursprünglichen Sprache den selben Sinn, die gleiche Aussagekraft, eine vergleichbare literarische Eleganz oder schlichtweg den identischen Inhalt besitzen. Das Problem dabei: Wer will Übersetzer nachhaltig kontrollieren? Unwahrscheinlich, dass zwei verschiedene Übersetzer auch nur ein Kapitel eines Buches identisch in ihre Muttersprache transferieren werden. Ob Pablo de Santis von einem Übersetzer geärgert wurde, bevor er seine Novelle "Die Übersetzung" verfasste? Jedenfalls stellt er dem Werk folgendes Zitat voran: [...]
direkt zum Buch Pablo de Santis: Die Übersetzung auf deutsch erschienen: 2000
Im Morgengrauenvon
Dezember 2001. Argentinien kurz vor dem Staatsbankrott. Es gärt in den Städten. Tausende haben über Nacht ihr ganzes Geld verloren, sie ziehen vor die Banken, protestieren lautstark gegen die Regierung, es kommt zu Plünderungen und Razzien in den Slums. Durch einen Anruf wird der Handelsvertreter Gotán Martelli mitten ins Epizentrum dieser Staatskrise geworfen. Edmundo Cárcano, hohes Tier beim Ölkonzern CPF, fleht ihn an, sofort zu ihm zu kommen. Als Martelli bei seinem Freund eintrifft, ist dieser tot. Und seine junge Geliebte liegt kurz darauf ermordet in Gotáns Bett. Als dann auch noch Cárcanos Tochter entführt wird, ist Martellis detektivischer Spürsinn geweckt. Noch ahnt er nicht, wie viel das plötzliche Chaos mit seiner Zeit als Polizist während der Militärjunta und mit seiner großen Liebe Mireya zu tun hat. Die einzige Gewissheit, die er hat: Der Tod eilt ihm immer zwei Schritte voraus. Und dass es lebensgefährlich ist, den eigenen Schritt zu beschleunigen. Schadenfreude ist immer noch die schönste Freude. Als Deutschland im Sommer bei der WM in Südafrika den unbequemen Gegner Argentinien im Viertelfinale mit 4:0 aus dem Stadion fegte, und sämtliche Großleinwände der Republik Diego Armando Maradonas weinendes Gesicht abbildeten, konnte sich wohl selbst der fairste und objektivste Fußballfreund nicht eines kleinen spöttischen Lächelns erwehren. Nun trifft man sich im Oktober auf der Frankfurter Büchermesse, wo Argentinien diesjähriges Gastland ist, erneut, weshalb ein genauerer Blick auf die Kriminalliteratur der Heimat von Tango, Steaks und Lamas lohnt. Dort wurde in jüngster Zeit besonders Autor Guillermo Orsi als Meister des neuen lateinamerikanischen Kriminalromans gefeiert und unter anderem für sein Buch Nadie ama a un policía (= Niemand liebt einen Polizisten) mit dem "Premio Internacional de Novela Negra Ciudad de Carmona 2007" ausgezeichnet. Grund genug für den dtv-Verlag, sich die Rechte an diesem Werk zu sichern und es pünktlich zur Messe unter dem (leider sehr nichtssagenden) Titel Im Morgengrauen auf den Buchmarkt zu werfen. Man kann nur hoffen, dass es dort punktgenau landen und möglichst viele Käufer finden wird, ist doch Orsis düstere Mischung aus Hardboiled, Noir, Polit-Thriller und Roadmovie ein satter Treffer ins Schwarze, der Herz und Hirn gleichermaßen bedient, dabei aber auch immer wieder hart an die Schmerzgrenze geht. Argentinien im Winter des Jahres 2001. Das Land ist hoch verschuldet und steht kurz vor dem Staatsbankrott. Tausende haben über Nacht ihr ganzes Geld verloren. Das Volk geht auf die Straße, es kommt zu Massenprotesten, Plünderungen und bewaffnetem Aufruhr. Während Präsident Fernando de la Rúa verzweifelt versucht, die verfahrene wirtschaftliche Situation, welche sein Vorgänger hinterließ, noch zu retten, ist der Justizapparat bereits damit beschäftigt seine Schäfchen ins Trockene zu bringen, und möglichen Nachfolgern um den Bart zu gehen. In dieser aufgeheizten Stimmung erhält Pablo Martelli, genannt "Gotán", kurz nach Mitternacht einen flehendlichen Anruf seines alten Freundes Edmundo Cárcano. Der Geschäftsführer des Ölkonzerns CPF bittet ihn um dringende Hilfe und sein sofortiges Kommen. Gotán, ein mittlerweile fast sechzigjähriger Handelsvertreter für Sanitärartikel, war während der Militärdiktatur Polizist bei der Policia Federal ... und der alte Bulle hat seinen Spürsinn nicht verloren. Es riecht nach Ärger. [...]
direkt zum Buch Guillermo Orsi: Im Morgengrauen auf deutsch erschienen: 2010
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