Sanft entschlafen von Donna Leon

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 1997 unter dem Titel Death of Faith, deutsche Ausgabe erstmals 1998 bei Diogenes.
Ort & Zeit der Handlung: Venedig, 1990 - 2009.
Folge 6 der Guido-Brunetti-Serie.

  • London: Macmillan, 1997 unter dem Titel Death of Faith. 336 Seiten.
  • Zürich: Diogenes, 1998. Übersetzt von Monika Elwenspoek. ISBN: 3-257-06168-4. 336 Seiten.
  • Zürich: Diogenes, 2000. Übersetzt von Monika Elwenspoek. ISBN: 3-257-23139-3. 336 Seiten.
  • [Hörbuch] Schwäbisch Hall: Steinbach, 2005. Gesprochen von Christioph Lindert. ISBN: 3886987612. 7 CDs.

'Sanft entschlafen' ist erschienen als HardcoverTaschenbuchHörbuch

In Kürze:

Commissario Brunetti genießt ruhigere Zeiten; die Lagunenstadt Venedig erwacht gerade erst aus ihrem Winterschlaf. Doch da beginnen Machenschaften der Kirche ihm Sorgen zu bereiten. Schwester Immacolata, die schöne Sizilianerin und aufopfernde Pflegerin seiner Mutter, ist nach dem unerwarteten Tod von fünf Patienten aus ihrem Orden ausgetreten. Sie hegt einen schrecklichen Verdacht. Wem könnte sie sich eher anvertrauen, als dem einfallsreichen Commissario Brunetti?

Das meint Krimi-Couch.de: »Unspektakulär und unaufdringlich« 77°

Krimi-Rezension von tyrel

An diesem Buch scheiden sich die Geister. Donna Leons sechster Roman über die Kriminalfälle des Commissario Brunetti in Venedig hat bei den Lesern zu unterschiedlichen Reaktionen geführt. Einige halten es für das bisher schlechteste Werk der Reihe, andere wiederum sind der Auffassung, dass die amerikanisch-stämmige Wahlvenezianerin Donna Leon den hohen Standard der übrigen Teile gehalten hat.

Die Geschichte lässt sich in kurzen Worten wiedergeben:

An einem ereignislosen Morgen wird Commissario Brunetti auf seiner Arbeitsstelle von der ehemaligen Betreuerin seiner in einem Heim lebenden Mutter aufgesucht. Die junge Frau hat ihren Orden verlassen, da sie den schrecklichen Verdacht hegt, dass in den Altenheimen, in denen ihre Ordensschwestern das Pflegepersonal stellen, alte Menschen ihres Erbes wegen getötet würden.

Viel mehr als Vermutungen hat die ehemalige Nonne nicht zu bieten, aber Commissario Brunetti, der sie als Pflegerin zu schätzen gelernt hatte, beginnt auch ohne konkrete Anhaltspunkte informelle Nachforschungen anzustellen. Er führt Ermittlungen im Altenheim, bei den Angehörigen der Verstorbenen und der Kirche durch, bis sich sein vager Verdacht zu bestätigen scheint.

Die sympathische Figur des Commissario Brunetti steht im Mittelpunkt des Geschehens. Für mich ist er der etwas andere Polizist ohne Heldenpathos, aber dafür mit um so mehr Menschlichkeit. Brunetti präsentiert sich als ruhiger, pflichtbewusster Polizist, der jedoch im Zweifelsfall seinen Gerechtigkeitssinn über den Gehorsam stellt.

Seine Ruhe und Kraft scheint er aus dem Schutz seiner idealtypisch dargestellten Familie zu schöpfen. Die Wortwechsel und Diskussionen mit seiner selbstbewussten, sozialkritischen Frau und den aufgeweckten Kindern stellen amüsante Unterbrechungen der eher nüchternen Ermittlungstätigkeit dar. Dennoch erscheint mir die Darstellung des Familienlebens etwas zu harmonisch und perfekt dargestellt, um wirklich überzeugend und real zu wirken.

Das Buch lässt sich leicht und ohne Längen lesen. Es verfügt über einen gefälligen, gradlinigen Schreibstil ohne überflüssige Verzierungen und Schnörkel. Gleichzeitig werden die Personen und ihr Umfeld mit viel Liebe zum Detail dargestellt. Donna Leon balanciert bei der sensilblen Porträtierung der Personen gekonnt an der Grenze zwischen Normalität und Skurrilität. Das Buch ist sehr dialoglastig, wobei die wörtliche Rede sehr natürlich und ungezwungen wirkt und die italienische Mentalität einzufangen scheint. Die Atmosphäre des Romans ist eher etwas gemächlich, da auch »die Lagunenstadt erst allmählich aus dem Winterschlaf erwacht«.

Das Buch leidet unter dem großen Manko, auf einer nicht überzeugenden und schlüssigen Basissituation aufzubauen. Die Vermutungen der ehemaligen Ordensschwester erschienen mir lange Zeit als völlig aus der Luft geholt, und das Engagement des Commissarios konnte ich demnach nur mit der Langeweile während der urlaubsbedingten Abwesenheit seines Chefs erklären, wenn ich es nicht als dramaturgisches Defizit der Handlung ansehen wollte.

Erst nachdem die Schwester bei einem mysteriösen Autounfall schwer verunglückt, verdichten sich auch für den Leser die Anhaltspunkte, dass die kirchliche Fürsorge in den Heimen nicht nur auf reiner Selbstlosigkeit beruht, sondern handfeste materielle Interessen dominieren.

Hier zeichnet sich dann ein zweiter Schwachpunkt des Romans ab. Die möglichen Verbrechen an alten Menschen und der in einer Nebenhandlung angedeute Kindesmissbrauch durch einen Priester im Lehramt bieten der Autorin den Vorwand, massive Kritik gegen die Kirche und ihre Organisationen und Mitglieder zu üben. Obwohl sich die Vorwürfe auf Einzelpersonen konzentrieren, findet doch eine starke Verallgemeinerung und Pauschalierung statt, die wie eine persönliche Abrechnung der Autorin wirken. Ein bisschen mehr Sachlichkeit hätte dem offensichtlichen Anliegen, religiösen Fanatismus, heuchlerische Frömmelei und kriminelles Machtstreben anzuprangern, mehr Überzeugungskraft verliehen.

Aus dem Dunkel taucht gegen Ende der Geschichte als Drahtzieher im Hintergrund die fiktive gefürchtete und mächtige kirchliche Geheimloge »Opera pia« auf.

Interessanterweise soll im englichen Original, dass ich leider nicht gelesen habe, die streng konservative Kirchenorganisation »Opus Dei« in dieser Rolle genannt werden. »Opus Dei« stieg in den über 70 Jahren ihres Bestehens in der katholischen Hierarchie bis zur Heiligsprechung ihres Gründers 1992 auf, ist aber gleichzeitig wegen politischer und wirtschaftlicher Verpflechtungen sowie sektenähnlicher, reaktionärer Ideologien umstritten. Angeblich soll diese Änderung des Namen in »Opera pia« bei der deutschen Ausgabe in Absprache mit der Autorin und ohne Einflussnahme von außen erfolgt sein.

Der Schluss des Buchs ist ebenso unspektakulär und unaufdringlich wie die übrigen Kapitel. Obwohl einige Fragen offen bleiben, wird der Leser nicht in Unzufriedenheit entlassen, sondern vielmehr in dem Bewusstsein, dass er in weiteren Romanen am interessanten Privat- und Berufsleben der Familie Brunetti teilnehmen darf.

Da ich die übrigen Bücher der Reihe noch nicht gelesen habe, kann ich einen Vergleich aller Bände miteinander nicht anstellen. Wenn aber »Sanft entschlafen« tatsächlich eines des schwächeren sein soll, spricht dies nur für das Niveau der anderen Bücher.

Trotz diverser Schwächen bietet das Buch also solide und spannende Unterhaltung. Spannung gewinnt der Roman nicht aus aktionsgeladenen Handlungssträngen oder einer aufregenden Tätersuche, sondern vielmehr aus der detaillierten und prägnanten Schilderung von Personen der venezianischen Gesellschaft und ihrer Beziehungen untereinander. Insofern stellt sich die Frage, ob die Bezeichnung Kriminalroman diesem Buch tatsächlich gerecht wird. Die Menschlichkeit, die uns in nahezu jeder Szene in positiven wie in negativen Ausprägungen begegnet, tröstet über die Schwachpunkte der Geschichte hinweg und macht das Buch in jedem Fall zu einem echten Lesevergnügen.

tyrel, Januar 2001

Das meinen andere:

»A. A wie Ausdrucksfehler. Oder auch wie: Aufhören. Donna Leons Karriere beweist am Ende nur eins: Daß bei Kriminalromanen nur das vollkommene Mittelmaß den vollkommenen Erfolg garantiert.« (Westdeutscher Rundfunk)

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Anfangsverdacht zu »Donna Leon: Sanft entschlafen« 30.11.2014
Auch aus meiner Sicht nach dem zweiten Fall der Sechste als Kriminalroman gesehen einigermaßen verunglückt.
Retten tut diesen Roman das Sprachvermögen der Autorin und ihre Fähigkeit Sozialportäts zu entwerfen.
Zweifel bleiben, ob ein Kommissar in Venedig sich eines solchen Falls in der Art und Weise Brunettis annehmen könnte. Das sieht doch eher nach Privatvergnügen aus.
Die Schilderungen der Menschen hingegen sind großartig. Man nehme nur die Hauptfigur.
Die Nonne. Nichtnonne.
utta zu »Donna Leon: Sanft entschlafen« 24.03.2011
Um den Charakter Brunetti zu verstehen ist es sehr hilfreich alle Bücher nacheinander zu lesen. Man versteht die Ansichten und Meinugen sowie Gedangengänge der Personen wie z.B. Vianello und Elettra einfach besser, wenn man sie "in sich " aufgebaut hat und mit Ihnen älter wird.
Die Bücher spielen über Jahre, die Personen entwickeln sich mit der Zeit.

Donna Leon greift für Italien sehr heikle Themen auf. Sicher ist der sechste Fall sehr ruhig doch handelt er auch von einem brisanten Thema.
Manuela zu »Donna Leon: Sanft entschlafen« 22.02.2010
Bevor ich dieses Buch las, war ich gespannt, was mich erwarten würde, denn ich mag Krimis.

Das Buch „Sanft entschlafen“ war dann allerdings ernüchternd, da es wenig Spannung aufweist und ebenso wenig wirkliche Handlung beinhaltet. Ein Grossteil der Handlung besteht darin, dass gesprochen und diskutiert wird; ansonsten geschieht nicht allzuviel.
Man liest mit der Hoffnung auf irgendeine Action weiter und weiter und wird schlussendlich enttäuscht, da sie ausbleibt. Deshalb kann man nicht wirklich mitfiebern wie in anderen Detektiv- und Kriminalromanen.
Ebenfalls enttäuschend ist der Schluss, da die Lösung des Falles einiges offen lässt und infolgedessen ungenau und unfertig wirkt.
Zudem stimme ich der Kritik von Tatjana und Mijo vom 10.1.08 zu, dass dieses Buch recht eintönig ist.
Diese Eintönigkeit, die sich durch das ganze Buch zieht, wird unterstützt durch detailliert beschriebene, bedeutungslose Schauplätze.
Die ganze Handlung ist geprägt von einem Spott und einer Ablehnung gegen die Macht und Geldgier in den katholischen Organisationen, die vor allem bei Kommissario Brunetti sichtbar wird.
Ich habe den Eindruck, dass die Geschichte im finsteren Mittelalter der Kirche anknüpft, welche von Ausschweifungen geprägt ist. Dieses Bild wird überstrapaziert.

Was mich hingegen sehr fasziniert, ist die Person Vianello und seine Taktik, wie er die Verdächtigen befragt und ihnen Informationen entlockt.

Alles in allem ein nicht wirklich lesenswertes Buch, eher langfädig und eintönig ohne schlüssiges Ende.
kleines blondie zu »Donna Leon: Sanft entschlafen« 18.02.2010
Da ich schon viel von Donna Leon gehört habe, weckten ihre sogenannten „Meisterwerke“ mein Interesse. Auch wusste ich, dass sich jene in Venedig abspielen. Deshalb habe ich mich im Voraus etwas über diese berühmte Stadt informiert. Die Stadt hinterliess bei mir einen recht sympathischen Eindruck, deshalb klemmte ich mich sehr motiviert hinter diese Lektüre. Meine anfängliche Begeisterung verflog aber rasch.
Vom 6. Band (Sanft entschlafen) darf man unter keinen Umständen zu viel Spannung erwarten. Auch wird man äusserst enttäuscht, falls man einen klare Lösung des Falls erwartet. Man könnte fast meinen, der Autorin sei gegen den Schluss „die Luft ausgegangen“. Es ist keineswegs eine Kriminalgeschichte, bei welcher man sich vor Spannung unter die Decke verkriecht und nicht mehr mit dem Lesen aufhören möchte.
Ich selbst möchte mir die Freiheit nehmen und mich als Leseratte bezeichnen. Daher ist davon auszugehen, dass ich schon viele Bücher gelesen habe und dementsprechend auch verschiedenste Kriminalromane kenne. Von Donna Leon habe ich bis jetzt nur diesen 6. Band gelesen und kann mir gut vorstellen, dass ich es auch bei diesem einen Versuch belassen werde.
Während dem Lesen kam es mir so vor, als ob ich einen venezianischen Reiseführer lesen würde, gekoppelt mit Religionsunterricht und einer Family-Soap. Meiner Ansicht nach, wird der eigentliche Kern dieser Geschichte, also der Fall selbst, total vernachlässigt. Hat man sich durch die ersten 100 Seiten gekämpft, erwartet man, dass doch langsam etwas interessantes passiert. Ist nach ca. 150 Seiten immer noch von Brunettis Mittagessen die Rede, ist die Lust zum Lesen gänzlich verflogen.
Bis jetzt klingt meine Kritik doch recht negativ, deshalb möchte ich auch noch etwas Positives hinzufügen!
Venedig wird sehr schön beschrieben und äusserst idyllisch dargestellt. Es wird eine sehr positive Atmosphäre vermittelt, welche von Donna Leon auf den Leser übertragen wird. Für Leute, welche nach einem harten Arbeitstag gerne etwas abschalten und die Seele baumeln lassen, sind Donna Leons Werke zu empfehlen. Man fühlt sich fast so, als sei man ebenfalls ein Familienmitglied Brunettis.
Da meine Kritik eher zum Negativen tendiert, könnte es allerdings auch sein, dass ich nicht zu Donna Leons Zielgruppe gehöre. Wahrscheinlich sind ihre Bücher vor allem für Leute gedacht, welche eher ein ruhiges und gesittetes Leben führen und mindestens 35 Jahre auf dem Buckel haben. Vielleicht werde ich es in ein paar Jahren nochmals versuchen, eines ihrer Werke zu lesen. Falls sich meine Einstellung ändert, werde ich selbstverständlich eine neue Kritik schreiben.
Simon zu »Donna Leon: Sanft entschlafen« 28.05.2008
Viele haben bereits scharfe Kritik an diesem Werk geäussert. Jedoch frage ich mich, weshalb. Sicherlich ist dieses Buch nicht gerade mit Spannung und Aktion geladen, aber genau dies macht für mich den Reiz des Ganzen aus. Es ist eines der wenigen Werke, die mir bekannt sind, welche dem Leser die Freiheit und die Möglichkeit geben, seinen eigenen Fantasien und Überlegungen auch nach Ende des Buches noch freien lauf zu lassen. Dies stellt natürlich auch eine höhere Anforderungen an den Leser, als wenn am Schluss jedes Detail der Geschichte aufgeklärt oder verständlich ist. Donna Leon hat meiner Meinung nach mit diesem Werk auf verschiedene Art und Weise Mut bewiesen.

Sie spricht das in Italien sowieso heikle Thema der Kirche an und dabei sind auch klar die Seitenhiebe auf Opus Dei erkennbar. Wer also in Sachen Geheimbünde, Verschwörung etc. etwas bewandert und interessiert ist, hat nach diesem buch sicher einigen Stoff für eigene Spekulationen und Interpretationen. Die Tatsache, dass Donna Leon dem Leser Platz für eigene Interpretationen lässt, auch wenn dies auf Kosten der vollständigen Aufklärung des eigentlichen Falles geht, ist meiner Meinung nach lobenswert. Dieses Buch hebt sich wohltuend von normalen Romanen und Krimis ab und bietet auch einem erfahrenen Krimileser eine hervorragende Abwechslung.
Paul zu »Donna Leon: Sanft entschlafen« 30.03.2008
Ich hätte gerne im Buch bzw. im Film, der am 29.03.08 im Ersten ausgestrahlt wurde, eine stärkere Auseinandersetzung mit Opera pia (Opus Dei) gesehen. Opus Dei und seine Verstrickungen in Politik, Wissenschaft und Wirtschaft. Opus Dei ist mehr Sein als Schein.
Tatjana Doba & Mijo Prljevic zu »Donna Leon: Sanft entschlafen« 10.01.2008
Der Kritiker tyrel schreibt: „Der Schluss des Buchs ist ebenso unspektakulär und unaufdringlich wie die übrigen Kapitel.“ (Januar 2001)
Wir stimmen dem Kritiker völlig zu, wobei wir Donna Leons sechsten Band noch schärfer kritisieren wollen. Wir finden, dass sich die Autorin bei den Themen Kirche, Geld und Habgier zu viel vorgenommen hat. Der Ansatz war zwar nicht schlecht, jedoch hat sie sich unserer Meinung nach nicht die Zeit nicht genommen, das Buch so zu perfektionieren, dass es den Leser an sich fesselt. Oft zu lang beschriebene Szenen lassen diesen vom eigentlichen Thema abschweifen. Die Eintönigkeit zieht sich durch die ganze Geschichte und der Schluss des Buches war enttäuschend.
Des Weiteren ist das Buch sehr realitätsfremd. Es ist eher unwahrscheinlich, dass der Glaube einer Nonne an Gott bzw. an den Beichtvater so stark ist, dass sie zu morden beginnt. Wir finden, dass so etwas in der heutigen Zeit kaum vorstellbar ist.
Nach unserer Kritik sind wir zum Schluss gekommen, dass Donna Leons Sanft entschlafen aus der Guido-Brunetti-Reihe tanzt, weil die Themen der anderen Bände sehr auf die heutigen Probleme der Gesellschaft hinweisen.
Poldi zu »Donna Leon: Sanft entschlafen« 01.01.2008
Ich habe das Buch vor kurzem gelesen. Es war das erste Buch von Donna Leon das ich gelesen habe...einigermaßen langweilig und man kann sich nicht merken wer was wann gemacht hat! Es fehlt auch eine Lösung des Falles. Es kommen auch so viele italienische Namen vor, dass man nicht mehr weiß wer von denen wer ist oder welcher wie mit dem Fall zusammenhängt! Am Ende vom Buch wünscht man sich es nie gelesen zu haben und ist einigermaßen verwirrt. Schade, weil ich sonst nur gutes über Donna Leons andere Bücher gehört habe.
Marie D: zu »Donna Leon: Sanft entschlafen« 20.12.2007
Ich habe alle Brunetti-Romane gelesen und finde auch, dass dieser nicht so gut ist wie die anderen.
Der Rundumschlag gegen Kirche und Glauben ist viel zu aufdringlich. Man kann es nicht mehr als Brunettis oder Paolas Meinung lesen, sondern da kommt zu sehr die Autorin durch (so wirkt es zumindest). Das ist schade, weil es eine gewisse Unglaubwürdigkeit und Ablenkung reinbringt.
Schade ist auch, dass es keinerlei Erklärungen zu den beiden anderen Toten gibt. Man weiß nicht, ob man das für einen fehlenden Zusammenhang oder Absicht halten soll.
Es hat trotzdem Spaß gemacht, das Buch zu lesen.
Fazit: Nett, aber sicher nicht ihr Bestes.
Werner zu »Donna Leon: Sanft entschlafen« 09.02.2007
Ich finde Donna Leons Krimis immer sehr spannend. Die Figur de Commissario Brunetti kommt sehr authentisch rüber und auch die Verhältnisse sind realistisch beschrieben. Allerdings muss ich mich immer wundern, dass der Vizequestor, der Brunetti ja schon lange genug kennt, immer wieder an seiner Arbeit, seiner Intuition Kritik übt und nciht anerkennt, dass Brunetti der beste Mann ist, den er zur Verfügung haben kann.

Allerdings muss ich bei diesem Roman dem Verdacht zustimmen, dass eine gewisse Abrechnung mit der Kirche statt zu finden scheint. Schade eigentlich, denn pauschalierte Urteile passen eigentlich nicht in mein Leon-Bild.
2 von 2 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
E. Fischer zu »Donna Leon: Sanft entschlafen« 01.11.2006
Habe das Buch auf spanisch gelesen, das Bibelzitat ist falsch angegeben, sowas sollte nicht vorkommen, es ist nicht aus Matthäus sondern aus dem Lukasevangelium, 17,2.
Andere Quellen lassen sich ja nicht so leicht nachprüfen wie die Bibel.
Sonst fand ich es gut, die skandalösen Machenschaften der Kirche sind natürlich nur sehr vage beschrieben.
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A. Seifert zu »Donna Leon: Sanft entschlafen« 12.03.2006
Ich habe "Sanft entschlafen" nur als Film gesehen, aber andere Titel gelesen. Dazu muss man sagen, dass die Filme sich sehr genau an die Bücher Donna Leons halten.
Ich Empfand diesen Krimi als einen der besten, da er gute einblicke in Ermittlungsarbeit und Familienleben zulässt, zudem erscheint mir das Familienleben der Brunettis nicht als unrealistisch oder idealisiert, denn mein Familienleben sieht ziemlich ähnlich aus.
Ebenfalls sind die Ermittlungsarbeiten ziemlich nah an der Realität, denn die Ermittlungen gehen meistens nur sehr langsam und in kleinen, ziemlich unbedeutenden Schritten vorwärts.
Zu dem 1. Kommentar möchte ich noch anmerken, dass auch Brunetti anfangs nicht recht wusste ob, und wie er ermitteln sollte, da er selbst Zweifel hatte. Erst nach dem Unfall der Nonne hat er richtig begonnen zu ermitteln, auch wenn einige bei der Polizei den Unfall der Nonne nur für ein Unglück hielten.
Zu den "Anfeindungen" der Kirche, durch Donna Leon, möchte ich nur sagen, dass die Kirche manchmal nicht so zimperlich in der Wahl ihrer Methoden sein kann; womit ich sagen möchte, dass sie nicht weniger unschuldig an manchen Sachen ist, wie sonst eine Einrichtung!
Insgesamt ist das Werk sehr gelungen, nicht langweilig oder unrealistisch. Einfach super!!! :-)
Heinz Wiesen zu »Donna Leon: Sanft entschlafen« 04.11.2005
Heinz W.: Brunetti hat sicherlich schon spannendere Fälle gelöst.
Die Ähnlichkeiten zwischen "Opus Dei" und "Opera Pia" sind unüberlesbar. Donna Leon`s Verhältnis zur Kirche ist offenbar tief gestört, ja zerstört.
Verständlich! Wie vielen anderen, ging es auch mir so.
Trotzdem: Obwohl kein Thriller, der mich vom Hocker riss, spannend war es allemal. Ein gutes Buch.
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Ane zu »Donna Leon: Sanft entschlafen« 09.09.2005
Schade, dass Donna Leon sich hier meines Erachtens ziemlich im Ton vergriffen hat.

Ein im Grunde hochspannendes und brisantes Thema, das uns alle angehen sollte, nämlich die Missstände in Altenpflegeheimen, wird zum Rundumschlag gegen die Kirche und Gläubigsein überhaupt missbraucht. Ich hatte mich vorher sehr auf dieses Buch gefreut, die Geschichte an sich war ja auch ganz gut, aber die Hiebe gegen gläubige Menschen sind teilweise schon geradezu beleidigend! Oder sind etwa alle Menschen, die an Gott glauben (egal, unter welchem Namen), solche Fanatiker wie in diesem Buch?

Diese Generalabrechnung hätte nicht sein müssen.
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Lars Wallander zu »Donna Leon: Sanft entschlafen« 19.08.2005
Als Quereinsteiger aus dem "Wallander-Lager" kann dieser Roman nicht überzeugen. Die Verknüpfungen der einzelnen Personen sind oberflächlich, die glückliche Familie Brunetti ist meines Geschmacks zu süßlich beschrieben und zwei der vier "Morde", falls es nicht nur Hirngespinnste der ehemaligen Nonne "Immaculata" waren, bleiben ohne jegliche Bemerkung ungeklärt stehen.
Der Stil, die gängigen italienischen Redewendungen nicht ins Deutsche zu übersetzen stört ungemein und dient nicht dem Lesefluß.
Einziger Lichtblick ist das wunderbar beschriebene abgleiten ins Delirium Brunettis ("Er fragte sich, warum er nicht zu seinem Büro hinauffliegen sollte.") Das ist klasse. Der restliche Roman plätschert dahin und man ist froh, wenn das Ende erreicht ist.
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Patrick zu »Donna Leon: Sanft entschlafen« 16.05.2005
Sehr zähe und langweile Novelle, die versucht die Kirche in Italien zu kritisieren. Da es mein erstes Buch von Frau Leon ist kann ich nicht sagen ob es ein ausrutscher war oder ob alle ihre Bücher so öde sind...
René zu »Donna Leon: Sanft entschlafen« 08.12.2004
Der mit dem 'habe das Buch auf Englisch gelesen und habe nur so lala eine Ahnung' ist nicht schlecht. Ich werde die nächsten Bücher auch mal auf Japanisch bestellen...
Hallo Icer Ones: Man kann Donna Leon auch auf Deutsch haben in der Zwischenzeit!

Ich selber bin im Moment in der Mitte des Buches und finde den Krimi nicht so schlecht, wie einige von euch geschrieben haben. Donna Leon erzählt von den Mächtigen und Einflussreichen Venedigs wie eh und je.

Für mich absolut lesenswert.
Tina zu »Donna Leon: Sanft entschlafen« 07.12.2004
ich finde das Buch blödsinnig! Zum einen (ich habe keines der anderen Brunetti-Bücher gelesen) sind 62 Namen darin und bei der Hälfte hat man keine Ahnung wer das überhaupt ist und sowieso hat man bald den Faden verloren: Wer hat was wann wo gemacht??? Selten habe ich einen so unübersichtlichen Krimi gelesen, der nicht einmal einen richtigen Fall hat!!!
Icer_One zu »Donna Leon: Sanft entschlafen« 02.11.2004
da ich das buch auf englisch lese hab ich nur so lala eine ahnung worum es geht. kann mir mal bitte einer eine zusammenfassung des 2. kapitels schicken? da check ich absolut nix! ^^
das würde mir echt weiterhelfen. danke!
a.petz , leopoldsdorf zu »Donna Leon: Sanft entschlafen« 28.10.2004
obwohl viele ereignisse an den haaren herbeigezogen scheinen, bleibt doch der wesentliche eindruck eines gut geschriebenen buches erhalten.
von mir aus durchaus lesenswert
im hinblick auf die vielen sogenannten bestseller, die uns täglich um die ohren schwirren, ist ein roman dieser art noch eine wohltat.
Angela zu »Donna Leon: Sanft entschlafen« 01.09.2004
Ich fand das Buch sehr gut und mutig von Donna Leon ein derart schwieriges Thema wie die Kirche und ihre Organisationen (nicht die Religion an sich) anzugehen, damit hoffentlich vielen die Augen geöffnet werden bei so viel Machenschaften, Korruptheit und Kindes- mißhandlungen. Ich kann es ebenfalls nicht verstehen, dass der Glaube Sex aus-schließt.
Weiter so, auf jeden Fall
Jam zu »Donna Leon: Sanft entschlafen« 12.07.2004
Das Buch ist nicht geeignet für Leute, die nur eine actionreiche Handlung als Lesevergnügen bezeichnen würden. Die Meinung der Autorin spiegelt sich zwar sehr eindimensional wider, dennoch wird man nicht zwangsläufig dazu verleitet sich dieser Auffassung anschließen zu müssen. Die kriminalistische Arbeit steht diesmal nicht im Vordergrund, sondern gesellschaftskritische Vorkomnisse, die zum Nachdenken anregen sollen
Lisa zu »Donna Leon: Sanft entschlafen« 14.05.2004
Ich hab das Buch nur deshalb gelesen, weil ich im Deutschunterricht ein Referat über dieses Buch halten muss. Ich lese relativ wenig und habe auch dieses nicht sehr intensiv gelesen (so über 2 Monate hinweg). Ich fands nicht schlecht, aber mir gefallen actionreichere Krimis besser. Und definitiv zu viel Religionsgesülze. Ich denk mir jeder hat eigene Ansichten zur Religion. Ich glaub allerdings nicht, dass dieses Buch einer sehr religiösen Person gefällt...
Swen Piper zu »Donna Leon: Sanft entschlafen« 22.03.2004
Das schwächste Fall des Commissario Brunetti! Sehr zäher Beginn, gegen Ende scheint die Autorin ihre alte Form wiederzufinden, aber das rettet das Buch auch nicht mehr.
Martin zu »Donna Leon: Sanft entschlafen« 31.01.2004
Anscheinend scheiden sich bei diesem Buch wirklich die Geister. Meiner Meinung nach zeigt Donna Leon wieder ienmal geschickt, den Einfluß der Reichen und Mächtigen in unsere Gesellschaft und desillisioniert vom Mythos der klassenlosen Gesellschaft.
Genauso zeigt sie auch den immer noch und in Italien vermutlich noch stärker verwurzelten Einfluß der Kirche auf die Gesellschaft.
Außerdem ein gutes Beispiel dafür, dass nicht jeder Krimi mit einer Verfolgungsjagd enden muss und die wahren Schuldigen nicht immer gefasst werden können
Vivian zu »Donna Leon: Sanft entschlafen« 30.12.2003
das buch war genial. Es zeigt doch eindeutig die probleme und fragen in unsrer gesellschaft auf. viele koennen damit nicht umgehen so einmal eine szene zu bekommen die durchaus real sein koennte. fuer mich war der religioese aspekt nicht sehr gross. das buch ging doch mehr darum wie alte menschen teils ausgenuntzt werden nur um geld zu bekommen
marjan zu »Donna Leon: Sanft entschlafen« 31.07.2003
mich stört weniger, dass die kirche und ihre machenschaften kritisiert werden - da mag wohl auch was dran sein. es stört mich aber, dass der glaube nur negativ dargestellt wird - fanatisch, frömmelnd, heuchlerisch. das ist einseitig und flach und keine auseinandersetzung damit, was glaube den menschen bedeutet oder gibt. die billigen seitenhiebe auf caritative einrichtungen und mutter teresa hätte sich leon ersparen können. sonst ist das buch leicht zu lesen, ohne besondere höhepunkte und spannung, aber es reicht zum fertig lesen. die stilistik der übersetzerin ist schwach.
Anja S. zu »Donna Leon: Sanft entschlafen« 11.07.2003
ausgesprochen langweilig!!!
habe danach aufgehoert, Krimis von Frau Leon zu lesen.
10 grad
Regenfreund zu »Donna Leon: Sanft entschlafen« 19.05.2003
Das buch stellt eher eine Abrechnung mit der Kirche dar, als einen Kriminalroman. Weniger denke ich, wäre hier besser gewesen.
S. T. zu »Donna Leon: Sanft entschlafen« 20.10.2002
Die Leon-Romane sind einfach und spekulativ gestrickte Kost. Allein die geheimnisvolle Sekretärin, die wie ein Deus ex machina dem Commissario die wesentliche Denkarbeit abnimmt, ist eine sehr billige Methode, sich die Konstruktion einer schlüssigen Handlung zu ersparen.
Da Donna Leon aber eine sehr selbstkritische und intelligente Frau ist, weiss sie das ohnehin. Der Erfolg sei ihr herzlich gegönnt !
SilkeW zu »Donna Leon: Sanft entschlafen« 14.09.2002
Das kann ich ja nicht glauben, was andere über dieses Buch sagen! Muss denn in einem Krimi immer das Gesetz siegen und der Böse geschnappt werden? Oder kann ein Krimi nicht auch mal Fragen aufwerfen, die unsere Gesellschaft betreffen, und sicher nicht nur die italienische.
ICH fand das Buch gut....
Ihr Kommentar zu Sanft entschlafen

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