Totenhaus von Bernhard Aichner

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2015 bei btb.
Folge 2 der Brünhilde-Blum-Serie.

  • München: btb, 2015. ISBN: 978-3-442-75455-7. 416 Seiten.
  • [Hörbuch] München: Der Hörverlag, 2015. Gesprochen von Wolfram Koch. ungekürzte Lesung. ISBN: 3844519149. 1 CDs.

'Totenhaus' ist erschienen als Hardcover HörbuchE-Book

In Kürze:

Bei einer Exhumierung auf einem Innsbrucker Friedhof werden in einem Sarg zwei Köpfe und vier Beine gefunden. Schnell wird klar, dass es sich um ein Verbrechen handeln muss, dass hier die Leichenteile eines vor einem Jahr spurlos verschwundenen Schauspielers liegen. Nur eine Person kommt als Täterin in Frage: die Bestatterin, die die Verstorbene damals versorgt und eingebettet hat. Es gibt keinen Zweifel daran, dass Brünhilde Blum den Schauspieler getötet hat. Doch die ist wie vom Erdboden verschluckt …

Das meint Krimi-Couch.de: »Die Dämonen der Vergangenheit« 90°Treffer

Krimi-Rezension von Jürgen Priester

Wie man richtig vermutet, ist Totenhaus die Fortsetzung von Totenfrau. Heldin beider Romane ist Blum. Blum ist Bestatterin von Beruf, Mutter zweier Töchter. Bis zum heimtückischen Mord an ihrem Mann war sie liebende und geliebte Ehefrau. Jetzt ist sie eine mehrfache Mörderin und auf der Flucht.

Wer Blum noch nicht kennt, aber kennenlernen möchte, der sollte nicht mit diesem zweiten Teil beginnen, denn um Blum nur annähernd zu verstehen, wenn das überhaupt möglich ist, muss man ihre ganze Geschichte kennen. Der Rezensent empfiehlt unbedingt die Lektüre von Band eins.

Bernhard Aichners Thriller Totenfrau war für den Rezensenten, literarisch gesehen, eine der wenigen positiven Überraschungen des letzten Jahres. Aichners rasanter, manchmal stakkatoartiger Schreibstil machte die Lektüre des Buches zu ein Highspeed-Erlebnis. So muss Thriller sein. Hauptattraktion, wenn man das so salopp sagen darf, ist Blum – eine Frau, die trotz ihres jugendlichen Alters schon alle Höhen und Tiefen eines Menschenlebens durchgemacht hat. Noch durchmacht, denn ihr Schicksal am Ende von Totenfrau bleibt offen.

Wir erinnern uns: Blum verbrachte ihre frühste Kindheit in einem Heim ohne Erinnerung an ihre leiblichen Eltern und etwaiger Geschwister oder an andere Verwandte. Im Alter von drei Jahren wurde sie vom Bestatter-Ehepaar Blum adoptiert. Damit begann ein Martyrium, das erst endete, als ihre Adoptiveltern verunglückten und Blum ihren Mann kennenlernte. Glückliche Jahre als Ehefrau und Mutter folgten, bis der heimtückische Mord an ihrem Mann sie völlig aus der Bahn warf.

Jetzt macht Blum mit ihren Töchtern Urlaub in Griechenland. Zwei Jahre sind seit den verhängnisvollen Ereignissen in Innsbruck vergangen. Sie musste einfach raus. Abstand vom Alltag gewinnen, zur Ruhe kommen. »Alles wird gut« – ihr immerwährendes Mantra. Die Kinder tollen glücklich am Strand, Blum blättert in zurückgebliebenen Zeitschriften aus Deutschland. Es trifft sie wie ein Hammerschlag, als sie sich plötzlich mit ihrem Konterfei konfrontiert sieht. Es ist ein großformatigen Foto einer Skulptur aus einer Ausstellung in München. Die Installation zeigt eine Frau auf einem Zebra. Die Frau trägt Blums Gesicht.
Blum bricht ihren Urlaub ab und beschließt den Künstler des Werkes, der in Nürnberg lebt, aufzusuchen. Dieser ist sehr hilfsbereit, hat einige Antworten auf Blums dringende Fragen. Doch die ganze Wahrheit soll in einem Hotel im Schwarzwald zu finden sein.

Während Blum in der Hotelanlage, die seit zwanzig Jahren leersteht, auf sehr seltsame Personen trifft, kommt es in Innsbruck zu einer fatalen Entwicklung. Im Rahmen einer Erbschaftsangelegenheit muss eine Leiche exhumiert werden. Im Sarg des Verstorbenen werden Leichenteile gefunden, die da nicht hingehören. Es dauert einige Zeit bis die zusätzlichen Leichenteile einem vor zwei Jahren plötzlich verschwundenen Schauspieler zugeordnet werden können. Benjamin Ludwig ist wiederauferstanden. Blum ist in Panik.

In seiner Besprechung zu Totenfrau schrieb der Rezensent sinngemäß, dass die spannendsten Thriller diejenigen sind, wo der Leser nicht die Spur einer Ahnung hat, in welche Richtung sich die Handlung entwickelt. Aichners Heldin ist und bleibt unberechenbar. Blum entscheidet spontan, aus dem Bauch heraus. Es gibt nur eine Priorität und die ist das Wohl ihrer Kinder. Dafür wäre Blum wieder bereit, zu morden. Oder nicht mehr?

Bernhard Aichners Fortsetzungsroman Totenhaus ist eine Achterbahn der Emotionen, nicht nur für seine Heldin, sondern auch für den Leser, der sich unmöglich dem leidvollen Schicksal einer liebenden Mutter entziehen kann. Man vergisst oder genauer, man möchte vergessen, dass Blum eine mehrfache Mörderin ist, die nach Recht und Moral vor einen Richter gestellt werden müsste. Aber Blum leidet, bereut und sühnt in ihrem emotionalen Gefängnis. Bedarf es mehr der Strafe?
Wir wissen es nicht, denn Blums Geschichte ist mit Totenhaus noch nicht zu Ende erzählt. Man darf auf einen dritten Teil gespannt sein.

Als Fazit möchte der Rezensent festhalten, dass Blums Lebensgeschichte schon jetzt zu dem Besten gezählt werden kann, was die Spannungsliteratur zu bieten hat. Aichners Ideenreichtum und sein Sinn für die Skurrilitäten des Lebens, gepaart mit seinem pointierten Schreibstil sind die Bausteine seines internationalen Erfolgs.
Lieber Bernhard Aichner, weiter so! An die Leser: Kaufen!

Jürgen Priester, August 2015

Ihre Meinung zu »Bernhard Aichner: Totenhaus«

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Sobusidal zu »Bernhard Aichner: Totenhaus« 22.04.2017
Habe auch den ersten Teil dieser Trilogie gelesen. War diese zum Teil noch lesenswert, so ist das Totenhaus eine wahre Zumutung aus Wiederholung, wirren Ideen des Autors, eine konfuse Konstruktion einer absurden Geschichte und endlosem Geschwafel. Ich habe bestimmt 50% des Buches nur überflogen. Ich trauere um jeden Baum der für dieses Buch sterben musste.
Einfach nicht lesenswert!
Peter Faesi zu »Bernhard Aichner: Totenhaus« 08.04.2017
Fünffach-Mörderin, die vor der Polizei - eigentlich nachvollziehbar- sehnt sich nach ihren Kindern - hätte sich das halt vorher überlegen müssen - und trifft auf Dreifach-oder Vierfach-Mörder, die sie ebenfalls ermorden will - und zwar stückweise -, wenn ihr nicht ein anderer Psychopath zuvorgekommen wäre - so ein perverser Quatsch ist wirklich nur etwas für Saw I, II, III,IV usw.-Liebhaber.
Christine Nitterl zu »Bernhard Aichner: Totenhaus« 01.03.2016
Ich habe beide Bücher gekauft und gelesen, ist sehr spannend und warte noch auf dritte Teil! Ich würde jeden Empfehlen.
Schreibt auch sehr leicht verständlich.
Beim Totenfrau konnte ich nicht aufhören, beim Totenhaus mußte ich unterbrechen, wegen Nervenkitzel! Was wird aus Frau Blum im Totenrausch und wie wird sie enden?
0 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Ruthh Geisinger zu »Bernhard Aichner: Totenhaus« 22.02.2016
Der erste Teil Totenfrau war für mich extrem spannend. Hab das Buch an einem Tag gelesen und war fasziniert von der Hauptdarstellerinn. Sie war so sympathisch obwohl sie eine Mörderin ist. Super, auch der Schreibstil ist toll.
Hab nun gleich darauf den zweiten Teil Totenhaus gelesen und war enttäuscht.
Die vielen Wiederholungen nerven und auch die Handlung ist zu grotesk. Hat mich nicht mitgerissen. Schade
Auch der Preis ist sehr hoch, der zweite Teil ist laut meinem Kindle mit 6,5 Std. zu schaffen gewesen. Der Erste Teil hat 12 Std. Spannung gebracht.
Lafleur zu »Bernhard Aichner: Totenhaus« 12.02.2016
Anfangs dachte ich, der Thriller "Totenhaus" könnte mit dem Vorgänger mithalten. Nach den ersten 50 Seiten wurde mir jedoch bewusst, dass dem nicht so ist. Die Story wurde von Seite zu Seite irrealer. Eine Mörderin die von allen Seiten Unterstützung bekommt; keine Person denkt daran, sie der Polizei auszuliefern. Des Weiteren nerven die Bettgeschichten der Frau Blum – mit jeder männlichen Person die eine halbwegs wichtige Rolle einnimmt, steigt sie ins Bett.
Frau Blum konnte im 1. Teil noch eine gewisse Sympathie erwecken, die war im 2. Teil jedoch vollkommen verflogen– eine höchst psychisch erkrankte Mördern, die gefasst und behandelt gehört. Der Autor versucht zwar immer wieder die Hauptperson in ein gutes Licht zu rücken, und andere Personen als noch viel gefährlicher und erbärmlicher darzustellen, dies ist ihm meines Erachtens jedoch nicht gelungen.
Über den Schreibstil des Autors habe ich bereits bei "Totenfrau" einen Kommentar verfasst. Diese kurzen abgehackten Sätze erschweren das Lesen sehr und sind wirklich nicht schön anzusehen.
Fazit: Ich hätte es bei dem 1. Teil bleiben lassen sollen. Ich denke nicht, dass eine weitere Fortsetzung die Story noch retten kann.
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Angelika Simon zu »Bernhard Aichner: Totenhaus« 27.01.2016
Habe mich auf einen spannenden Thriller gefreut, meine Erwartungen wurden leider nicht erfüllt. Langatmig,keinerlei Spannung, ein phantasievolles Durcheinander. Man braucht enorme Disziplin um dieses Buch zu Ende zu lesen. Fazit :empfehlenswert, leider nein.
Jetzt noch 40 Zeichen eingeben :wüsste nicht was. Dieses Buch hat mich gelangweilt und enttäuscht.
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Signorinetta zu »Bernhard Aichner: Totenhaus« 27.11.2015
Die Totenfrau gefiel mir besser. Im Folgeband kam mir die Geschichte vor wie eine Anhäufung von immer noch grauslicheren Szenen um der Wirkung willen.
Es war mir too much und fesselte mich nicht, wie der erste Band.
Das Mitgefühl mit Blum habe ich aber auch empfunden, obwohl sie eine Kriminelle ist.
Trotzdem gespannt auf die Fortsetzung.
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Beatrice zu »Bernhard Aichner: Totenhaus« 04.11.2015
Mit vielen Erwartungen habe ich diese Fortsetzung erworben, denn Totnefrau hat mich gefesselt, die lakonische Sprache, die sehr speziellen Figuren. Und nun das: Eine konstruierte, verquaste Story, schwer lesbar, ja sogar langweilig, nichts stimmt, ich habe seitenweise überblättert. Dass da noch ein drittes Buch folgen soll, ist offensichtlich; ohne mich !
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Karl-Heinz Ising zu »Bernhard Aichner: Totenhaus« 01.11.2015
Enttäuschen. Ja, es stimmt auch ich habe das Buch schnell gelesen. Warum? Viele Wiederholungen aus Totenfrau. Also viele Passagen die ich einfach übersprungen habe.
Herr Aichner hatte wohl schon einen Vorschuß erhalten und mußte so schnell ein Manuskript abliefern. Dies hätte der Verlag zurück schicken sollen.
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
H F zu »Bernhard Aichner: Totenhaus« 25.10.2015
Wenig Spannung, die Hälfte des Textes besteht aus einer Wiederholung des ersten Bands. Absurde unwahrscheinliche Zufälle bestimmen die Handlung. Die Personen sind sehr grob und eindimensional gezeichnet. Dazu noch die Buchgestaltung, die hauptsächlich darauf angelegt ist, das Buch möglichst dick zu machen. Fazit: Kann man sich sparen!
2 von 2 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
H F zu »Bernhard Aichner: Totenhaus« 25.10.2015
Wenig Spannung, die Hälfte des Textes besteht aus einer Wiederholung des ersten Bands. Absurde unwahrscheinliche Zufälle bestimmen die Handlung. Die Personen sind sehr grob und eindimensional gezeichnet. Dazu noch die Buchgestaltung, die hauptsächlich darauf angelegt ist, das Buch möglichst dick zu machen. Fazit: Kann man sich sparen!
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