Kalteis von Andrea Maria Schenkel

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2007 bei Edition Nautilus.

  • Hamburg: Edition Nautilus, 2007. 160 Seiten.
  • München: btb, 2009. ISBN: 978-3-442-73800-7. 192 Seiten.
  • [Hörbuch] Hamburg: Hörbuch Hamburg, 2007. Gesprochen von Monica Bleibtreu. ISBN: 3899034384. 4 CDs.

'Kalteis' ist erschienen als TaschenbuchHörbuch

In Kürze:

München, Ende der 30er Jahre: Süß und sehnsüchtig ist der Traum vom Glück in der großen Stadt – auch Kathie träumt ihn und entflieht der Enge des dörflichen Lebens. Manch eine ist hier schon unter die Räder gekommen, aber sie wird es schon schaffen. Oder? Dunkelhaarig, kräftig und hübsch ist sie, wie die Frauen, die seit einiger Zeit in München und Umgebung spurlos verschwinden. Der Teufel scheint auf dem Fahrrad unterwegs zu sein.

Das meint Krimi-Couch.de: »Ja mei, die Schenkel-Andrea bleibt ihrer Linie treu« 60°

Krimi-Rezension von Lars Schafft

Mit Tannöd ist Andrea Maria Schenkel im letzten Jahr der Überraschungswurf gelungen. Schlank kam der Roman aus dem kleinen Hamburger Verlag Edition Nautilus daher, erhielt eine begeisterte Besprechung nach der anderen, den Deutschen Krimi-Preis, den Friedrich-Glauser-Preis, schaffte es ganz nach vorne in die Bestsellerlisten. Keine leichte Bürde, wenn mit Kalteis nun der zweite Roman der bayerischen Autorin auf den Markt kommt. Doch Frau Schenkel wird die Leser, die Gefallen an Tannöd gefunden haben, nicht enttäuschen. Vielleicht hat sie sogar recht, wenn sie meint, dass Kalteis besser ist. 

Schenkel erzählt die Geschichte des Serienkillers Josef Kalteis, auf dessen Konto zahlreiche Frauenmorde im München zur Nazi-Zeit gingen. Schenkel erzählt aber vor allem die Geschichte von Kathie, einem jungen Ding, das es vom Land in die Großstadt zog. Wie das alles enden wird, verrät sie ungewöhnlich genug direkt im ersten Kapitel, mit der Exekution des Täters. Und was passieren wird und muss mit der Vielzahl von Charakteren, die Andrea Schenkel einführt und aus deren Perspetive sie die verschiedenen Kapitelchen erzählt, ist sehr bald so klar wie dieser Plot eine ganz besondere Spannung erzeugt. Eine, die von der Vorahnung, des Vorwissens des Lesers lebt. Dennoch oft genug aber auch die von Auslassungen gespeiste Suspense mit drastischen Bildern ins Fürchterliche, ins Abstoßende steigert.

Alles andere also als ein »normaler« Krimi über einen Serienmörder. Authentisch, beruht er doch auf realen Gegebenheiten. Aufwühlend, verstörend, minimalistisch. Und sehr, sehr mit Lokalkolorit angereichert.

Für einen »Saupreiß« wie den Autor dieser Zeilen findet das, was gerne als Heimat(kriminal)roman bezeichnet wird, in Kalteis nämlich seine Grenzen der Lesbarkeit. Nicht, dass er einen Langenscheidt Bayerisch-Deutsch, Deutsch-Bayerisch benötigt hätte. Es ist der Satzbau, den Andrea Schenkel konsistent verdreht und die Urtümlichkeit, in der sie ihre Figuren plaudern und erzählen lässt. Das wirkt authentisch, und nach Tannöd muss man konstatieren: Ja mei, so schreibt´s die Schenkel-Andrea nunmal. Rein subjektiv gelesen erzeugt dieser vorherrschende Ton und Lokalkolorit aber auch eine Distanz, die es zusätzlich schwer macht, sich im München der 30er-Jahre zurecht zu finden.

Aber wie geschrieben: Das ist eine subjektive Einschätzung, die nichts daran ändert, dass Andrea Maria Schenkel mit ihrem minimalistischem Sprachstil und ihrem Bruch mit traditionellen Krimi-Strukturen auch und gerade durch ihren zweiten Roman Kalteis als eine absolute Bereicherung der hiesigen Krimi-Szene betrachtet werden muss. Dass ihre Werke entsprechend sperrig sind, wird der eine als willkommene Abwechslung und Originalität begrüßen, der andere als überschätzte Literatur abtun wollen.

Beiden Lagern möchte sich Ihr Rezensent schlussendlich nicht anschließen. Was Andrea Schenkel auf nur 150 Seiten stark komprimiert erzählen kann, ist aller Ehren wert. Doch löst Kalteis auch keine Begeisterungsstürme aus. Und von einer Revolution des Deutschkrimis zu sprechen, hieße, sich blind dem Hype anzuschließen. Nein, Kalteis ist sicherlich wie Tannöd ein Kriminalroman, der dank seiner Andersartigkeit weit aus der Masse heraussticht – unterm Strich an vielen Stellen aber sichtlich bemüht daher kommt und mit weitaus weniger Dialekt deutlich besser hätte punkten können.

Lars Schafft, August 2007

Ihre Meinung zu »Andrea Maria Schenkel: Kalteis«

Helfen Sie anderen Lesern, indem Sie einen Kommentar zu diesem Buch schreiben und den Krimi mit einem Klick auf die Säule des Thermometers bewerten. Und bitte nehmen Sie anderen Lesern nicht die Spannung, indem Sie den Täter bzw. die Auflösung verraten. Danke!

Anfangsverdacht zu »Andrea Maria Schenkel: Kalteis« 20.05.2015
Grummel
abgeschnittenen
muß und soll es heißen


Also, noch ein Gedanke:
natürlich könnte man die Banalität eines Mörders so darstellen.
Banal, unwichtig,
außer das er eben die Ungeheuerlichkeit des Todes bringt.
Nur bezweifel ich, dass dies die Absicht der Autorin war.
Die Frauenseelen gelingen ihr deutlich besser.
Anfangsverdacht zu »Andrea Maria Schenkel: Kalteis« 20.05.2015
Das ist ein Mädchenträume-Buch.
Das ist ein Buch der Not des Geldverdienens und -bekommens von Frauen.
Dies ist ein Buch des Triebs.
Ein Buch des Herumirrens.

Für mich bleibt der Serienmörder blaß.
Der ist auch blaß.
Ich weiß.
Aber dennoch, muß der transparenter, glaubwürdiger beschrieben sein.
Außer der abgeschnittenen Fotze.


Es ist ein Buch der Oberfläche.
Außer der abgeschnitteten Fotze.
Denische zu »Andrea Maria Schenkel: Kalteis« 19.06.2013
Ich fande das buch mittelmäßig ich habe es für meine literatur arbeit genommen aber wirklich spannend fande ich es nicht es war zum glück nur ein geschenk und ich hatte imoment kein anderes zur verfügung. naja dazu kann ich nur sagen kauft euch dieses buch nicht denn ihr werdet es nach der hälfte wieder zur seite legen da es langweilig ist.
viele liebe grüße
Volkmar Hellfritzsch zu »Andrea Maria Schenkel: Kalteis« 13.10.2012
Tannöd hat mich ausgeprochen fasziniert. Dieses Werk lebt ganz wesentlich von den ganz unterschiedlichen, überzeugenden sog. Sprachportraits. In Kalteis aber bedient sich die Autorin derartig vieler Klischees, so dass ihre "Masche" geradezu penetrant wirkt. Die Personen bleiben schemenhaft, die gesellschaftlichen Bezüge blass, und die Sprache mit ihrer dauernden Spitzenstellung von Adverbien, Prädikaten und Objekten und einzelnen bairischen "Kennwörtern" nervt. Sollte Frau Schenkel auf diese Weise weiterproduzieren wollen, wird sie in einer Sackgasse und damit in der Bedeutungslosigkeit enden.
baudolino zu »Andrea Maria Schenkel: Kalteis« 24.11.2011
Ein Krimi, beruhend auf authentischen Ereignissen, den ich unheimlich (im wahrsten Sinn des Wortes) spannend fand. Angereichert mit vielen Zitaten aus den Vernehmungsprotokollen ist hier eine atmospärisch unglaublich dicht gewebte Geschichte entstanden, die den Leser nicht mehr losläßt. In ihrer positiven Beurteilung kann ich mich den anderen Lesern nur anschließen. Was ich mir gewünscht hätte, wäre noch etwas mehr Zeitkolorit gewesen, vielleicht ein Zeitungsbericht über die verschwundenen Opfer oder ähnliches. Auch der allzu rasche Abstieg eines Dienstmädchens zur Gelegenheitsprostituierten überzeugt in seiner Darstellung nicht so ganz. - Ich würde dieses Buch reifen Lesern mit guten Nerven ohne weiteres empfehlen. Übrigens ist der von Lars Schafft erhobene Vorwurf der zu häufigen Verwendung von Dialekt völlig aus der Luft gegriffen. Im Gegenteil! Wenn man des Bairischen - wie ich - mächtig ist, wird man unschwer erkennen, wie sich die Autorin erfolgreich bemüht hat, das Buch auch für "Nordlichter" lesbar zu machen. Dieses teilweise recht kastrierte Bairisch als "Dialekt" zu bezeichnen, verrät leider nur die mangelhafte Kenntnis des Rezensenten!
tedesca zu »Andrea Maria Schenkel: Kalteis« 15.02.2011
Langweilig fand ich das Buch auf keinen Fall, ganz im Gegenteil!

Wie schon in "Tannöd" rollt Andrea Schenkel auch in diesem Buch einen wahren Fall anhand von Zeugenaussagen und Protokollen auf, die einem zum Teil das Blut in den Adern gefrieren lassen. Josef Kalteis (der im wirklichen Leben Johann Eichhorn hieß und "Die Bestie von Aubing" genannt wurde) steht kurz vor seiner Hinrichtung, wie viele Mädchen er ermordet hat, erfahren wir nicht, doch letztendlich fehlt es nicht an grausigen und schaurigen Details.

Wobei das Buch im Grunde von den lebendigen Schilderungen einer Epoche lebt. Davon, wie junge Frauen von den Vätern aus dem Haus getrieben werden, um sich eine Arbeit in der Stadt zu suchen, wie sie kaum über die Runden kämen, ohne sich für ein paar Mark oder ein Dach über dem Kopf dem Nächstbesten an den Hals zu werfen. Vom Oktoberfest und den Dorfwirtshäusern, und von den finsteren Wegen und Gassen, die dem Mädchenmörder seine Opfer quasi in die Arme laufen lassen.

Im Mittelpunkt er Erzählung steht die junge Kathi, die in ihrer naiven Art beschließt, nicht als Dienstbotin zu enden sondern eine feine Dame zu werden. Deren kurzes Leben aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt wird, die uns immer mehr ziitern lassen vor dem, was immer unausweichlicher wird.

Alles in allem ein spannender, grausiger und zugleich einfühlsamer Thriller, der durch seine karge Sprache und direkte Rede im zeigemäßen Bayrisch auszeichnet.

Zum Hörbuch muss man noch sagen, dass Monica Bleibtreu genau diesen Zeitgeist eins zu eins übermittelt, dass sie jede Figur gekonnt liest, ohne jemals in ein Einpersonenhörspiel zu mutieren. Große Lesekunst, die diesem Buch noch ein Krönchen mehr aufsetzt.
Monika* zu »Andrea Maria Schenkel: Kalteis« 23.03.2010
Also ich kann absolut nicht verstehen, dass jemand schreibt dieses Buch sei langweilig... Es is kein herkömmlicher Krimi, das ist wohl klar, aber trotzdem sehr schön aufgebaut. Sicherlich wird die Vorgehensweise von Kalteis ziemlich krank beschrieben, aber um zu verstehen wie grausam das für Frauen ist, die vergewaltigt werden ist das notwendig. Im ersten Moment wenn man das Buch gelesn hat, denkt man man hat den Roman verstanden...Aber falsch...erst mit weiterem Nachdenken kommen die Interessanten fragen auf.. z.B. ist Josef Kalteis zugleich der Chauffeur , da die Sportmütze ein Indiz dafür wäre...naja das könnt ihr euch selber überlegen, will ja nichts vorwegnehmen...
Mimi zu »Andrea Maria Schenkel: Kalteis« 26.09.2009
Also ehrlich gesagt, ich habe Tannöd zur Hälfte gelesen, dann abgebrochen, weil ichs ziemlich langweilig fand.so in Protokollsprache.dann habe ich mir nun Kalteis gewünscht, nachdem ich den Klappentext gelesen habe und dachte es sei spannend. Fehler! Schon auf der 1. Seite dacht ich, oh Gott, wieder nur in Protokollen, dachte aber, gut diesmal zieh ichs durch, is ja schade ums Geld. Ich finde die Art, wie die Vorgehensweise des Mörders beschrieben wird extrem vulgär und fast schon krank. Ich dachte was für ein Typ, der so ein Buch schreibt, der muss ja psychisch Probleme haben. Doch es ist eine Frau, wo ich mir dachte.das ist ja furchtbar. An sich habe ich mich durch die Protokolle gekämpft, auch wenn meiner Meinung nach zu viele Mädchen zu durcheinander behandelt wurden, und ich mir im Endeffekt nur Kathie gemerkt habe, die ja letztendlich quasi die Hauptperson ist. Man bekam schon einen guten Einblick in die Gedanken des Mörders, letztendlich ärgere ich mich aber wirklich darüber, dass die krankhafte Vorgehensweise tatsächlich von einer Frau beschrieben wird!
Zu dem Kommentar, dass sich das Buch als Klassenlektüre eignen würde: AUF GAR KEINEN FALL!! Lehrer die so ein Buch mit Kindern lesen würden, bekämen wohl mächtig Ärger mit aufgebrachten Eltern und entsetzten Kindern...
lilalu zu »Andrea Maria Schenkel: Kalteis« 09.05.2009
Das Büchlein der Frau Schenkel kommt ja hier in den meisten Kritiken schlecht weg. Ich habe "Tannöd" gelesen, und ich habe "Kalteis" gelesen. Ich glaube, das Problem, dass viele LeserInnen haben, ist: Beides sind keine herkömmlichen Kriminalromane, und eigentlich gehören sie nicht auf die "Krimi Couch", denn das weckt bei vielen Leuten falsche Erwartungen. Diese kleinen Romane - oder sind es eher Reportagen? - sind keine Krimis im eigentlichen Sinn, sie haben nur eine kriminelle Handlung als Plot. Da ist der Mord quasi der "Aufhänger" für die Geschichte dahinter. Man muss den Stil der Autorin mögen - das eher Derbe ihrer Sprache, die verquere Art ihres Satzbaus, die den bayerischen Dialekt greifbarer machen soll. Es sind eher Kurzromane, die sich als Klassenlektüre in Schulen eignen - ähnlich Martin Sperrs legendären "Jagdszenen aus Niederbayern", und die einen menschlichen Abgrund, eine menschliche Not und Bedürftigkeiten spiegeln. Diese Romane muss man "aushalten", auch diesen Sprachduktus muss man aushalten. "Tannöd" war jetzt auch nicht so mein Ding, und ich habe nie ganz verstanden, warum es so sehr gelobt wurde. "Kalteis" hat mir gut gefallen - wie gesagt: Nicht als "echten" Krimi, sondern eher als Sittengemälde. Wenn man das Buch so sehen kann, ist es sehr gelungen! Allein, was mich ein bisschen störte, ist: Wenn Frau Schenkel schon so sehr viele Zeugen zu Wort kommen lässt, dann sollte sie auch daran denken, dass Menschen unterschiedlich sind, d. h. sie muss nicht Männlein und Weiblein, Mutter und Tochter, Vater und Sohn, Jung und Alt die immer selben Sätze in der immer gleichen Art sagen lassen. Hier hätte sie mehr variieren können, mehr Eigenheiten der einzelnen Menschen herausarbeiten müssen, nicht so holzschnittartig vorgehen dürfen. Aber ich denke, um solche Finessen, die sonst in einem Krimi wichtig sind, geht es der Autorin gar nicht. Sie will eigentlich keinen Mord aufklären - das ist zweitrangig - sie will vielmehr einen Abgrund offenbaren, der uns allen nicht so fremd ist. Und das ist das wirklich Gruselige an ihren Kurzromanen.
antoenchen123 zu »Andrea Maria Schenkel: Kalteis« 12.09.2008
Ich habe selten so was langweiliges gelesen, wie dieses Buch ! Das hat nichts mit Roman, Krimi, Thriller oder sonst was zu tun, ein durcheinandergewürfel von Zeutenaussagen die dieses oder jenes Mädchen sonst wo zuletzt gesehen haben, wer da von Spannung redet- ich weiß ja nicht. Gott sei Dank konnte ich mir dieses Buch leihen über jeden Euro hätte ich mich geärgert. Danke nie wieder ! Das einzige positive für mich war ich mag die bayrische Mundart und Lebenskultur aber auch das war mager !
norman zu »Andrea Maria Schenkel: Kalteis« 08.08.2008
Die meisten Bücher, die ich lese, sind Geschenke. Gottseidank in diesem Fall.
Schade dass man hier 300 Zeichen Schreiben muss. Manchmal sind zehn ein ausreichendes Zeichen.
Wer sich mit zusammen gestoppelten Pseudoverhörprotokollen und einigen sich wiederholenden Schlendereien der Opfer (Oder ist es nur eins?) über Landstraßen und unergründlichen Verhaltensweisen derselben (Opfer) amüsieren will und einen Trottel von Mörder, lese dieses Buch. Erstaunlich trotzdem: die Preisverteilungen an Autoren.
Pumsmogul zu »Andrea Maria Schenkel: Kalteis« 05.04.2008
Der Erfolg der Autorin bei den wichtigsten Preisverleihungen für deutschsprachige Krimis wird mir immer unerklärlich bleiben. Ihr 2. Roman ist in Handlung und Sprache öde und fad und knüpft nahtlos an ihrem Erstlingswerk "Tannöd" an. Die Verkaufspreise für ihre Heftchen sind aber die größte Unverschämtheit...
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
anushka zu »Andrea Maria Schenkel: Kalteis« 11.03.2008
Basierend auf einem wahren Kriminalfall (aber kein "true crime Buch"!) hat die Autorin diesen Roman wie einen Tatsachenbericht geschrieben. Zwischen polizeilichen Vernehmungsprotokollen von Josef Kalteis finden sich Zeugenaussagen von Angehörigen der verschwundenen Frauen und die Geschichte von Kathie, die exemplarisch das Leben eines der Opfer beschreibt. Besonders rührend ist Kathies Geschichte, weil sie sich in der großen Stadt eine schöne Zukunft und persönliche Freiheit erhofft und feststellen muss, dass alles gar nicht so einfach ist. Und sie zeigt, wie schnell ein junges Mädchen in einer Großstadt unter die Räder gerät.
Dieses Buch war sehr spannend und Kathies Geschichte sehr ergreifend. Der Schreibstil war sehr interessant und die Methoden (Vernehmungsprotokolle, Zeugenaussagen, etc.) ließen dieses Buch sehr authentisch wirken. Die zum Teil zusammenhangslosen Schilderungen der unterschiedlichen Lebensgeschichten wirkten gerade dadurch authentisch, dass sie zusammenhangslos waren und somit zeigten, dass es zwischen den Opfern eines Serienmörders keine Verbindungen gibt außer der, dass sie an einem abgelegenen Ort einem fremden Mann begegnen.
Bis zehn Seiten vor Schluss fand ich dieses Buch unglaublich überzeugend und wesentlich besser als Schenkels erstes Buch. Leider gelingt es der Autorin nicht, am Ende alle Fäden zusammenzubringen. Die Zusammenhänge werden zwar im letzten Satz angedeutet, doch für mich war das zu subtil. Ich hätte es gern expliziter gehabt und mehr erfahren, was über diese Morde bekannt wurde. Bei einigen der Frauen wurde nicht mal deutlich, ob sie überhaupt je gefunden wurden. Zudem wurden die Jahreszahlen zum Teil sehr durcheinander geworfen und die Ereignisse werden nicht chronologisch geschildert.
Wirklich schade, denn an sich ist dieses Buch - meiner Meinung nach - wirklich sehr gut und authentisch und die Person der Kathie sehr überzeugend und sympathisch.
Andreas Scherer zu »Andrea Maria Schenkel: Kalteis« 12.02.2008
Ich habe die beiden Bücher von Andrea Maria Schenkel direkt hintereinander gelesen. Bei Tannöd hat mich besonders der ständige Wechsel der Erzählperspektive angesprochen.Hinzu kam, dass ich die heraufbeschworene düstere Atmosphäre als sehr dicht und überzeugend empfunden habe.
Kalteis hingegen war eine einzige Enttäuschung. Was offensichtlich viele Leser als besonders authentisch wahrgenommen haben - das vermeintliche Sich hineinfinden in bayerische Ausdrucksform und Sprachduktus - ging mir schlichtweg zunehmend auf die Nerven. Ich fühlte mich erinnert an das kindische Gestammel von "Meister Yoda" aus "Star Wars", der neben dem Aussehen wesentlich durch seine verquaste Vergewaltigung der Synthax charakterisiert ist. Die überstrapazierte Nutzung einer versch(r)obenen Satzstellung (ohne erkennbaren Grund stehen die Adverbien ständig am Anfang der Sätze) und der permanente Verzicht auf vollständige Sätze durch Auslassen des Verbs machen noch keine stilistische Originalität aus. Die Figuren in Kalteis, vor allem einige Frauen, bilden letztlich nicht viel mehr als Klischees ab: tumbe bayerische Landpomeranzen, die nur allzu bereitwillig die Beine breitmachen.
Nachdem ich tags zuvor den neuen Roman von Martin Suter, "Der letzte Weynfeldt", gelesen hatte, wurde mir überdeutlich, was dann doch den Unterschied zwischen erster und bestenfalls dritter oder vierter Liga ausmacht.
Zur Erholung gönne ich mir Bernhard Schlinks Selb-Romane, die ich erst jetzt für mich entdeckt habe.
musician58 zu »Andrea Maria Schenkel: Kalteis« 11.02.2008
Ich habe von Anna Maria Schenkel ausschließlich das Buch "Kalteis" gelesen. Ob sie dafür nun den Deutschen Krimipreis verdient hat, mag dahingestellt bleiben. An dem Buch fasziniert mich die Art und Weise, wie beim Leser trotz des Wissens um den kaltblütigen Mörder die Spannung bis zum letzten Satz bleibt. Schenkels Sprache und Satzbauweise passt zum Plot, auch der bayerische Dialekt, eigentlich auch nicht mein Geschmack, wirkt auf mich nicht aufgesetzt. Mich hat der Realitätsbezug und die Art der vielen Verbrechen abgestoßen, z.B. wie vor und nach der Ermordung mit den Opfern umgegangen wurde. Das mag mein persönliches Problem sein, aber ich stehe dazu und werde um Krimis solcher "Strickweise" einen Bogen machen. Wer nicht so empfindlich ist, sollte "Kalteis" lesen - es gibt unendlich viele viel viel schlechtere Krimis!
Andrea Maria O.-H. zu »Andrea Maria Schenkel: Kalteis« 16.10.2007
Ich habe noch keinen eigenen Kommentar zu diesem Buch, wollte aber durch das Durcharbeiten der Kritiken der Leser entscheiden, ob ich das Werk lesen werde oder nicht.
Nach der eher mager ausgefallenen Begeisterung meinerseits von "Tannöd" wartete ich auf eine "Fortsetzung", die meine Zweifel vernichten würde, A. M. Schenkel als fesselnde Autorin wahrzunehmen. Diesbezüglich war hierin kein überzeugendes Statement zu lesen.
Ich glaube, ich bleibe derweil bei Simenon.
Volker zu »Andrea Maria Schenkel: Kalteis« 07.10.2007
Was der Autorin bei Tannöd großartig gelang, missrät bei Kalteis: die präzise Charakterzeichnung und das Einfangen einer spezifischen Stimmung. Schade, denn die historische Vorlage bietet einen packenden Stoff und hätte eine bessere Nacherzählung verdient als dieses recht laue Werk.
Gleichwohl wundern mich die heftigen Reaktionen auf dieses Buch. Es ist sicher nicht gut, aber ich habe auch schon deutlich schlechtere Krimis in den Händen gehalten. Allem Anschein nach hat Frau Schenkel doch irgendeinen Nerv getroffen, das könnte schon wieder für das Buch sprechen.
discha66 zu »Andrea Maria Schenkel: Kalteis« 03.10.2007
ffrau schenkel hats drauf...
allerdings nur die leser zu verärgern. derselbe langatmige und unnötige schwachsinn wie bei ihrem erstlingswerk. sie sollte besser den griffel aus der hand legen als solch einen unleserlichen müll zu verzapfen der peinlicherweise auch noch hochgelobt wird
SusanneHogl zu »Andrea Maria Schenkel: Kalteis« 10.09.2007
Nachdem mir Tannöd recht gut gefallen hat, empfand ich Kalteis eher als ärgerlich.
Hier gibt's wirklich nur sehr wenig Lesevergnügen für relativ viel Geld.
An sich mag ich Krimis mit realem Hintergrund sehr. Da ich über den Fall, der Tannöd zu Grunde liegt, schon viel gelesen und recherchiert hatte, gefiel mir die Umsetzung von Frau Schenkel, weil sie in ihrem Büchlein versuchte, den Opfern, Beobachtern, Zeugen und auch dem Täter eine Stimme zu geben.
Von Kalteis bin ich aus zweierlei Gründen unzufrieden.
Zum einen habe ich wohl eine ähnliche Umsetzung wie in Tannöd erwartet.
Aber dem ist nicht so. In Kalteis werden ein paar Fakten nacherzählt, die Namen geändert und die Handlung ist mässig spannend.
Zum anderen hätte die Geschichte viel mehr hergegeben. Ähnliches hat Susanne Ayoub in ihrem Roman Engelsgift bewiesen. Auch ein realer Hintergrund und die Geschichte wird spannend und erschöpfend umgesetzt und erzählt.
Auf mich wirkte Kalteis wie eine Leseprobe zu einem Buch, das ich gerne lesen würde, das es aber leider nicht gibt.
Toffigirl zu »Andrea Maria Schenkel: Kalteis« 06.09.2007
Ich habe mich zu Beginn des Buches auch ein wenig gewundert, bin aber insgesamt wieder sehr begeistert. Vor allen Dingen das gestückelte Vernehmungsprotokoll fand ich spannend. Interessant war auch, dass sie den eigentlichen Fall gar nicht so sehr in den Vordergrund gestellt hat, sondern viel mehr die einfachen Menschen in dieser Zeit beschrieben und begleitet hat. Sicher, an Tannöd kommt es nicht heran, aber wäre es nicht auch langweilig gewesen, wenn sie das wiederholt hätte?
Kissgirl zu »Andrea Maria Schenkel: Kalteis« 29.08.2007
Nachdem mir Tannöd recht gut gefallen hatte, besonders wegen des Schreibstils und der Sprache, war ich von Kalteis sehr enttäuscht. Hier wird versucht die Erfolgsparameter von Tannöd 1:1 umzusetzen, was völlig daneben geht. Herauskommt ein langweiliger "Roman" mit plumpen, klischeehaften Charakteren und unzähligen Handlungssträngen ohne Zusammenhang.
Fazit:
Auch 150 Seiten können lang werden!
Veronika Löwenherz zu »Andrea Maria Schenkel: Kalteis« 26.08.2007
Kann sein, dass beide Bücher separat gesehen ganz gut sind, aber nach dem Hype um „Tannöd“ kann man „Kalteis“ nicht separat betrachten, und da springt es ja nun doch ins Auge, wie die Figuren aus beiden Büchern dieselben sind, Marie, die Magd wird, und Marie, die nicht Magd wird und die Barbara, die’s mit dem Hauer treibt, wie sie’s ja alle treiben, die dummen treulosen Weiber, jedenfalls in diesen beiden Büchern. Und wie sie penetrant den selben Dialekt sprechen und dümmlich wirken, aber nicht wegen des Dielakts, sondern weil die Autorin sie als dumme Weiber zeichnet. Jaja, poussieren wollens, die Maderln. Selber schuld sans, wenn ihnen der Herrgott an Balg bringt. Oder wenns noch was Schlimmeres passiert. Das ganze Zeug nervt mit der Zeit. Und besonders nervt mich an Kalteis, dass die Marie vor dem Mord noch im Wechsel mit zwei Fremden vögelt. Was wolls uns domit sogen, Schenkelin? Verdient hottses, die Marie
rezensenten.de zu »Andrea Maria Schenkel: Kalteis« 26.08.2007
Authentischer Fall in den 30 ziger Jahren. Johann Eichborn war ein Serienkiller der es auf Frauen abgesehen hat. Erwürgt und vergewaltigt lässt er die Frauen zurück 1939 wird er hingerichtet.

Autorin Schenkel, gefeiert durch ihr Debütroman Tannöd, liefert einen weiteren Roman auf Tatsachen nach. Ich bin entsetzt was es wieder mal für Meinungen bei Amazon zu diesen Roman gibt. Diese Autorin hat für sich einen völlig neuartigen Schreibstil gefunden, was auch dieses Buch lesenswert macht. Sprachlich finden wir uns im bayrischen Dialekt wieder was von jeden Leser verstanden werden sollte. Auch die Sprache wie sie in den 30 ziger Jahren war, ist 100 % rüber gekommen. Alleine das ist Lesevergnügen pur. Wir halten mit diesen Buch keinen Roman in den Händen der einfach so erzählt wird, sondern aus fiktiven Verhören und Aktenvernehmungen dargestellt wird. Aber auch ein unbekannter Erzähler wird diesmal zu Wort kommen. Besonders daran wie schon im ersten Buch bleibt es zu spekulieren wer diese Vernehmungen macht. Reporter... Polizeibeamte... ein jeder kann sich dazu seinen eigenen Protagonisten reimen.

Am 29.10 wurde ein Gnadengesuch abgelehnt und man bekommt auf den ersten beiden Seiten schon den Mörder präsentiert. Johann Eichborn im Buch als Franz Kalteis beschrieben, wird geköpft und dem Staate Bayern als Eigentum übergeben. Wer nun denkt, wie kann man einen Krimi schreiben und den Täter schon am Anfang verraten, das wird doch langweilig, irrt! Wir haben also den Mörder, aber es bleibt äußerst spannend ob Kathie Kalteis entkommen kann.

Durch die Vernehmungen und den Geschichtsstrang über Kathie, möchte der Leser nun wirklich wissen wie es sich denn zugespielt hat. Kathie ist genau der Typ Frau, die Kalteis in den Jahren umgebracht hat. Sie kommt aus dem Dorf in die Großstadt München um eine Dame von Welt zu werden. Frau Schenkel ist es gelungen, die 30 ziger aufleben zu lassen, welche Schwierigkeiten es doch damals gab, wie wenig damals schon das Geld wert war etc. Ich kann es bestätigen das das das Buch gut recherchiert ist, da ich bei meiner Oma aufgewachsen bin, und ich diese Erzählungen auch von dieser gehört habe.

Auch die Gedanken von Kalteis werden in dem Buch dargestellt, was den Mörder zwar nicht sympathisch macht, aber doch eine gewisse Bindung zu ihm aufbaut. Leider war dieses Buch wie auch Tannöd mit 152 Seiten sehr dünn ,und von daher der Preis von 12,90 nicht gerade gerechtfertigt. Allerdings lohnt es sich auch gerade solche Krimis im Regal stehen zu haben! Der Nautilus Verlag ist seiner Covergestaltung treu geblieben und hat wie auch den Roman Tannöd in ähnlicher Form gestaltet.

Ich bin sehr gespannt was Frau Schenkel als nächstes heraus bringen wird, denn sie wird ihr drittes Werk als normalen Krimi schreiben. ( quelle : Frühstücksfernsehen SAT1 ) Ich mag ihre bisherigen beiden Bände deswegen, weil sie eben nicht wie normale Krimis geschrieben sind. Weder verbraucht Frau Schenkel viel Blut noch hat sie irgendwo langatmige Passagen...



weitere Rezensionen auf www.rezensenten.de
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Veronika Löwenherz zu »Andrea Maria Schenkel: Kalteis« 25.08.2007
Kann sein, dass beide Bücher separat gesehen ganz gut sind, aber nach dem Hype um „Tannöd“ kann man „Kalteis“ nicht separat betrachten, und da springt es ja nun doch ins Auge, wie die Figuren aus beiden Büchern dieselben sind, Marie, die Magd wird, und Marie, die nicht Magd wird und die Barbara, die’s mit dem Hauer treibt, wie sie’s ja alle treiben, die dummen treulosen Weiber, jedenfalls in diesen beiden Büchern. Und wie sie penetrant den selben Dialekt sprechen und dümmlich wirken, aber nicht wegen des Dielakts, sondern weil die Autorin sie als dumme Weiber zeichnet. Jaja, poussieren wollens, die Maderln. Selber schuld sans, wenn ihnen der Herrgott an Balg bringt. Oder wenns noch was Schlimmeres passiert. Das ganze Zeug nervt mit der Zeit. Und besonders nervt mich an Kalteis, dass die Marie vor dem Mord noch im Wechsel mit zwei Fremden vögelt. Was wolls uns domit sogen, Schenkelin? Verdient hottses, die Marie
Pumsmogul zu »Andrea Maria Schenkel: Kalteis« 18.08.2007
Man fragt sich nach dem Lesen der letzten Seite, mit welcher Berechtigung der Verlag und seine Autorin für ein - in allen Belangen - derart dünnes Werk 12,90 € verlangen ? Vom Schreibstil eher der Richtung Groschenromane zugehörig, ist der abverlangte Preis eine schlichte Unverschämtheit und es bleibt zu hoffen, dass der wirtschaftliche Erfolg ausbleibt, damit nicht weitere Abzockversuche dieser Art in die Buchhandlungen kommen !
krimi_mimi zu »Andrea Maria Schenkel: Kalteis« 16.08.2007
Wie schon bei Tannöd halte ich die vielen Facetten von Gewalt, Gnadenlosigkeit und Brutalität in Kalteis für das eigentlich Spannende. Der Kriminalfall im engeren Sinn ist Teil dieses Systems, aber nicht sein zentrales Element.
Etwas so Herzzerreißendes wie Kathies Träume und Illusionen vom Leben in der Stadt, wie auch deren Demontage habe ich schon lange nicht mehr gelesen.
krimi_mimi zu »Andrea Maria Schenkel: Kalteis« 16.08.2007
Wie schon bei Tannöd halte ich die vielen Facetten von Gewalt, Gnadenlosigkeit und Brutalität in Kalteis für das eigentlich Spannende. Der Kriminalfall im engeren Sinn ist Teil dieses Systems, aber nicht sein zentrales Element.
Etwas so Herzzerreißendes wie Kathies Träume und Illusionen vom Leben in der Stadt, wie auch deren Demontage habe ich schon lange nicht mehr gelesen.
RolfWamers zu »Andrea Maria Schenkel: Kalteis« 14.08.2007
Gäbe es "Tannöd" nicht, wäre ich von "Kalteis" begeistert.So aber.
Der Schreibstil Schenkels war es doch, der aus Tannöd etwas Besonderes machte und der ist in Kalteis unverändert. Nur passt er mM nach besser zu Tannöd. Oder anders: die Story ist gefälliger, aber eine literarische Weiterentwicklung der Autorin kann ich nicht erkennen. Und da kommt dann bei mir altem Zyniker der Verdacht auf, dass Nautilus und AM Schenkel auf die leichte Tour noch ein zweitesmal abkassieren wollen. DAS zumindest scheint ja hinzuhauen.
hapesu zu »Andrea Maria Schenkel: Kalteis« 12.08.2007
Gerade habe ich das Buch ausgelesen und erst einmal tief durchgeatmet. Der Autorin ist ein ganz großer Wurf gelungen! Dagegen war "Tannöd" noch richtig zahm. Aber es ist schon klar: wer mit Tannöd nichts anfangen konnte, dem wird auch das neue Werk nicht gefallen - und umgekehrt!
SukRam zu »Andrea Maria Schenkel: Kalteis« 11.08.2007
Kathie Hertl ist ein Mädchen, das endlich ihrem langweiligen Dorf Wolnzach entfliehen will und somit beschließt, nach München zu gehen. Während sie nach einer Unterkunft sucht und sich im Gasthaus Soller vergnügt, hat sie keine rechte Lust, als Dienstbotin zu arbeiten; nein das hat sie nicht nötig, schließlich wird sie immer mal von einem blonden Burschen ausgehalten, oder wohnt bei Mitzi, einer neuen Bekannten. Ein Chauffeur, der um Kathie wirbt hat ein dunkles Geheimnis.
Gleichzeitig wandert ein Triebäter durch die Stadt, der sang- und klanglos Mädchen vergewaltigt und ermordet. Kann er wirklich gefasst werden?

Mit ein wenig Unbehagen habe ich mich Andrea Maria Schenkels neuem Roman ,,Kalteis" gewidmet, war ich doch schon ein wenig enttäuscht vom Bestseller Tannöd. Mein Misstrauen wurde bestätigt...
Interessant ist lediglich die Geschichte der jungen Kathie, doch auch die wird ruckartig und (fast) ohne jede Erklärung beendet. Dabei sind es doch gerade die Charaktere um Kathie aus der Zeit vor dem zweiten Weltkrieg, die einer größeren Erklärung bedürfen und durchaus mehr Aufmerksamkeit verdient hätten.
Die Opfer des Triebtäters werden wie in Tannöd von diversen Personen dargestellt, die leider wieder farblos und klischhaft bleiben. Auch die Erklärungen um den brutalen Serienkiller sind am Anfang ein wenig mehr präzise als am Schluss, dem die Autorin meiner Ansicht nach zu wenig emotionale Tiefe verliehen hat.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Buch durchaus interessante Grundzüge aufweist, die jedoch nicht umfassend umgesetzt wurden. Geeignet für Fans von Tannöd, dessen Nachfolger zum großen aus Sex besteht.

Meine Wertung: 65°
Ihr Kommentar zu Kalteis

Hinweis: Fragen nach einem fertigen Referat, einer Inhaltsangabe oder Zusammenfassung werden gelöscht.

Seiten-Funktionen: