Party-Killer von Outi Pakkanen

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 1997 unter dem Titel Kuolema käy jatkoille, deutsche Ausgabe erstmals 2002 bei Grafit.
Ort & Zeit der Handlung: Finnland, 1990 - 2009.

  • Helsinki: Otava, 1997 unter dem Titel Kuolema käy jatkoille. 288 Seiten.
  • Dortmund: Grafit, 2002. Übersetzt von Regine Pirschel. ISBN: 3-89425-519-6. 284 Seiten.
  • Dortmund: Grafit, 2006. Übersetzt von Regine Pirschel. ISBN: 978-3-89425-145-1. 284 Seiten.

'Party-Killer' ist erschienen als Taschenbuch

In Kürze:

Laura Halonen hat allen Grund zufrieden zu sein. Ihr pikant-erotischer Debütroman ist auf Anhieb ein Bestseller geworden und hat die Autorin zur Heldin der Boulevardpresse und Frauenzeitschriften gemacht. Einzig störend bei all dem Erfolg ist die blasse junge Frau mit der lebensgroßen Babypuppe, die immer dort auftaucht, wo Laura Halonen sich gerade befindet. Doch diese ist nicht gewillt sich beirren zu lassen, ist sie doch gerade damit beschäftigt, eine Party anlässlich ihres 40. Geburtstages vorzubereiten. Alle kommen zur Feier in das nahe gelegene Restaurant: ihre umtriebige Managerin Moona Lahti, die Buchgestalterin Anna Laine, der Marketingchef des Verlages, Ilkka Halme, der zugleich ihr Geliebter ist, samt Gattin, Lauras Exmann sowie die große Schar der Bewunderer und offiziellen Gäste. Die fröhliche Stimmung wird jäh unterbrochen, als jene blasse junge Frau zusammen mit einem Mann im Rollstuhl hereinkommt und Laura Halonen eine weiße Kalla überreicht. Laura ist zunächst schockiert, erholt sich jedoch schnell wieder, und als die Party sich dem Ende zuneigt, feiert man in Lauras Luxusapartment im kleinen Kreis fröhlich weiter. Der junge Journalist Tero Tuomala genießt an diesem Abend Lauras besondere Gunst und darf noch ein bisschen länger bleiben als die anderen. Am nächsten Tag ist Laura Halonen tot, erschlagen in ihrem Wohnzimmer. Kommissar Matti Martikka ermittelt und stellt schnell fest, dass fast jeder der Gäste ein Motiv für den Mord gehabt hat.

Das meint Krimi-Couch.de: »Tod einer Powerfrau« 80°

Krimi-Rezension von Thomas Kürten

Eine in Deutschland viel zu wenig beachtete skandinavische Autorin ist Outi Pakkanen. Sie hat schon eine ganze Reihe von Kriminalromanen in Finnland veröffentlicht, von denen bis heute (September 2004) allerdings erst 3 eine deutsche Übersetzung erhalten haben. Hinzu kommt wohl auch, dass sie in Deutschland vom Grafit-Verlag publiziert wird, der mit seiner sehr uniformen Cover-Gestaltung immer wieder dafür sorgt, dass den Büchern unterschiedlicher Autoren ein gewisses Maß an Individualität verloren geht.

Laura Halonen ist 40, hat Power, ist erfolgreich, selbstbewusst, geschieden und gesegnet mit einer Überdosis Weiblichkeit. Ihr Übersetzungsbüro hat sie vor Jahren für gutes Geld verkauft und in ihrer finanziellen Unabhängigkeit konnte sie ein Buch veröffentlichen, das zu einem Überraschungserfolg wurde. Seitdem reißt sich die Klatschpresse um sie. Und wer sich im Erfolg sonnt, dem sind auch Neider und Feinde gewiss.

Eine Party gerät außer Kontrolle

An ihrem Geburtstag versammelt Laura eine bunte Horde von echten und mindestens einem falschen Freund um sich, denn einer wird noch an jenem Abend ihr Mörder. Kandidaten sind ihr Ex-Mann, der ein schlecht gehendes Antiquariat betreibt, ihre Managerin, die sich auffallend um Lauras Wohlergehen sorgt, ihr Verleger, mit dem sie eine Affäre hat, dessen Frau, die mehr davon weiß, als sie zugibt, ein junger Journalist, der gern eine Affäre mit ihr hätte und ein sonderbares Paar, er im Rollstuhl, sie stets mit einer Puppe auf dem Arm, das Laura in den letzten Monaten beinah auf Schritt und Tritt verfolgt hat. Alle leben oder arbeiten in unmittelbarer Nähe zu Lauras Wohnung und alle haben ein Motiv.

Ein relativ farblos bleibender Kommissar Matti Martikka übernimmt die Ermittlungen der Polizei, nachdem Laura am Tag nach ihrem Geburtstag von ihrer Managerin Moona und der Werbegrafikerin Anna Laine tot in ihrer Wohnung gefunden wird. Auch Anna, die eigentliche Heldin in Pakkanens Romanen, war auf der Party und hat fortlaufend Fotos von allen Gästen geschossen. Sie kennt den Kommissar bereits aus anderen (noch nicht auf deutsch übersetzten) Fällen und er weiß ihren Instinkt zu schätzen. Zusammen finden sie den Täter.

Markante Figuren, subtile Spannung in einem Roman der leisen Töne

Kritikpunkte an diesem recht leisen Roman gibt es nur wenige. Sprunghaft erscheint die stetig wechselnde Erzählperspektive, weswegen es in der ersten Hälfte des Buches schwer bis unmöglich ist, Anna als Heldin zu erkennen. Immer wieder ist es eine andere Figur, aus deren Sicht der Gang der Handlung geschildert wird. Ich tendiere dazu, dass dadurch wohl etwas zu wenig Ermittlung und etwas zu viel Gesellschafts- und Freundeskreis-Getuschel in dem Roman gelangt ist. Wie dem auch sei, Party-Killer ist ein guter und überzeugender Krimi.

Was wieder einmal zu bedauern ist: Der Roman ist wirklich aus der Mitte einer ganzen Reihe von Kriminalromanen der Finnin gegriffen. Um eine Autorin im fremdsprachigen Ausland aufzubauen, veröffentlichen Verlage nun einmal gerne überdurchschnittlich gute Werke zuerst. Nach Party-Killer hoffe ich auf ältere Romane der Autorin, um die Vorgeschichte von Anna Laine und Matti Martikka kennen zu lernen. Bleibt nur zu befürchten, dass die nicht an die Klasse von Party-Killer heranreicht.

Ihre Meinung zu »Outi Pakkanen: Party-Killer«

Helfen Sie anderen Lesern, indem Sie einen Kommentar zu diesem Buch schreiben und den Krimi mit einem Klick auf die Säule des Thermometers bewerten. Und bitte nehmen Sie anderen Lesern nicht die Spannung, indem Sie den Täter bzw. die Auflösung verraten. Danke!

Ihr Kommentar zu Party-Killer

Hinweis: Fragen nach einem fertigen Referat, einer Inhaltsangabe oder Zusammenfassung werden gelöscht.

Seiten-Funktionen: